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| Stadt-Anzeiger West, 19.03.2003 Ernährung / Schulen im Westen Hannovers: Oberricklingen: Kinder kommen hungrig zur Schule 15 Eltern der Wilhelm-Busch-Grundschule in Oberricklingen bereiten für die Schüler in der Pause ein gesundes Frühstück zu. Pausenbrote sind Mangelware. ... Die Lebensmittel für das kostenlose Frühstück liefert einmal pro Woche die „Hannoverschen Initiative obdachloser Bürger“ (HIoB) im Rahmen des Projektes „Hilfe für hungernde Kinder in Hannover“. mehr .... |
| Stadt-Anzeiger
West, 19.03.2003 Ernährung Oberricklingen: Kinder kommen hungrig zur Schule 15 Eltern der Wilhelm-Busch-Grundschule in Oberricklingen
bereiten für die Schüler in der Pause ein gesundes Frühstück
zu. Pausenbrote
sind Mangelware. „Viele Kinder kommen ohne
etwas Essbares und ohne gefrühstückt zu haben in die Schule“, klagt
Michael Strümpel, Leiter der Wilhelm-Busch-Schule in Oberricklingen.
Aus diesem Grund bereiten seit etwa einem halben Jahr 15 freiwillige Eltern
der Grundschule in wechselnden Zweiergruppen allmorgendlich in der ersten
großen Pause ein Frühstück zu. Auf zwei Tischen im Foyer
der Schule wird ein kleines Büfett mit Cornflakes, Butterbroten, Gemüse
und Obst angerichtet.
Die Lebensmittel für das kostenlose Frühstück
liefert einmal pro Woche die „Hannoverschen Initiative obdachloser Bürger“
(HIoB) im Rahmen des Projektes „Hilfe für hungernde Kinder in Hannover“.Zu
der so genannten Schulspeisung kommen nach Aussage des Schulleiters täglich
etwa 30 bis 40 Schüler. Um die Anonymität der vernachlässigten
Kinder zu wahren, dürfen alle Kinder der Grundschule bei dem Büfett
zugreifen. „Wir wollen verhindern, dass die betroffenen Kinder stigmatisiert
werden“, erklärt Michael Strümpel und betont: „Ein gutes Frühstück
ist wichtig für die Lernleistung der Kinder“. Er stelle bereits seit
einigen Jahren fest, dass immer mehr Schüler von ihren Eltern nicht ausreichend
ernährt werden. „Anfangs haben wir gezielt mit den Eltern gesprochen“,
erzählt der Schulleiter, „doch nur mit wenig Erfolg“. Deshalb habe
er im vergangenen Sommer beschlossen, mit Unterstützung von „HIoB“ die
Schulspeisung zu organisieren. Der
1993 gegründete Verein kümmert sich neben dem Engagement für
Wohnungslose bereits seit zwei Jahren auch um vernachlässigte Kinder
in Hannover. So versorgt die Initiative mittlerweile vier Schulen,
eine Kindertagesstätte, einen Nachbarschaftstreff und eine therapeutische
Einrichtung mit Essen. Die Nahrung kauft „HIoB“ zu etwa 90 Prozent
von Spendengeldern. Außerdem wird das Projekt von der Initiative „Hannöversche
Tafel“ mit Lebensmitteln versorgt, die von Bäckern und anderen Lebensmittelhändlern
überschüssige Ware einsammelt.
„Wir würden gerne noch mehr Schulen in das Projekt aufnehmen“, sagt Kornelia
Rust-Bulmahn, die Vorsitzende von „HIoB“. Es gebe bereits zwei Anfragen
- darunter eine Schule in Mühlenberg. Wegen Geldmangels musste „HIoB“
jedoch zunächst absagen. Trotz des großen Erfolges der Aktion an seiner Schule fordert Strümpel die Eltern auf, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern. „Es reicht nicht, dass man den Kindern einen Euro in die Hand drückt und sie zum Kiosk schickt, wo sie sich Kartoffelchips kaufen.“ Leser, die das Projekt „Hilfe für hungernde Kinder in Hannover“ unterstützen wollen, können sich unter der Telefonnummer 5 85 99 49 näher darüber informieren. isk Veröffentlicht 19.03.2003 15:37 UHR |
| oErnährung: Jeder zehnte Erstklässler
zu dick
Pommes, Currywurst, Döner,
Hamburger. Was lecker schmeckt, macht auf Dauer fett. Die Gewichtsprobleme
bei Grundschülern – der städtische Sozialbericht belegt sie.
