| Elternproteste
zeigen Wirkung - Welche Veränderungen stehen in den Gymnasien der betroffenen
Bundesländer an? |
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- Überarbeitung der Lehrpläne (die Betonung soll dabei auf
dem Grundwissen und der Methodenkompetenz liegen)
- Intensivierungsstunden bleiben als Lehrstunden erhalten.
- Stundentafel wurde geringfügig gekürzt.
- Verpflichtende Stunden am Nachmittag wurden begrenzt.
- Bei längerem Nachmittagsunterricht entfallen Hausaufgaben.
- Neues Personal wird eingestellt zur Entlastung der Lehrer.
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- Überarbeitung der Lehrpläne
- Verlagerung der Schulstunden von der Mittel- in die Oberstufe
- Ausbau der Ganztagsbetreuung
- Kleinere Klassen (erst ab 2009/2010) mit maximal 30 Schülern
- Kooperative Gesamtschulen dürfen zwischen acht und neun Jahren
wählen.
- Möglichst viele Entscheidungen sollen in die Hände der Schulgemeinschaften
gelegt werden.
- 100 zusätzliche Lehrstellen sind noch in der Diskussion.
- Den Beginn der zweiten Fremdsprache können hessische Schulen zwischen
der fünften und siebten Klasse ansetzen.
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- Die im Februar eingeführten zwei zusätzlichen Förderstunden
pro Woche werden beibehalten.
- Die Zahl der Pflichtstunden wird von 265 auf 260 verringert.
- Gleichmäßige Verteilung der Pflichtstunden in der Unter-
und Mittelstufe (in Klasse 7 bis 9 höchstens 32 Wochenstunden, in
- Klasse 5 und 6 können die Schulen die Stundenanzahl auf 30 und
32 oder zweimal 31 verteilen)
- Höchstens 32 Schüler dürfen in einer Klasse unterrichtet
werden, in Doppeljahrgängen höchstens 27 Schüler.
- Entlastung der Lehrer: In den Doppelabi-Jahrgängen sollen lediglich
zwei statt wie sonst üblich drei Lehrer die Prüfungen abnehmen.
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- Umfangreiches Programm zum Ausbau des Ganztagbetriebs und einer pädagogischen
Über-Mittag-Betreuung
- Reduzierung der Inhalte in den Kernlehrplänen
- Reduzierung der Stundentafeln
- Nachmittagsunterricht für Kinder der fünften und sechsten
Jahrgangsstufe nur an einem Tag in der Woche, keine Klassenarbeiten mehr
am Nachmittag, Nachmittagsunterricht für Kinder der Jahrgangsstufen
7 und 8 nur an maximal zwei Tagen die Woche >>
Abi nach 12 Jahren
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| Leserbrief, Werner
Nieporte, 08.02.2008 |
"Alle Folgen
konnte man sich schon 2004 mit einem Minimum an logischem Denken ausrechnen" |
| Ein Beitrag zur Schulstressdebatte in Niedersachsen |
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Seit kurzem häufen sich die kritischen Beiträge zur Bildungspolitik
in Niedersachsen in der Öffentlichkeit. Ich habe selbst 2 Töchter
im besonders benachteiligten 9.Jahrgang und wundere mich dennoch darüber,
dass diese Diskussion jetzt aufkommt. Schließlich wurde die "Schulreform"
bereits 2004 durchgeführt und alle jetzt eingetretenen Folgen für
unsere Kinder konnten man sich bereits damals mit einem Minimum an logischem
Denken ausrechnen.
Wenn man den gymnasialen Bildungsgang um ein komplettes Schuljahr verkürzt,
dann entfallen damit etwa 30 Jahreswochenstunden. Wenn man diese Reduzierung
dann mit jeweils 2 bis 4 Jahreswochenstunden in den Jahrgängen 7
bis 10 kompensiert, dann ersetzt man 30 Wochenstunden durch 13 Wochenstunden.
Das setzt nicht mal Logik, nur ein wenig schlichte Addition voraus. Logisch
konsequent wäre allerdings, wenn die Schulpolitiker in diesem Falle
offengelegt hätten, wie die Schulen mit der Differenz umgehen sollten.
Welche Unterrichtsinhalte wurden für den gymnasialen Bildungsgang
als überflüssig erachtet? Oder ging man davon aus, dass in den
Schulen nicht intensiv genug gearbeitet wurde? Man kann doch nicht ernsthaft
glauben, dass bei einem Abitur nach 12 Jahren auf breiter Ebene das gleiche
Bildungsniveau erreicht werden kann wie bei einem Abitur nach 13 Jahren.
Noch immer wird in der Öffentlichkeit die Reduzierung auf 12 Jahre
mit den Ergebnissen der PISA-Studie begründet. Man argumentiert,
unsere Kinder seien "benachteiligt", wenn sie ein Jahr später
auf den Arbeitsmarkt kommen als Kinder in Ländern, die ein 12 jähriges
Abitur haben. Diesen Nachteil vermag ich nicht zu erkennen. Ist es
für einen jungen Menschen von Nachteil, wenn er statt mit 22 Jahren,
sein Studium mit 23 Jahren abschließt und sich um einen Arbeitsplatz
bewirbt? Oder ist es ein Vorteil, wenn die Kinder bereits frühzeitig
Stress erlernen und ihnen wenig Gestaltungsspielräume für ihre
Freizeitgestaltung bleiben? Schließlich sind sie ja dann bereits
an Stress gewohnt, wenn sie in das Berufsleben eintreten und werden wenig
von sportlichen oder kulturellen Hobbies abgelenkt, sie hatten ja eh keine
Zeit, solche zu entwickeln. Doch es gibt wirklich einen "Vorteil",
den die Schulzeitverkürzung mit sich bringt: er liegt in der Kosteneinsparung
für den Bildungsbereich, in Zeiten knapper Haushaltskassen sicher
für Politiker aller Parteien ein verlockendes Argument. Da sind sich
der CDU-Ministerpräsident und der SPD-Kandidat Wolfgang Jüttner
durchaus einig, wenn sie am 12-jährigen System festhalten wollen.
Wieso kommt hierzulande niemand auch nur auf die Idee diese "Schulreform"
in Frage zu stellen?
Warum stellt man den Eltern nicht die Wahl, in wie vielen Jahren ihr Kind
das Abitur machen soll? Ich habe bereits im Januar 2005 als Stadtelternratsvorsitzender
von Barsinghausen eine Umfrage unter Barsinghäuser Grundschuleltern
initiiert, die diese Frage thematisierte. Dabei wünschte sich der
größte Teil das 13 jährige System mit mehr Spielräumen,
weniger Stress und einer konsolidierten Persönlichkeitsentwicklung
für sein Kind. Dennoch meldeten in den folgenden Jahren immer mehr
Eltern ihr Kind an Gymnasien an, sicherlich aus Sorge, ihr Kind könnte
den Anschluss ansonsten verpassen. Vielleicht führt die derzeitige
aufgeregte Diskussion ja dazu, dass nicht nur die Eltern, sondern auch
die Grundschullehrer wieder über pädagogische Alternativen nachdenken.
In Barsinghausen und dem Calenberger Land sind wir ja in der glücklichen
Lage, dass wir 2 und bald vielleicht sogar 3 Schulformen zur Auswahl haben.
Einerseits die Gymnasien in Barsinghausen, Gehrden und Bad Nenndorf sowie
die KGS Ronnenberg mit dem 12 jährigen System, andererseits die KGSen
in Barsinghausen und Wennigsen mit der Ausrichtung auf 13 Jahre, vielleicht
gibt es sogar bald auch ein IGS-Angebot in Rodenberg. Glücklicherweise
haben die beiden KGSen sich von Anfang an für das 13jährige
System entschieden. Sie haben nun ihre Umstellungsprobleme nach Abschaffung
der Orientierungsstufe überwunden und bieten auch für Gymnasialkinder
wieder ein durchdachtes Konzept an, sodass zum kommenden Schuljahr jeder
selbst die Vor- und Nachteile der beiden Systeme abwägen kann. Die
Eltern brauchen dazu Informationen: Ab welchem Alter und in welchem Fach
wird differenziert? Welche Konzepte haben die verschiedenen Schulen zu
bieten und werden diese Konzepte auch realisiert? Wie viele verpflichtende
Wochenstunden hat mein Kind in welchem Jahr? Wie wird ein Stundenüberhang
organisiert (Nachmittags- bzw. Samstagsunterricht)? Welche AGs, Förder-
und Ganztagsangebote werden angeboten? Wie steht es mit Projektunterricht,
außerschulischen Lernorten und berufsvorbereitendem Lernen? Wie
wird soziales Lernen gefördert? Wie werden besondere Begabungen gefördert?
Es wäre schön, wenn die örtliche Presse den Schulen Gelegenheit
geben würde, ihre Konzepte darzustellen, damit sich die Eltern ein
Bild davon machen können.
Überhaupt sollte in der Öffentlichkeit und den Medien mehr dafür
getan werden, dass die Entscheidung mit Kompetenz und frei von Ideologie
und Ressentiments getroffen werden kann. Was unterscheidet das dreigliedrige
Schulsystem von integrierten Schulsystemen? Welche Vorteile hat gemeinsames
Lernen verschiedener Begabungen, verschiedener Nationalitäten und
sozialer Schichten, wie lange und unter welchen Umständen ist es
sinnvoll?
Auch als Gesamtschullehrer mit 33 Jahren IGS-Erfahrung halte ich gar nichts
von den momentanen Forderungen nach mehr IGSen in Großstädten
wie Hannover, solange der Trend der Eltern so massiv an die Gymnasien
geht. Bevor neue IGSen eingerichtet werden, sollten zunächst die
bestehenden wieder ein ausgewogeneres Verhältnis der Schülerpopulationen
erreicht haben. Gemeinsames Lernen heißt, dass auch in IGS-Klassen
oder integrierten Eingangsklassen von KGSen ein großer Anteil an
Gymnasialkindern vorhanden sein muss, damit die Vorteile des gemeinsamen
Lernens überhaupt wirksam werden können. Ein positives Lernklima
reißt auch diejenigen mit, die von Haus aus nicht die Motivation
mitbringen und führt sie zu unerwarteten Leistungssteigerungen, ein
Potenzial, das man nicht zu gering bewerten sollte. Vielleicht erzeugt
die derzeitige bittere Erfahrung an den Gymnasien ja bei den Eltern von
Gymnasialkindern wieder eine stärkere Bewegung zur Gesamtschule,
damit diese wieder unter vernünftigen Bedingungen arbeiten können.
Wenn die Klassenzusammensetzung an Gesamtschulen stimmt, spricht bei dem
größten Teil der Gymnasialkinder nichts gegen eine Schullaufbahn
in einem solchen System. Das Abitur ist am Ende dasselbe Zentralabitur,
die Anforderungen sind gleich, nur der Stress auf dem Weg dorthin ist
ungleich.
Größtes Manko der KGSen im Calenberger Land bleibt aber nach
wie vor die fehlende Oberstufe. Schließlich treffen die Absolventen
von KGSen und Realschulen nach Ende des 10.Schuljahres in der Sekundarstufe
II auf die Kinder der Gymnasien, die nach 9 Jahren ihren Unterrichtsstoff
der Sekundarstufe I noch gar nicht hinter sich gebracht haben können.
Diese beiden Schulformen sind nun nicht mehr ohne Reibungsverluste kompatibel,
das nächste absehbare Problem. Wir Barsinghäuser sollten
deshalb dringend wieder die eigene Oberstufe für das 13jährige
System einfordern, am besten gemeinsam mit Wennigsen und Rodenberg.
Die Politiker aller Parteien sollten dieses Vorhaben fördern und
unterstützen, niemand sollte sich mehr mit ideologischen Argumenten
wie Bestandsgefährdung und dergleichen herausreden. Fördern
wir die Konkurrenz zwischen dreigliedrigem und gemeinschaftlichem Schulsystem
bei gleichen Chancen für beide, dann setzt sich entweder das bessere
System durch oder beide Systeme lernen voneinander, kooperieren miteinander
und entwickeln sich gemeinsam weiter.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch die auf Lernzuwachs, soziale Verantwortung
und das logische Denken.
Werner Nieporte
Barsinghausen, den 08.02.2008 >>
Abi nach 12 Jahren
|
| HAZ, 14.02.2008 |
Experten üben
Kritik an Abi nach 12 Jahren |
| Schulleiter: Prinzip der Durchlässigkeit
ist weg |
|
Von Michael B. Berger
Hannover. Im Prinzip soll jeder Schüler in Niedersachsen die Möglichkeit
haben, bei guter Leistung auf eine weiterführende Schule wechseln
zu können. Doch dieses von Kultusminister Bernd Busemann (CDU)
beschworene Ziel sehen Schulexperten durch das in Niedersachsen eingeführte
Abitur nach zwölf Jahren durchkreuzt. Für die Hauptschule
ist das jetzt gänzlich ausgeschlossen. Und Realschüler müssen
sich bis spätestens Klasse sechs entschieden haben, ins Gymnasium
zu wechseln. Sonst ist das kaum noch möglich, erklärte
Thorsten Frenzel-Früh vom niedersächsischen Schulleitungsverband
in einer Anhörung der Grünen-Landtagsfraktion. Fritz Hullemann
vom Landeselternrat klagte, dass derzeit die wenigsten Kinder noch
fröhlich zur Schule gehen das können wir nicht wollen.
Alle Experten verlangten gestern Sofortmaßnahmen des Kultusministeriums,
um die Überlastung von Schülern zu verringern, die jetzt
in acht Jahren auf dem Gymnasium zum Abitur geführt werden. Unsere
Schüler leben angeblich in einem Land des Lächelns, das für
sie zu einem Land des Hechelns geworden ist, sagte Frenzel-Früh.
