| 15.08.2001 | Beschluss zur Schulstruktur-Reform |
| 15.08.2001 | Eltern fordern andere Schwerpunkte in der Bildungspolitik: Förderung statt Auslese |
Beschluss des Arbeitskreises Gesamtschulen des Stadtelternrates zur Schulstruktur-Reform
Der Arbeitskreis Gesamtschulen des Stadtelternrates Hannover fordert den Erhalt stabiler Klassengemeinschaften in den Integrierten Gesamtschulen mindestens von Klasse 5 bis Klasse 10, angemessenen Förderunterricht während der gesamten Schulzeit, den Erhalt der Wahlfreiheit in der gymnasialen Oberstufe, die inhaltliche Weiterentwicklung und kontinuierliche Qualitätsverbesserung bei den niedersächsischen Schulen und den Ausbau der Gesamtschulen in Niedersachsen.
1. Angemessene Förderung
während der gesamten Schulzeit
Statt jährlicher
Verringerung des Förderunterrichtes für die Schüler im 5.
und 6. Jahrgang fordern wir eine angemessene Erhöhung – gemessen an
dem im 5. Schuljahr festgestellten Defiziten!
Wir fordern
Wiedereinführung von Förderunterricht für Schülerinnen
und Schüler in den Jahrgängen 7 bis 10, um möglichst vielen
Schülerinnen einen Abschluss, einen guten Abschluss oder einen Übergang
in die gymnasiale Oberstufe zu ermöglichen.
Wir fordern
Rücknahme der Kürzungsbeschlüsse im schulpsychologischen
Dienst.
2. Stabile Klassengemeinschaften
Wir sehen
in der Einführung von Gesamtschulen die beste Möglichkeit, unnötige
Schulwechsel zu vermeiden und stabile Klassengemeinschaften zu bilden.
Eine Selektion
der Schüler auf Haupt- und Realschule und Gymnasium nach dem 4. Jahrgang
lehnen wir ab, eine enge Kooperation von Orientierungsstufen mit Haupt-
und Realschulen einerseits, mit Grundschulen andererseits halten wir für
denkbar.
Auch bei Einführung
der Möglichkeit, die zweijährige Orientierungsstufe mit der vierjährigen
Grundschule zu einer Schule zu vereinen, muss die Wahlmöglichkeit
erhalten bleiben, nach dem 4. Jahrgang zur Gesamtschule zu wechseln, um
dort sechs Jahre in einer konstanten Klassengemeinschaft zu verbringen.
3. Ausbau der vorhandenen
Gesamtschulen: Gemeinsam lernen von 1 bis 10 !
Es ist zu
prüfen, ob vorhandene Gesamtschulen, die bislang mit dem Sekundarbereich
I beginnen, um ein Primarbereich erweitert werden oder eine enge Kooperation
mit einer vierjährigen Grundschule eingehen können.
Schülerinnen und Schüler dieser Grundschule müssen dann
das Recht auf Übergang auf die Gesamtschule haben.
4. Erhöhung
der Abiturientenzahlen durch Erhalt der Wahlfreiheit in der Oberstufe und
durch Erhalt der Regelzeit bis zum Abitur mit 13 Schuljahren
Wir fordern
die Beibehaltung von 13 Schuljahren bis zum Abitur. Die freiwillige Einrichtung
von D-Zug-Klassen bleibt dabei unberührt. Diese sollte jede Schule
anhand ihres Schülerpotentials selbst bestimmen.
Den Schülern,
die ihren erweiterten Sekundarabschluss I nicht in einem Gymnasialzweig
erreichen, muss die Möglichkeit des Wechsels in der Regelschulzeit
geboten werden. Ein Beginn der Oberstufe in Klasse 10 ist daher nicht akzeptabel.
Die Erwartung von mehr und „besseren“ Abiturienten wird so nicht erfüllt.
Um möglichst
viele Schülerinnen und Schülern das Abitur zu ermöglichen,
fordern wir den Erhalt der Wahlfreiheit in der gymnasialen Oberstufe.
5. Inhaltliche Weiterentwicklung
durch Profilbildung
Eine Einschränkung
durch eine aufgezwungene Profiloberstufe lehnen wir ab.
Schulen, die
sich Profile in der Oberstufe geben wollen, sollte dies ermöglicht
werden. Allerdings sehen wir in den vorgeschlagenen Profilen (sprachlicher
und naturwissenschaftlicher Zweig) keine pädagogische Verbesserung,
die zu verbesserten fächerübergreifenden Projektunterricht führt.
Gute Ansatzpunkte für Profilbildungen bereits in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I sind z.B. heute schon die „Umweltschulen“, die „UNESCO-Schulen“, die „Europaschulen“ und die „Schulen mit Medienprofil“.
6. Konsequente Verbesserung
der schulischen Qualität statt Hau-ruck-Veränderungen
Wir fordern
die Verbesserung der Unterrichtsinhalte durch Methodenlernen, fächerübergreifenden
Projektunterricht, klassenübergreifende Projektwochen, Grundbildung
im Umgang mit modernen Medien (z.B. einen genormten Computerführer-schein),
Weiterbildung der Lehrkräfte im Umgang mit heterogenen Schülern
und neuen Medien.
Allerdings
erwarten wir nicht nur die Aufstellung von Computern in den Schulen sondern
Konzepte zur Wartung dieser Computer und Computernetze.
Konsequente
Verbesserung der Qualität in den Schulen halten wir für den erfolg-reicheren
Weg als Hauruck-Entscheidungen. Aufgabe des Kultusministeriums müsste
sein, diese konsequenten Verbesserungen zu unterstützen.
Hannover, den 15.08.2001
Inken Küsters-Kemm
Homepage
des Bundeselternrates
Homepage
des Landeselternrates
Homepage
des Stadtelternrates Hannover
Homepage
des Schulelternrates der IGS Hannover-Linden