DEUTSCH-TESTS  - Doku des Stadtelternrates Hannover
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HAZ, 03.06.2005  Deutsch-Test:  Deutschtest als "Service" für die Schulen  Kurzdiktat schreiben, Lückentext füllen und Sachtext verstehen: Mit dem Klingeln zur zweiten Unterrichtsstunde herrschte gestern landesweit in den Grundschulen Prüfungsstimmung. 88 650 Drittklässler mussten eine zentrale Deutsch-Arbeit schreiben, 11 000 Kinder waren es in der Region. NP-Mitarbeiterin Katrin Schreiter hat nach dem Test mit Schülern der Fridtjof-Nansen-Schule (Vahrenheide) über Lampenfieber und schwierige Wörter gesprochen.       
Ergebnis zeigt Förderbedarf  -  Keine Hilfe vom Ministerium
HANNOVER. Der erste landesweite Deutschtest: „Erst wenn wir die Arbeiten ausgewertet haben, können wir Genaues sagen“, so Irmgard Fiala, Sprecherin der Grundschulrektoren in Hannover. Dann müssen sich die Schulen selbst helfen – das Bildungsministerium sieht den Test als reine „Serviceleistung“.
Nach dem ersten Eindruck sei das Diktat einfach gewesen. „Denn die Kinder sind längere Texte gewohnt.“ Der Lesetext dagegen „war für Drittklässler an der Grenze“, so Fiala. Es habe einige Wörter gegeben, die die Kinder nicht gekannt hätten. „Zum Beispiel das Wort ,Schmuggel’. Das mussten wir erklären.“
Hermann Städtler, Rektor der Fridtjof-Nansen-Schule (Vahrenheide) war von der Mischung begeistert. „Die verschiedenen Anforderungen wollen wir demnächst in unsere normalen Klassenarbeiten übernehmen.“ Das Testergebis will Städtler zunächst intern auswerten: „Das wird uns zeigen, ob wir unsere Schwerpunkte richtig gesetzt haben.“ Aber auch das Kultusministerium müsse sich Gedanken machen, wie man mit schlechten Resultaten umgeht, fordert der Rektor. „Wenn immer nur gesagt wird, es gäbe kein Geld, kommt man nicht vorwärts. Man muss Prioritäten setzen.“ Es geht um Unterstützung: Auch andere Schulleiter in sozialen Brennpunkten fordern mehr Förderstunden, um sprachliche Defizite der Migrationskinder ausgleichen zu können.
Das sieht Minister Bernd Busemann (CDU) anders: „Die landesweite Vergleichsarbeit ist eine Serviceleistung“, sagt er. „So erfahren die Schulen, wo sie stehen, und können Schlüsse ziehen für die allgemeine Qualitätsentwicklung und für die Beratung der Eltern.“ Durch den Test zeige sich, wo Förderbedarf besteht, so Busemann. „Entsprechend müssen die Schwerpunkte gesetzt und die Möglichkeiten vor Ort ausgeschöpft werden.“ Ein Ranking werde es nicht geben. „Nur die landesweiten Durchschnittsergebnisse werden bekannt.“

Und was dann?   von Katrin Schreiter   Die zentrale Deutsch-Arbeit vergleicht den Wissenstand in den Schulen und deckt Defizite auf.  So kann jeder Rektor erfahren, ob sein Konzept aufgeht, wie seine Methoden greifen, und die Fachkonferenz kann darauf entsprechend reagieren.      Wie aber wird eine Schule abschneiden, in der mehr als die Hälfte der Kinder aus ausländischen Familien kommt? Vermutlich schlechter als andere. Nicht, weil dort schlampig gearbeitet wird, sondern weil mehr Förderbedarf besteht. Auch das zeigt ein zentraler Test – die Politik darf das nicht ignorieren. Sie muss reagieren!
Wie viel wiegt ein Orang-Utan?