Wie der Schulleiter lehnten GEW und Philologenverband eine Verringerung
des Lernstoffs ab, wie sie der Landesregierung vorschweben. Sinnvoller
seien individuellere Lernpläne oder eine frühere Einschulung.
Die Landtagsgrünen bezeichneten die Einführung des Turbo-Abiturs
als völlig verkorkst. Kurzfristig sollten die Schüler
durch Doppelstunden-Konzepte und Hausaufgabenreduzierung entlastet
werden, meinte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter: Und
Gymnasien müssen schnell zu Ganztagsschulen ausgebaut werden.c
>> Abi nach
12 Jahren
|
| >>
PRESSESPIEGEL Feb 2008 |
Neuntklässler erwarten
besonders große Klassen im nächsten Schuljahr - "das ist
ganz einfach ungerecht" |
. |
|
. |
| "Pädagogisch
nicht überdacht" Garnet Eichholz, Vorsitzende
des Stadtelternrats, sieht darin allerdings ein Kurzschlussverfahren.
Sie findet es richtig, alle Fächer auf den Prüfstand zu
heben und auch die Lehrpläne zu aktualisieren. Doch die Stundenzahl
dürfe dann nicht automatisch abnehmen: Für das Abitur
nach Klasse zwölf muss der Unterrichtsstoff vertieft vermittelt
werden heute wird er aber einfach durchgezogen. Wichtig
sei dagegen ein fundiertes Ganztagskonzept mit einer ausreichenden
Zahl qualifizierter Lehrkräfte. Die neu genehmigten Ganztagsschulen
seien Mogelpackungen. Dass Ministerpräsident
Christian Wulff jetzt öffentlich kleinere Klassen fordert, verblüfft
Eichholz: Die Klassen sind derzeit doch so groß, weil
das Land nicht genug Lehrer eingestellt hat. >>
Stellungnahmen des Stadtelternrates |
| >>
Abi nach 12 Jahren - vom "Turboabi" bis zum Schulstress
2008 |
|
|
| Dabei haben die Neuntklässler
bereits jetzt in der Regel 34 Wochenstunden: Die Unterrichtsstunden,
die ihre Vorgänger noch in neun Jahren abarbeiten, sind bei ihnen
auf nur acht Jahre verteilt. Man will den Schülern etwas
Gutes tun, damit sie den Stoff aufholen. Aber gerade für Schüler
mit Schwierigkeiten ist das hart, urteilt Cordula Dietrich vom
Stadtelternrat Hannover. |
| >>
Abi nach 12 Jahren - vom "Turboabi" bis zum Schulstress
2008 |
|
| HAZ, 08.02.2008 |
Dicht gedrängt
zum Abitur |
| Das erhöhte Arbeitspensum an den Gymnasien
macht Schülern, Eltern und selbst Vereinen zu schaffen. Dass sie in
besonders vollen Klassen lernen sollen, ist für die Jugendlichen ein
zusätzliches Problem. |
|
Von Bärbel Hilbig
Ausgerechnet die Schüler, die das Abitur als Erste schon nach
zwölf Jahren ablegen, müssen sich in besonders vollen Klassen
darauf vorbereiten. Nächstes Schuljahr, also in der zehnten Klasse,
beginnt für die jetzigen Neuntklässler die Vorbereitungsstufe
für das Abitur. Sie werden dann mit bis zu 32 Schülern in einer
Klasse sitzen: Die Lernbedingungen sind deutlich erschwert. Für die
jetzigen Zehntklässler, die dann im elften Jahrgang sind, gilt dagegen
eine Klassenobergrenze von 26 Schülern. Beide Jahrgänge machen
gleichzeitig das Abitur, die Älteren haben aber ein Jahr länger
Zeit zum Lernen.
Das ist einfach ungerecht. Das Problem brennt vielen Eltern unter
den Nägeln, denn die Neuntklässler sind durch die verkürzte
Zeit bis zum Abitur ohnehin stärker belastet, sagt Cordula
Dietrich vom Stadtelternrat Hannover. Das Kultusministerium habe offenbar
noch nicht realisiert, dass die zehnte Klasse in Zukunft zur Oberstufe
gehört. Ich weiß nicht, ob man das bewusst oder unbewusst
übersehen hat, sagt Dietrich. Der Stadtelternrat hält
32 Schüler pro Klasse in der Abiturvorbereitungsphase nicht für
akzeptabel und will sich mit einem Brief an das Kultusministerium wenden,
den der Arbeitskreis Gymnasien der Interessenvertretung gerade vorbereitet.
Die Eltern gehen auch davon aus, dass die Klassen in Hannover tatsächlich
in den meisten Gymnasien bis auf den letzten Platz gefüllt sein werden.
Die Klassen dieses Jahrgangs wurden schon beim Start im Gymnasium
recht vollgepackt, sagt Dietrich. Im zehnten Jahrgang werden dann
noch zahlreiche Schüler hinzukommen, die von der Realschule auf das
Gymnasium wechseln.
Eine weitere Schwierigkeit kommt hinzu: Bisher haben viele Schüler
das Jahr für einen Auslandsaufenthalt genutzt und übersprangen
so ein Schuljahr in Deutschland. Auch so wurden die Klassen kleiner.
Diese Entlastung fällt jetzt weg. Das Kultusministerium sagt
ganz klar, dass Schüler, die ein ganzes Jahr wegbleiben, die Klasse
wiederholen müssen, sagt Elternvertreterin Dietrich.
Auch die Zeit nach dem Abitur bereitet vielen Eltern Bauchschmerzen, weil
dann zwei Jahrgänge auf den Markt drängen. In manchen
Studienfächern wird der Numerus Clausus sicher anziehen, sagt
Dietrich. Und auch für Realschüler dürfte das Doppelabitur
Folgen haben. Wenn mehr Abiturienten eine Ausbildung beginnen, haben
Real- und Hauptschüler schlechtere Karten.
Aktion Schul-Zeit: Was für Erfahrungen haben Sie mit der verkürzten
Schulzeit an den Gymnasien gesammelt? In der HAZ wollen wir kurze Texte
von Schülern, Eltern, Lehrern und anderen Betroffenen veröffentlichen.
Bitte schicken Sie uns Ihre Beiträge mit vollständigem Namen
und Telefonnummer für Rückfragen möglichst bald an:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Stichwort Schul-Zeit
30148 Hannover
Fax: (05 11) 5 18-28 73
E-Mail: hannover@haz.de
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| HAZ, 08.02.2008 |
Freizeit ist ein
knappes Gut |
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Die um ein Jahr verkürzte Zeit bis zum Abitur wirkt sich auch
außerhalb der Schulen aus. Die gestiegene Arbeitsbelastung an
den Gymnasien macht sich zum Beispiel bereits in manchen Sportvereinen
bemerkbar. Da die Kinder oft bis nachmittags in der Schule sind,
wird es schwierig für sie, danach noch Reitstunden zu nehmen,
sagt August Schmidt, Vorsitzender des Reitvereins Hannover. Die Trainingsstunden
für Kinder liegen in der Zeit von 14 bis 17 Uhr. Das kollidiert mit
dem Schulunterricht, der zum Teil bis 15 oder sogar 16 Uhr dauert. Am
Spätnachmittag kommen bei uns aber die Besitzer privater Pferde an
die Reihe, weil die Erwachsenen dann Feierabend haben, sagt Schmidt.
Beim Deutschen Hockey-Club Hannover (DHC) kommt es inzwischen häufiger
vor, dass Jugendliche einen Trainingstag ausfallen lassen müssen,
weil sie noch in der Schule sind oder zu Hause lernen müssen. Wir
machen uns Gedanken, wie es weitergehen soll, sagt ein Trainer.
Man wolle überlegen, in Zukunft vielleicht verstärkt Hockey
in den Schulen anzubieten.
Anders scheint es dagegen bisher beim TSV Kirchrode auszusehen. Wir
haben keine Nachwuchsprobleme. Wir haben sogar den Eindruck, dass der
Bewegungsdrang der Kinder durch den schulischen Leistungsdruck zunimmt,
sagt der Vereinsvorsitzende Peter Schrader. Die Eltern achteten jetzt
mehr darauf, dass ihre Kinder regelmäßig Sport treiben. Und
auch für die Kinder selbst ist der Sport, besonders Mannschaftssport,
offenbar sehr wichtig. Auch an der Musikschule Hannover scheint
sich die Situation aus Sicht der Musiklehrer in der letzten Zeit offenbar
nicht sehr stark verändert zu haben. Es gab zwar die eine oder
andere Abmeldung, aber das gab es früher auch schon, sagt die
stellvertretende Leiterin Verena Tschira. bil
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| HAZ, 08.02.2008 |
Auch Eltern leiden
unter Schulstress |
|
Von Bärbel Hilbig
Schulstress belastet nicht nur Schüler, sondern auch ihre Eltern
immer stärker. Eigentlich habe ich das Problem. Ich sehe,
dass mein Sohn keine Lust hat, dieses enorme Pensum zu bewältigen,
berichtete eine Mutter diese Woche auf einer Veranstaltung an der Lutherschule.
Ihr Sohn, ein Achtklässler, leide selbst nicht unter seinen schlechten
Leistungen. Dafür versuche ich, seinen Kram zu machen,
sagte die Mutter. Sie stehe unter Druck, weil ihr Kind angesichts der
Anforderungen aktiver und motivierter werden müsse.
Der Schulelternrat der Lutherschule hatte den Abend auch für Eltern
anderer Schulen angeboten. Auf das geschilderte Problem konnte auch
Beate Schatten von der pädagogisch-therapeutischen Praxis Schatten&Blome
keine schnelle Antwort geben. Die Fachfrau stellte vor rund 60 Eltern
Beratungs- und Therapiemöglichkeiten vor. Wenn Kinder einen
Tick entwickeln und zum Beispiel permanent die Haare aufdrehen, ist das
ein Stresssymptom. Auch bei Prüfungsängsten oder Kommunikationsstörungen
riet sie dringend zu einer Beratung. Viele Eltern kommen viel zu
spät.
Beate Schatten riet dazu, Stressabbau durch Bewegung zu suchen
und auch Lücken im Wochenablauf einzuplanen. Kinder wollen
auch Zeit vertrödeln. Zwei freie Nachmittage sind ratsam. Außerdem
empfahl sie Entspannungstechniken wie Yoga. Die Kinder lernen so,
sich selbst zu beruhigen, nicht in Panik zu verfallen. Doch das
stieß bei manchen Eltern auf Skepsis. Auch das ist ein Zeitproblem.
Wie sollen sie das noch schaffen?, fragte eine Zuhörerin. Eine
andere Mutter bilanzierte: 35 Wochenstunden Schule und dann vielleicht
noch ein Hobby. Da sind viele Zwänge, die wir nicht beeinflussen
können.
|
| HAZ, 08.02.2008 |
Der freie Sonnabend
rückt ins Visier |
| Unterricht an sechs Tagen? Busemann lässt
Niedersachsens Schulen freie Hand / Wirbel um Senatorin in Hamburg |
|
Von Jörg Kallmeyer und Karl Doeleke
Hannover/Hamburg. Eine Horrorvorstellung für Eltern und Schüler
oder vielmehr eine pragmatische Lösung für das Abitur
nach zwölf Jahren? Der Unterricht am Sonnabend, eigentlich längst
abgehakt, rückt wieder in der Blick, seit sich in der Bildungspolitik
alles um die Überlastung der Gymnasiasten dreht. Wenn den Schülern
schon so viel zugemutet werde, so meint mancher Bildungspolitiker, dann
sollte das Programm wenigstens auf sechs Tage verteilt werden.
Mit dem Sonnabendunterricht könnten sich Schulen auch der lästigen
Organisation des Nachmittagsprogramms und der Mittagsverpflegung entledigen.
So weit die Theorie. In der politischen Praxis allerdings ist das
Thema heikel: Lehrer haben in der Regel wenig Interesse, auch am Sonnabend
in die Schule zu gehen und die meisten Eltern fürchten um
das freie Wochenende mit den Kindern. Und überhaupt: Haben nicht
auch die gestressten Schüler ein Recht darauf, sich nach fünf
Tagen von der Schule zu erholen?
Dass es sich um vermintes Gelände handelt, musste Hamburgs Schulsenatorin
Alexandra Dinges-Dierig gestern erleben. Die CDU-Politikerin hatte
sich in einem Zeitungsinterview für die Wiedereinführung des
Sonnabendunterrichts ausgesprochen sehr zum Ärger von Regierungschef
Ole von Beust, der am 24. Februar Landtagswahlen zu bestehen hat. Hamburgs
Erster Bürgermeister pfiff seine Schulexpertin gestern mit harschen
Worten zurück. Der Vorstoß sei nicht abgesprochen und daher
eine Privatmeinung, sagte Beust. Die Entscheidungskompetenz
in dieser Sache habe ich.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat den freien Sonnabend
auch schon einmal in den Blick genommen, Entscheidungskompetenz in
dieser Sache hat er allerdings nicht. Niedersachsens Schulen haben als
Eigenverantwortliche Schulen seit vergangenem Sommer die Möglichkeit,
den bisherigen Erlass des Kultusministeriums zum Thema in den Papierkorb
zu werfen. Ob eine Schule den freien Sonnabend opfert, entscheidet allein
der Schulvorstand. In diesem Gremium sind Lehrer zu 50 Prozent sowie Eltern
und Schüler zu jeweils 25 Prozent vertreten spannende Debatten
sind also garantiert, eine Mehrheit für den Sonnabendunterricht allerdings
dürfte nur schwer zu finden sein. Hinzu kommt der Hinweis von den
Kommunen als Schulträger, dass auf dem Land der Schülertransport
in den Bussen geregelt sein muss.
