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die Planung der Stadt Hannover sieht vor, die Stadtteilbücherei
Limmerstraße im Freizeitheim Linden zu schließen und mit der
Bücherei im Rathaus Lindener Marktplatz "zusammen zu legen".
Als Elternvertreter möchten wir hierzu wie folgt Stellung nehmen:
In den letzten Jahren wurde viel Geld und Zeit investiert um im Bildungssektor
im Bereich frühkindliche Pädagogik, Kita und Grundschule die
Kompetenzen der Kinder zu erweitern. Hier hatte insbesondere die Qualität
der Bildungsarbeit eine hohe Priorität. Auch die Pisa-Studie hat
gezeigt, dass allen Bevölkerungsschichten unabhängig von Herkunft
und Einkommen der Zugang zu Bildungseinrichtungen ermöglicht werden
muß. Dies ist in Deutschland nicht der Fall, sondern wird im Gegenteil
immer weiter erschwert. Abschaffung der Lernmittelfreiheit und Einführung
von Studiengebühren sind nur zwei Beispiele dafür, dass umfassende
Bildungschancen zunehmend vom Geldbeutel der Eltern abhängen.
Erfreulicherweise werden seit einigen Jahren vermehrt Projekte und
Veranstaltungen zur Vermittlung von Lesekompetenz durchgeführt. Insbesondere
die Stadtteilbüchereien führen hierzu viele Veranstaltungen
durch, bzw. beteiligen sich in Kooperation mit Schulen und Kitas an ihnen.
Kinder und Jugendliche werden in diesen Veranstaltungen angeregt, sich
mit Büchern zu beschäftigen. Ihnen wird eine kostenfreie Möglichkeit
gezeigt, wie sie sich Wissen durch Bücher beschaffen können.
Auch der immer wichtiger werdende Zugang zum Internet steht in den Stadtteilbüchereien
kostenfrei zur Verfügung. Dies ist nun, nach dem Willen der Stadtverwaltung
in Linden-Nord, Limmer und Ahlem bald nicht mehr möglich.
Die Frage, die sich stellt ist: Wozu werden Veranstaltungen wie z.B. Schulbuchwochen,
Lesenächte, Vorlesewettbewerbe und Bilderbuchkino durchgeführt,
wenn die Kinder demnächst nicht mehr die Möglichkeit haben,
in fußläufiger Entfernung und mit guter Verkehrsanbindung die
Stadtteilbücherei aufzusuchen? Eine günstige Anbindung mit
öffentlichen Verkehrsmitteln besteht für die Stadtteile Ahlem,
Limmer und Linden-Nord zur Stadtteilbücherei Lindener Markt nicht.
In den genannten Stadtteilen wohnen überdurchschnittlich viele sozial
benachteiligte Menschen sowie überdurchschnittlich viele Kinder.
Darüber hinaus wird die Bücherei von mindestens 6 Schulen und
vielen Kindertagesstätten aus den Stadtteilen regelmäßig
genutzt. Die geplante Schließung erschwert genau diesen Menschen
den Zugang zu günstigen Bildungsmöglichkeiten und macht die
Nutzung der Bücherei durch Kitas und Schulen nahezu unmöglich.
Wir fordern die Stadtverwaltung daher auf, von den Plänen zur Schließung
der Stadtteilbücherei Limmerstraße abzusehen.
Auch der Arbeitskreis Grundschulen des Stadtelternrates hat in seiner
heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, die Stadtverwaltung aufzufordern,
die geplante Schliessung der Stadtteilbücherei Limmerstrasse nicht
durchzuführen.
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