Die zentrale Deutsch-Arbeit dreht sich um richtiges Schreiben und verstehendes Lesen. Der Test bestand aus folgenden drei Teilen:
Kurz-Diktat: Nach der Schule
„Die Kinder treffen sich auf dem Hof. Sie wollen Fußball spielen. Zum Glück hat ein Junge seinen Ball dabei.“
Hier geht es vor allem um die Großschreibung der Satzanfänge und der Nomen (Namenwörter).
Lückentext:
„Heute bringt Lena ihren ... zum Spiel mit. Sie ist die beste Stürmerin in der ... . Für ihre ... schießt sie das erste Tor. ... ... es aber zum Ausgleich. Alle Kinder ... immer wieder über das ... . Bis zum ... sind viele Tore ... . Schade, dass der schöne ... vorbei ist.“
Für die Bearbeitung hatte jedes Kind eine Liste mit knapp 70 Wörtern, aus der es die passenden heraussuchen musste.
Lösung: Freund, Klasse, Mannschaft, Bald, kommt, rennen, Feld, Abend, gefallen, Tag.
Lesetext und Aufgaben:
Die Kinder lasen einen informativen Text über Orang-Utans und mussten anschließend Fragen beantworten.
Beispiel: „Die männlichen Tiere können 1 Meter groß und bis zu 100 Kilo schwer werden. Die Weibchen sind kleiner und nur halb so schwer.“ Frage: Wie schwer können weibliche Orang-Utans werden?
Lösung: 50 Kilo. Ob auch die Antwort „halb so schwer wie Männchen“ korrekt ist, werden die Vorgaben des Ministeriums zeigen, die die Schulen heute erhalten. KaSch

BILD: KONZENTRATION: Die Schüler der Fridtjof-Nansen-Schule zeigen, wie sie die Bögen ausgefüllt haben. Foto: Heusel
"Ich war vorher aufgeregt, und es war schwierig, weil ich manches nicht verstanden habe: ein Wort mit R und ein Wort mit S zum Beispiel." Mücella (9)
Ich war vorher aufgeregt, und es war schwierig, weil ich manches nicht verstanden habe: ein Wort mit R und ein Wort mit S zum Beispiel. Mücella (9)

HAZ, 31.05.2005  Deutsch-Test:       10 000 Drittklässler schreiben Deutschtest    Vergleichsarbeit in der Region soll Aufschluss über Unterrichtsqualität geben / Landesweit machen 85 000 Kinder mit    Von Bärbel Hilbig
Alle 10 000 Drittklässler in der Region schreiben Donnerstag in der zweiten Stunde den gleichen Deutschtest. Selbst ihre Lehrer wissen noch nicht genau, wie die Aufgaben aussehen werden. Sie bekommen sie erst morgen aus dem Internet – Fachleute aus dem Kultusministerium haben die Arbeit vorbereitet. Im vergangenen Jahr waren die damaligen Drittklässler bereits landesweit in Mathe getestet worden. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) setzt darauf, dass die Ergebnisse des landesweiten Tests Hinweise für die qualitative Weiterentwicklung des Unterrichts geben.
Die meisten Lehrer haben sich vor allem bemüht, die Nerven ihrer Schüler zu beruhigen. „Wir betrachten das wie eine ganz normale Klassenarbeit. Es wäre ja falsch, die Kinder verrückt zu machen“, sagt Gisela Cohnen, stellvertretende Leiterin der Friedrich-Ebert-Schule. Ihre Kolleginnen haben mit den Schülern Beispielaufgaben geübt, die das Ministerium ins Internet gestellt hatte.
So viel steht bereits fest: Die Schüler bekommen einen Text, den sie selbst durchlesen sollen, um schriftlich Fragen zu beantworten – und zu zeigen, wie gut sie Texte verstehen. Das Rechtschreiben kann auf verschiedene Arten getestet werden: mit einem Kurzdiktat, einem Lückendiktat, bei dem die Kinder fehlende Wörter ergänzen, oder mit einem Fehlertext, den sie korrigieren sollen.
