Dieter Lohse
PC-Ausstattung
und Internetzugang
Eine Erhebung zur häuslichen
Ausstattung der Schüler der Schülerinnen und Schüler weiterführender
Schulen in Niedersachsen im Mai 2001
1. Ziel der Erhebung
2. Das Ergebnis und Folgerungen
Juli 2001, © copyright 2001,
Dr. Dieter Lohse, Leiter uniKIK, Universität Hannover, Welfengarten
1, D-30167 Hannover, Tel.: 0511 762- 8796, Fax: 0511 762- 2851, e-Mail:
lohse@unikik.de
uniKIK : Einrichtung der Universität
Hannover für Kommunikation, Innovation und Kooperation
zwischen Schule und Universität. www.uni-hannover.de/unikik
www.unikik.de
Bemerkung: Der besseren Lesbarkeit
wegen und zur Vermeidung von Redundanz wird in den achfolgenden Ausführungen
stets nur „Schüler“ und „Lehrer“ verwendet. Gleichwohl ist in allen
Fällen, wo nicht eine Gruppen- , Funktions- oder Berufsbezeichnung
in Rede steht auch ausdrücklich das andere Geschlecht gemeint.
1. Ziel der Erhebung
Zur Zeit findet eine breite Diskussion
statt über den Einsatz moderner Technologien im Unterricht, Aktionen
wie "Schulen ans Netz", "n-21" und so weiter. Für die "Bildungslandschaften"
Schule und Universität stellen sich in diesem Zusammenhang aber auch
weiterreichende und substantielle Fragen. Einige der Kernfragen werden
dabei sein:
| • |
Können wir insbesondere an
den Schulen den „technologischen Wettlauf“ in Sachen häusliche
PC-Ausstattung und Internetzugang überhaupt gewinnen? |
| • |
Wie weit sollen/müssen
wir die Bildungsanstalten für die Absolventen eigentlich technisch
ausstatten? |
| • |
Wie stark können wir
heute schon auf die häuslichen Ressourcen zurückgreifen? |
| • |
Eröffnen sich im Falle einer
hinreichenden häuslichen Versorgung nicht völlig neue Perspektiven
moderner Lehrformen? |
Die Entwicklung zeitgemäßer
und neuer Unterrichtskonzepte kann deshalb die "häusliche technologische
Versorgung" der Absolventen nicht unberücksichtigt lassen.
Mehr noch: Es sollte für neue
Pilotprojekte im Schulbereich gerade die häusliche PC-Ausstattung
der Schüler - ausreichenden Versorgung voraussetzbar - einbezogen
werden.
Zur Gewinnung eines aktuellen Überblicks
habe wir den in Abschnitt 6 angegebenen Fragebogen versandt.
Die Versendung des e-Mail-Fragebogens
erfolgte am 2. Mai 2001 über einen e-mail-Verteiler von uniKIK. Die
Zielpersonen (Lehrer aus Niedersachsen) waren Teilnehmer an den uniKIK-Veranstaltungen
Didaktischer Arbeitskreis Schule – Universität (DASU), Niedersächsischen
T³-Regionaltagungen, Fortbildungsveranstaltungen sowie Freunde und
Förderer der uniKIK-Aktivitäten. Als Rücklaufzeit hatten
wir uns etwa 4 Wochen vorgegeben.
An dieser Stelle sei Manuela Ptak,
Studierende des Gymnasiallehramtes, gedankt für Ihre Mithilfe beim
Übertragen des Datenmaterials in eine EDV-zugängliche Form.
2. Das Ergebnis und
Folgerungen
Bis zum Redaktionsschluß am
8. Juni 2001 waren Rückläufe mit Angaben über 6081 Schüler
aus Niedersachsen eingegangen aus den Schulformen Gymnasium, BBS/FG/FOS
und aus den zu einer Gruppe zusammengefaßten KGS/OS/Realschule.