Kultusminister Bernd Busemann kann sich bei dem Thema also zurücklehnen.
Die Schulen haben völlig freie Hand, sagt der CDU-Politiker.
Persönlich sehe ich den Sonnabendunterricht eher skeptisch.
|
| NP, 06.02.2008 |
Was sind die Probleme |
|
Als die Verkürzung der Gymnasiallaufbahn von neun auf acht Jahre
beschlossen wurde (G8), kürzten die Kultusminister der Länder
nur das eine Schuljahr weg, ließen aber die Gesamtstundenzahl und
den Lernstoff unberührt.
265 Jahreswochenstunden geteilt durch neun Jahre macht 30 Wochenstunden.
Geteilt durch acht Jahre kommt man jetzt auf 33 Wochenstunden plus
AGs. Da Fünft- und Sechstklässler geschont werden, staut sich
in der neunten Klasse eine Riesenwelle an Material. Die Folge: überforderte
Schüler, von denen immer mehr an Depressionen leiden. ran
|
| NP, 06.02.2008 |
Was wurde verändert |
|
In den vergangenen Jahren wurden von der Landesregierung gleich mehrere
große Schulveränderungen angeschoben.
Direkt nach Amtsantritt 2003 wurde mit einem Schlag die Orientierungsstufe
abgeschafft. Kurz darauf wurde das Turbo-Abi (G8) beschlossen.
Mittlerweile ist auch das Zentralabitur in Niedersachsen eingeführt
worden dafür müssen alle Lehrpläne angepasst werden.
Seit August 2007 sind die Schulen eigenverantwortlich und sammeln nun
erste Erfahrungen mit der neuen Freiheit. ran
|
| HAZ, 06.02.2008 |
Pädagogisch
nicht überdacht |
|
Von Juliane Kaune
Prof. Thomas Ziehe findet deutliche Worte für die Schulpolitik der
Landesregierung: Die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur auf zwölf
Jahre sei überstürzt eingeführt worden, kritisiert
der Erziehungswissenschaftler der Leibniz-Uni. Es war keine Zeit,
das System entsprechend zu verändern. Vor allem der durch die
Pisa-Studien erzeugte Druck, mit den kürzeren Bildungslaufbahnen
der Gymnasiasten in anderen Staaten mithalten zu können, habe die
Reform befördert ohne dass die pädagogischen Konzepte
hinreichend überdacht worden seien.
Ziehe bemängelt, dass die Schüler zu viele verpflichtende Unterrichtsstunden
hätten und schon dadurch ein Leistungsdruck erzeugt werde. Viele
Schüler hätten das Gefühl, ständig unter dem Zwang
einer Benotung zu stehen selbst, wenn ihnen Freiräume zum
Lernen wie in Förderstunden gelassen würden. Deutlich
mehr als 30 Stunden an der Schule zu verbringen halte ich für problematisch,
sagt Ziehe.
Offenbar erwägt das Land jetzt, auf die Klagen gestresster Schüler
und Eltern zu reagieren. Kultusminister Bernd Busemann hält es
für möglich, die bundesweit vorgeschriebene Wochenstundenzahl
an Gymnasien ohne Verlust des Lernniveaus zu reduzieren, wenn die Lehrpläne
entrümpelt würden.
|
| Garnet Eichholz, Vorsitzende des Stadtelternrats,
sieht darin allerdings ein Kurzschlussverfahren. Sie findet
es richtig, alle Fächer auf den Prüfstand zu heben und auch die
Lehrpläne zu aktualisieren. Doch die Stundenzahl dürfe dann
nicht automatisch abnehmen: Für das Abitur nach Klasse zwölf
muss der Unterrichtsstoff vertieft vermittelt werden heute wird er
aber einfach durchgezogen. Wichtig sei dagegen ein fundiertes Ganztagskonzept
mit einer ausreichenden Zahl qualifizierter Lehrkräfte. Die neu genehmigten
Ganztagsschulen seien Mogelpackungen. Dass Ministerpräsident
Christian Wulff jetzt öffentlich kleinere Klassen fordert, verblüfft
Eichholz: Die Klassen sind derzeit doch so groß, weil das Land
nicht genug Lehrer eingestellt hat. |
| Auch Wilhelm Bredthauer, Leiter der Goetheschule,
plädiert für Ganztagsgymnasien. Ich stehe hundertprozentig
hinter der Entscheidung, die Schulzeit um ein Jahr zu verkürzen,
betont er. Es seien nicht alle Fächer bis zum Abi erforderlich. Die
von den Politikern ins Spiel gebrachte Entrümpelung der
Lehrpläne dürfe jedoch nicht die Fächer Deutsch, Mathematik
und Fremdsprachen betreffen.Vermeintlich neue Lehrformen wie den von
Wulff zitierten Projektunterricht hält Bredthauer für einen alten
Hut: Das machen die Schulen seit 30 Jahren. |
| NP, 06.02.2008 |
Kommentar: Kinder
dürfen nicht Verlierer sein |
|
Sollte Bernd Busemann in Niedersachsen auch in der neuen Regierung
Kultusminister sein, so würde ihm eine eigenartige Rolle zufallen:
Er müsste die Baustellen bearbeiten, die er mit Reformen in den vergangenen
Jahren aufgerissen hat.
Dabei waren seine Reformen im Kern richtig: Die Abschaffung der Orientierungsstufe,
die Einführung eines Zentralabis und des Turbo-Gymnasiums und auch
die Eigenverantwortliche Schule waren notwendige Schritte. Doch das Hauruck-Verfahren,
mit dem sie umgesetzt wurden, hat bislang mehr Schaden als Nutzen gebracht.
In einigen Jahren, so darf man hoffen, sind die meisten dieser Umstellungsschwierigkeiten
vorbei. Durch den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen und durch Nachjustierungen
dürfte die Balance zwischen Anspruch und Machbarkeit wieder hergestellt
werden.
Doch bis es so weit ist, sind die Schüler die Leidtragenden
sie sind die Versuchskaninchen, an denen die Tauglichkeit der Schulreform
getestet wird. Wozu das führen kann, hat sich beim ersten Zentralabi
gezeigt, als zu schwierige Aufgaben die Abschlussnoten verdorben haben.
Und es zeigt sich bei einem Lernpensum, das keinen Platz mehr für
Kindheit lässt.
Die Schüler dürfen nicht zu Reformverlierern werden. Dafür
muss die Politik mehr Toleranz bei den Abschlussnoten und mehr Flexibilität
bei Lernstoff und Stunden möglich machen
|
| Heiko Randermann |
| NP, 06.02.2008 |
Wulff will Stoff
an Gymnasien entrümpeln |
|
HANNOVER. Weniger Lernstoff, weniger Unterrichtsstunden: Ministerpräsident
Christian Wulff (CDU) will den Unterricht an Niedersachsens Gymnasien
entrümpeln. Wie das aussehen soll, will er am 26. oder 27. Februar
in seiner Regierungserklärung bekanntgeben.
Über eine Stundenreduzierung könne nur die Kultusministerkonferenz
entscheiden, so Wulff. Diese debattiere aber bereits viel zu lange
über das Thema. Wulff betonte, Bundesbildungsministerin Annette Schavan
(CDU) wolle die Frage der Stunden-Reduzierung innerhalb der KMK beschleunigt
behandeln. Ich bin zuversichtlich, dass die KMK erkannt hat, was
von ihr erwartet wird. Bis zum Sommer werde es Ergebnisse geben.
Wulff warnte vor einer hysterischen Debatte: Unsere Erkenntnisse
zeigen, dass Eltern und Lehrer die Situation oft dramatischer sehen als
die Schüler selber.
|
| NP, 06.02.2008 |
Die Last mit dem
Turbo-Abitur |
| Niedersachsen ändert Lehrpläne |
|
VON HEIKO RANDERMANN
HANNOVER. Vor vier Jahren startete in Niedersachsen der erste Gymnasialjahrgang,
der das Abi schon nach acht statt nach neun Jahren absolvieren sollte
(Fachbegriff: G8). Nicht geändert wurde damals die Gesamtstundenzahl,
so dass die Neuntklässler jetzt im Arbeitsstress stecken (siehe Kasten).
Nun wollen Ministerpräsident Christian Wulff und Kultusminister Bernd
Busemann (CDU) die Lehrpläne entrümpeln doch was bedeutet
das eigentlich?
Es ist nicht so, dass dann in Geschichte einfach der Erste Weltkrieg
weggelassen wird, sagt Georg Weßling, Sprecher des Kultusministeriums.
Überhaupt hört man im Ministerium die Wörter Entrümpeln
oder Weglassen nicht so gern, das klinge zu sehr nach Qualitätsverlust.
Stattdessen werden die Lehrpläne in allen Fächern komplett neu
aufgezogen: Statt wie bisher Inhalte aufzulisten sollen in den neuen Kerncurricula
Kompetenzen als Lernziel genannt werden.
Das würde heißen, dass beim Ersten Weltkrieg nicht mehr
die Daten der Schlacht von Verdun, des Kriegseintritts der Amerikaner
und der Abdankung des Kaisers abgefragt würden, sondern das Erkennen
historischer Prozesse im Zentrum stünde. So ließe sich
lernen, wie man sich anhand alter Feldpostbriefe und medizinischer Berichte
ein Bild von der Lage der Soldaten an der Front macht.
Grundgedanke: Wenn die Schüler gelernt haben, wie man sich selbstständig
Themen erschließt, brauchen sie in der Schule nicht mehr alle Materialien
durchzupauken. In Zeiten von schnell verfügbaren Informationen
ist es nicht mehr zeitgemäß, alles Wissen in der Schule vermitteln
zu wollen, meint FDP-Bildungsexperte Hans-Werner Schwarz.
Eine richtige, aber keine neue Erkenntnis, kritisiert die grüne Bildungsexpertin
Ina Korter. Seit Jahren steht das Abi nach zwölf Jahren
fest und die Landesregierung hat alle Bedenken über zu volle
Stundenpläne abgewiegelt. Erst jetzt wache das Land auf.
Stimmt nicht, hält das Kultusministerium dagegen. Der Umbau von Lehrplänen
zu Curricula habe schon 2005 begonnen. Damals wurde das Zentralabi beschlossen
und damit auch eine Anpassung des Unterrichtsmaterials weg von
Inhalten hin zu Kompetenzen. Fachkommissionen, in denen Lehrer, Didaktiker
und Ministeriumsmitarbeiter sitzen, haben für Mathematik, Deutsch
und die drei Naturwissenschaften bereits die neuen Pläne erarbeitet.
Derzeit werden die Ergebnisse geprüft. Die Kommissionen sind übrigens
dieselben, die jährlich die Aufgaben für das Zentralabi formulieren.
Doch eine Entzerrung sei nicht in Sicht, meint Korter: Aus Angst vor einem
Versagen beim Zentralabi bestehe der Unterricht in der Oberstufe derzeit
nur aus Paukerei um in der Prüfung alle Daten des Ersten
Weltkriegs parat zu haben. Das erreicht man, wenn alles bis ins
Detail vorgegeben ist, so die Grüne.
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| Das Turbo-Abi in acht statt neun Jahren
regt Eltern und Schüler auf zu viel Inhalt in zu kurzer Zeit.
Die niedersächsische Landesregierung will jetzt den Unterricht entrümpeln,
auch die Stundenzahl soll verringert werden. Auch in Bayern herrscht Unmut
über das Abi in acht Jahren. |
| NP, 06.02.2008 |
Auch Bayern ist
kein Vorbild |
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VON RALPH MÜLLER
MÜNCHEN. Vier Jahre nach der Einführung ist die verkürzte
Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre in Bayern noch immer reichlich
umstritten.
Dabei fühlte sich der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber
nach der bayerischen Landtagswahl 2003 auf der Höhe seiner Macht
immerhin hatte seine CSU 60,7 Prozent und zwei Drittel der Parlamentssitze
errungen. Umgehend erklärte er, dass bayerische Gymnasiasten fortan
nur noch acht statt neun Jahre die Schulbank drücken sollten. Alles
kein Problem Bayern will gern Vorbild sein.
Hauruck-Verfahren
Doch das von der Staatskanzlei verordnete Hauruck-Verfahren hat dem Projekt
von Anfang an nicht gut getan. Die Hypothek des unüberlegten
Hopplahopp wiegt auch vier Jahre nach Einführung des Turbo-Abis
schwer. Bisher seien keine befriedigenden Rahmenbedingungen
geschaffen worden, beschwerte sich 2007 die Landeselternvereinigung der
Gymnasien in einer Petition. Der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider
(CSU) kämpft vor allem gegen die nicht verstummende Klage, die Schüler
würden durch den deutlich gestiegenen Leistungsdruck überfordert.
Nachhilfeinstitute erlebten einen Boom, der Feierabend und das Wochenende
gingen zum großen Teil fürs Pauken drauf. Vergebens wehren
sich Schneiders Kultusbeamte.
Die Stundentafel in Bayern liege auf dem Niveau anderer Länder
wie Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen oder Sachsen, wehrt
sich der Ministerialrat Walter Gremm. Die durchschnittlich 33 Wochenstunden
seien nur zehn Prozent mehr als am neunjährigen Gymnasium. Das erscheine
mit Blick auf Länder mit deutlich höheren Unterrichtszeiten
pädagogisch vertretbar. Das gelte auch für die ein
bis zwei Stunden, die täglich für Hausaufgaben aufgewendet
werden müssten.