Über die Fehlertexte war das Kollegium der Grundschule Tresckowstraße geradezu entsetzt. Für Grundschüler sei diese Methode ungeeignet, sagt Schulleiterin Ulrike Nötel-Duwe. „ Die falschen Wortbilder prägen sich ein. Es geht aber darum, dass die Kinder richtig schreiben lernen.“ Viele Lehrer haben darauf verzichtet, mit ihren Schülern extra zu trainieren. „Der Test ist nicht dazu da, dass wir uns etwas vormachen. Entweder die Kinder können es, oder wir müssen unsere Arbeit ändern“, sagt Beatrix Albrecht, Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule.
Hier können sie üben

Wer wissen will, was Drittklässler können müssen, kann die Probeaufgaben lösen, die im Internet veröffentlicht worden sind. Im ersten Text müssen die Fehler gefunden, im zweiten die Lücken beim Diktat gefüllt werden.
Was ist falsch?   Ein Ausfluk auf den Pauernhof
Die Kinder faren mit dem Bus auf das Lant. Ale Kinder finden das sehr aufregent. Viele von ihnen kenen Kühe und Zigen bisher nur aus dem Fernsehen. Heute türfen einige Kinder reiten oder beim Föttern der Schweine hefen. Andere streischeln die Schaafe. Schnell verget so die Zeit. Zum Schluß waschen sie ihre schmutzigen Hände und esen Buterkuchen. Es war ein schöner Tak!
Wie schreibt man die fehlenden Wörter? (Die Lehrerin liest vor.)
Harry Potter ist noch ein ..., er hat aber keine Eltern mehr. Er wächst bei der ... seines Onkels auf. Sein Onkel ist alles andere als ... zu ihm. Er ... zum Beispiel in einem alten Schrank unter der Treppe. Eines Tages bekommt er einen ..., den er nicht ... darf, weil sein Onkel und seine ... es ihm ... . Erst ... das Haus verbarrikadiert werden und alle fliehen auf eine einsame ..., bis es Harry mit ... von Hagrid an seinem elften ... gelingt, zu ..., was in dem Brief .... Er ... auf eine besondere Schule für Hexen und ... gehen, die Hogwarts heißt. Hier ... die Geschichte richtig – vielleicht ... du sie ja schon: „Harry Potter und der Stein der Weisen“! Dann weißt du auch, wie ... und mutig Harry ist.
LÖSUNGEN
SO ist es richtig: Ausflug, Bauernhof, fahren, Land, alle, aufregend, kennen, Ziegen, dürfen, Füttern, helfen, streicheln, Schafe, vergeht, Schluss, essen, Butterkuchen, Tag
Das fehlt: Kind, Familie, lieb, wohnt, Brief, öffnen, Tante, verbieten, muss, Insel, Hilfe, Geburtstag, erfahren, steht, soll, Zauberer, beginnt, kennst, klug


HAZ, 17.09.2003  Deutsch-Test:  Niedersachsen testet Fünfjährige 
Hannover (jö). In Niedersachsen ist ein bundesweit einmaliges Projekt zur Sprachförderung  mehr ...
HAZ, 25.10.2003  Deutsch-Test: Jeder neunte Schulanfänger in Niedersachsen kann kein Deutsch    Genau 10 032 Kinder aus Niedersachsen müssen ein halbes Jahr vor ihrer Einschulung im kommenden Jahr zum Deutschunterricht„Sprache ist der Schlüssel zum schulischen Lernerfolg“, sagte Minister Busemann. ....    Am schlechtesten schnitten bei dem Test die Kinder aus dem Regierungsbezirk Hannover ab. Der Anteil der durchgefallenen Kinder beträgt dort 13,2 Prozent. ....  Kritik an den Plänen kam von den Grundschulleitern in Hannover. Sie bemängelten, dass Förderunterricht von Schülern zum Beispiel in Mathematik oder Arbeitsgemeinschaften künftig gestrichen werden müssten, damit die Lehrer den Schulanfängern Deutschstunden erteilen. ...  Auch die Grünen im Landtag sind mit den Plänen des Kultusministeriums nicht einverstanden. „Das ist eine Mogelpackung“, sagte die schulpolitische Sprecherin der Fraktion, Ina Korter. „Wer genau hinschaut, kann sehen, dass es sich nicht um zusätzliche Stellen sondern um Umschichtung von Stunden handelt“, sagte sie. In Wirklichkeit streiche das Land andere Förderangebote und Arbeitsgemeinschaften.    (mak)    mehr ...
