FITNESS -  Dokumentation Stadtelternrat Hannover
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HAZ, 25.02.2006:  Fitnesstest bleibt ergebnislos
Schulen scheitern an Problemen bei Dateneingabe / Lehrer zweifeln weite an Erhebung
Von Bärbel Hilbig

Der landesweite Fitnesstest wird auf etliche Schulen in Hannover keinerlei Auswirkungen haben: Die Lehrer scheiterten schon bei der Eingabe der Ergebnisse ins Internet - folglich gibt es jetzt auch keinen Überblick über den Leistungsstand ihrer Schüler beim Rumpfbeugen und Säckchenwerfen. "Wir wollten mitmachen", betont Hans-Victor Reuter, Leiter der Ricarda-Huch-Schule. Aber die technischen Voraussetzungen des Systems hätten das nicht zugelassen.
An dem Test sollten im vergangenen Herbst alle Erst- bis Zehnklässler teilnehmen. Als die Lehrer der Ricarda-Huch-Schule die Messdaten auf vorbereiteten Formularen im Internet eintragen wollten, gab es jedoch Probleme, von denen auch andere Schulen bereits berichtet hatten. "Wir gelangten nicht auf unsere Seiten, hatten aber Zugriff auf Daten anderer Schulen", sagt Reuter. Er meldete diese Panne dem Ministerium. Als danach dieselben Probleme wieder auftauchten, stoppte die Schule die Eingabe, bat um weitere Anweisungen - und bekam keine Antwort aus dem Ministerium mehr. "Das System funktioniert nicht. Die Daten von manchen Klassen sind einfach verschwunden", sagt der Fachleiter Sport, Helmut Siekmann.
Andere Lehrer konnten die Leistungen ihrer Schützlinge jetzt zwar wie gewünscht mit Ergebnissen aus anderen Bundesländern vergleichen - sie zweifeln aber weiterhin am Sinn der Erhebung. "Ich biete meinen Schülern abwechslungsreichen Unterricht, etwa Baseball, Klettern und Tanz. Und ich glaube, es macht ihnen Spaß", sagt Sportlehrer Hans-Jürgen Stender von der IGS Roderbruch. Dass seine Schüler unter dem Bundesschnitt liegen, beunruhigt ihn nicht. "Wenn in einem Test Fitness auf acht Übungen reduziert wird, führt das sicher nicht zu allgemein gültigen Aussagen." Stender hat beim Datenvergleich festgestellt, dass die Leistungen der Schüler stark von der Anzahl der Sportstunden abhängen. "Wir brauchen mer Sportlehrer. Das ist auch eine Frage der Chancengleichheit, denn gerade Einwanderer schicken ihre Kinder meist nicht in den Sportverein."
Auch Petra Günther, Sportlehrerin an der Peter-Ustinov-Schule, hält eine dritte Sportstunden für dringend erforderlich. "Vereinssport scheitert bei unseren Schülern oft am geld, aber auch an ihrem fehlenden Durchhaltevermögen."

HAZ, 16.03.2006:  Schlappe Landkinder, starke Stadtkinder
Nach dem großen Fitnesstest in Niedersachsen bleiben viele Fragen – die auch der Kultusminister nicht beantworten kann
Von Michael B. Berger
Hannover. Beim Hüftbeugen, Zielwerfen oder anderen Disziplinen, die eine gewisse Körperfertigkeit erfordern, liegen die Jungen und Mädchen im niedersächsischen Landkreis Harburg deutlich vorn. Das ergab der große Fitnesstest, von dem Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) gestern erste Ergebnisse vorstellte.
635 000 Schüler an 2766 Schulen wurden im Herbst unter die Lupe genommen beziehungsweise auf die Piste geschickt – und das Ergebnis weckt Sorgen. „Die tatsächliche Fitness der Kinder ist wesentlich schlechter, als die Sportnoten sie vielleicht glauben lassen“, sagte Busemann. Um die Kondition der Kinder sei es nicht gut bestellt.
Busemann hatte den umstrittenen Fitnesstest im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben – für zunächst 260 000 Euro, die Sponsoren zur Verfügung gestellt haben. Das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) wertete die Daten aus. „Die Fitness der niedersächsischen Schülerinnen und Schüler liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt“, sagt Lothar Klaes vom WIAD. Vor allem in den schwach entwickelten Regionen hätten Jungen und Mädchen schlechte Fitnesswerte – Wilhelmshaven und der Landkreis Lüchow-Dannenberg fielen auf. Auch der Landkreis Friesland schnitt schwach ab wie auch Wittmund, Peine und Emden. Besser schnitt hingegen die Region Hannover ab. „Bei den Mädchen liegt Hannover 11,7 Prozent über dem Durchschnitt und bei den Jungen 12,5 Prozent über dem Landesschnitt“, berichtet ein Sprecher des Kultusministeriums.
Die Studie ermittelte außerdem die Erkenntnis, dass es an den Gymnasien besser um die Fitness bestellt sei als an Realschulen und dass an Gesamt- und Hauptschulen die Lage noch schlechter sei. Auch seien die Werte in jenen Regionen besser, wo ausreichende Sportstätten vorhanden seien, erklärte Kultusminister Busemann. Warum aber ausgerechnet der Landkreis Harburg so außerordentlich gut abgeschnitten hat, wusste auch Lothar Klaes vom Institut WIAD nicht zu sagen. Denn dieser Landkreis sei mit Sportstätten gar nicht so sehr gesegnet: „Es wird wohl die Nähe zu Hamburg sein.“
Welche Schlüsse aus den gesammelten Daten zu ziehen sind, blieb gestern jedoch offen – bis auf die allgemeine Feststellung, dass Bewegung Not tue. „Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit“, meinte Reinhard Rawe, Direktor des Landessportbundes: „Wir brauchen dringend eine dritte Stunde Sport in der Schule.“ Da seufzte der Kultusminister nur: Die sei derzeit nicht zu bezahlen. Ohnehin könne die Schule nicht Versäumnisse des Elternhauses aufholen. So will Busemann erst einmal „einen Bewusstseinsprozess“ einleiten. Wenn die Karte aber im März konkret vorliege, „können sich die Politiker vor Ort viele Anregungen holen“.

HAZ, 16.03.2006:  Fitnesstest - eine unendliche Geschichte
Pannen, Verunsicherung, Verzögerungen, Missverständnisse: Busemanns Projekt bleibt in der Kritik
Von Jörg Kallmeyer

Hannover. Es war an einem trüben Tag Ende November, als für Jonas in Holzminden der Fitnesstest auf dem Stundenplan stand. Seine dritte Klasse trabte in die Turnhalle, um sich in ungewöhnlichen Disziplinen zu messen: Zielwerfen mit dem Bohnensäckchen; Klammern an der Sprossenwand; sechs Minuten laufen; Hochspringen aus dem Stand; Ballprellen; Stufensteigen – so lauten die Disziplinen.