| Gymnasium (4968) |
81,7 |
| BBS/FG/FOS (797) |
13,1 |
| KGS/OS/Real (316) |
5,2 |
Aspekte der Gesamtauswertung:
| 1. |
Die durchschnittliche PC-Ausstattungsquote
beträgt 93%, bei Gymnasien 95%, Ausstattungsquote beträgt
93%, bei Gymnasien 95%, davon haben 75% einen Internetz davon haben 75%
einen Internetzugang |
| 2. |
In 50% der Klassen hat jeder
Schüler PC ( -Zugang), bei Gymnasien sogar 55%. |
| 3. |
In 80% der Klassen haben höchstens
2 Schüler keinen PC ( 2 Schüler keinen PC (-Zugang), bei
Gymnasien sogar 84%. |
| 4. |
Die Unterschiede zwischen den Klassenstufen
sind auf hohem Niveau nicht nicht sehr groß, aber an Gymnasien
sind die unteren Klassen besonders gut ausgestattet, d.h. die 7. Klassen
sind praktisch vollständig versorgt: 60% aller 7. Klassen waren
zu 100 Prozent mit häuslichem PC ( waren zu 100 Prozent mit häuslichem
PC (- Zugang) ausgestattet! |
| 5. |
Bei der Unterscheidung nach Schulformen
zeigt sich eine besonders gute Ausstattung bei den Gymnasien. |
| 6. |
Eine Unterscheidung nach Regionen
zeigt eine besonder besonders gute Ausstattung der Schulen in kleinstädtischer/ländlicher
Region. |
Folgerungen aus dem hohen häuslichen
PC - Ausstattungsstand:
Für die Jugendlichen ist
die PC-Nutzung flächendeckend zur Selbstverständlichkeit geworden.
D.h., wir müssen die Jugendlichen
genau dort „abholen“ wo sie sind und dürfen in einer Zeit, wo der
PC den Stabilbaukasten und die elektrische Eisenbahn ihrer Eltern abgelöst
hat, die großen Chancen der Nutzung des PCs und des Internets nicht
den hochtechnisierten Spielen und Chats überlassen.
Es muß umgehend vorrangiges
Ziel fachdidaktischer Anstrengungen werden, die häuslichen PC-Ressourcen
in die schulische Ausbildung einzubeziehen und zur Selbstverständlichkeit
werden zu lassen.
Die technische „Hochrüstung“
der Schulen mit immer neuen PC-Räumen kann auf ein etwa für den
Informatikunterricht zugeschnittenes Mindestmaß beschränkt werden
unter Ausnutzung der häuslichen Ressourcen. (Damit reduzieren sich
auch die allgegenwärtigen permanenten Probleme des Unterhalts, der
Vernetzung und der Betreuung dieser Gerät-schaften.)
Sinnvoller erscheint vor dem Versorgungsgrad
der Schüler eine Umgestaltung möglichst vieler Klassenräume
in der Weise, daß der Lehrerplatz durch einen PC ergänzt
wird, der mit einem dauerhaft etwa an der Decke montierten Beamer verkabelt
ist und Zugang zum Internet besitzt. Dadurch kann der Unterricht ergänzt
werden mit modernem Lehrmaterial und Software, wie sie in der Mathematik
mit Euklid (Dynageo), Geonext, Derive, Maple etc. schon hinreichend zur
Verfügung stehen. Der Zugang zum Internet stellt die Verbindung zum
häuslichen PC her, wodurch interaktiv Aufgaben und Probleme erarbeitet
werden können. Und: Man kommt ein Stück weg von Kreide und Papier
zu dem in der Wirtschaft und Umwelt schon lange praktizierten PC-Gebrauch.
(uniKIK hat in Kooperation mit dem
Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V. und der Wilhelm-Raabe-Schule
in Hannover einen wie zuvor geschilderten Fachraum für multimediagestützten
Unterricht im Frühjahr 2001 als Pilotprojekt an dieser Schule eingerichtet
mit äußerst positiven Erfahrungen. Siehe auch: www.unikik.de
unter Schulprojekte.)
Angesichts des hohen Ausstattungsgrades
der Schüler und der nahezu vollständig ausgestatteten
Siebtkläßler dürften
die heutigen Schüler erheblich besser ausgestattet sein als der „Durchschnittslehrer“
und im allgemeinen auch diesem in der Handhabung überlegen sein. Der
Schüler ist auf diesem Sektor somit wohl zum Lehrer des Lehrers avanciert.
Es ist deshalb unerläßlich,
die Lehrerschaft umgehend wenigstens in der Handhabung und im Einsatz allgemein
eingesetzter und zugänglicher Software zu schulen. Durch die aktive
Teilnahme am unumkehrbaren Einsatz des PC in allen nur denkbaren Bereichen
gelingt dem Lehrer ein Schritt zurück ins Zentrum fachlicher und gesellschaftlicher
Kompetenz und Akzeptanz.
Bemerkung: Wegen des heute leicht
erkennbaren Prestigewertes der PC-Ausstattung Jugendlicher ist möglicherweise
von einigen Schülern der PC-Zugang „zu positiv“ dargestellt worden.
Trotzdem dürften die aufgrund des Zahlenmaterials gewonnen Erkenntnisse
zutreffend sein, zumal die „PC-Aufrüstung“ wohl unaufhaltsam fortschreitet. |