HAZ, 24.10.2003  Sprachkurse ja - neue Lehrer nein   Deutschunterricht für Vorschulkinder geht auf Kosten von Förderstunden für alle Grundschüler          An Hannovers Grundschulen rumort es: Für die vorschulische Deutschförderung, die am 1. Februar startet, soll es voraussichtlich keine zusätzlichen Lehrer geben. Stattdessen sollen die Schulen für die zusätzliche Aufgabe Vertretungs- und Förderstunden für bereits eingeschulte Kinder wegkürzen.   ...   Bei einer Tagung haben die Schulleiter jetzt von einem Modell des Kultusministeriums gehört, nach dem sie Förderunterricht und Überhangstunden für die Deutschkurse verwenden sollen. ....  „An manchen Schulen herrscht jetzt richtig Panik. Gerade Schulen mit einem hohen Ausländeranteil brauchen auch weiter für alle Klassenstufen Förderunterricht.“ Das Ministerium wolle wohl noch Stunden zur Verfügung stellen, allerdings zum Teil erst zum August. „Das hilft den Schülern nicht, denen ich vorher Förderstunden wegnehme.“        Außerdem sind Einschnitte bei den Vollen Halbtagsschulen geplant. Bisher sind sie besser ausgestattet als die Verlässlichen Grundschulen, weil sie feste Vertretungslehrer im Kollegium haben. Diese Reserve soll zu Gunsten der Deutschförderung auf andere Schulen verteilt werden. „Es ist vollmundig gesagt worden, unser Modell werde erhalten. Aber wir wissen überhaupt nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Almuth Blanck, Leiterin der Grundschule Am Lindener Markt. bil   mehr ...
HAZ, 25.10.2003  Deutsch-Test: Jeder neunte Schulanfänger in Niedersachsen kann kein Deutsch    Genau 10 032 Kinder aus Niedersachsen müssen ein halbes Jahr vor ihrer Einschulung im kommenden Jahr zum Deutschunterricht. „Bei 92000 Schulanfängern im nächsten Jahr ist das ein"Anteil von fast elf Prozent“, sagte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) am Freitag in Hannover.     Genau 10 032 Kinder aus Niedersachsen müssen ein halbes Jahr vor ihrer Einschulung im kommenden Jahr zum Deutschunterricht. „Bei 92000 Schulanfängern im nächsten Jahr ist das ein"Anteil von fast elf Prozent“, sagte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) am Freitag in Hannover. Der landesweite Test bei fast 85000 Fünfjährigen habe außerdem ergeben, dass 970 Kinder gar kein Deutsch können. 9062 der befragten Fünfjährigen hätten Deutschkenntnisse, die für einen Schulbesuch nicht ausreichten. Rund 7000 kamen der Einladung zum Test nicht nach. Der Förderunterricht soll vom 1. Februar an stattfinden.   Im September waren alle künftigen Schulanfänger zur Überprüfung eingeladen worden. In jeweils 45 Minuten testeten Grundschullehrer die Sprachkenntnisse der künftigen Schüler. Ziel der Aktion ist, dass nur noch Kinder eingeschult werden, die dem Unterricht sprachlich folgen können. „Sprache ist der Schlüssel zum schulischen Lernerfolg“, sagte Minister Busemann.     Am schlechtesten schnitten bei dem Test die Kinder aus dem Regierungsbezirk Hannover ab. Der Anteil der durchgefallenen Kinder beträgt dort 13,2 Prozent. Im Ministerium wird das mit dem relativ hohen Ausländeranteil erklärt. Das beste Ergebnis beim landesweiten Test erreichten mit etwa zehn Prozent Durchfallquote die Kinder aus  dem Regierungsbezirk Lüneburg.     