Nach jeder Übung ist Pulsmessen angesagt. Weil es an Helfern mangelt, übernehmen die Drittklässler das Messen selbst. „Witzig“ fand der neunjährige Jonas den Test. Und „spannend“. Schließlich sollte er sich im Internet mit Tausenden anderen Altersgenossen aus ganz Niedersachsen messen können. Jonas hat seitdem auch schon einmal auf der Internetseite www.fitnessland-niedersachsen.de nachgeschaut – allerdings ohne viel Erfolg. Die Seite befinde sich noch im Aufbau, steht dort. Und selbst gestern, als Kultusminister Bernd Busemann die Ergebnisse des Fitnesstests in Hannover präsentiert hatte, wurde man im Internet unter dem Punkt „Ergebnisse und Trends“ weiter vertröstet – auf „Februar 2006“. Auf Nachfrage heißt es jetzt: Die detaillierte Karte sei erst im März fertig.
Jonas muss sich mit der Antwort begnügen, dass die Ergebnisse seiner Region unter dem Landesdurchschnitt liegen – so wie in anderen strukturschwachen Gebieten auch.
Das lange Warten auf die Ergebnisse ist bezeichnend für den Fitnesstest, der seit seinem Beginn im vergangenen Herbst die Landespolitik bisweilen mehr bewegt hat als so manches wichtige bildungspolitische Thema. Über Kultusminister Bernd Busemann ergoss sich Hohn und Spott – Busemann polterte zurück, weil er sich falsch verstanden fühlte: „Was ist schon schlimm daran, wenn man auf die mangelnde Fitness von Schülern hinweist?“ Die Kritiker von SPD und Grünen im Landtag hielten dagegen: „Was ist für Kinder gewonnen, wenn man ihnen vorhält, zu dick und unsportlich zu sein?“
Die Kritiker fanden bei Eltern nicht zuletzt deshalb Gehör, weil vieles an dem Test handwerklich danebenging. Vor allem bei der Eingabe der Daten von mehr als 650 000 Schülern gab es zahlreiche Pannen – mit der Folge, dass Lehrer, die gestern mit Hilfe eine Passwortes nach den Ergebnissen ihrer Schüler schauen wollten, noch immer ganze Klassensätze an Daten vermissen.
Dürftig fiel die Auswertung des Fragebogens über Körpergröße, Gewicht und sportliche Aktivitäten aus, der nach dem Test freiwillig ausgefüllt werden sollte. Nach der lange Debatte waren Eltern offenbar verunsichert: Nur 60 Prozent beantworteten diese Fragen überhaupt. Schwierig ist auch der Vergleich mit anderen Bundesländern. Nur Niedersachsen hat bislang eine „Totalerhebung“ von allen Schülern bis Klasse 10 gemacht; in den anderen Ländern gibt es lediglich repräsentative Daten, die mit Hilfe von Stichproben gewonnen wurden.
Bleibt auch noch der Streit mit den Sportpädagogen. Erst fanden Wissenschaftler der Uni Oldenburg heraus, dass die Disziplinen in dem als modern angepriesenen Fitnesstest immerhin schon 20 Jahre alt sind. Dann hielten die Sportwissenschaftler der Uni Hannover dem Kultusminister auch noch vor, er stehle sich aus der Verantwortung, wenn er die Fitness zwar teste, den Sportunterricht aber nicht aufwerte. Busemann hielt dem Institut entgegen, dort könne man Sportlehrer werden, „ohne vorher mal ’ne Rolle vorwärts gemacht zu haben“. Die Versöhnung steht noch aus.

HAZ, 16.03.2006:  Kommentar - Und die Therapie ?
Die Opposition im Landtag hatte gestern leichtes Spiel. Die Ergebnisse des Fitnesstests, beklagte die SPD, seien „beeindruckend überraschungsfrei“. Tatsächlich: Wen wundert‘s, dass die Schüler in strukturschwachen Regionen mit sozialen Problemen weniger sportlich sind als anderswo?
Es ist in Ordnung, dass der Kultusminister die Öffentlichkeit auf ein gewichtiges Problem hingewiesen hat: Viele Kinder bewegen sich zu wenig und sind schlecht ernährt. Wer mit einem so großen Aufwand die Diagnose betreibt, der muss aber auch einen Weg für die Therapie anbieten. Hier lässt Busemann aber seine ansonsten zupackende Art vermissen. Ist die Fitness der Kinder Sache der Schule oder des Elternhauses? Der Kultusminister muss passen; es gibt leider kein Geld für neue Sportlehrer.
An die Eltern aber hat man das Thema unprofessionell herangetragen – Pleiten, Pech und Pannen beim Test verschreckten selbst Wohlmeinende.
Jörg Kallmeyer

Trifft Christopher  das Ziel? In der IGS  Roderbruch in Hannover  versuchen Christopher  und Myriam, ein  Bohnensäckchen aus  drei Metern Entfernung  in auf dem Boden  markierte Zielfelder  zu werfen.
Decker

NP, 15.02.2006   Fitness-Test: Heute Stunde der Wahrheit ... doch die Karte im Internet gibt es immer noch nicht 
FitnessHeute werden erste Ergebnisse des landesweiten Fitnesstests vorgestellt. Die dazu geplante Internet-Karte ist noch immer nicht fertig.
VON DIRK RACKE
HANNOVER. „Wir werden den Fitness-Schock sehen“, war Kultusminister Bernd Busemann (CDU) schon vor sieben Monaten überzeugt. Um das zu überprüfen, ließ er alle 750 000 Schüler der ersten bis zehnten Klasse im Sportunterricht zum Test antreten – mit begrenztem Erfolg.
    Die Proteste von Lehrern und Datenschutzängste der Eltern zeigten Wirkung: Nur 73 Prozent der Test-Fragebögen (siehe Text unten) konnten ausgewertet werden. Ergänzende Fragen zu Gewicht, Körpergröße und Sportinteressen wurden sogar nur zu 60 Prozent beantwortet.
    Folge: Die mehrfach angekündigte Fitness-Landkarte, die per Mausklick regionale Ergebnisse liefern soll, wird heute zwar vorgestellt – aber nicht ins Internet gestellt. Offizielle Begründung: Noch seien nicht alle Abfragemöglichkeiten installiert. Vager neuer Termin: Anfang März.
    Bis dahin bekommen Sportlehrer nur zu sehen, wie ihre Schüler im Verhältnis zum Landesdurchschnitt abgeschnitten haben. Der vorgesehene „Vergleich mit anderen Regionen“ ist nicht aktiv. Entsprechend ist das Desinteresse: „Was soll das bringen?“, meinten etliche Pädagogen auf Anfrage der NP. Die Schock-Prophezeiung hat sich erfüllt: Niedersachsen liege „unter dem Bundesdurchschnitt“, verkündete der Minister mehrfach. Und: Kinder in Regionen mit mehr Sportangeboten seien fitter.
    „Das ist Allgemeinwissen“, spottet Sportwissenschaftler Gunter A. Pilz von der Uni Hannover: „Der Minister, der jetzt das große Lamentieren anfängt, ist derjenige, der die dritte Sportstunde in der Grundschule gestrichen hat.“
Bei der Projektvorstellung im Juli 2005 hatte Busemann erklärt, bei schlechten Ergebnissen „werden wir uns ein ganzes Paket an Maßnahmen überlegen, die mehr Bewegung erzeugen“. Jetzt warten Eltern und Lehrer auf Einlösung dieses Versprechens: „Der Staat muss den Sportunterricht so mit Lehrern und Stunden ausstatten, dass die Fitness auch gefördert werden kann“, so Birte Clasem vom Hauptpersonalrat im Kultusministerium. „Das ist der Bildungsauftrag der Schule.“
www.fitness- landkarte.de
FOTO: SÄCKCHENWERFEN: Auch Sportärzte und -lehrer probierten den Test aus – nicht alle kamen damit klar. Foto: Wilde
NP, 15.02.2006   Fitness-Test ist schon 20 Jahre alt
    Der Fitnesstest besteht aus einem Leistungscheck und einer Umfrage. Der Leistungscheck ist verpflichtend und umfasst sieben Tests, vom Ballprellen übers Zielwerfen mit einem Bohnensack und Hochspringen aus dem Stand. Die Ergebnisse wurden von den Lehrern gemessen und bilden nun die Grundlage für die Fitnesskarte von Niedersachsen.
     Die Umfrage, die die Schüler freiwillig ausfüllen konnten, behandelt Fragen nach der Zufriedenheit mit der eigenen Sportlichkeit, den Lieblingssportarten oder der Note im Zeugnis.
    Alle Daten wurden dem Ministerium zur Verfügung gestellt. Mit Passwörtern können Lehrer und Schüler seit einigen Wochen ihre Ergebnisse im Internet abrufen.
    Rund 750 000 Schüler sollten den Test absolvieren. Die Kosten von etwa 250 000 Euro teilt sich das Kultusministerium mit einem Dutzend Sponsoren.
    Gegner der Fitnesskarte hatten kritisiert, dass der Test veraltet sei. Verstärkt wurde dieser Eindruck, als bekannt wurde, dass er schon 1986 als neueste Errungenschaft angepriesen worden war. ran

NP, 15.02.2006   Eine Serie von Pannen und kuriose Daten
Die Geschichte der Fitnesslandkarte ist auch eine Geschichte von Pannen.
Schon die Eingabe der Daten im Internet nervte die Lehrer: Anfangs stürzte der Server des Kultusministeriums immer ab. Auch einige unvorhergesehene Probleme tauchten auf: Da Eltern sich Sorgen um den Datenschutz machten, schickten einige Schulen die Fragebögen per Post ans Ministerium. Dieses hat alle zurückgeschickt, versehen mit einer kurzen Dienstanweisung, dass es Pflicht der Schule sei, die Daten einzugeben.
Mitte Januar sollten Lehrern und Schülern die eigenen Testdaten zur Verfügung stehen – doch der Internetauftritt des Ministeriums war nicht rechtzeitig fertig.
Als mit einigen Tagen Verspätung die Daten freigeschaltet wurden, hielten sie einige Überraschungen bereit: So vermissten Lehrer einzelne Schüler und ganze Klassen. Zudem waren viele Daten mit kuriosen Fehlern gespickt. So mussten einige Lehrer mit Staunen lesen, dass ihre Viertklässler gern segeln gingen oder Unterwasserrugby spielten. ran