In den USA (dort sind
60 Prozent aller Einwohner übergewichtig) werden bereits
In Deutschland wäre
so was unmöglich. Frank Woesthoff, Sprecher des Die Gesellschaft für
Ernährung hat ermittelt, dass 64 Millionen Deutsche Essen außer
Hintergrund: Neue Arbeits-
und Freizeitbedingungen sowie Individualisierung und Für Ernährungs-Spezialisten
enthält Fast-Food zu wenig Vitamine und Mineralstoffe.
Aber dafür fehle
es in vielen hannoverschen Haushalten durch die Arbeitslosigkeit der
Sauermann: „Eine Frage
einer anderen Kultur.“ Wohlgenährte Kinder seien für viele
HANNOVER, VON STEFAN FLEER UND KLAUS GEMBOLIS Region: Armut ungleich verteilt Genau 55.300 Menschen
in der Region sind auf Sozialhilfe angewiesen. 65 Prozent Nicht genug Geld für
seinen Lebensunterhalt hat in der Landeshauptstadt jeder 14.
Von den 20 Gemeinden
des ehemaligen Landkreises liegt in fünf die Armutsquote
Mehr als die Hälfte
der hannoverschen Sozialhilfeempfänger braucht die staatliche
Höchst unterschiedlich
sind auch die Kosten pro Sozialhilfeempfänger. Spitzenreiter
Trotz der großen
Unterschiede in der Sozialstruktur sollen bei der Geldvergabe und
Der Sozialdezernent der
Region, Erwin Jordan, will, dass Sozialhilfeempfänger in
46 200 sind ohne Arbeit – immer mehr Insolvenzen „Die Mai-Zahlen und der
Jahresverlauf sind absolut nicht zufrieden stellend“, sagte
Weitere Tiefschläge
für die Arbeitsverwaltung: Es gibt immer mehr Insolvenzen.
Wo gibt es Hoffnung?
„Da muss man lange gucken“, sagt Brüggemann. Er verzichtet
Fatal: Brüggemanns
Etat stimme, und auch die geeigneten Instrumente seien Wie groß die Anstrengungen
in der Brühlstraße sind, Menschen in die Arbeit zu
„Wir haben keine Indikatoren
dafür, dass sich bei den großen Produktionsbetrieben
Wichtiger aber noch ist
eine Projektgruppe, deren Mitglieder sich auf die Socken HANNOVER, VON KARL-R. WÜRGER NP, 09.06.2002 |
| HAZ, 18.05.2002 ->Schwänzen
Wer zehnmal schwänzt Was erlauben wir an unseren Schulen – und was können sich Schüler erlauben? Die Diskussion ist nicht erst seit den Todeschüssen von Erfurt entbrannt. In der Region Hannover haben es zumindest Schulschwänzer nicht so leicht. Ihnen droht ein hohes Bußgeld. Für die meisten Kommunen der Region ist es neu, Bußgelder für hartnäckige Schulverweigerer zu verhängen, weil das früher der Landkreis erledigte. Hannover hat sich seit jeher selbst um die Schwänzer gekümmert. „Wir haben uns in der Region abgestimmt, damit Nachbarn nicht völlig unterschiedliche Bußgelder zu zahlen haben”, sagt Klaus Dostatny, der im Ordnungsamt für Schulpflichtverletzungen zuständig ist. Die Städte hätten zumeist die Bußgeldsätze Hannovers übernommen. In der Landeshauptstadt werden beide Eltern und Schüler von 14 Jahren an mit Bußgeldbescheiden zur Kasse gebeten – im vergangenen Jahr 721-mal. „Bei den Eltern gehen wir davon aus, dass sie fahrlässig gehandelt haben. Ein Schüler, der wegbleibt, macht das vorsätzlich”, sagt Dostatny. Schulschwänzen ist eine Ordnungswidrigkeit. Und wenn sie mit Vorsatz begangen wird, schreibt das Ordnungswidrigkeitengesetz fünf Euro als Mindestbuße vor. Eltern, die nur fahrlässig waren, zahlen pro Person drei Euro pro Tag, den ihr Kind unentschuldigt fehlt, Berufsschüler mit eigenem Einkommen sogar 25 Euro. Dazu kommen fünf Prozent des Bußgeldes als Verwaltungsgebühr und 5,62 Euro Zustellkosten. „Wenn ein Elternteil
nicht im selben Haushalt wie das Kind lebt, erfährt er nicht unbedingt,
ob sein Kind zur Schule geht”, sagt Dostatny. Dann wird er nicht belangt.