Nach Angaben des Kultusministeriums stehen vom Februar an landesweit 280 zusätzliche Lehrer für den Förderunterricht an Grundschulen zur Verfügung. Dann gebe es insgesamt 820 Lehrerstellen, die Förderstunden erteilen können, sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Georg Weßling.    Kritik an den Plänen kam von den Grundschulleitern in Hannover. Sie bemängelten, dass Förderunterricht von Schülern zum Beispiel in Mathematik oder Arbeitsgemeinschaften künftig gestrichen werden müssten, damit die Lehrer den Schulanfängern Deutschstunden erteilen.     Nach Ansicht von Ministeriumssprecher Weßling müssen die Schulen dagegen lediglich ihre eigenen Förderkonzepte umorganisieren. Der Sprachunterricht sei enorm wichtig, sagte er. „Wer kaum Deutsch kann, kann auch dem Mathematikunterricht nicht folgen.“ In der zweiten Schuljahreshälfte liege der Schwerpunkt in der Sprachförderung. „Dann muss die Ballett-Arbeitsgemeinschaft eben zurückgefahren werden. Im ersten Halbjahr können die dann wieder mit Volldampf tanzen“, empfahl Weßling.    Auch die Grünen im Landtag sind mit den Plänen des Kultusministeriums nicht einverstanden. „Das ist eine Mogelpackung“, sagte die schulpolitische Sprecherin der Fraktion, Ina Korter. „Wer genau hinschaut, kann sehen, dass es sich nicht um zusätzliche Stellen sondern um Umschichtung von Stunden handelt“, sagte sie. In Wirklichkeit streiche das Land andere Förderangebote und Arbeitsgemeinschaften.    (mak)   Veröffentlicht 24.10.2003 20:17 Uhr 
HAZ, 24.10.2003  Sprachkurse ja - neue Lehrer nein   Deutschunterricht für Vorschulkinder geht auf Kosten von Förderstunden für alle Grundschüler          An Hannovers Grundschulen rumort es: Für die vorschulische Deutschförderung, die am 1. Februar startet, soll es voraussichtlich keine zusätzlichen Lehrer geben. Stattdessen sollen die Schulen für die zusätzliche Aufgabe Vertretungs- und Förderstunden für bereits eingeschulte Kinder wegkürzen.        „Das war auch nie anders angekündigt. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen ist durch die Einstellungsoffensive zu diesem Schuljahr gewaltig nach oben gegangen“, sagt Georg Weßling, Sprecher des Kultusministeriums. Sie liege jetzt bei 102,9 Prozent. Rein rechnerisch seien landesweit 280 Vollzeitstellen für die halbjährigen Deutschkurse für diejenigen Vorschulkinder eingeplant, die im September durch den Deutschtest gefallen sind. Doch praktisch müssen viele Schulen jetzt wohl anderswo Stunden zusammenkratzen. „Ich kenne keine Schule, die für die Sprachförderung neue Lehrer bekommen hat“, sagt Evelyn Gorsler, Sprecherin der Grundschulleiter in Hannover. In der Landeshauptstadt liege die Unterrichtsversorgung auch eher bei 98 als bei 103 Prozent.     Bei einer Tagung haben die Schulleiter jetzt von einem Modell des Kultusministeriums gehört, nach dem sie Förderunterricht und Überhangstunden für die Deutschkurse verwenden sollen. Überhangstunden entstehen, weil Grundschullehrer auf Vollzeitstellen 29 Stunden unterrichten müssten, die Kinder aber nur 26 Unterrichtsstunden pro Woche haben. Ungenutzt bleibe diese Zeit aber in keiner Schule, betont Sylvia Menzel von der Grundschule An der Feldbuschwende. „Die Kollegen bieten zusätzlichen Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften an.