NP, 15.02.2006   Spott und offener Streit mit Sportwissenschaftlern
Der Fitnesstest sorgte nicht nur für Elternfrust und Lehrerproteste. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) handelte sich mit der ständigen Verteidigung des umstrittenen Projektes auch Spott und Ärger ein.
So warfen die Sportwissenschaftler der Uni Hannover dem Minister Anfang Dezember in einem offenen Brief vor, er lasse Fitness feststellen, ohne nach Ursachen zu fragen oder Rahmenbedingungen zu verbessern. Fazit der Forscher: Der Minister stehle sich aus der Verantwortung.
Im Landtag giftete Busemann zurück: Am Sportinstitut der Uni „kann man Sportlehrer werden, ohne vorher mal ’ne Rolle vorwärts gemacht zu haben“. Entschuldigt hat sich der Minister bisher nicht. Ein Gespräch in der vergangenen Woche sagte er ohne Begründung ab.
Auch die Landtagsgrünen kritisierten den Test als „pädagogisch fragwürdig“. Aus Protest verteilten sie in den Ministerien einen spöttischen „Sitzfett-Test“ mit Noten für „Wähler prellen“ oder „Rückgrat verbiegen“. dir


Gespräch im Ministerium zum Thema Fitnesslandkarte
Zum Thema Fitnesslandkarte waren am  19. 12. 2005 Vertreter des StER Hannover zu einem Treffen mit Vertretern des Kultusministeriums eingeladen. Da wir gehalten sind, die Persönlichkeitsrechte der Teilnehmer zu berücksichtigen, finden Sie im Anhang unsere anonymisierte Gesprächsnotiz.  (als pdf 23 kb)

Vom Stadtelternrat waren bei dem Gespräch anwesend:  Herr Lochte (Vorsitzender des StER), Frau Dietrich (stellvertretende Vorsitzende), Frau Eichholz (Vorsitzende im Arbeitskreis Gymnasien und Vorstandsmitglied), Frau Weber (Vorstandsmitglied in den Arbeitskreisen Grundschulen und Haupt-/Realschulen), als Sachverständige: Herr Prof. Dr. med. Burchert, Direktor Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen der Universi­tätsklinik der Ruhr-Universität Bochum (Sonderbeauftragter des StER mit dem Schwerpunkt Anony­misierung in epidemiologischen Studien)  ,Herr Komar (Sonderbeauftragter des StER mit dem Schwerpunkt Datensicherheit aus haushalts­rechtlicher, schul- und bildungspolitischer Sicht), Herr Dr. med. Giencke, Sprecher und Datenschutzbeauftragter des Vorstands des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Landesverband Niedersachsen/Bremen (Sonderbeauftragter für den Bereich medizinischer Datenschutz).
Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung    Mit fitten elterlichen Grüßen  Garnet Eichholz  (Vorstand StER), Remarqueweg 15, 30455 Hannover,  Tel.: 0511 - 49 00 40,Fax: 0511 - 47 355 35
     

NP, 21.01.2006   Fitnesstest online: Immer noch fehlen viele Daten
HANNOVER. Der Streit um den Fitnesstest geht in die nächste Runde. Seit gestern sind die ersten Fitnesstestergebnisse online, und viele Sportlehrer stöberten bereits in den Daten ihrer Schüler – nicht ohne Überraschungen.
Ein Sportlehrer aus Langenhagen bestätigte gestern der NP, dass die ersten Ergebnisse recht problemlos abrufbar seien. „Nur dass 16 Prozent meiner Schüler seit neuestem Segeln gehen, wie es dort steht, wage ich zu bezweifeln.“ Schließlich hatte keiner seiner Schüler auf den Erfassungsbögen diese Sportart angegeben.
Auch vermisste er noch die Daten einer zehnten Klasse, die laut Computermeldung nicht eingegeben worden waren. „Schon ein bisschen ärgerlich. Schließlich haben wir viel Zeit investiert“, so der Realschullehrer.
Kultusministeriumssprecher Georg Weßling: „Es kann sein, dass die falsche Schulnummer eingegeben wurde. Im Notfall kommt man problemlos zurück zur Dateneingabe und kann die Ergebnisse erneut eingeben.“ Insgesamt habe man mehr als 70 Prozent aller Schüler erfassen können, so Weßling.
Die Schulpolitische Sprecherin der SPD, Ingrid Eckel, hielt dagegen, dass immer noch 30 Prozent der Daten fehlen würden. „Herr Busemann hat sein bürokratisches Ungetüm namens Fitnesslandkarte immer damit begründet, man brauche die Daten aller Schülerinnen und Schüler. Spätestens heute hätte er das grandiose Scheitern seines Vorhabens eingestehen müssen“, so Eckel. nl

Datenschutz   Schulrecht   siehe  www.schure.de

Aufbewahrung von Schriftgut in Schulen; Löschung personenbezogener Daten nach § 17 Abs. 2 NDSG
1. Einführung
Nach § 17 Abs. 2 NDSG sind personenbezogene Daten zu löschen oder an das zuständige Archiv abzugeben, wenn ihre Kenntnis zur Aufgabenerfüllung nicht mehr erforderlich ist; für personenbezogene Daten in Akten gilt dies ggf. nach Maßgabe der für die Aufbewahrung der gesamten Akte geltenden Vorschriften. ...
 
4. Verbleib des Schriftgutes und der Daten
Schriftgut mit personenbezogenen Daten (Nummern 3.1 und 3.2) auf maschinenlesbaren Datenträgern ist so unkenntlich zu machen, dass es auch über das Betriebssystem nicht rekonstruiert werden kann; das gilt auch für Sicherungsdateien. ....
5. Löschung personenbezogener Daten bei automatisierter Textverarbeitung
Personenbezogene Daten in Dateien, die ausschließlich aus verarbeitungstechnischen Gründen vorübergehend vorgehalten werden, z. B. bei automatisierter Textverarbeitung, sind spätestens drei Monate nach der Aufnahme in die Verarbeitungsdatei zu löschen. ...



Fitness-Test im Radio
Deutschlandfunk 09.12.2005. In dem Radiomitschnitt über den Fitness-Test kommen Minister und Kritiker des Fitness-Testes zu Wort  ... als mp3  864 KB
NDR 1 - Radio-Regionalnachrichten Oldenburg 09.12.2005:   Fitness-Test an Schulen stößt auf Ablehnung
Brake - Der sogenannte „Fitness-Test“ an Schulen stößt auf immer breitere Ablehnung. Am Gymnasium in Brake nahmen gestern nach Aussagen von Schulleiter Dannemann nur etwa 25 Prozent der Schüler teil. Der Stadtelternrat hatte zuvor eine Boykott-Empfehlung herausgegeben. Wie in anderen Schulen auch, meldeten sich viele Schüler krank, einige Klassen fehlten komplett. Mit dem Test will das niedersächsische Kultusministerium die sportliche Verfassung der Schüler prüfen. Eltern und Lehrer bezweifeln den Sinn des Tests und kritisieren die Weitergabe personenbezogener Daten.


Singen und demonstrieren gegen den Fitness-Test
.Wenn 99,5% Unterrichtsversorgung dazu führen, was wir täglich erleben, dann benötigen wir 120% um den Unterricht einigermaßen zu gewährleisten.  Texte: H.-J.Schmieding
Texte der Lieder hier ....
Zum Anhören auf folgende Internet-Seite www.family-company.de klicken.
1. Lied:   Hast du etwas Zeit für mich, dann singe ich ein Lied für dich, von 99,5 Prozent  ...   als ppt   21 KB
2. Lied:   Busemann wach auf ....        als doc  23 KB

Eltern verweigern ihre Teilnahme
Harburger Anzeigen und Nachrichten von Dienstag, 29. November 2005   "Das ist unsinniger Kram"  Am Gymnasium Winsen stehen die Zeichen auf Verweigerung der Fitneß-Tests.   Während das Kultusministerium in Hannover gestern heftig der jüngsten Mitteilung des Kreis-Elternrats (KER) widersprach, wonach Elternräte per Beschluß die Teilnahme ihrer Schule an den Tests verweigern können, schickt sich das Gymnasium Winsen an, genau das zu praktizieren.   Das sieht nicht nur der KER-Vorsitzende Fritz Hullen deutlich anders: Zwar seien die Schulen laut Schulgesetz an den Erlaß gebunden, doch es gebe sehr wohl Schulen, die bereits klar gesagt hätten: "Wir machen das nicht mit", woraufhin die Schulbehörde vor Ort gesagt habe, "das müßt ihr auch nicht", betont Hullen. "Und wenn die Eltern die Teilnahme verweigern - was wollen die Schulen dann machen?", fragt der KER-Chef.  ... Die Tests seien "unsinniger Kram", der den Unterricht störe, begründet Beckedorf die ablehnende Haltung. Das Ministerium könne zwar die Schulen anweisen, nicht aber die Eltern und Schüler, stellt der Jurist, langjährige Winsmener Bürgermeister und CDU-Kreistagsabgeordnete fest. Was nicht von der Schulpflicht gedeckt werde, müßten die Eltern nicht mitmachen ...