Der anhaltende Massenprotest hunderttausender Eltern zeigt langsam Wirkung
in Form von Nachbesserungen. Vor allem in unteren Klassen werde der
Nachmittagsunterricht eingeschränkt, versprach Kultusminister Schneider.
Zwei Jahrgänge: Einen schlechten Schnitt hat die bayerische
Schulpolitik bei den Klassenstärken. Durchschnittlich sitzen
zwar gerade noch erträgliche 28 Schüler in einem Zimmer, im
Einzelfall aber stiegen die Klassenstärken im Schuljahr 2006/2007
auf bis zu 36. Eine besondere Bewährungsprobe steht der bayerischen
Bildungspolitik 2011 bevor, wenn zwei Abiturientenjahrgänge entlassen
werden.
Der Stolz der Erfinder des bayerischen G8 sind die Intensivierungsstunden,
bei denen die Klassen halbiert werden. Kein anderes Land leiste sich
diese Stunden, die so das Kultusministerium dazu beitragen,
die Verkürzung um ein Schuljahr pädagogisch aufzufangen
und zu verhindern, dass sie zu einem erhöhtem Scheitern führt.
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| HAZ, 06.02.2008 |
Kultusminister
streiten über Pflichtstunden |
| KMK-Präsidentin unterstützt Niedersachsens
Vorstoß
Hannover (dö). Niedersachsens Vorstoß, die Zahl der Pflichtstunden
bis zum Abitur zu reduzieren, ist in der Kultusministerkonferenz (KMK)
umstritten. Die KMK-Vorsitzende, die saarländische Bildungsministerin
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), signalisierte gestern vorsichtige Zustimmung
zu dem Plan, die Gymnasiasten zu entlasten.
Kramp-Karrenbauer will die Ergebnisse einer bereits im Dezember eingesetzten
Arbeitsgruppe abwarten. Dabei soll auch überprüft werden,
wie gut die Länder jeweils ihre Stundenpläne vor der Einführung
des Abiturs nach zwölf Jahren entschlackt haben. Es gebe Signale
aus allen Bundesländern, dass Gymnasiasten gerade in der Mittelstufe
sich durch das verkürzte Abitur überfordert fühlen, hieß
es im saarländischen Kultusministerium. Skeptisch wird die neue Debatte
dagegen in Sachsen betrachtet, das über die längsten Erfahrungen
mit dem Abitur nach zwölf Schuljahren verfügt. Eine Lockerung
bei der Mindeststundenzahl kann es nur geben, wenn gleichzeitig ein bundesweit
einheitliches Abitur eingeführt wird, sagte ein Sprecher des
sächsischen Kultusministers Steffen Flath (CDU).
In Niedersachsen kritisierte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner,
dass CDU-Kultusminister Bernd Busemann bei allem Reformwahn die Belastungen
für Schulen und Schüler aus den Augen verloren habe: Wer
jetzt von notwendigen pädagogischen Reformen spricht, gibt zu, dass
er die vergangenen fünf Jahre verschlafen hat. Der Vorsitzende
des Landeselternrates, Matthias Kern, sagte, er fürchte, dass es
bei der angekündigten Entrümpelung der Lehrpläne
zu einem Gezerre um die einzelnen Fächer kommen könnte: Musik,
Religion und Kunst könnten dabei auf der Strecke bleiben.
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| HAZ, 06.02.2008 |
Auf der Suche nach
der verlorenen Zeit - Von Bärbel Hilbig |
Sven Grupe hatte gestern mal wieder einen
langen Arbeitstag. Um sieben Uhr verlässt der Neuntklässler
das Haus, damit er pünktlich kurz vor dem Unterrichtsbeginn um acht
Uhr in der Schule ist. Sechs dicke Stullen hat seine Mutter ihm geschmiert.
Die Tellkampfschule bietet ihren Schülern im Gegensatz zu den meisten
Gymnasien sogar eine Mensa mit warmem Essen, aber der 14-Jährige zieht
bisher das Mittagessen zu Hause vor. Doch bis dahin ist es noch lang. Dienstags
stehen vier Fächer, jeweils als Doppelstunde, auf seinem Plan: In Deutsch
interpretieren die Schüler eine Geschichte von Marie Luise Kaschnitz,
in Französisch üben sie das passé composé, in Geschichte
geht es um die Novemberrevolution, und in der siebten und achten Stunde
will Religionslehrerin Saskia Kuhr Luthers Lebenslauf wiederholen.
In der achten Stunde kann ich mich oft nicht mehr so gut konzentrieren,
sagt Sven. Doch dreimal in der Woche geht sein Unterricht so lang: Er
verlässt die Schule erst um 15.10 Uhr. Das warme Mittagessen gibt es
dann um 16 Uhr. Der Arbeitstag ist für Sven aber auch dann noch lange
nicht vorbei. Eine Pause gönnt der 14-Jährige sich nicht. Zuerst
erledigt er die Hausaufgaben, dann bereitet er sich auf den nächsten
Tag vor. Ich gucke, ob ich etwas nicht verstanden habe und arbeite
das nach. Das dauert bis 18.30 Uhr oder 19 Uhr je nachdem.
Auch sonntags setzt Sven sich nachmittags für ein bis zwei Stunden
an den Schreibtisch und bereitet sich auf die nächste Woche vor.
Es erscheint schon erstaunlich, dass der Neuntklässler nebenbei tatsächlich
zweimal in der Woche zum Leichtathletiktraining geht, beim Training
der kleineren Kinder in seinem Verein hilft, am Wochenende zu Wettkämpfen
fährt und auch noch Tennis spielt. Ich brauche das einfach,
sagt der 14-Jährige. Manchmal setzt Sven sich deshalb so wie gestern,
als er nachmittags Trainingsrunden rund um den Maschsee drehte, noch nach
dem Sport abends zum Lernen hin. Wenn ich richtig viel zu tun habe,
lasse ich das Training manchmal auch ausfallen.
Vielleicht ist Sven auch besonders diszipliniert, weil er erst vor einem
Jahr von der Realschule aufs Gymnasium gewechselt ist. Doch seine Mitschüler
berichten von ähnlichen Tagesabläufen: Das Abitur nach zwölf
Jahren hat die Stundenpläne deutlich verdichtet. Das macht sich bereits
bei den Fünftklässlern bemerkbar. Doch im neunten Jahrgang ist
die Belastung besonders angewachsen: Das Minimum liegt bei 34 Wochenstunden.
Dazu kamen jetzt noch ein bis zwei Extra-Förderstunden, die viele Schulen
verpflichtend anbieten.
Inklusive einer AG kommt Sven dieses Halbjahr schon allein auf 36 Unterrichtsstunden
in der Schule. Wenn der Gymnasiast von seinem Pensum erzählt,
wirkt er stoisch. Seine Mutter sieht das weniger gelassen. Die schnelle
Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren hält sie, wie inzwischen
viele Eltern, für unausgegoren. Die Politiker beklagen regelmäßig,
die Kinder seien zu dick, sie sollten mehr Sport treiben und Musik machen,
um ihre geistigen Fähigkeiten breit zu entwickeln, zürnt
sie. Und die Familien sollen sich liebevoll um ihre Kinder kümmern.
Nur wann denn noch? Bettina Grupe hat vor Augen, wie viel leichter
ihr älterer Sohn Lars bisher die Schule gemeistert hat. Die elfte Klasse
nutzt er gerade für ein Highschool-Jahr in den USA. Im Nachhinein
merke ich, dass die Orientierungsstufe ihn gut aufs Gymnasium vorbereitet
hat.
Bettina Grupe versucht, Sven und dem jüngeren Bruder Björn, so
gut es geht, den Rücken freizuhalten. Es ist ganz wichtig,
dass die Kinder ihre Freunde treffen und den Kopf mal freibekommen. Sie
müssen auch noch Kind sein können. Doch unter Svens Mitschülern
gehen die Sorgen um. In Religion durften die Jugendlichen jetzt Themen auswählen.
Viele möchten sich mit Zeit beschäftigen. Lehrerin
Saskia Kuhr hält das für bezeichnend. Sie fühlen sich
überfordert. Selbst Fünftklässler machten sich bereits
viele Gedanken, wie sie ihre knappe Freizeit sinnvoll nutzen könnten.
Kuhr wundert das nicht. Sie bekommen ja alle gesagt, sie müssten
nun schneller sein als alle anderen. Und manche Themen tauchten in
Deutsch jetzt so früh im Lehrplan auf, dass sie kaum altersgerecht
seien.
Doch die Neuntklässler sorgen sich auch um die Zeit nach dem Abitur.
Dann konkurrieren sie mit den jetzigen Zehntklässlern, die gleichzeitig
fertig werden, um Studienplätze und Ausbildungsstellen. Wer ein
schlechtes Abitur macht, hat es dann noch schwerer, sagt Rebekka.
Selbst eine Klasse zu wiederholen sei keine Lösung, meint die 14-jährige
Laura. Die Stoffverteilung ist dort anders. In manchen Fächern liegen
die Achtklässler mit den Neuntklässlern bereits gleich auf.
Die Lutherschule bietet heute um 19.30 Uhr einen Vortrag zum Thema Schulstress.
Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Aula, An der Lutherkirche
18.
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| HAZ, 06.02.2008 |
Lernen ohne Lehrbuch |
Die Lehrer an den Gymnasien haben eigens
für die Neuntklässler einen sogenannten Sonderstoffverteilungsplan
entwickelt. Dieser Jahrgang ist der erste in Niedersachsen, der das
Abitur nach zwölf Jahren Schulzeit ablegt. Und die Schüler fallen
aus jedem Raster: Sie kamen nach einem Jahr Orientierungsstufe ans Gymnasium.
Ihre Vorgänger besuchen das Gymnasium erst seit der siebten Klasse
und machen das Abitur nach 13 Jahren. Die jüngeren Schüler dagegen,
die jetzt in der achten Klasse oder darunter sind, lernen von der 5. bis
12. Klasse am Gymnasium. Für sie haben die Schulbuchverlage inzwischen
Lehrmaterial entwickelt, das den Stoff bis zum Abi systematisch auf die
einzelnen Jahre verteilt.
Passende Schulbücher für die Neuntklässler gibt es dagegen
nicht. Das ist schon blöd, weil man nicht nachschlagen kann,
sagt Neuntklässler Laurens von der Sophienschule. Zum Teil behelfen
Lehrer und Schüler sich mit den alten Büchern, oft stellen die
Lehrer eigens Material für die Neuntklässler zusammen. Wir
können nur die Sachen üben, die wir von den Lehrern bekommen.
Das ist manchmal nicht so viel, sagt Laurens Mitschülerin
Alina. Jan-Henrik aus der gleichen Klasse nimmt seine Lehrer in Schutz.
Ich finde, wir werden eigentlich ganz gut mit Material versorgt.
Das sind alles Notlösungen, räumt dagegen Rainer Topp,
stellvertretender Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, ein. Die Entscheidung
für das verkürzte Abitur sei sehr schnell gefallen. Topp sieht
vor allem für das Fach Mathematik ein Problem. Die Stundentafel sieht
für die Neuntklässler hier nur drei Wochenstunden vor. Deshalb
setzt sein Gymnasium wie viele andere die neue Zusatzwochenstunde, die es
seit Montag gibt, verbindlich für Mathematik ein. bil
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| NP, 05.02.2008 |
Neuntklässler
schon jetzt im Abi-Stress |
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HANNOVER. Neuntklässler unter Druck: In drei Jahren müssen
zwei Jahrgänge das Abitur gleichzeitig ablegen. 38 Wochenstunden
plus Förderunterricht, AGs und Hausaufgaben das setzt die
14- und 15-Jährigen schon jetzt massiv unter Druck.
Über den immensen Schulstress klagen vor allem die Schüler
sie haben kaum noch Zeit für ihre Hobbys. Laut Erziehungswissenschaftler
Wolfgang Bergmann aus Hannover hat die Zahl von Kindern mit Depressionen,
Bauchschmerzen und Hyperaktivität stark zugenommen. Bei älteren
Jugendlichen beobachtet Bergmann sogar zunehmenden Alkoholismus.
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| NP, 05.02.2008 |
Dauerstress für
Neuntklässler |
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Volle Stundenpläne, wenig Freizeit, verschärfte Bedingungen
auf dem Bewerbungsmarkt: Die Schüler in den neunten Jahrgängen
der Gymnasien müssen das Abitur mit den Zehntklässlern ablegen.
Das setzt die Jugendlichen unter Druck. SPD und Grüne werfen Kultusminister
Busemann vor, er habe das Problem verschlafen.
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| NP, 05.02.2008 |
Elternrat: Neues
Abitur führt zu Überlastungen |
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HANNOVER. Laut Cordula Dietrich vom Stadtelternrat stehen die Neuntklässler
nur deshalb unter Druck, weil das Kultursministerium seine Hausaufgaben
nicht gemacht hat.
Klagen von den Eltern im Arbeitskreis Gymnasien hört Dietrich nahezu
täglich. Viele Schüler haben seit Halbjahreswechsel keine
Zeit für Sport und Musik. Ein Neuntklässler sei angesichts
der hohen Belastung bereits auf eine Ganztagsschule gewechselt. Dietrich:
Er hat Glück, dass er dort noch einen Platz bekommen hat.
Gegen das Abitur nach 12 Jahren sei grundsätzlich nichts einzuwenden.
Aber 34 Wochenstunden, dazu Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht
und Hausaufgaben: Das ist zu viel. Die Schüler stehen unter
Druck. Nicht nur im Unterricht, auch später auf dem Arbeitsmarkt.