“ An ihrer Schule gibt es zum Beispiel 21 Stunden Überhang. Für die Vorschuldeutschkurse für 25 angemeldete Kinder braucht Menzel aber 37,5 Stunden. „Der Rest wird den Schulkindern weggenommen, die jetzt regulär Förderunterricht bekommen. Die Decke wird weggezogen, und an einer anderen Stelle friert jemand.“       Das Modell sei sehr problematisch, sagt auch Gorsler. „An manchen Schulen herrscht jetzt richtig Panik. Gerade Schulen mit einem hohen Ausländeranteil brauchen auch weiter für alle Klassenstufen Förderunterricht.“ Das Ministerium wolle wohl noch Stunden zur Verfügung stellen, allerdings zum Teil erst zum August. „Das hilft den Schülern nicht, denen ich vorher Förderstunden wegnehme.“        Außerdem sind Einschnitte bei den Vollen Halbtagsschulen geplant. Bisher sind sie besser ausgestattet als die Verlässlichen Grundschulen, weil sie feste Vertretungslehrer im Kollegium haben. Diese Reserve soll zu Gunsten der Deutschförderung auf andere Schulen verteilt werden. „Es ist vollmundig gesagt worden, unser Modell werde erhalten. Aber wir wissen überhaupt nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Almuth Blanck, Leiterin der Grundschule Am Lindener Markt. bil  
HAZ, 17.09.2003  Deutsch-Test:  Niedersachsen testet Fünfjährige 
Hannover (jö). In Niedersachsen ist ein bundesweit einmaliges Projekt zur Sprachförderung von Kindern schon vor der Grundschulzeit gestartet. Gut 90 000 Fünfjährige müssen in dieser Woche einen Sprachtest absolvieren. „Das ist keine Zukunftsanalyse, sondern eine landesweit einheitliche Erhebung“, sagte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) in Hannover. Kinder von Ausländern, die beim Test auffallen, erhalten im nächsten Jahr Sprachförderunterricht im Kindergarten oder in der Grundschule. Dafür stelle das Land insgesamt rund 21 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Busemann. Man müsse das „Zeitfenster“ vor der Einschulung für den Erwerb von grundlegenden Sprach- und Lesekompetenzen nutzen. Die Schulen könnten viele Defizite später nicht mehr ausgleichen.  Die Behörden rechnen damit, dass landesweit rund zehn Prozent der Fünfjährigen nicht gut genug Deutsch sprechen. In sozial schwierigen Stadtteil könne der Anteil jedoch auch deutlich höher liegen.

Der Test mit dem Teddy     An den Grundschulen haben die Sprachprüfungen für Fünfjährige begonnen. Und so sieht das aus: Erzählen ist Alpers Sache nicht. Da kann sich Lehrerin Sevinç Ezbük noch so sehr mühen, kann immer wieder fragen, was auf der Bilderfolge mit dem Jungen und der Bonbon-Dose auf dem Schrank zu sehen ist, Alper belässt es bei Stichworten: ?Stuhl?, ?fällt runter?.           Aber Alper ist eben auch verlegen, denn dass dies die erste Prüfung seines Lebens ist, das versteht er sehr wohl. Alper, türkischer Herkunft, ist einer von rund 10000 Fünfjährigen in der Region Hannover, bei denen jetzt die deutschen Sprachkenntnisse überprüft werden. An der Albert-Schweitzer-Schule in Linden war er gestern einer der ersten.          Lehrerin Ezbük zeigt ihm ein großes Bild. „Alper, wie viele Vögel erkennst du?“ – „Eins, zwei, .... elf. Elf!“ Richtig. „Alper, wo ist das Klettergerüst?“ „Da!“ Richtig. Und dann hat auch noch ein Teddybär seinen Auftritt. „Alper, setze den Bären unter Tisch!