Musterbriefe an die Schulleitung - Selbstbestimmung - Mängel

20.11.05  Musterbrief an die Schulleitung - Informationelle Selbstbestimmung im Rahmen der sog. „Fitnesslandkarte Niedersachsen: hiermit widersprechen wir ausdrücklich der Erhebung, Speicherung, Verarbeitung und Übermittlung sämtlicher personen-bezogener Daten unserer Tochter/unseres Sohnes im Rahmen der sog. „Fitnesslandkarte Niedersachsen“    .... (als doc  36 KB)

01.12.05  Musterbrief an die Schulleitung - Mängel an der technischen Durchführung des Projektes und der Passwortverwaltung: hiermit widersprechen wir ausdrücklich der Erhebung, Speicherung, Verarbeitung und Übermittlung sämtlicher personen-bezogener Daten unserer Tochter/unseres Sohnes im Rahmen der sog. „Fitnesslandkarte Niedersachsen", Wir widerrufen hiermit auch unsere auf dem sog. "Erfassungsbogen" bereits gegebene Zustimmung" zur Erfassung der freiwilligen Angaben.    ... WIr fühlen uns durch die Art und Weise, wie hier mit den personenbezogen Daten unseres Kinder umgegangen wird, getäuscht: Der Erfassungsbogen, der uns zur Unterschrift vorgelegt wurde, enthält gerade nicht die persönlichen Angaben, die später von der Sportlehrkraft an das durchführende Institut (WIAD) übermittelt werden. -  Das Projekt ist von vorne bis hinten nicht ausgegoren. Wir lehnen eine Teilnahme ab... .     .... (als pdf  175 KB)


Schulleiter zum Fitnesstest
21.11.05  Schulleiter kritisieren Fitnesstest    ... .Seite des Achimer Kuriers als pdf    141 KB 
Enormer Arbeitsaufwand für Sportlehrer / "Ziel der Untersuchung nicht erkennbar  ...
Die folgenden Artikel  veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der Kreiszeitung Wesermarsch
Kreiszeitung Wesermarsch, 30.11.05  Kultusministerium lässt Fitness aller Schüler testen.   als pdf  63 KB   Ganz schön anstrengend: Wie lange Schüler an der Sprossenwand hängen können, wird für die Fitnesslandkarte getestet.  Foto: jöb   Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts – GEW: Besser mehr Sportunterricht erteilenFür die Schulen bedeutet das Arbeit: „Drei Doppelstunden brauchen die Kollegen schon, um das in jeder Klasse ordentlich zu machen“, sagt Wilfried Batschat, der Leiter der Hauptschule Am Luisenhof. Die Kinder würden im ganz normalen Sportunterricht getestet. Ob die Aktion viel Sinn hat, fragt sich Wilfried Batschat: „An der Fitness der Schüler ändert sich damit nichts.“
Kreiszeitung Wesermarsch, 30.11.05   Missverhältnis von Aufwand und Nutzen  Grundschulleiter halten nichts von Fitnesstest  ...  Aufwand und Nutzen stehen in einem krassen Missverhältnis“, schreibt die Arbeitsgemeinschaft der Grundschulleiterinnen und Grundschulleiter in Nordenham. ....     Die Arbeitsgemeinschaft hat sich während einer Sitzung mit der Fitnesslandkarte befasst und nichts Lobenswertes gefunden. Sie beklagt, dass der Zeitaufwand für die Tests viel höher sei als angekündigt. Klappen könne es im Grundschulbereich nur, wenn Eltern und pädagogische Mitarbeiter hülfen. Schulen ohne eigene Turnhalle müssten sehr viel Unterrichtszeit investieren, da es nicht möglich sei, den Test zentral an ein oder zwei Vormittagen für alle Kinder anzubieten.   Die Übungen selbst halten die Grundschulpädagogen für veraltet und zum Teil gesundheitlich bedenklich – beispielsweise das Rumpfbeugen. ....   Weiterer Einwand der Pädagogen: Die Eingabe der Daten sei sehr aufwändig und koste viel Zeit. Die Vergleichbarkeit der Daten bezweifeln die Lehrkräfte. Sie fragen sich, welche Auswirkungen der Test auf den Sportunterricht haben werde und ob gezielte Fördermaßnahmen für unsportliche Kinder vorgesehen seien. Es erscheine fraglich, dass die Jungen und Mädchen nach dem Fitnesstest für den Sport motivierter seien

Fitnesstest am 06.12. Thema im Landtag
SPD-PM 15-326 vom 16.12.05   Eckel: "Peinlich, peinlich, Herr Minister!"   Massive technische Probleme bei Fitnesslandkarte
23.11.05  Antrag der SPD-Landtagsfraktion ... als pdf (9 KB)   Fitnesslandkarte:immenser Afwand, wenig Ertrag   ...fordert der Landtag die Landesregierung auf: den Erlass umgehend zurückzuziehen ..

Kultusminister zum Fitnesstest und Musterbrief an Schulleitung
16.11.05  Schnellbrief des Kultusministers an die Schulen    ... als pdf (106 KB)
24.11.05  Stellungnahme des Stadtelternrates Hannover zum Schnellbrief des Ministers  ... als pdf (11 KB)   Unserer Meinung nach ist es nach wie vor höchst bedenklich, dass die Schule persönliche Daten an außerhalb der Schule stehende Dritte übermittelt, mit denen sie zudem keine nachprüfbaren Vereinbarungen getroffen hat.   ... Wir empfehlen daher weiterhin den Eltern, die Weitergabe der persönlichen Daten zu untersagen..


Sportwissenschaft zum Fitnesstest
NWZ-Online, 03.12.2005   "Das Projekt wird scheitern"   (Mit freundlicher Genehmigung der NWZ)
Sportwissenschaft, September 2003  Bericht zum Bewegungsstatus von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Neues aus der WIAD-AOK-DSB-Studie II   ... als pdf (92 KB)
24.11.05    Stellungnahme des Kollegiums des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Hannover zum Projekt "Fitnesslandkarte" des niedersächsischen Kultusministers   ... als pdf (48 KB)  
NP, 02.12.2005  Lieber mehr Sportunterricht   Note sechs für die "Fitnesslandkarte" des Kultusministeriums: Der Sporttest an den Schulen sei Unsinn, sagt das Kollegium des Instituts für Sportwissenschaft Hannover. .. Hauptvorwurf: Mit dem Test stehle sich das Ministerium aus seiner Verantwortung. .. Besser sei es, die Sportstunden gerade in der Grundschule zu erhöhen und einen vielseitigen Sportunterricht anzubieten, um Lust auf Training bei den Schülern auszulösen.
NP, 02.12.2005  Das ist der falsche Weg   ... Die Rahmenbedingungen für den Sportunterricht müssen sich ändern. Wichtig ist die Vielfältigkeit und Abwechslung - mal Inline-Skaten, mal Laufen, Springen, mal Spiele zum Beispiel. Und ganz wichtig: Lehrer sollten auf die persönlichen Fähigkeiten der Kinder eingehen. Aber das ist bei zwei Sportstunden in der Regel sehr schwierig....
HAZ, 02.12.2005  Kinder werden entmutigt  ..Massive Kritik am landesweiten Fitnesstest für Schüler kommt jetzt auch von wissenschaftlicher Seite. ... Das Uni-Institut kritisiert, dass der Test nur eine Zustandsbeschreibung liefere, aber keine Ursachen mangelnder Fitness ermittele und auch keine Lösungsmöglichkeiten anbiete.  .... Die Wissenschaftler fordern in ihrer Stellungnahme, bestehende Programme wie „Bewegte Schule“ oder Ernährungsberatung auszuweiten sowie Sportförderunterricht und eine dritte wöchentliche Sportstunde einzuführen . ..Auch die wissenschaftliche Seite des Tests ist aus Sicht der Fachleute fragwürdig. ...  Wenn Schüler Daten selbst eintragen müssen, sei auch die Objektivität nicht gewährleistet. .... Für eine aussagekräftige Studie sei auch eine repräsentative Stichprobe ausreichend.Zudem sei das mit der Testauswertung beauftragte privatwirtschaftliche Institut WIAD in Fachkreisen umstritten ...