Die Folge: Es kommt zu Überlastungen. Und in den Gymnasien
gibt es nicht einmal warmes Essen. Dies sei an Ganztagesschulen
besser geregelt.
Schuld an der Misere sei das Kultusministerium: Vor dem Start
des neuen Abiturs hätten die Lehrpläne überarbeitet werden
müssen, kritisiert Dietrich. Um den Druck zu nehmen, hätte
der Unterricht gezielt auf die jetzigen Neuntklässler zugeschnitten
werden sollen. cc >>
Abi nach 12 Jahren
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| NP, 05.02.2008 |
Der längste
Unterrichtstag endet um 17 Uhr |
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VON CHRISTIAN CARSTENS
HANNOVER. 34 Schulstunden plus Arbeitsgemeinschaften (AGs), Förderunterricht,
Hausaufgaben und drei Hobbys: Die Schule setzt Neuntklässlerin Judith
(14) schon jetzt massiv unter Druck.
In drei Jahren will sie das Abitur gleichzeitig mit dem jetzigen zehnten
Jahrgang der Bismarckschule absolvieren. Bis dahin muss sie den Vorsprung
der Zehntklässler wettgemacht haben die eng gestrickten Lehrpläne
lassen ihr dabei kaum Freizeit: Auf dem Stundenplan ist zum Halbjahreswechsel
ganz schön viel dazugekommen. Für spontane Dinge habe ich kaum
noch Zeit.
An ihrem längsten Schultag sitzt Judith um 8 Uhr im Klassenraum und
kommt um 17 Uhr nach Hause: Dann habe ich noch nichts gegessen und
muss oft noch Hausaufgaben machen. In den Klausur-Phasen müsse
sie zusätzliche Lern-Zeit einplanen. Darüber hinaus helfe sie
in der Schülervertretung (SV) der Bismarckschule, um ihre AG-Pflichtstunden
zu erfüllen.
Freizeit die bleibt Judith oftmals nur am Wochenende. Der
Alltag der 14-Jährigen ist in der Regel zu Wochenbeginn verplant.
Ihren Hobbys bleibt die Schülerin noch treu: Dreimal pro Woche Schwimmen,
Unterricht in einer Tanzschule und außerdem das Saxofonspielen.
Wenn sie könnte, sagt Judith, würde sie das Abitur nach 13 Jahren
machen: Dann wäre es in der Schule entspannter und ich hätte
mehr Zeit für meine Freunde.
Der Abschluss mit zwölf Jahren sorgt bei Judith und ihren 25 Mitschülern
in der neunten Klasse schon jetzt für Unruhe. Es gibt immer
wieder Gerüchte, dass Kurse zusammengelegt werden und der Unterricht
schon in der nullten Stunde beginnen soll, sagt Judith. Das hieße
Schule ab sieben Uhr morgens.
Viel schlimmer seien jedoch die voraussichtlich miesen Chancen ihres Jahrgangs
auf Ausbildungs- und Studienplätze. Wegen der hohen Zahl der
Abiturienten rechnet Judith mit erschwerten Zugangsbedingungen an Universitäten:
Nur weil wir doppelt so viele Absolventen sind, wird es noch lange
nicht doppelt so viele Plätze geben.
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| NP, 05.02.2008 |
Busemann will Lehrer
und Schüler entlasten |
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VON HEIKO RANDERMANN
HANNOVER. Von neun auf acht Jahre ist die Gymnasiallaufbahn von der Landesregierung
gekürzt worden doch am Lehrplan und an der Gesamtstundenzahl
ist nichts getan worden. Die Folge: Volle Stundenpläne und viel
Stress für Lehrer und Schüler. Niedersachsens Kultusminister
Bernd Busemann (CDU) will das ändern.
Die Fessel der starren Stundengrenze müsse gelockert
werden, sagte Busemann. Das geht aber nur in Absprache mit den anderen
Bundesländern in der Kultusministerkonferenz (KMK). Dort dränge
Niedersachsen schon lange auf mehr Flexibilität, so Busemann.
Auch die Lehrpläne sollen geändert werden. Die werden derzeit
sowieso überarbeitet, damit nach Einführung des Zentralabiturs
in Niedersachsen und anderswo die Lernerfolge auch bundesweit vergleichbar
werden. Ziel müsse dabei sein, die Lehrpläne zu entrümpeln.
Die Grünen werfen Busemann vor, das Problem verschlafen zu haben.
Dass die Schülerinnen und Schüler überfordert sein würden,
wenn man die Schulzeit verkürzt, die Lehrpläne aber stehen lässt,
sei schon vor fünf Jahren bekannt gewesen, so Schulexpertin Ina Korter.
Trotzdem habe Busemann auf einer überstürzten Einführung
des Abiturs nach zwölf Schuljahren bestanden. Der Kultusminister
hat bis heute keinen Finger gerührt, um den Stoffplan am Gymnasium
zu entrümpeln, so Korter.
Auch die SPD kritisierte, dass die Optimierung nicht schon längst
geschehen sei. Sie forderte die Landesregierung auf, schnell zu handeln.
Am sinnvollsten sei es, die Gymnasien rasch zu Ganztagsschulen umzubauen,
um auch am Nachmittag Zeit für qualitativen Unterricht und individuelle
Förderung zu haben.
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| NP, 05.02.2008 |
Immer mehr leiden
unter Depressionen |
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Der hannoversche Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann warnt
im NP-Interview vor zu viel Schulstress.
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VON NORA LYSK
Abi nach 12 Jahren befürworten Sie diese Verkürzung der
Schulzeit?
Grundsätzlich schon. Jugendliche wohnen bei uns viel zu lange zu
Hause, sind viel zu lange abhängig von Mama und Papa. Das Problem
ist aber, dass das Abitur nach 12 Schuljahren miserabel vorbereitet wurde.
Die Politik hat den Lehrern die Verkürzung der Schulzeit einfach
vor die Füße geworfen. Mit der Folge, dass der Druck auf Lehrer,
Eltern und natürlich auch auf die Schüler wächst.
Das Kultusministerium bietet den Schulen an, freiwillige Förderstunden
für Neuntklässler einzurichten. Die Schüler hätten
dann eine 38-Stunden-Woche.
Das ist natürlich viel zu viel. Ich frage mich, wie so ein Vorschlag
überhaupt in die Welt gesetzt werden konnte. Jeder weiß, dass
so die natürliche Intelligenz unserer Kinder zerstört wird,
wenn sie noch weiter unter Stress gesetzt werden.
Dennoch muss der Stoff ja gelernt werden.
Seit Jahren wissen wir, dass mindestens ein Drittel des Unterrichtsstoffes
überflüssig ist. Wichtiger ist, dass 16-Jährige lernen
mit Wissen umzugehen, dass sie lernen, wo sie was nachlesen können.
Das brauchen sie später in der Universität. Darüber hinaus
sollte auch das ästhetische Empfinden, der Umgang mit Sprache und
Musik nicht zu kurz kommen. Das belebt die Intelligenz von Kindern und
Jugendlichen.
Was sind die Folgen von zu viel Stress?
Wir haben seit mehreren Jahren ein Anwachsen von Depressionen bei Schulkindern
um 25 bis 30 Prozent. Immer mehr Kinder leiden unter Bauchschmerzen und
Hyperaktivität. Bei älteren Jugendlichen beobachten wir zunehmenden
Alkoholismus. Das hat viele Faktoren. Doch der Schulstress ist einer davon
. Und auch in den Familien wird der Leistungsdruck spürbar und mehr.
Mit der Folge, dass Vertrauen und Liebe den Bach runter gehen.
Sind das die Folgen des Pisa-Debakels?
Abgesehen davon, dass die Aussagen der Pisa-Studie begrenzt sind, so hat
die Politik vor allem verpasst, von den Gewinnern der Studie zu lernen.
In Finnland werden die Kinder nicht wie bei uns selektiert, sondern ohne
wenn und aber integriert.
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| HAZ, 30.01.2008 |
Abitur nach zwölf
Jahren nur mit Zusatzstunden |
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Hannover (bil). Auf die Neuntklässler, die als erste Schüler
das Abitur bereits nach zwölf Jahren machen sollen, kommt von nächster
Woche an noch mehr Arbeit zu. In der Regel haben die Schüler
bereits jetzt 34 Pflichtstunden pro Woche, damit sie das gleiche Pensum
wie ihre Vorgänger in verkürzter Zeit schaffen. Das Kultusministerium
hat den Schulen 1,5 Förderstunden pro Woche zusätzlich angeboten.
In Hannover wollen voraussichtlich alle Gymnasien das Angebot annehmen
und vor allem den Mathematikunterricht aufstocken. Schüler, die auch
noch AGs belegen, kommen nach Einschätzung eines Schulleiters dann
leicht auf 38 Wochenstunden plus Hausaufgaben.
Eltern und Schulleiter sehen die neue Belastung zwiespältig. Die
Förderung könne leicht zur Überforderung führen, warnen
sie. Seite 15
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| HAZ, 30.01.2008 |
Auf Schüler
wartet 38-Stunden-Woche |
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Von Bärbel Hilbig
Auf die Neuntklässler kommen ab der nächsten Woche gewaltige
Belastungen zu. Die Gymnasien stocken ihren Unterricht um ein bis
zwei Förderstunden pro Woche auf. Viele Schüler kommen
einschließlich der AGs dann locker auf 38 Unterrichtsstunden in
der Woche, sagt Hartwig Bergmann, Leiter der Lutherschule. Hausaufgaben
tauchen in dieser Rechnung noch gar nicht auf.
Die Neuntklässler sind die ersten Schüler, die ihr Abitur bereits
nach zwölf Jahren absolvieren. Damit sie das Pensum schaffen,
hat das Kultusministerium jetzt kurzfristig Förderstunden angeboten.
In Hannover werden nach Einschätzung von Bergmann wohl alle Gymnasien
von diesem Angebot Gebrauch machen.
Dabei haben die Neuntklässler bereits jetzt in der Regel 34 Wochenstunden:
Die Unterrichtsstunden, die ihre Vorgänger noch in neun Jahren abarbeiten,
sind bei ihnen auf nur acht Jahre verteilt. Man will den Schülern
etwas Gutes tun, damit sie den Stoff aufholen. Aber gerade für Schüler
mit Schwierigkeiten ist das hart, urteilt Cordula Dietrich vom Stadtelternrat
Hannover.
Die Schulen können ein Jahr lang 1,5 Förderstunden pro Woche
und Klasse in Anspruch nehmen. Wie die Gymnasien das Angebot nutzen,
entscheiden sie selbst. Wir werden auf jeden Fall eine Stunde Mathe
pro Klasse zusätzlich unterrichten, sagt Bergmann. Außerdem
will die Lutherschule im Wechsel Englisch- und Französischstunden
aufstocken. Auch bei den anderen Gymnasien steht Mathematik meist ganz
oben auf der Prioritätenliste. An der Schillerschule gibt es Mathe
und Physik zusätzlich, bei Bedarf auch Deutsch und Englisch. Die
Neuntklässler der Sophienschule wünschten sich in einer Umfrage
selbst Matheförderung. Englisch, Deutsch, vielleicht auch Französisch
und Latein wird es ebenfalls geben. Mit dem Geld aus dem Kultusministerium
stocken zumeist Lehrer, die in Teilzeit arbeiten, ihre Stunden auf.
Doris Espel, Leiterin der Schillerschule, geht eigentlich davon aus, dass
ihre Neuntklässler auch ohne die Förderstunden zurechtkommen.
Aber die Sorgen der Eltern sind groß. Wie Espel sehen
viele Schulleiter und wiederum auch Eltern die Zusatzstunden mit gemischten
Gefühlen. Die Sophienschule hat sich deshalb für ein anderes
Modell entschieden. Die Schüler entscheiden selbst, ob sie zur Förderstunde
gehen. Knapp die Hälfte der 80 Neuntklässler hat sich angemeldet.
Wir wollten sie nicht verpflichten, bis 16 Uhr an der Schule zu
bleiben, sagt Schulleiterin Brigitte Helm.
Während viele Eltern Angst vor dem Versagen ihrer Kinder beim
Abitur haben, wehren andere sich gegen die zusätzliche Belastung.
Katrin Meinert hat deshalb den Ministerpräsidenten angeschrieben:
Für die Neuntklässler sollte man das Abitur verschieben,
sagt die Mutter aus Hemmingen.
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| HAZ, 13.01.2007 |
Hobbys helfen bis
zum Abitur |
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Gymnasien erkennen auch AGs zur Erfüllung der vorgeschriebenen Stunden
bis zur Reifeprüfung an
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Von Bärbel Hilbig
Die
Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur hat kuriose Folgen: Die Stundenpläne
sind so vollgestopft, dass auch Arbeitsgemeinschaften zur Erfüllung
der Pflichtstunden bis zum Abi dienen. Hintergrund: Die Achtklässler
und jüngeren Schüler sollen genauso viel Unterricht bekommen
wie ihre Vorgänger, die 13 Jahre Zeit haben. Die Schüler haben
im Schnitt von der fünften bis zur zwölften Klasse pro Jahr
33 Schulstunden pro Woche das ergibt insgesamt 265 Wochenstunden
bis zum Abitur. Fünf von diesen 265 Stunden sollen die Schüler
mit AGs, Förderunterricht oder der dritten Fremdsprache als Wahlunterricht
bestreiten.