Vielen Eltern gelinge es auch so, sich während des Verfahrens zu
Die Schulen sollten frühestens eine Meldung ans Ordnungsamt schicken, wenn ein Schüler zehn Tage geschwänzt hat. „Die Lehrer versuchen vorher zu ergründen, woran es liegt. Bei familiären Problemen wenden sie sich an den Sozialdienst. Eine Anzeige sollte eigentlich der letzte Weg sein”, sagt Dostatny. Nach beispielsweise zehn Fehltagen sind immerhin je 30 Euro Bußgeld für Vater und Mutter sowie 50 Euro für den Schüler aufgelaufen. Doch manchmal summieren sich die Bußgelder auf deutlich höhere Summen: Im vergangenen Jahr hat Dostatny in einigen Fällen den Bußgeldrahmen von 500 Euro ausgeschöpft. Wenn nicht gezahlt wird, können die Jugendlichen auch zu gemeinnützigen Arbeiten herangezogen oder die Eltern in Erzwingungshaft genommen werden. Das kommt durchaus vor. Besonders in Berufsschulen, die Jugendliche ohne Ausbildungsplatz unterrichten, ist Schulverweigerung ein Problem, sagt Dostatny. Dort machten Sozialarbeiter Hausbesuche, sobald ein Schüler einen Tag fehlt. „Es ist allerdings schwierig, jemanden zu motivieren, der keinen Ausbildungsplatz hat, und trotzdem die Schulpflicht erfüllen soll.” Bärbel Hilbig Veröffentlicht 17.05.2002 21:18 UHR |
| HAZ, 08.11.2001 ->Schwänzen Helfer besuchen Schulen Justizminister Pfeiffer setzt Kampf gegen Schwänzen fort CELLE ( gör) 14 Prozent der Schüler schwänzen fünf bis zehn Tage im Schuljahr den Unterricht, sechs Prozent gar mehr als 20 Tage - diese und viele andere Zahlen präsentierte Justizminister Christian Pfeiffer am Mittwoch in Celle den 700 Teilnehmern einer Tagung zum Thema Gewaltprävention. Die Verantwortung für das unentschuldigte Fehlen gibt Pfeiffer zum Teil den Lehrern. "Die Hälfte der Schüler gab in einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts an, dass die Schule auf ihr Fernbleiben überhaupt nicht reagiert hat." Für den Justizminister ist das auch deshalb ein unhaltbarer Zustand, weil es einen Zusammenhang zwischen Schwänzen und Ladendiebstählen sowie Gewaltdelikten gebe. Mit der Frage, was gegen Jugendgewalt zu tun ist, beschäftigten sich seit sechs Jahren Präventionsräte in vielen Kommunen. Polizisten, Juristen, Lehrer, Sozialarbeiter und engagierte Bürger aus diesen mittlerweile 120 niedersächsischen Präventionsräten informierten sich in Celle über mögliche Lösungen. Sechs Prozent aller deutschen und 24 Prozent alle türkischen Kinder und Jugendlichen gaben bei der von Pfeiffer präsentierten Befragung an, von den Eltern misshandelt worden zu sein. "Wer mit Gewalt aufwächst, hat ein niedriges Selbstwertgefühl und versucht seine Probleme eher als andere auch mit Gewalt zu lösen." Nur ganz wenige der misshandelten Kinder wendeten sich an Lehrer, Behörden oder den Kinderschutzbund - aus Angst davor, dass die Eltern alles erfahren und sie noch mehr schlagen. |
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