Schulhauptpersonalrat zum Fitnesstest
15.11.05  Brief des Schulhauptpersonalrates an den Kultusminister    ... als pdf (14 KB).   ..fordert Sie auf , die verpflichtende Teilnahme an der Fitnesslandkarte zurückzunehmen bzw. den Schulen die Entscheidung zu überlassen, ob sie an dem Projekt teilnehmen möchten oder nicht.
13.09.05  Stellungnahme des Schulhauptpersonalrates beim Kultusministerum    ... als pdf (12 KB)  ...mit Befremden hat der Schulhauptpersonalrat zur Kenntnis genommen, dass das Kultusministerium schon vor Abschluss des Anhörungsverfahrens .... den Eindruck erweckt, als sei die Fitnesslandkarte Niedersachsen auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen. ..


Stadt- Kreis- und Schulelternräte zum Fitnesstest
Leine Zeitung Seelze 09.12.2005   Fitnesstest: Sorge um den Datenschutz Eltern protestieren gegen den Schulerlass  ...  die Sorge der Eltern wächst, dass möglicherweise auch die Sponsoren des Fitnesstests - unter anderem Lebens- und Krankenversicherungen - ein Interesse an den Daten der Kinder entwickeln könnten.
Leine Zeitung Seelze 09.12.2005   Kommentar   Es bleiben Fragezeichen   Von Nora Lysk   Die Seelzer Eltern gehören mit ihrer Kritik gegenüber dem Fitnesstest zur ablehnenden Mehrheit im Land, gegenüber der sich die regierende Politik leider taub stellt. ...Oder hat man einfach vergessen, die dritte Sportstunde und die zusätzlichen Lehrer öffentlichkeitswirksam genug zu verkaufen?
NWZ-Online, 03.12.2005    Verstoß gegen Datenschutz - Pädagogisch und medizinisch unsinnig   Der Stadtelternrat kritisiert Form, Aufwand und Kosten des Tests. Die Gesamtkonferenz des Gymnasiums hat sich zweimal gegen den Test ausgesprochen.  ....(mit freundlicher Genehmigung der NWZ)
28.11.2005    Stellungnahme des Schulelternrates der Graf-Wilhelm-Schule Steinhude (GWS) zum Erlass "Fitnesslandkarte Niedersachsen"   Der SER der GWS hält jedoch die Erstellung einer Fitnesslandkarte ... für völlig unzureichend und im Verhältnis zum Nutzen für zu zeit- und kostenintensiv.   2.    Der SER der GWS sieht den Datenschutz, sofern persönliche Daten (Anfangsbuchstabe des Vornamen, Geburtsdatum (Tag – Monat – Jahr)), abgefragt werden, gefährdet.
25.11.05  Stellungnahme des Kreiselternrates Lüchow-Dannenberg  ... Nach geltendem Recht, hier § 4 Abs. 2 des NDSG( Niedersächsischen Datenschutzgesetz), ist Ihre Einwilligung unwirksam, wenn Sie als Erziehungsberechtigte nicht umfassend darüber aufgeklärt wurden, welchem Zweck die Datenerhebung dient und was mit den Daten geschieht. ...
21.11.05  Erklärung des Stadtelternrates Wilhelmshaven ..Den Eltern wird geraten, der Weitergabe von personengebundenen Angaben bei ihrer Schule schriftlich zu widersprechen!...
05.11.05  Erklärung des Stadtelternrates Wunstorf ..Sinnvoll wäre ..., die für das Projekt vorgesehenen finanziellen Mittel für zusätzliche Sportstunden, die Einstellung von an vielen Schulen dringend benötigten Sportlehrkräften sowie für die Sanierung von Sportstätten zu verwenden..     ... als pdf (184 KB)
31.10. - 24.11.05  Stellungnahme des Stadtelternrates Hannover zum Schnellbrief des Ministers  ... als pdf (11 KB)   Unserer Meinung nach ist es nach wie vor höchst bedenklich, dass die Schule persönliche Daten an außerhalb der Schule stehende Dritte übermittelt, mit denen sie zudem keine nachprüfbaren Vereinbarungen getroffen hat.   ... Wir empfehlen daher weiterhin den Eltern, die Weitergabe der persönlichen Daten zu untersagen..


Leserbriefe zum Fitnesstest
30.11.05   Unter uns gesagt : Fitnesstest in der Schule – viel Aufwand, wenig Nutzen   Leserbrief zum NP-Report vom 16.11.2005 von Ingulf Sulies  als pdf (8 KB)       Der vorliegende Fitnesstest ist antiquiert und hat herzlich wenig zu tun mit Pädagogik und Sportwissenschaft von heute.  ..
30.11.05  Realsatire an Schulen   als pdf (5 KB)  Leserbrief von Ortwn Musall Alle reden vom Vogelgrippe-Virus - wir Lehrer aber von der PISA-Seuche!   . . .
30.11.05 Leserbrief eines ehrenamtlichen Trainers    als pdf (13 KB)  ... Wäre es nicht besser, die aerobe Ausdauerfähigkeit durch die Laufabzeichenaktion des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes (NLV) zu überprüfen ?  ... Auswertung vor Ort würde mehr leisten. Bundesjugendspiele (BJSp) werden vor Ort ausgewertet!  ....
17.11.05
  Leserbrief von Roland Hein ...  als pdf (6 KB)  ... was passiert mit den bereits erhobenen und unfreiwillig zu erhebenden Daten? ...
21.11.05
  Leserbrief von Gerrit Rassow: Zwei Fragen ... als pdf (4 KB)  ... zur Kennung und zum Passwort für die Schüler/in
16.11.05  Leserbrief von Ulrich Schettler zu Sponsoren   als pdf (7 KB)  ... mit dubiosen Methoden Sponsorengelder erschleicht ...
16.11.05  Leserbrief von Reinhard Komar zum Datenschutz   als pdf (10 KB)  ...    einem eingetragenen privaten Verein (WIAD ein e.V.) und seiner Datenverarbeitungsfirma einen großen Auftrag und eine Menge Daten zu verschaffen ?
16.11.05  Leserbrief von Wolfgang Burchert zum Datenschutz   als pdf (8 KB) ... nur eine sehr pauschale Begründung


Fitness1Fitness 2Presse zum Fitnesstest
taz, 24.11.2005  Sandsackwerfen für alle  Die körperliche Leistungsfähigkeit der Schüler in Deutschland nimmt kontinuierlich ab. Aber die Rettung ist da: Seit Anfang müssen sich die etwa 750.000 niedersächsischen Schüler einem Fitnesstest unterziehen. (...)   - mit freundlicher Genehmigung der taz.
NP 21.11.05   Jede Fehlstunde zählt   Eltern führen Protokoll über den Unterrichtsausfall – vor allem in Zeiten des Fitnesstests. ...  Für zusätzlichen Ärger sorgt dazu der Fitnesstest: „Eine Shownummer, für die zusätzlicher Unterricht ausfällt“, ärgert sich Charly Braun, Elternratsvorsitzender der IGS Linden. „Das ist der größte Skandal am Fitnesstest“, meint auch Stadtelternratsvorsitzender Richard Lochte.
HAZ 21.11.05   Ärzte testen den Fitnesstest   Sportmediziner diskutieren über „Übergewicht im Kindesalter“ / Kleine Fehler im Test sollen ausgebessert werden
Schaumburger Nachrichten 18.11.05  "Geschmäckle" bei der "Fitness- Landkarte"?   Landtagsabgeordneter und Busemann-Parteifreund ist Chef des Bonner Institutes / Eltern rügen die fehlende Ausschreibung
Der landesweite Schüler-Fitness-Test des Kultusministeriums bleibt weiter in der Kritik. sind Eltern sind empört darüber, dass die mit Sponsorengeld finanzierte 240 000 Euro-Studie nicht ausgeschrieben wurde. Aus Sicht der SPD bekommt das Ganze nun auch noch "Geschmäckle". Der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Kuno Winn, somit Parteifreund von Kultusminister Bernd Busemann, ist Vorstandsvorsitzender des auftragnehmenden Bonner Institutes (WIAD).