Etliche Schulen scheinen sogar dazu übergegangen zu sein, ihren
Schülern private Aktivitäten im Sportverein, im Chor oder selbst
die Teilnahme am Konfirmandenunterricht auf die vorgeschriebene Stundenzahl
anzurechnen. Der Stadtelternrat Hannover hat etliche Fälle
gesammelt. Vieles ist in das Belieben der Schulen gestellt,
kritisiert Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Selbst von Eltern bezahlten
Förderunterricht, den ältere Schüler geben, wollte eine
Schule mitzählen.
Wir haben auch Anträge von Schülern bekommen, die Reitverein
oder Geigenunterricht anerkennen lassen wollten, sagt Brigitte Helm,
Leiterin der Sophienschule. Das Gymnasium hat das abgelehnt. Auf AG-Angebote
von Ehrenamtlichen wie Schach oder Tierpflege scheinen die meisten Schulen
aber nicht verzichten zu können. Bei Lehrermangel müssen
wir zuerst die AGs zusammenstreichen. Ohne Freiwillige hätten wir
deshalb Probleme, sagt Henning Lawes, Leiter der Humboldtschule.
Die Sophienschule akzeptiert allerdings nur zwei AGs, die nicht von Lehrern
gegeben werden. Beide laufen in der Schule, denn wir müssen
die Teilnahme überprüfen, sagt Helm.
Bei vielen Eltern und Lehrern ist der Unterricht durch
Freiwillige allerdings umstritten, auch wenn es in den AGs keine Noten
gibt. Das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg bietet mithilfe von
Eltern, Vereinen und Kirche stolze 38 AGs. Durch die besondere Kompetenz
von Eltern gibt es zum Beispiel Businessenglisch, sagt Schulleiter
Winfried Baßmann. Die engagierten Eltern selbst sehen das jedoch
als Notlösung. Solange wir nicht mehr Lehrerstunden kriegen,
geht es nicht anders, sagt Elternsprecherin Kirsten Hohlfeld. Die
Goetheschule setzt dagegen ausschließlich auf Lehrer als AG-Leiter
oder in Einzelfällen als Begleiter für Externe. Wir erwarten,
dass Schüler bis zum Ende des Halbjahrs dabei bleiben, sagt
Schulleiter Wilhelm Bredthauer. Freiwillige könnten das oft nicht
gewährleisten.
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| Lehrer Harald Liese mit Schülern
der Chor AG der Goetheschule. Steiner >>
12 Jahre Abi >>Abitur
>> Arbeitsgemeinschaften |
| 2011 beginnt Prüfung nach zwölf
Jahren doch was machen Wiederholer aus Klasse 13? |
| 2011 werden in Niedersachsen die ersten Schüler
Abi nach nur zwölf Schuljahren machen doch bisher weiß
noch keiner, wie das funktionieren soll. |
HANNOVER.
Der Countdown läuft. Nur noch drei Jahre, dann werden die jetzigen
Siebtklässler in die Oberstufe wechseln und bereits zwei Jahre später
ihr Abitur in der Tasche haben nach nur zwölf Jahren Schulzeit.
Nur: Ein Konzept zur Umsetzung der bereits 2003 beschlossenen Reform fehle
bislang, klagen Lehrer und Eltern. Die Lehrpläne müssten
bald umgestellt werden, aber wir warten noch auf die neuen curricularen
Vorgaben, sagt Brigitte Schneider-Pachaly, Leiterin der Wilhelm-Raabe-Schule.
Einzige Information, die die Schulen bisher erhalten haben: Die Wochenstundenzahl
wird ab der zehnten Klasse auf 34 erhöht. Doch auch die Lehrbücher
müssten erneuert werden. Wir können doch nicht so tun,
als ob das eine Jahr, das den Kindern weggenommen wird, so problemlos wäre,
kritisiert Schneider-Pachaly. Der Stadtelternratsvorsitzende Richard Lochte
gibt der Schulleiterin Recht: Es gibt eine Menge ungelöster Probleme
im Hinblick auf das Abi nach zwölf Jahren. Viktor Reuter, Schulleiter
der Richarda-Huch-Schule, sieht noch ganz andere Probleme: Die Frage
ist doch, wie wir mit den Sitzenbleibern umgehen sollen, sagt er.
Hintergrund: Schüler, die derzeit in der achten Klasse sind und im
elften Jahrgang eine Ehrenrunde drehen, müssten dann eigentlich auch
nach zwölf Jahren ihr Abitur machen. Doch das Problem wird
sein, dass diese Schüler ein Jahr im Stoff hinterherhinken,
erklärt Reuter. Die einzige Lösung könnte sein, dass die
Sitzenbleiber nach dem alten System unterrichtet würden. Mit weniger
Wochenstunden und mit der Abiturprüfung nach 13 Jahren. Derzeit
werden Schüler, die die elfte Klasse wiederholen mussten, auch nicht
im Zentralabitur geprüft, sondern nach dem alten System,
erklärt der Schulleiter. Doch eine Extra-Jahrgangsstufe für drei
bis vier Sitzenbleiber einzurichten, das kann sich auch Reuter nicht vorstellen.
Im Ministerium heißt es, nach und nach würden Kernkompetenzen
für das Abitur erarbeitet. Das Problem mit den Sitzenbleibern
werden wir so lösen, dass es keinem Schüler zum Nachteil wird,
versichert Ministeriumssprecher Georg Weßling. |
| Grüne
imLandtag, PM 86, 30.04.2003 Abi nach 12 Jahren an Gesamtschulen ist "schlitzohriges
Minister-Angebot" Die
Landtagsgrünen sehen in Kultusminister Busemanns Angebot, auch an Gesamtschulen
das Abitur nach 12 Jahren einzuführen, eine "schlitzohrige Offerte".
"Der Minister macht den IGSen ein Angebot, dass sie nur realisieren
können, wenn sie ihre eigenen Bildungsgrundsätze aufgeben",
sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Mittwoch (heute) in
Hannover. Das Abi nach 12 sei nur möglich, wenn für den gymnasialen
Bildungsgang die Wochenstundentafel in der Sekundarstufe I deutlich erhöht
werde. Auch die zweite Fremdsprache würde im gymnasialen Bildungsgang
künftig früher beginnen müssen. Der für die Integrierten
Gesamtschulen wesentliche schulformübergreifende Unterricht
sei dann wegen der sehr unterschiedlichen Stundentafeln nicht mehr möglich. |
NP, 04.04.2003
Schulstrukturreform / Abitur
nach 12 Jahren: Turbo-Abitur komt doch schon schneller HANNOVER. Schüler,
die im August in die fünfte Klasse der Orientierungsstufe (OS) kommen,
sollen nun doch später in Klasse zwölf Abitur machen dürfen.
Man werde entweder Profilklassen für gute Schüler einrichten oder
mehr Unterrichtsstunden an der OS erteilen, erklärte gestern Karl-Heinz
Klare, Fraktionsvize und schulpolitischer Sprecher der CDU. Das neue Schulgesetz
von Union und FDP, das im Juni den Landtag passieren soll, schafft die OS
ab und verpflichtet Schüler nach der vierten Klasse zu Haupt-, Reralschule
oder Gymnasium zu wechseln.
Weil die Schulen aber nicht so schnell aufs neue System umschalten können,
soll die Dreigliedrigkeit erst 2004 eingeführt werden. Kinder,
die 2003 noch zur O-Stufe kommen, müssten deshalb 13 Jahre bis zum
Abi büffeln.
In mehreren Punkten wird der Entwurf derzeit noch verändert. Den
Kooperativen Gesamtschulen (KGS) soll nun doch generell erlaubt werden,
in Klasse zwölf das Abitur zu vergeben. Bisher war nur eine Kann-Bestimmung
vorgesehen. Auch den Integrierten Gesamtschulen (IGS) soll jetzt das
frühe Abitur genehmigt werden - aber nur, wenn im Unterricht nach Haupt-
und Realschülern sowie Gymnasiasten getrennt wird. Laut Klare haben
viele IGS-Leiter dies gefordert, da sie fürchten, mit einem Abitur
nach Klasse 13 im Wettbewerb der Schulen nicht bestehen zu können.
Änderungen gibt es auch bei "Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen":
Schulverweise oder der Ausschluss vom Unterricht als Sanktion gegen gewalttätige
Schüler sollen künftig leichter verhängt werden können.
dl
Kommentar: Schulgesetz
eine Baustelle von Dirk Racke Es war überhastet.
Um ihre Schulreform vor dem Sommer verabschieden zu können, haben CDU
und FDP ihren Entwurf direkt nach der Wahl in den Landtag eingebracht. Ergebnis:
Noch immer ist das Gesetz eine Baustelle. Doch die geplanten Änderungen
sind richtig. Die Benachteiligung der letzten OS-Schüler wird
gemildert, die Diskriminierung der von der Koalition ungeliebten Gesamtschulen
zumindest beim Abitur aufgehoben. Andere Fragen sind noch offen: Wie
wird Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen organisiert
? Wo bleibt der Elternwille, wenn nach der 5. Klasse Lehrer entscheiden,
wo Kinder weiterlernen ? |
| NP, 03.04.2003
Schulstrukturreform
/ Abitur nach 12 Jahren: Abitur nach 13 Jahren noch bis 2012 HANNOVER. Abitur nach zwölf Jahren
- so sieht es das neue Schulgesetz von CDU und FDP vor. Doch das Abi in
Klasse 13 bleibt bis mindestens 2012. Denn
das Turbo-Abi gilt nur für Kinder, die nächstes Jahr in die fünfte
Klasse wechseln - wie Annalena, die Tochter des Ministerpräsidenten
Christian Wulff (CDU). Die 87 300 Viertklässler dieses Jahres müssen
als Letzte noch zwei Jahre Orientierungsstufe durchlaufen. Erfahrungsgemäß
wählen 32 Prozent später den Gymnasialzweig. Als Spätstarter
machen sie erst in der 13. Klasse Abi.
Nur die besten dieser 30 000 Schüler könnten es schneller schaffen:
Im Kultusminister wird geprüft, ob sie die elfte Klasse überspringen
können. Helga Akkermann, die Vorsitzende
des Schulleitungsverbandes, hält Gymnasien mit zwei Geschwindigkeiten
sogar auf Dauer für notwendig: " Wir dürfen nicht nur
die leistungsstärksten Schüler sehen." Sie fordert massive Fördermaßnahmen
und Aufstiegschancen für Realschüler. "Wenn sie keine zweite Fremdsprache
gewählt haben, müssen sie nachlernen. Da brauchen sie Zeit bis
zur 13." dir |
| NP, 02.04.2003
SchulstrukturreformO-Stufe für Viertklässler Kinder,
die im August in die fünfte Klasse wechseln, müssen noch zwei
Jahre in die Orientierungsstufe (OS).
Ohne diese Übergangsphase gehe es nicht, stellte jetzt Kultusminister
Bernd Busemann (CDU) klar. Nach bisherigem Stand werden diese Kinder auch
erst nach 13 Jahren Abi machen können. Erst die Viertklässler
2004 werden direkt an die weiterführenden Schulen wechseln und können
nach zwölf Jahren ein Abi ablegen. Die
OS wird jedoch geändert: Ab dem zweiten Halbjahr der Klasse fünf
werden Deutsch, Mathe und Englisch in drei Leistungsstufen (A-, B-, C-Kurse)
angeboten. Weitere Entscheidungen: Die 200 voll
betreuten Halbtags-Grundschulen bleiben. Für die Rückumwandlung
der schlechter ausgestatteten verlässlichen Grundschulen fehlt jedoch
das Geld. Kooperative Gesamtschulen (KGS), die wie Sehnde und Wennigsen
getrennt nach Schulzweigen unterrichten, dürfen ein Abi nach der
Zwölf anbieten. Busemann schließt das auch für
die IGS nicht mehr aus. mehr ... |
Abitur nach 12 Jahren:
Nicht für IGS-Schüler
| NP, 14.03.2003
Schulstrukturreform / Abitur nach 12
Jahren: Nicht
für IGS-Schüler
Es ist der Paragraf 5a des neuen Schulgesetzes, der für Ärger
sorgt. Darin ist geregelt, dass Gesamtschüler das Abitur nicht wie
künftig an Gymnasien vorgesehen nach Klasse 12 ablegen dürfen.
Schüler von IGS und KGS sollen weiter 13 Jahre zur Schule gehen.
Die Gesamtschulleiter sind empört. Sie wittern eine Kampagne,
denn Gesamtschulen sollen nach dem Willen der neuen Landesregierung nur
noch Bestandsschutz haben. „Das ist Diskriminierung. Es kommt
der Ideologie der CDU sehr gelegen“, sagt Georg Willmer von
der IGS Mühlenberg. Er fordert
eine flexible Abizeit. „Zwölf Jahre für die Stärkeren,
13 für die anderen.“ Die Pädagogen fürchten
um den Ruf ihrer Schulen. Vorurteile, an Gesamtschulen bräuchten die
Schüler länger, würden geschürt. „Das ist
von den Gesetzgebern mit Sicherheit gewollt“, empört sich Bernd
Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch.
Auch Kollege Christoph Walther von der IGS
Linden ist sauer: „Ob Verfahren oder Qualitätsstandard
– die Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen ist exakt gleich. Das
ist Diffamierung.“ Warum die Gesamtschulzeit weiter
13 Jahre dauern soll, weiß auch Georg Weßling, Sprecher des
neuen Kultusministeriums, nicht so genau. An den Gesamtschulen würde
nicht zielgerichtet gearbeitet, deshalb bräuchten die Schüler
dort wohl mehr Zeit, argumentierte er etwas vage.
Die Zukunft der Gesamtschulen sehen deren Leiter optimistisch. „Die
Leute laufen uns die Türen ein. Wir haben mehr Anmeldungen als Plätze.