“ Alper setzt ihn unter den Tisch. „Setze ihn hinter das Bett!“ Alper legt den Bären in das Bett. Ein Fehler, aber einer der wenigen. Er wird, beschließen die Lehrerinnen nach halbstündigem Gespräch, keinen Sprachförderunterricht brauchen.       Nicht bei allen Kindern ist so viel Aufwand nötig. „Wenn die Kinder offenkundig fit sind in Deutsch, erübrigt sich die genaue Prüfung“, sagt Beatrix Albrecht, die Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule. Doch in Linden gibt es besonders viele Fälle, die alles andere als eindeutig sind: Kinder, die in zwei Sprachen aufwachsen und doch in keiner Sprache richtig. Alpers Eltern sind vor 24 Jahren nach Deutschland gekommen. Seine Mutter spricht in der Familie immer noch Türkisch, „aber wir“, sagt eine seiner großen Schwestern, „reden mit ihm immer Deutsch“. Nach Alper ist Onur dran. Onur bringt kein deutsches Wort heraus. Seine Mutter hat ihn begleitet. Sie lebt seit 20 Jahren hier. Ihr Deutsch ist stockend, kaum vorhanden. Und dann ist da noch Burak. Der Vater erzählt in fehlerfreiem Deutsch. Daneben sitzt die Mutter, schweigend, weil sie Deutsch kaum spricht, aber doch die meiste Zeit mit den Kindern verbringt. Eine typische Konstellation. „Das“, sagt Beatrix Albrecht, „ist das Problem.“     Die Tests gehen heute weiter, doch beim Ergebnis wagt die Leiterin schon eine Prognose: „Mehr als die Hälfte haben keine ausreichenden Deutschkenntnisse.“   tof 
 Veröffentlicht 16.09.2003 21:37 Uhr 

NP, 17.09.2003  Deutsch-Test: Deutsch-Tests an allen Schulen   Künftige Erstklässler bekommen Kurs, wenn es am Ausdrucksvermögen hapert     Neuland für Grundschullehrer: Zum ersten Mal werden alle künftigen Erstklässler einem Sprachtest unterzogen.    VON JULIA PENNIGSDORF        HANNOVER. „Das war ein Kraftakt“, so Rektorin Christine Baumgart von der Grundschule (GS) Am Sandberge. Rund 180 Kinder wurden für die erste Klasse 2004 angemeldet - und erstmals auch einem Sprachtest unterzogen.           In der Grundschule am Sandberge sah er so aus: „Wir begrüßen die Kinder zu zweit“, schildert Rektorin Baumgart. „Einer geht mit der Mutter die Fragebögen zur Anmeldung durch, der andere macht den Sprachtest.“ Dabei machen sich die Lehrer anhand des Gesprächs mit dem Kind ein Bild von dessen Wortgewandtheit. Im Zweifel auch zweimal. Denn: „Manches Kind spricht vor Aufregung nicht.“            Sprachdefizite gebe es übrigens in allen Schichten und auch in deutschen Familien, betont Baumgart. Sie appelliert eindringlich an Eltern: „Es ist traurig, aber ich kann nur sagen: Sprecht mit euren Kindern, lest ihnen vor und redet mit ihnen, redet, redet!“        Schaffen die Kinder den Test nicht, müssen sie sechs Monate lang täglich zum Deutschunterricht. Den hat die Fridtjof-Nansen-Grundschule in Vahrenheide bereits erprobt. Kinder lernen zum Beispiel mit Würfeln, auf denen Farben und Körperteile abgebildet sind, „ein gelber Arm“ zu sagen oder „die blauen Augen“. Dabei wird viel gemalt.        Kultusminister Bernd Busemann ist stolz auf Förderung. „Wir setzen als erstes Land ein verbindliches Verfahren ein“, sagt er. 20 Millionen Euro investiert er in das Projekt. Im Februar beginnen die Sprachkurse für alle Schüler, die durchfallen. 