IGS RoderbruchNP, 18.11.2005   Wie gläsern sind unsere Schüler ? Im Streit um den Fitnesstest drohen Klagen„Es ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise Krankenkassen daran ein Interesse haben .., Regionen zu vergleichen
NP, 16.11.2005   Elternrat fragt Test-Sponsoren ab  Der Stadtelternrat kämpft weiter gegen den Fitnesstest – er sieht schützenswerte und persönliche Daten der Kinder in Gefahr.
NP, 17.11.2005   Fitness-Daten sind sicher   … versichert Kultusminister nach NP-Bericht  -  Kultusminister Bernd Busemann versichert den Datenschutz beim Schüler-Fitnesstest. Die Eltern bleiben aber skeptisch. ...  NP, 17.11.2005   So sähe der Kenncode für Elsa aus der 3. Klasse der Friesenschule aus: Friesenschule Hauptschule 3 E 03 04 1996
NP, 17.11.2005    „Wie Bewegungsabläufe sind, wusste man auch früher    Garnet Eichholz vom Stadtelternrat: „Es werden Steuergelder verpulvert, das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Was man mit dem Testergebnis anfangen will, dazu wird nichts gesagt.
HAZ, 17.11.2005   Eltern misstrauen dem Fitnesstest    Der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Burckhard Nedden, ... kritisierte indirekt das Kultusministerium. „Das Problem war hier, dass durch unzureichende Information Unsicherheiten bei Eltern und Lehrern entstanden sind“, sagte er. Man hätte von Anfang an „offensiv und transparent“ sagen müssen, was mit den Daten geschieht.
FOTO:  UMSTRITTEN - Der Fitnesstest, hier an der IGS Roderbruch. Foto: Decker

Stellungnahmen des StER zum Fitnesstest
Kritik an Abschaffung der Schuleingangsuntersuchung
In einem HAZ Artikel vom 18.11.05 wird berichtet, dass in einem Gesetzentwurf der Landesregierung die Schuleingangsuntersuchung nicht mehr verpflichtend vorgesehen wird. Die Psychotherapeutenkammer fordert hingegen den Erhalt der Untersuchung, da sie die einzige Möglichkeit ist, vor Schuleintritt den Entwicklungsstand aller Kinder eines Jahrgangs und damit auch den Förderbedarf festzustellen. Frage: Wie kann das MK den Zusammenhang zwischen Wegfall der verpflichtenden Eingangsuntersuchung an staatlicher Stelle (mit entsprechenden Zugriffs- und Auswertungsmöglichkeiten) und dem schulisch (also staatlich) erforderlichen Fitnesstest erklären????  In unserer ersten Stellungnahme zum Fitnesstest hatten wir bereits auf den schulmedizinischen Dienst hingewiesen. Unser Vorschlag sah Folgendes vor: Da dort die Schuleinganguntersuchungen stattfinden, könnten auffällige Kinder/Eltern von dort weiterbetreut werden und auch die Beratung dort angesiedelt sein.
18.11.2005   Zur Verlautbarung des Kultusministeriums  Stellungnahme des StER Hannover zur Verlautbarung des Kultusministeriums vom 16.11.2005 - Die Hinweise, die das MK in seiner Presserklärung veröffentlicht, halten wir weiterhin für unzureichend. Sie lassen zu viele Fragen offen und verunsichern die Elternschaft.
13.11.2005   Zum Antwortschreiben des Landesbeauftragten für Datenschutz  Unserer Meinung nach hat der Datenschutzbeauftragte die von uns angesprochene Kritik in wesentlichen Punkten nicht widerlegen können.
01.11.2005   Schreiben an die Schulelternräte  .... Wir empfehlen daher allen Eltern die freiwilligen Angaben im Interesse ihrer Kinder zu verweigern.
Außerdem sollten alle eine Erklärung beifügen, die es der Schule explizit untersagt, Daten weiterzugeben, die eine Identifikation des Kindes ermöglichen.
31.10.2005   Beschluss des Stadtelternrates  Stadtelternrat - Hannover lehnt Fitnesslandkarte Niedersachsen entschieden ab
Sponsoren sind überrascht über die Infos des Stadtelternrates. 
Schreiben an den Landesbeauftragten für Datenschutz (als pdf, 13 KB):  
Antwort des Landesbeauftragten für Datenschutz (als pdf, 142 KB):

Kommentar des Stadtelternrates zum Antwortschreiben des Landesbeauftragten (als pdf, 12 KB)

Stadtelternrat - Hannover lehnt Fitnesslandkarte Niedersachsen entschieden ab.
09.11.2005  Einspruchserklärung der Eltern - die Infos über das Kind beim Fitness-Test nicht weiterzugeben  (doc, 25 KB)
09.11.2005  Schreiben an die Sponsoren  als doc  (27 KB)
Der Stadtelternrat Hannover stellt neben dem Anschreiben an die Schulelternräte und den Beschluss der Sitzung vom 31.10.2005 einen Elternbrief (pdf, 170 KB)  und einen veränderten Erfassungsbogen (pdf, 267 KB) zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass der obere Teil des Erfassungsbogens im Elternbrief von dem Erfassungsbogen der Schule abweicht. 
10.11.2005  Informationen über das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) .
Stadtelternrat Hannover,  05.11.2005 - Veröffentlichung und Weitergabe von Schülerfotos
 
Fitness1NP 21.11.05   Jede Fehlstunde zählt
Eltern führen Protokoll über den Unterrichtsausfall – vor allem in Zeiten des Fitnesstests.
VON NORA LYSK

HANNOVER. Wer hoch hinauswill, muss sich messen lassen. 100 Prozent Unterrichtsversorgung will Kultusminister Bernd Busemann erreichen, für dieses Schuljahr hatte er mit 99,5 Prozent gerechnet. Eine Zahl, die Eltern jetzt prüfen wollen. Seit der vergangenen Woche wird landesweit jede ausgefallene Unterrichtsstunde akribisch genau aufgeschrieben. Zwei Wochen, in denen die Unterrichtsversorgung auf den Prüfstand kommt.
Für zusätzlichen Ärger sorgt dazu der Fitnesstest: „Eine Shownummer, für die zusätzlicher Unterricht ausfällt“, ärgert sich Charly Braun, Elternratsvorsitzender der IGS Linden. „Das ist der größte Skandal am Fitnesstest“, meint auch Stadtelternratsvorsitzender Richard Lochte.
Auch die Eltern an der Friesen-Schule schreiben mit: „Bisher lag die Versorgung bei 98 Prozent“, sagt Elternratssprecher Thorsten Hahn. Doch auch hier findet noch diese Woche der Fitnesstest statt. „An vier Tagen sind drei Sportlehrer im Einsatz, die gleichzeitig auch Klassenlehrer sind“, kritisiert Hahn.
Beatrix Albrecht, Leiterin der Grundschule am Lindener Markt, erwartet mit Spannung das Ergebnis der Stundenprotokolle. „Die Eltern notieren auch die Vertretungsstunden. Denn es zählt nur die Stunde, die auch von einem Fachlehrer erteilt wird“, weiß Albrecht. Auch die reinen Betreuungsangebote am Nachmittag zählen nicht mit, weshalb sich Albrecht ein interessantes Ergebnis verspricht: „Schließlich sind wir eine verlässliche Grundschule“.
FOTO: ZIELWERFEN MIT BOHNENSÄCKCHEN: Sportmediziner testen den Fitnesstest. Fotos: Wilde
Fitness 2Mediziner beim Fitnesstest
HANNOVER. „Bitte nicht mit durchgestrecktem Knie“, verbessert Sportmediziner Professor Uwe Tegtbur seine Kollegen. Die hatten sich am Sonnabend die Turnhose angezogen und probierten im Rahmen einer Fachtagung zum Thema „Unbewegte Kindheit“ den umstrittenen Fitnesstest einmal selber aus.
Zielwerfen mit dem Bohnensäckchen, Rumpfbeugen und Halten in der Sprossenwand: Für die Experten kein Problem, „für Lehrer, die sich nur an die Beschreibungen halten können, vielleicht schon“, meint Tegtbur. Denn Kritik gabs schon bei der ersten Übung. In der Beschreibung sei die Aufgabe „Ballprellen“ fälschlicherweise mit durchgestrecktem Knie beschrieben.
Auch wenn der Test noch nicht ganz optimal ausgearbeitet sei. Wenigstens würde so die Öffentlichkeit für das Thema Fitness zunehmend sensibilisiert. nl
FOTO: VERSUCH: Volkhard Schwinge an der Sprossenwand.
 