Steinkamp: Wir bieten denen, die glauben, dass das neue System ihren
Kindern nicht gut tut, Zuflucht.“
Positive Resonanz auf das Abitur nach zwölf Jahren kommt von den Gymnasien.
Uwe Rademacher vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium
begrüßt wie fast alle seiner Kollegen, dass die
Schüler früher in den Beruf starten. „Das ist ein Jahr Lebenszeit“,
sagt auch Brigitte Netzel von der Elsa-Brändström-Schule.
Sorgen macht den Direktoren nur das Auslandsjahr, das viele Elftklässler
in die USA oder Australien führt. „Bisher haben die Schüler
fließend in Klasse 12 weiter gemacht. Künftig werden die meisten
wohl wiederholen müssen“, sagt Martin Kronenberg von der
Käthe-Kollwitz-Schule.
HANNOVER, VON JULIA PENNIGSDORF |
Ratsgymnasium will
Abi in Klasse 12
Goslarsche
Zeitung, 12. 06.03.2001 Ratsgymnasium will
Abi in Klasse 12
GOSLAR. Wie kann, wie sollte Schule nach
der Schulstrukturreform in Niedersachsen ganz konkret in Goslar aussehen?
Mit dieser zentralen Frage befassten sich auf Einladung des Elternrates
und der Schülervertreter des Ratsgymnasiums (RG) am Montag Ratsvertreter,
die Schulleitung des RG und rund 50 Zuhörer in der Aula.
In der Diskussion wurde deutlich, dassgroße Unklarheiten darüber
bestehen, wie nach Abschaffung der Orientierungsstufe die neue „Förderstufe“
aussehen soll und wie groß der Spielraum für die einzelnen Schulen
sein wird, das neue Schulgesetz, das am Freitag zur Abstimmung im Landtag
vorliegt, an eigene Vorstellungen anzupassen. In dieser Situation prescht
das Ratsgymnasium (RG) mit einer eigenen Idee nach vorn. Hartmut Humm,
stellvertretender Schulleiter, erläuterte den „Schulversuch“:
„Wir wollen einen etwas mutigeren Reformweg gehen.“ Das RG-Modell
sieht vor, alle Schüler nach Klasse 12 zum Abitur zu
bringen. Das eingesparte Jahr soll nicht in der Oberstufe, den Klassen 11
bis 13 (Sekundarstufe II) wegfallen, sondern nach einer Grundsteinlegung
in der Förderstufe (2. Fremdsprache ab Klasse 6) in den Schuljahren
7 bis 10 (Sekundarstufe I) „reingearbeitet“ werden. Die
vier Jahre werden auf drei verkürzt. Wichtig dabei: eine enge Kooperation
zwischen Grundschule und der in diesem Fall an das RG angebundenen Förderstufe.
Kontrovers diskutiert wurde der RG-Ansatz, ausschließlich ein „Turbo-Abi“/„D-Zug-Zweig“
oder „Expressabitur“ anzubieten. Nach Auskunft des
Kultusministeriums besteht keine Chance auf Genehmigung des RG-Schulversuchs.
Pressesprecherin Sonja Markgraf sagte am Dienstag auf Anfrage der GZ: „Es
gilt der Grundsatz, dass alle Schulen künftig das Abitur in zwei Geschwindigkeiten
anbieten müssen.“ kem Goslarsche Zeitung,
12.06.2202 |
In D-Zug-Klassen
schneller zum Abi
| HAZ,
10.03.2001 SCHULEN In D-Zug-Klassen schneller
zum Erfolg.
Die Elsa-Brändström-Schule
in der Südstadt und die Humboldtschule
in Linden richten zum kommenden Schuljahr jeweils eine der so genannten
D-Zug-Klassen ein. An beiden Gymnasien können Schüler dann in
zwölf statt in dreizehn Jahren zum Abi gelangen, indem sie im Klassenverband
einen Jahrgang überspringen. Das Schulamt hat dem Vorhaben jetzt zugestimmt.
Bereits vorher hatte sich das Kaiser-Wilhelm-
und Ratsgymnasium als erste staatliche Schule in Hannover für
eine D-Zug-Klasse zum kommenden Schuljahr entschieden. Die private katholische
St.-Ursula-Schule bietet
den schnelleren, lernintensiveren Weg zum Abitur bereits seit zwei Jahren
an. bil |
NP, 09.03.2001
Schulreform
nun doch schon 2002
Hannover. Wann kommt die Schulreform
in Niedersachsen ? Wenn es nach Ministerpräsident Sigmar Gabriel
(SPD) geht, ist bereits vor der Landtagswahl im Frühjahr 2003
alles klar.
Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper
(SPD) sieht das laut Gabriel genauso - aber erst seit gestern. Noch
Anfang der Woche hatte sie festgestellt: Wegen der komplizierten Beratungen
könne das Verfahren bis zur Wahl nicht abgeschlossen werden und müsse
anschließend neu beginnen mehr ....
Der
Neue Tag Vermischtes 11.01.2001 11:35
"Die Eltern
wollen's nicht"
Achtklassiges Ganztagsgymnasium für
Direktor Wolfgang Minssen nicht praktikabel
Tirschenreuth. (hd) Der Weg zum Abitur
soll kürzer werden. Die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier
setzt auf ein
Doppelmodell. Sowohl in acht als auch
(wie bislang) in neun Jahren will man die Schüler hochschulreif machen.
Auch in Tirschenreuth? "Nein", sagt Wolfgang Minssen, Leiter des Stiftland-Gymnasiums.
Er hält die Hohlmeiersche Lösung
für nicht praktikabel. mehr
.... Vor allem für die vielen Fahrschüler ergäben sich sonst
längere Arbeitstage als sie Berufstätige haben.
Schon zum Schuljahr 2002/2003 sollen
die ersten zehn "G8-Gymnasien" erprobt werden, informierte kürzlich Monika
Hohlmeier in einem Interview. Das Interesse sei riesig. Für den Landkreis
Tirschenreuth trifft diese Aussage aber nicht zu. Wolfgang Minssen hat bei
Schülern und Eltern schon mal vorgefühlt. "In acht Jahren
zum Abitur - das ist vielen Schülern zu stressig." Und auch zahlreiche
Eltern haben abgewunken. Sie wollen die Freizeit ihrer Kinder nicht noch
mehr beschneiden.
Wolfgang Minssen: "Die Eltern wollen's
nicht." Also mache es keinen Sinn, ein achtstufiges Gymnasium gegen ihren
Willen einzuführen." So habe auch am Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz
das entsprechende Angebot mangels Interesse keinen Erfolg gehabt.
Direktor Wolfgang Minssen verweist im
Gespräch mit unserer Zeitung zudem auf die zusätzliche zeitliche
Belastung, die ein achtstufiges Gymnasium mit sich bringt. Eine erhöhte
Stundenzahl führe verstärkt zu Nachmittagsunterrichten. "Da kann
es in einer zehnten Klasse durchaus sein, dass in einer Woche zwei Schulaufgaben
zu schreiben sind. Wann soll der Schüler da denn lernen?" Klar ist für
Wolfgang Minssen, dass das "G8" einen erhöhten Auslesedruck mit sich
bringt. Die Gefahr sei, einige Kinder könnten sich als "Schüler
zweiter Klasse" fühlen. Freilich könnten von der Begabung her etwa
20 Prozent der Schüler in acht Jahren zur Hochschulreife gebracht werden.
Wer's packt, kann ein Jahr überspringen0
Noch eines ist dem Leiter des Stiftland-Gymnasiums
in der Debatte um das "bayerische Doppelmodell" wichtig: "In acht Jahren zum
Abitur ist eigentlich gar kein Thema. Das gibt's doch schon." Begabte können
ein Jahr überspringen. Minssen weiß: "Es gibt viel mehr Schüler,
die das könnten, aber es nicht tun." So manchen Schüler müsste
man geradezu dazu drängen. "Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit ein
Mädchen an der Schule, das hätte sich sogar zwei Jahre schenken
können."
Minssen: Acht Jahre reichen
Ganz abgesehen davon glaubt Wolfgang
Minssen, dass acht Jahre Gymnasium ausreichen. Seiner Ansicht nach läuft's
"über kurz oder lang" auf ein achtstufiges Gymnasium hinaus - allerdings
ohne große Stundenzahlerhöhung. "In fünf Jahren brauchen wir
über dieses Thema sehr wahrscheinlich nicht mehr reden."
Andere Bundesländer sind Vorreiter,
Bayern müsse wohl nachziehen. In den neuen Bundesländern nehme man
überwiegend nach der zwölften Klasse - also nach acht Jahren Gymnasium
- das Studium auf. Minssen: "Die scheitern nicht häufiger als andere
Studenten."
Lausitzer
Rundschau Lokales 11.1.2001 10:34
Noch keine Klarheit
für schnelleres Abi
(dpa/mkr) . Brandenburgs große
Koalition hat sich nach Angaben aus dem Bildungsministerium bisher noch nicht
auf die künftige Zahl der so genannten Schnellläuferklassen an
Gymnasien geeinigt. Die Entscheidung müsse jedoch spätestens bis
Ende Januar fallen, da bereits im Februar die Anmeldung der Schüler beginne,
sagte Ministeriumssprecher Thomas Hainz.
Die Schnellläuferklassen werden
mit dem Anfang September beginnenden neuen Schuljahr eingerichtet. Damit wechseln
besonders leistungsstarke Schüler bereits ab der fünften Klasse
zum Gymnasium und können das Abitur schon nach zwölf anstatt der
üblichen 13 Jahre ablegen. Die Rede war bisher von 46 derartigen Klassen.
Hannoversches
Wochenblatt,20.12.2000
Für Hochbegabte gibt's das Abitur künftig
nach zwölf Jahren
MITTELFELD. Niedersachsens Kultusministerin
Renate Jürgens-Pieper hat sich an die Spitze der Hochbegabtenförderung
gesetzt. Als Alternative zum regulären neunjährigen Gymnasium wird
ab dem nächsten Jahr für Hochbegabte erstmals eine Klasse eingerichtet,
deren Schülerinnen und Schüler dort lediglich acht Schuljahre durchlaufen
werden. mehr
...
Bildungspolitik/SPD/Schulzeit
dpa-Dienst für Kulturpolitik 49/2000 04.12.2000
SPD: Für
gute Schüler Abitur künftig nach zwölf Jahren
Potsdam (dpa) – Die SPD-geführten
Bundesländer wollen begabten Schülern künftig bundesweit das
Abitur bereits nach zwölf Schuljahren ermöglichen. Eine generelle
Verkürzung der Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre für alle Schüler
lehnen sie jedoch wegen des individuell unterschiedlichen Lerntempos ab.
Darauf verständigten sich die SPD-Schulminister und die bildungspolitischen
Sprecher der SPD-Landtagsfraktionen am 24./25. November bei einem Treffen
in Potsdam.
Durch die Verkürzung um ein Jahr
dürfe auf keinen Fall die Qualität des Abiturs gesenkt werden, sagte
der SPD-Bildungssprecher, der rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen
Zöllner. Auch dürfe die Zahl der Abiturienten nicht vermindert
werden, weil durch das schnellere Lerntempo nicht alle folgen könnten.
Die Bundesrepublik brauche angesichts des Fachkräftemangels und des
Trends auf dem Arbeitsmarkt zu immer höherer Qualifikation nicht weniger
sondern „deutlich mehr Abiturienten“ ... mehr
HAZ, Donnerstag, 23.11.2000
"Deutschland
braucht mehr Gymnasiasten"
HANNOVER.(jö) Die internationale
Schul-Vergleichsstudie TIMMS sorgt wieder für Aufsehen: In ihrem Schlussbericht
werben die Experten des Berliner Max-Planck-Instituts fü Bildungsforschung
dafür, mehr Schülern den Zugang zum Gymnasium zu ermöglichen.
Die Öffnung der Gymnasien in den vergangenen Jahrzehnten habe keineswegs
zu einer Abwertung des Abiturs geführt. Es gebe keine Leistungsnivellierung.
Je mehr Schüler eines Jahrgangs die gymnasiale Oberstufe erreichen, heißt
es im gestern vorgelegten TIMMS-Bericht, desto mehr Spitzenleistungen seien
zu erwarten.
Bei dem internationalen Schulvergleich
sind die Mathematik- und Physikleistungen in den neunten und elften Klassen
untersucht worden - mit zum Teil nur mäßigen Ergebnissen für
die deutschen Schüler. Mit Altersgenossen in Asien konnten sie zum Beispiel
nicht mithalten.
Dem deutschen Abitur stellen die Bildungsforscher
nun grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Es sei auch keineswegs problematisch,
dass inzwischen gut 27 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs in Deutschland
das Gymnasium besuchen. Im Gegenteil: Länder mit noch höheren Abiturientenzahlen
wie Schweden ode Norwegen schnitten beim TIMMS-Leistungsvergleich in Mathematik
und Physik sogar deutlich besser ab als Deutschland. In Schweden besuchen
70,6 Prozent der Schüler die gymnasiale Oberstufe, in Norwegen sind
es sogar mehr als 80 Prozent. Die Gymnasiasten beider Länder belegten
im Vergleich Spitzenplätze und ließen die deutschen Schüler
deutlich hinter sich.
Kritik üben die Bildungsforscher
an der Gestaltung des Unterrichts in Deutschland. Die Mathematikstunden in
der gymnasialen Oberstufe seien "bemerkenswert variationsarm". Das "Vormachen,
Nachmachen und Einüben" erreiche viele Schüler nicht. Je anspruchsvoller
eine Aufgabe sei, umso weiter fielen die deutschen Abiturienten hinter Schüler
anderer europäischer Länder zurück. Oft würden die Schüler
mit zu viel Wissen vollgestopft, ohne die praktische Bedeutung zu verstehen.