Bunte Bauklötze helfen gegen Rechenschwäche VON JULIA PENNIGSDORF     HANNOVER. Eigentlich lief es mit den Hausaufgaben gut. Nur Mathe bereitete Doris Schlumbohm Sorgen. „Beim Rechnen brauchte meine Saskia lange. Es war mühsam und ich spürte meine Ungeduld“, erinnert sie sich. Ihre Tochter nickt. „Zahlen sind schwer“, sagt die blonde Drittklässlerin und lächelt schüchtern.          Dyskalkulie, so lautet die Bezeichnung für Rechenschwäche. „Bis zu drei Kinder pro Klasse haben dieses Problem“, schätzt Christine Baumgart. Die Rektorin der GS Am Sandberge kritisiert: „Im Gegensatz zur Legasthenie ist das noch nicht ins Bewusstsein gedrungen, weder bei Eltern noch Lehrern. Da gibt es auch im Studium Nachholbedarf.“        Die Bemeroder Schule hat das Problem jetzt selbst angepackt. Gestern besuchte Peter Martens die 3e. Dabei hatte der Experte für Rechenschwäche jede Menge Bauklötze, um Zahlen erfahrbar zu machen. Seine Theorie: „Nur wer räumlich denken lernt, kann einen korrekten Zahlenbegriff entwickeln. Sonst bleibt es abstrakt - und Transferleistungen auf der Strecke.“      Mit den Kindern „baute“ der Braunschweiger einen „Tausender.“ 25 motivierte Drittklässler brachten ihm Bauklötze mit Zehner-Wert, bis der Tausenderwürfel fertig war. Ein Auszug aus ihren Erkenntnissen: „Wir brauchen 100 Zehnerreihen“, stellte Kian fest. Marisa bemerkte: „Wir sind 25, dann muss jedes Kind viermal eine Zehnerreihe bauen.“ Viel zu lang, fand Julian. Er sagte: „Wir bauen 100er-Reihen, dann müssen wir nur zehnmal gehen.“       Begeisterung bei Baumgart und Klassenlehrerin Maria Metzen. „Es muss mehr Angebote dieser Art geben. Die Förderung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, so die Rektorin. Ihr Ratschlag an Eltern: „Zahlen müssen im Alltag gegenwärtig sein. Ob Kartoffeln auf dem Tisch stehen oder Würfelzucker.“ Es gebe so viele Möglichkeiten für Rechenübungen.     Dyskalkulie-Therapien lehren Zahlen sinnlich zu greifen. „Nur so gelingt Kindern der Schritt vom Konkreten ins Abstrakte“, bestätigt auch Mathe-Didaktiker Klaus Hasemann von der Uni-Hannover.      www.peter-martens-institut.de      Bild: DA MACHT MATHE PLÖTZLICH SPASS: Saskia (Mitte) und ihre Mitschüler bauen mit Peter Martens (links) aus Bauklötzen einen „Tausenderwürfel“. Foto: Decker

Medienzentrum bleibt erhalten REGION. Das Medienpädagogische Zentrum (MPZ) an der Podbielskistraße bleibt erhalten. In einer gemeinsamen Sitzung beschlossen gestern der Schul- und der Kulturausschuss der Regionsversammlung einstimmig das Fortbestehen der Institution.    Allerdings wurde der Etat für das MPZ und die fünf Medienzentren der Region von 786 000 Euro auf 500 000 Euro in 2004 gedeckelt. Das MPZ ist bei Lehrern wegen seiner medienpädagogischen Kompetenz sehr beliebt. Die Verwaltung wollte das MPZ (zweieinhalb Stellen) einsparen, weil es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt. ton
Mentoren sind auf Erfolgskurs 
HANNOVER. „Hannovers Antwort auf Pisa“ - so nennt Buchhändler Otto Stender das von ihm gegründete Projekt „Mentoren fördern Schüler“. 350 Hannoveraner, die leseschwachen Schülern helfen wollen, haben sich bereits gemeldet. Zu den prominenten Unterstützern gehören Hannover-96-Trainer Ralf Rangnick, Regisseurin Doris Dörrie, Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa, Opernsänger Thomas Quasthoff sowie Üstra-Chef Heinrich Ganseforth. Das nächste Treffen der Mentoren findet am Freitag um 15 Uhr im Regionshaus statt. Nähere Infos gibt es unter 0511/61 62 24 32 oder 283 45 15. jul

Am Weltkindertag um den Maschsee   HANNOVER. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ - unter diesem Motto wollen 2000 gesunde und behinderte Schüler aus Hannover, Laatzen, Steinhude, Barsinghausen und Hemmingen zusammen mit Bewohnern des Altenheims Geibelstraße am 19. September um den Maschsee wandern. Anlass ist der Weltkindertag. Die Schüler wollen Geld sammeln und im Zeichen des europäischen Jahres der Behinderten ihre Spende der „Arbeitsgemeinschaft für Multiple Erkrankte“ in Hannover übergeben. Die Schirmherrschaft für die Aktion hat Ministerpräsident Christian Wulff übernommen. jul

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