CHEMIE
 
HAZ, 12.01.2007 Zahnpastatest im Schullabor
Chemieunterricht macht „so richtig Spaß“ / Schulen der Region können das hochmoderne „IGELab“ mieten

Von Anika Falke
Es gibt, rein äußerlich betrachtet, zwei Arten von Zahncreme: Eine ist weiß, die andere hat bunte Streifen. Asli Tosun kann nur mit einer Sorte etwas anfangen. „Wir testen den Fluoridgehalt, das geht nur mit weißer Zahnpasta“, erklärt sie und greift nach der Tube. Asli ist keine ausgelernte Chemielaborantin. Sie ist 13, Schülerin der IGS Vahrenheide und hat mit ihren Klassenkameraden der 8 b naturwissenschaftlichen Unterricht, der neuerdings „so richtig Spaß“ macht. Grund für die Begeisterung über die Chemiestunde ist der neue Unterrichtsort, das „IGELab“ (Integrierte Gesamtschule Experimentelles Schülerlabor).
„Wir wollen Chemie greifbar machen und bieten Versuche, die sich am täglichen Leben orientieren, alles mit der neuesten Schullabortechnik“, sagt Laborleiter Ulf Neumann stolz.
Die hochmoderne Einrichtung wird geteilt, auch andere Schulen können das IGELab nutzen. Doch die Schüler der IGS haben Vorrang – und nutzen den auch aus. „Das ist viel besser als unser altes Labor“, bemerkt Jana Hinrichs. Dann muss sie sich wieder auf das Zahnpastaexperiment konzentrieren und träufelt destilliertes Wasser in das Reagenzglas mit der Zahnpasta. Asli hat inzwischen eine Mischung hergestellt, die zwar wie Blut aussieht, tatsächlich aber ein Eisenthiocyanatkomplex ist. Die chemischen Begriffe sind für die Schüler längst keine Fremdworte mehr.
„Das ist hier viel interessanter, als nur aus Büchern zu lernen“, findet Jennifer Kowalzik, die am Nebentisch Gummi herstellt. Dafür streut sie ein Vulkanisierungsgemisch auf eine Kautschukmasse. „Aber nur mit Handschuhen, sonst juckt es“, sagt sie und zeigt auf das Gefahrenzeichen an der Pulverflasche. Dann kommt ein Haushaltsgerät zum Einsatz: Jennifer dreht die bestreute Masse mehrere Male durch eine Pastamaschine. Nach dem gleichen Grundprinzip gewinnt auch Continental – neben Honeywell, der Hütten-Albertus Chemische Werke GmbH und den Chemieverbänden Hannover Förderer des Labors – Gummi für die Reifenproduktion. „Aber die benutzen da wohl keine Nudelmaschinen“, meint Jennifer.
Das IGELab bietet Platz für 32 Schüler und kann ab Februar von Klassen der Stufen 5 bis 10 aus der Region Hannover gemietet werden. Anmeldungen nimmt die IGS Vahrenheide unter Telefon (05 11) 16 84 82 04 entgegen, weitere Infos gibt es im Internet unter www.igsvs.de/IGELab.. >>Chemie >>IGELab

Nachwuchsforscher bei der Arbeit: Carmen Kwarziany, Elvis Mputu, Jana Hinrichs und Asli Tosun (v. li.) mischen Chemikalien. Surrey