HAZ 21.11.05    Ärzte testen den Fitnesstest
Sportmediziner diskutieren über „Übergewicht im Kindesalter“ / Kleine Fehler im Test sollen ausgebessert werden
Kinderleicht ist der Fitnesstest für Schüler nicht gerade. Das haben am Sonnabend rund ein Dutzend Ärzte und Lehrer beim 4. Niedersächsischen Sportärztetag zum Thema „Übergewicht im Kindesalter“ erfahren. Eine Übung machte den Erwachsenen bei der Tagung im Olympiastützpunkt Niedersachsen besonders zu schaffen: So mancher geriet ins Wanken, als er aufrecht auf einer umgedrehten Schwebebank stehen und einen Ball möglichst oft aufprellen sollte. Auch Helmut Ostermann musste um sein Gleichgewicht kämpfen. „Das ist ja richtig schmal“, staunte der 56-jährige Arzt.
Wesentlich leichter fiel es den Erwachsenen, sich mit angewinkelten Armen an der Sprossenwand zu halten oder nach einer anderen Übung den Erholungspuls zu messen. Aus Sicht einiger Lehrer, die den Test ausprobierten, sind genau diese Bestandteile jedoch für manche Schüler problematisch. „Beim Pulsmessen stimmen mit Sicherheit nicht alle Werte, die man bekommt“, sagte Gertrud Rust von der Integrierten Gesamtschule Linden. Sie hat den Test bereits mit Fünft- bis Neuntklässlern durchlaufen. „Den meisten hat es Spaß gemacht.“ Jüngere Schüler und Mädchen hätten jedoch oft nicht genug Kraft, sich an der Sprossenwand zu halten – und seien dann frustriert.
„Es ist aber ein Vorteil des Tests, dass Schüler auch schon mit einer einzigen Übung mitmachen können“, sagte Klaus Hoyer, Fachmoderator des niedersächsischen Kultusministeriums für Sport an Gesamtschulen. Die Schüler können später im Internet ihre Leistung mit anderen Kindern ihrer Altersgruppe vergleichen – und im nächsten Jahr sehen, ob sie sich verbessert haben. Bis Mitte Dezember sollen alle Erst- bis Zehntklässler den Test absolvieren. Vereine und Krankenkassen könnten anhand der regionalen Ergebnisse sehen, wo zusätzliche Sportangebote nötig sind.
Und das hielten viele Teilnehmer der Tagung angesichts einer starken Zunahme übergewichtiger Kinder für sehr sinnvoll. Zu den Testern des Tests gehörte am Sonnabend auch Beate Rieck, Schulärztin der Region, die bald ein Programm gegen Übergewicht bei Kindern starten will. „Man muss sicher ein paar kleinere Fehler im Test ausbessern. Aber uns geht es um mehr Bewusstsein für Fitness.“ Und dazu sei auch der umstrittene Test durchaus hilfreich. bil

 
Schaumburger Nachrichten 18.11.05    "Geschmäckle" bei der "Fitness- Landkarte"?
Landtagsabgeordneter und Busemann-Parteifreund ist Chef des Bonner Institutes / Eltern rügen die fehlende Ausschreibung
Der landesweite Schüler-Fitness-Test des Kultusministeriums bleibt weiter in der Kritik. sind Eltern sind empört darüber, dass die mit Sponsorengeld finanzierte 240 000 Euro-Studie nicht ausgeschrieben wurde. Aus Sicht der SPD bekommt das Ganze nun auch noch "Geschmäckle". Der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Kuno Winn, somit Parteifreund von Kultusminister Bernd Busemann, ist Vorstandsvorsitzender des auftragnehmenden Bonner Institutes (WIAD).

Hannover (jpw) Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hatte in den vergangenen Tagen versucht, landesweite massive Bedenken gegen die bisherige Form der Datenerhebung auszuräumen. Nun schlagen die Wogen bei vielen Eltern darüber hoch, dass ausgerechnet der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Kuno Winn als Vorstandvorsitzender des beauftragten Bonner "Wissenschaftlichen Institutes der Ärzte für Deutschland" (WIAD) Empfänger der 750 000 niedersächsischen Schülerdaten sein wird. "Herr Dr. Winn ist nach unserer Ansicht klar der Profiteur der Daten", sagt Garnet Eichholz, Mitglied des Stadtelternrates Hannover, der inzwischen landesweite Proteste koordiniert.
Das sieht man im Niedersächischen Kultusministerium anders: "Das ist nachrangig. Wir haben mit Herrn Winn nicht gesprochen und die Verträge mit anderen gemacht", betont Pressesprecher Georg Weßling.
Kritik übt der Stadtelternrat auch daran, dass der 240 000 Euro teure Auftrag für die Fitness-Studie vom Ministerium nicht ausgeschrieben worden ist. Dies sei nicht notwendig, sagte Weßling, weil die Kosten unter der Grenze von 250 000 Euro bleiben würden. Außerdem sei das WIAD das einzige Institut, das schon aufgrund seiner wissenschaftlichen Vorarbeit eine solche Fitness-Studie habe machen können.
Das sehen Experten anders: "Es gibt sicherlich einige Institute, die zu so einer große Studie in der Lage gewesen wären und sie gerne gemacht hätten", meint der renommierte Sportmediziner Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann von der Uni Hamburg. Als Beispiel verweist Braumann unter anderem auf das landeseigene Institut für Sportwissenschaft der Universität Oldenburg.
Der hannoversche Stadtelternrat will sich nach den Worten von Eichholz mit der "taktisch geschickten, einjährigen Stückelung" der wohl weit höheren Kosten für die dreijährige "Längsschnittstudie", nicht zufrieden geben. Ein Schreiben an den Landesrechnungshof sei in Vorbereitung.
Die SPD-Mitglieder des Landtags-Kultusausschusses wollen in der nächsten Sitzung vom Ministerium umfassende Aufklärung über die Auftragsvergabe und die Vertragsgestaltung mit dem WIAD verlangen. Der frühere Innenminister Heiner Bartling (SPD) sprach mit Blick auf die Funktion seines Landtagskollegen Winn beim WIAD von einem "Gschmäckle", das die Fitness-Landkarte nun bekommen habe.

      
LochteNP, 18.11.2005   Wie gläsern sind unsere Schüler ?
Im Streit um den Fitnesstest drohen Klagen.
Eltern kämpfen weiter gegen den Fitnesstest und setzen auch auf Klagen
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VON NORA LYSK  
  HANNOVER. Ganz so einfach lassen sich Hannovers Eltern nicht beruhigen. Nachdem Mittwoch das Kultusministerium mit einem Schnellbrief und Zusatzinformationen zum Fitnesstest die erhitzten Gemüter hatte beruhigen wollen (NP berichtete), äußerte sich Stadtelternrat Richard Lochte gestern erneut kritisch: „Mit dem Brief wird die Verantwortung einfach auf die Schulen abgewälzt.“
Nicht die Schulen ständen in der Pflicht, die Erziehungsberechtigten über Datenerhebung und Weitergabe im Rahmen des Fitnesstests zu informieren, sondern das Kultusministerium selbst, so Lochte.
Eltern fordern noch immer eine offizielle Erklärung, ob sie der Weitergabe der persönlichen Daten ihrer Kinder widersprechen dürfen. Täglich würden widersprüchliche Aussagen gemacht, „da ist die Angst vor dem gläsernen Kind durchaus berechtigt“, sagt Lochte. Eine Befürchtung, die rund 50 Prozent der Eltern teilen, meint Lochte. Es hätten sich bereits Eltern erkundigt, ob sie sich juristisch wehren können. „Wir hoffen auf Musterklagen, denen wir uns anschließen können“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat.
Das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) versteht die Aufregung nicht. „Es wird zwei unterschiedliche Datenbanken geben“, sagt WIAD-Geschäftsführer Lothar Klaes. Eine für Lehrer und Schüler und eine zweite, in der Ergebnisse ohne Namen erfasst und abrufbar sind – um zum Beispiel Regionen zu vergleichen. „Es ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise Krankenkassen daran ein Interesse haben“, sagt auch Klaes und versichert: „Personendaten bleiben immer geschützt.“

