ABITUR NACH 12 / 08.03.2008 - Doku des Stadtelternrates Hannover
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NP, 15.03.2008, Leserbrief Prof. Manfred Bönsch Baustelle Tubo-Abi
Zu Besuch in einer niedersächsischen Hauptschule: „Wir beobachten, aber beraten nicht“

Professor Manfred Bönsch aus Hannover schreibt zum Bericht „Turbo-Abitur wird nachgebessert“: „Nun ist immerhin die Kunde von der zu großen Belastung in den G8-Gymnasien bei den Kultusministern angekommen! Die Reaktionen sind mager. Ein paar Stunden streichen oder umwidmen, das wird nicht viel helfen. Zudem sind wesentliche Probleme bisher gar nicht angesprochen worden: Wie könnte man sich um die Schüler kümmern, die aufgrund der zu hohen Belastung aktuell zu scheitern drohen? Bis zu einem Drittel, in Einzelfällen bis zu zwei Dritteln haben zum Halbjahr in den 9. Klassen Mitteilungen über die gefährdete Versetzung bekommen. Zweitens: Klar ist, dass in drei Jahren zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig die Schule verlassen werden. Dies bedeutet eine erheblich vergrößerte Nachfrage nach Studien- und Ausbildungsplätzen. Fazit: Das G8-Gymnasium bleibt eine ‚Baustelle‘!“. >> Abi nach 12 / 08.03.2008

 
HAZ, 08.03.2008 Schüler wollen aus Protest sitzen bleiben

Dortmund (v). In Dortmund wollen Schüler aus Protest gegen das Turboabitur geschlossen sitzen bleiben. Die Schüler der siebten Klasse des Leibniz-Gymnasiums fühlten sich durch die Lehrpläne überfordert, berichteten mehrere westfälische Medien. Und auch die Eltern hätten genug davon, dass es keine klaren Richtlinien fürs Turboabitur gebe. Die Unsicherheit sei mittlerweile so groß, dass sie androhen, ihre Kinder die Klasse wiederholen zu lassen. In einem offenen Brief haben die Eltern der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg jetzt angekündigt, ihre Kinder zurückstufen zu lassen, damit sie später keine Nachteile gegenüber anderen Schülern hätten. Mindestens die Hälfte der rund 120 Eltern erwäge ernsthaft, die Zurückstufung zu beantragen, hieß es.

 
Nov. 2006 Elterninitiative Turbo-Abi_Reform

Im November 2006 ist in Fulda eine Elternitiative entstanden, als mehrere ElternvertreterInnen eines Fuldaer Gymnasiums feststellten, dass es in der Entwicklung hin zu einer Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien erhebliche und grundsätzliche Umsetzungsschwierigkeiten bei Kindern gegeben hat. Durch Umfragen in der Elternschaft der damaligen Jahrgangsstufe 6 sowie durch Informationen aus anderen Fuldaer Gymnasien sowie durch die Hessenweite Berichterstattung zahlreicher Print- und TV-Medien wurde dieser Eindruck mehr als bestätigt. Die Ziele und Forderungen sind klar formuliert. Die Eltern erwarten zum Wohl inzwischen immer mehr betroffener Kinder in der G8 eine umgehende Überprüfung bzw. Entrümpelung der Lehrpläne und organisatorischen Vorgaben, die sich ausschließlich an den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie und Schulgesundheit und eben nicht an völlig überzogenen Erwartungen von PolitikerInnen und inhumanen Fahrtakten im ÖPNV zu orientieren haben.

Der eigentliche Skandal ist, dass 16 Bundesländer nicht geschafft haben, sich über vorausgegangene G8 Modelle gegenseitig zu informieren und die Kinder ihrer BürgerInnen als Versuchskaninchen und Artistenkinder ohne Fangnetz missbraucht zu haben. Ein noch größerer Skandal ist, dass am 06.03.08 auf der KMK Konferenz in Berlin nur eine peinliche Minimallösung gefunden wurde. Der deutsche Lehrerverband spricht von einer >> Mogelpackung. Der Druck auf die KMK und die hartleibigen, uneinsichtigen TurboministerInnen muss aufrecht erhalten werden, bis das G8 Modell auch bei der Schulorganisation (z.B. Ganztagsschule / Rhytmisierung) den internationalen Standards entspricht. Dazu müssen sich Eltern aus ganz Deutschland über das Internet vernetzen. Die Kultusminuister sind vernetzt - wir noch nicht.

>> Weitere Infos über aktuelle Pressebericht zum Thema G8 Turbo-Abi
 
Leserbrief, Werner Nieporte, 08.02.2008 "Alle Folgen konnte man sich schon 2004 mit einem Minimum an logischem Denken ausrechnen"
Ein Beitrag zur Schulstressdebatte in Niedersachsen
Seit kurzem häufen sich die kritischen Beiträge zur Bildungspolitik in Niedersachsen in der Öffentlichkeit. Ich habe selbst 2 Töchter im besonders benachteiligten 9.Jahrgang und wundere mich dennoch darüber, dass diese Diskussion jetzt aufkommt. Schließlich wurde die "Schulreform" bereits 2004 durchgeführt und alle jetzt eingetretenen Folgen für unsere Kinder konnte man sich bereits damals mit einem Minimum an logischem Denken ausrechnen. >> der Leserbrief von Werner Nieporte >> Abi in 12 Jahren
 

Weitere Infos über aktuelle Pressebericht zum Thema G8 Turbo-Abi:

http://www.turbo-abi-reform.de/presse.htm

Hauptproblem des Turbo-Abis im Westen: Die Hauptlast der Verkürzung tragen die Jüngsten in der SEK I der G8 in Halbtagsschulen. Zitat einer Mathematiklehrerin aus Hamburg:

"Derselbe Stoff in 75 Prozent der Zeit bei durchweg ein Jahr jüngeren Schülern - das geht nicht."

Dazu neue, wenig gekürzte Lehrpläne und Alibi-Mensen lange nach Einführung der G8 - das ist hochgradig unprofessionell. Die Berliner Umschau titelt: Kultusminister ohne Sinn und Verstand

http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=08032008ArtikelPolitikHombach1

Es geht auch anders:

Trier http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=7608
Neumünster http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,535745,00.html
Gerstungen http://www.welt.de/welt_print/article1724452/Wessis_flchten_in_den_Osten_-_der_Bildung_wegen.html

Der eigentliche Skandal ist, dass 16 Bundesländer nicht geschafft haben, sich über vorausgegangene G8 Modelle gegenseitig zu informieren und die Kinder ihrer BürgerInnen als Versuchskaninchen und Artistenkinder ohne Fangnetz missbraucht zu haben. Ein noch größerer Skandal ist, dass am 06.03.08 auf der KMK Konferenz in Berlin nur eine peinliche Minimallösung gefunden wurde. Der deutsche Lehrerverband spricht von einer Mogelpackung: http://bildungsklick.de/pm/58926/deutscher-lehrerverband-zum-turbo-abitur-der-neue-g8-beschluss-ist-eine-mogelpackung/

Der Druck auf die KMK und die hartleibigen, uneinsichtigen TurboministerInnen muss aufrecht erhalten werden, bis das G8 Modell auch bei der Schulorganisation (z.B. Ganztagsschule / Rhytmisierung) den internationalen Standards entspricht. Dazu müssen sich Eltern aus ganz Deutschland über das Internet vernetzen. Die Kultusminuister sind vernetzt - wir noch nicht.

Mit besten Grüßen

Gerhard Renner
info@turbo-abi-reform.de
www.turbo-abi-reform.de