HAZ,
Donnerstag, 23.11.2000
Schnell-Abi
im Saarland
Das Saarland führt als erstes westliches
Bundesland flächendeckend das achtjährige Gymnasium ein. Damit
können die Schüler schon nach zwölf statt bisher 13 Schuljahren
ihr Abitur ablegen. Ein entsprechendes Gesetz ha der Saar-Landtag am Mittwoch
mit der CDU-Stimmenmehrheit verabschiedet. Kultusminister Jürgen Schreier
(CDU) sagte, die kürzeste Schulzeit werde den Abiturienten bessere Perspektiven
auf dem Arbeitsmarkt bieten. dpa
dpa
- Dienst für Kulturpolitik 47 / 2000
22.11.2000
Schulentwicklung/Bayern
Bayern setzt
auf dem Weg zum Abitur künftig auf Doppellösung
Hof/Saale (dpa) – Im Länderstreit
um einen kürzeren Weg zum Abitur setzt der Freistaat Bayern auf eine
Doppellösung. Neben der bewährten neunjährigen Schulform soll
künftig landesweit ein achtjähriges Ganztagsgymnasium angeboten
werden. „Eltern und Schüler wählen den Schultyp, der ihren Interessen
am besten dienen kann“, sagte Kulturministerin Monika Hohlmeier (CSU) am 16.
November auf der Jahresversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in
Hof/Saale. Verbandschef Rainer Rupp äußerte sich skeptisch, aber
nicht ablehnend über das neue bayerische Doppelmodell. Wichtig sei,
dass das Unterrichtsvolumen und die Qualität des Abiturs erhalten blieben.
Mit ihrem Doppelmodell zieht die Ministerin
die Konsequenz aus dem laufenden Modellversuch „Achtjähriges Gymnasium
in Bayern“. Dort hatten Hochbegabte die Möglichkeit, den Stoff der Klassen
sechs bis elf in fünf statt in sechs Jahren zu bewältigen. Wegen
der notwendigen Stoffverdichtung und der höheren Leistungsanforderungen
sei dieser Modellversuch bei Eltern, Lehrern und Schülern jedoch nur
auf geringe Akzeptanz gestoßen.
Das achtjährige Ganztagsgymnasium
ist laut Hohlmeier ein Angebot an alle Schüler. Durch die Verteilung
des Unterrichtsstoffs auf individuell zugeschnittene Lern- und Trainingseinheiten
in der Zeit zwischen 8.00 und 17.00 Uhr soll ein zusätzlicher Leistungsdruck
vermieden werden. „Ein achtjähriges Gymnasium darf keine Elite-Schule
werden, sondern muss für alle Schüler eine sinnvolle Alternative
sein“, betonte die Ministerin. „Die Verkürzung darf die Schulzeit nicht
zu einer Leidenszeit für die Schüler machen, sondern muss neue
Chancen eröffnen.“
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern
werde es in Bayern keine „zeitgeistige Mogelpackung“ geben, meinte Hohlmeier.
„Es gibt keine Verkürzung oder Verdichtung des Unterrichtsstoffs auf
Kosten der Schüler und Lehrer.“ Das achtjährigen Ganztagsgymnasium
soll spätestens vom Schuljahr 2002/2003 an an einigen Pilotschulen wählbar
sein. Besonderes Gewicht legt die Ministerin auf einen kooperativ ausgerichteten
Unterrichtsstil, der auf die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen abzielt.
Um den durch die Umverteilung der Stunden notwendigen Mehrbedarf an Lehrern
zu decken, müssten in der Anlaufphase zusätzliche Planstellen geschaffen
werden. Mehrarbeit komme auf die Lehrer aber nicht zu. Die neunjährige
Form des Gymnasiums bleibe flächendeckend erhalten und erhalte die gleiche
Unterstützung wie bisher, sagte Hohlmeier.
Rupp: Junger Mensch muss
ausbüxen dürfen
Der Philologenverband sprach angesichts
weiter steigender Schülerzahlen und des zu erwartenden Lehrermangels
von einem schwierigen Akt. „Mir gefällt an dem Doppelmodell die Ehrlichkeit,
dass man nicht einfach ein Neuntel des Unterrichtsstoffs wegstreicht“, sagte
Rupp. Aus der Sicht der Gymnasiallehrer sei aber das neunjährige Gymnasium
grundsätzlich der bessere Weg. Insbesondere im Alter zwischen 17 und
19 Jahren erlebten Jugendliche den stärksten Reifungsprozess. Die Schule
dürfe sich nicht nur von kurzsichtigen Verwertungszwängen leiten
lassen. Die Schüler bräuchten auch die notwendige Zeit für
eine umfassende Bildungsarbeit. Rupp betonte: „Ein junger Mensch muss auch
einmal ausbüxen dürfen.“
Schulentwicklung/Rheinland-Pfalz
(HAZ, Mi,
18.10.2000)
Schüler
nehmen Abkürzung zum Abitur
Eine um ein Jahr verringerte Schulzeit
will das Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasium
demnächst anbieten. Drei weitere Schulen diskutieren noch.
Das Kaiser-Wilhelm-und
Ratsgymnasium (KWRG) bietet im nächsten Schuljahr als erste öffentliche
Schule Hannovers die Möglichkeit, das Abitur in zwölf Jahren zu
schaffen. Die Genehmigung dafür hat das Gymnasium im Hindenburg-Viertel
bereits aus dem Kultusministerium bekommen. Über eine verkürzte
Schulzeit für Begabte diskutieren auch die Humboldtschule in Linden, die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt
sowie die Goetheschule in der Nordstadt.
In der privaten St.-Ursula-Schule ist es bereits so weit.
"Die Entscheidung, ein Jahr früher
zum Abitur zu kommen, wird jeweils am Ende der neunten Klasse fallen", sagt
Uwe Rademacher, Direktor des KWRG. Wenn unter den rund 450
Jungen und Mädchen seines Gymnasiums genügend leistungsstarke Schüler
interessiert seien, werde er im Sommer 2001 eine zusätzliche zehnte
Klasse einrichten. Die kann laut Erlass gebildet werden, wenn dafür die
Hälfte eine durchschnittlich großen Klasse zusammenkommt, was
im KWRG 13 bis 14 Schülern entspricht. Diese müssen im Zeugnis mindestens
einen Notendurchscnitt von "Zwei" haben und bereit sein, zu den üblichen
30 Wochenstunden Unterricht drei bis vier Stunden mehr zu büffeln. Lohn
für den Einsatz: die Mädchen und Jungen können nach dem ersten
Halbjahr der zehnten Klasse gleich in das zweite Halbjahr der elften Klasse
überwechseln. Rademacher ist überzeugt, das im KWRG die für
diese Klasse besonders leistungsstarken Schüler mühelos zusammenkommen
- sogar mehr als benötigt. "Wir haben tüchtige junge Damen und
Herren dabei", lobt er. Auch Eltern hätten sich schon nach den Möglichkeiten
in der so genannten D-Zug-Klasse für ihren Nachwuchs erkundigt. Die
wird übrigens nur genehmigt, wenn das Gymnasium übe eine solide
Lehrerversorgung verfügt, um den zusätzlichen "Förder-" Unterricht
auch erteilen zu können, der Defizite in Fremdsprachen oder in Naturwissenschaften
ausgleichen soll.
Andere Gymnasien wie beispielsweise die
Herschelschule haben sich von dem Vorhaben, D-Zug-Klassen einzurichten, wieder
verabschiedet. Die geplante Schulreform des Ministerpräsidenten sehe
ja sowieso den Erwerb der Hochschulreife innerhalb von zwölf Jahren
vor, da seien D-Zug-Klassen bald überholt.
he
dpa
- Dienst für Kulturpolitik 47 / 2000 /22.11.2000
MARKUS-Studie:
Leistung nicht von Klassengröße abhängig
Mainz (dpa) – Leistungen von Schülern
hängen weniger von Klassengröße oder Unterrichtsausfall ab
als häufig angenommen. Vielmehr sind das Lernklima in der Klasse und
das familiäre Umfeld entscheidend für den Erfolg in der Schule.
Das geht aus der ersten Auswertung der großen rheinland-pfälzischen
Bildungsstudie MARKUS hervor, die Bildungsminister Jürgen Zöllner
(SPD) am 13. November in Mainz vorstellte. „Ich habe wertvolle Hinweise für
die Weiterentwicklung des Schulwesens bekommen“, sagte der Minister.
An der „Mathematik-Gesamterhebung Rheinland-Pfalz:
Kompetenzen, Unterrichtsmerkmale, Schulkontext“, der bundesweit größten
Studie dieser Art, hatten etwa 38 000 Achtklässler, 1 500 Lehrer und
500 Schulleiter teilgenommen. Die Studie wurde von den Professoren Reinhold
Jäger und Andreas Helmke von der Universität Koblenz-Landau im
Auftrag des Bildungsministeriums entwickelt und ausgewertet. Ein Mathematik-Test
wurde mit Fragebögen zu Lernbedingungen und zum Schulumfeld ergänzt.
Der Abschlussbericht soll Mitte 2001 vorliegen.
Für Minister Zöllner ist MARKUS
wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements, „um den einzelnen Schulen
Hilfestellung für ihre Arbeit vor Ort“ zu geben. Als besonders bemerkenswert
hob er die festgestellten Überschneidungen bei Spitzenleistungen zwischen
den verschiedenen Bildungsgängen hervor. In den A-Kursen der Hauptschulen
gebe es viele leistungsfähige Schüler, die die mittlere Reife erwerben
könnten. Ebenso würden Schüler in den Regionalen Schulen und
Integrierten Gesamtschulen vergleichbare Leistungen wie die gleicher Jahrgänge
des gegliederten Schulsystem erreichen.
„Das ist eine Bestätigung für
das dreigliedrige Schulsystem und seine Ergänzung durch integrative Schulformen“,
betonte Zöllner. Die Studie beende damit „den alten Streit um die angeblich
bessere Schulart“. In Zukunft müsse es darum gehen, die Durchlässigkeit
des Schulsystems zu erhalten und weiter auszubauen. Zudem müsse nach
den Befunden der Studie die Förderung von Schülern aus einem schwierigen
sozialen Umfeld und mit einer fremden Muttersprache verstärkt werden.
Nach Angaben von Helmke zeichnen sich
besonders leistungsfähige Klassen durch einen hohen Anteil von Schülern
mit deutscher Muttersprache und einer geringen Sprachenvielfalt aus. „Nicht
der Ausländeranteil ist entscheidend, sondern wie vertraut die Schüler
mit der deutschen Sprache sind“, erklärte der Psychologe. Zudem sei
die Bildungsnähe der Eltern von großer Bedeutung. In der Schule
seien eine effiziente Klassenführung, eine gute Arbeitsatmosphäre
und die Motivation der Schüler für einen erfolgreichen Unterricht
entscheidend. Dagegen spiele die Größe der Klasse und der Unterrichtsausfall
kaum eine Rolle.
CDU: Ergebnisse lächerlich
Die CDU-Opposition bezeichnete die ersten
Schlüsse aus der MARKUS-Studie als lächerlich. „Dass erfolgreicher
Unterricht davon abhängt, dass Schüler gefordert werden und klare
Regeln vorhanden sein müssen, ist sicher nur für Herrn Zöllner
eine neue Erkenntnis“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion,
Erhard Lelle. Die ersten Ergebnisse seien „eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen“.
Die 800 000 Mark für den Test seien „zum Fenster herausgeworfen“ worden.
Für die Grünen im Landtag belegt der Zwischenbericht die Notwendigkeit,
das Angebot an integrierten Schulformen auszuweiten. „Wenn in einem Hauptschul-Grundkurs
noch Schüler unterrichtet werden, die Mathe-Spitzenleistungen auf Gymnasial-Niveau
erbringen, müssen durchlässige, integrierte Schulformen flächendeckend
ausgebaut werden“, forderte die Fraktionsvorsitzende, Ise Thomas.
Gymnasium ist am beliebtesten
Das Gymnasium ist nach wie vor die beliebteste
Schulform in Hannover. Das geht aus einer Statistik des Schulamtes hervor.
Im vergangenen Schuljahr meldeten 45,9 Prozent der Eltern von Kindern, die
die Orientierungsstufe (OS) absolviert hatten, ihren Nachwuchs im Gymnasium
an. Das ist die stärkste Nachfrage seit 20 Jahren. Eine Empfehlung für
diese Schulform von der jeweiligen OS hatten jedoch nur 34,8 Prozent der
Kinder bekomen.
Wenig gefragt waren die Hauptschulen.
Während 30 Prozent der OS-Schüler dieser Schultyp empfohlen wurde,
wechselten nur 18.2 Prozent in eine Hauptschule über. Lediglich im Realschulbereich
wichen Empfehlung und tatsächliches Verhalten nur gering voneinander
ab. Einem Drittel ihrer Schüler und Schülerinnen trauten die Kollegien
die weitere Laufbahn in einer Realschule zu, de facto wurden 32,4 Prozent
dort angemeldet, von ihnen hatte ein Drittel aber nur eine Hauptschulempfehlung.
(HAZ, 29.1.2000)
he
Homepage -> Presse
Homepage ->
Schulen
Homepage des Bundeselternrates
Homepage des Landeselternrates
Homepage des
Stadtelternrates Hannover
Homepage des Schulelternrates
der IGS Hannover-Linden