 
NP, 16.11.2005   Elternrat fragt Test-Sponsoren ab
 Der Stadtelternrat kämpft weiter gegen den Fitnesstest – er sieht schützenswerte und persönliche Daten der Kinder in Gefahr.
VON NORA LYSK  
  HANNOVER. Der Stadtelternrat lässt nicht locker. Jetzt haben die Elternvertreter die Sponsorenliste für den Fitnesstest abgearbeitet und jeden einzelnen gefragt, was er mit den erhobenen Schülerdaten anfangen will. Vor dem Test steht der „Check-up“, in dem Kinder beantworten sollen, wie viel sie wiegen und wie häufig sie Sport treiben.
„Wir warten noch auf Antworten“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Auf der Unterstützerliste für den Fitnesstest finden sich unter anderem Krankenkassen wie die AOK und die KKH und auch Lebensversicherer wie die VGH. „Da muss doch die Frage erlaubt sein, inwieweit sich diese Unternehmen diese gesundheitsrelevanten Schülerdaten vielleicht einmal zu Nutze machen“, so Eichholz. Schließlich hätte das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD), die den Test im Auftrag des Kultusministeriums entwickelt haben, dem Stadtelternrat bestätigt, dass es bei solchen drittmittelgeförderten Studien durchaus üblich sei, dass die Sponsoren auch Zugang zu den Daten erhalten.
„Wir haben den Datenschutzbeauftragten gebeten, diese Unsicherheit zu prüfen“, sagt Eichholz. Fragen nach dem Körpergewicht und der Sportlichkeit von Kindern hätten nichts in den Händen von Krankenversicherern zu suchen, so die Meinung der aufgebrachten Elternschaft. Besonders fragwürdig sei die Aussage des WIAD, dass die personenbezogene Speicherung der Daten gewährleisten solle, dass auch zu einem späteren Zeitpunkt eine Zuordnung der Datensätze erfolgen könne. „Bei solchen Aussagen würde ich die Anonymität des ganzen Verfahrens erstmal in Frage stellen“, sagt Eichholz. Sie hofft und rät, dass die Eltern Widerspruch gegen die Datenerhebung einlegen. „Am besten wäre eine Musterklage“, sagt Eichholz und hofft auf viele couragierte Eltern, die gegen die Datenerhebung bei ihren Kindern zumindest Widerspruch einlegen
 
IGS RoderbruchNP, 17.11.2005   Fitness-Daten sind sicher   … versichert Kultusminister nach NP-Bericht  -  Kultusminister Bernd Busemann versichert den Datenschutz beim Schüler-Fitnesstest. Die Eltern bleiben aber skeptisch.    VON ANNETTE ROSE    HANNOVER. 3200 E-Mails sind gestern an alle öffentlichen Schulen in Niedersachsen versandt worden. Tenor: Personendaten beim Schüler-Fitnesstest sind geschützt. Außerdem war der Datenschutz Thema der Landespressekonferenz. So regierte Kultusminister Bernd Busemann auf einen Bericht in der NP und Anfragen von Elternräten beim niedersächsischen Datenschutzbeauftragten.
Eltern fürchten, Fitnessdaten ihrer Kinder könnten an Sponsoren des Tests wie die AOK und andere Krankenkassen weitergeleitet werden und sich später in Forderungen nach höheren Beiträgen niederschlagen. Dazu Kultusministeriumssprecher Georg Weßling: „Ich ärgere mich über diese Gerüchte. Die Schülerdaten sind geschützt.“
Angaben, die eine Zuordnung der Testergebnisse zu einzelnen Schülern ermöglichen, würden wie beim Online-Banking verschlüsselt. Ein Kenncode, der sich aus Schulname, Schultyp, Klasse, Anfangsbuchstabe des Vornamens und Geburtsdatum zusammensetze, sei erforderlich, „damit jeder Schüler mit einem eigenen Passwort die Ergebnisse seines Tests abrufen und sich mit anderen vergleichen kann“. Die Referenzliste der Schüler, die eine Aufschlüsselung ermögliche, werde nicht an das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) weitergeleitet, das die Daten für die Fitness-Landkarte auswerte.
„Das hat man uns alles schon mal gesagt“, reagierten Garnet Eichholz vom Stadtelternrat und Torsten Hahn vom Elternrat der Friesenschule auf die Mitteilung. Als „Teilerfolg“ ihrer Initiative werteten sie jedoch den weiteren Inhalt des Minister-Briefes. Er enthält das Zugeständnis, dass Eltern der Erhebung aller personenbezogenen Daten vorher zustimmen müssen und bereits erfolgte Zustimmungen widerrufen können.
„Viele Eltern wurden misstrauisch, weil wir nur unvollständige Erfassungsbögen zur Unterschrift bekommen haben“, so Eichholz. Die Datenerfassung für den Code, der unter anderem das vollständige Geburtsdatum des Schülers enthält, sei den Eltern vorenthalten worden. „Da kommt man auf die Idee, dass etwas verschwiegen werden soll“, so Torsten Hahn. Er bleibe weiter „hundertprozentig skeptisch“. Dies sah auch Garnet Eichholz so. „Der Minister-Brief klingt, als hätten die Schulen nicht vollständig informiert. Eine Frechheit. Die haben nur die vom Ministerium vorgegebenen Datenbögen verwandt.“
FOTO:  UMSTRITTEN - Der Fitnesstest, hier an der IGS Roderbruch. Foto: Decker

 So sähe der Kenncode für Elsa aus der 3. Klasse der Friesenschule aus: Friesenschule Hauptschule 3 E 03 04 1996

„Wie Bewegungsabläufe sind, wusste man auch früher
HANNOVER. Kultusministeriumssprecher Georg Weßling versuchte gestern, Bedenken der Eltern gegen die Datenerhebung beim Schulfitness-Test zu zerstreuen. „Einziges Ziel des Tests ist, gesicherte Daten über die Fitness von Schülern zu bekommen.“
In zahlreichen Publikationen sei behauptet worden, Schüler säßen nur noch vor dem Fernseher oder Computer und seien zu dick. „Es hieß, viele könnten nicht mehr auf einem Bein stehen oder rückwärts laufen.“ Niedersachsen wolle es wirklich wissen. „Das Ganze ist ein gesellschaftliches Problem, dessen Bewältigung wir nicht allein den Schulen aufbürden können.“ Aber die Daten bekomme man nur über die Schulen. Die Kritik von Eltern und Sportpädagogen, der Test sei veraltet und nicht für alle Altersklassen geeignet, wies er zurück. „Wie Bewegungsabläufe sind, hat man auch früher gewusst.“ Ziel des Tests sei, sich mit Standardübungen ein einheitliches und vergleichbares Bild zu verschaffen.
Auch hier gab es Kritik von Eltern. Garnet Eichholz vom Stadtelternrat: „Es werden Steuergelder verpulvert, das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Was man mit dem Testergebnis anfangen will, dazu wird nichts gesagt.“ Dabei seien mehr Sportstunden erforderlich. Außerdem müsse es einen Unterricht über sinnvolle Ernährung geben. aro


HAZ, 17.11.2005   Eltern misstrauen dem Fitnesstest 
Minister Busemann will Proteste entkräften / Datenschützer sieht keine Probleme  
Von Matthias Klein

Hannover. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) bemüht sich, die Proteste gegen die so genannte Fitnesslandkarte zu entkräften. In einem Schreiben an alle Schulen weist er darauf hin, dass „die Erhebung und die Auswertung des landesweiten Fitnesstests im Rahmen des Projekts Fitnesslandkarte Niedersachsen voll und ganz den datenschutzrechtlichen Bestimmungen“ entspricht. Busemann forderte am Mittwoch die Schulen auf, darüber die Eltern zu informieren.
Der landesweite Fitnesstest, mit dem Busemann dicken Kindern Beine machen will, hatte bei seinem Start Anfang November Proteste bei Eltern und Lehrern hervorgerufen. Einige Schulen hatten sogar damit gedroht, ihre Teilnahme zu verweigern.
Elternvertreter bemängelten vor allem den aus ihrer Sicht unzureichenden Datenschutz. Deshalb haben manche Mütter und Väter ihre Kinder aufgefordert, beim Ausfüllen des Fragebogens falsche Daten anzugeben. Elternvertreter wurden mit Fragen bombardiert, was man tun muss, um die Teilnahme der Kinder an dem Test zu verhindern.
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Burckhard Nedden, sieht bei dem Test keine Probleme. „Es ist gewährleistet, dass keine personenbezogenen Daten weitergegeben werden“, sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Nedden kritisierte indirekt das Kultusministerium. „Das Problem war hier, dass durch unzureichende Information Unsicherheiten bei Eltern und Lehrern entstanden sind“, sagte er. Man hätte von Anfang an „offensiv und transparent“ sagen müssen, was mit den Daten geschieht. Aus Sicht des Datenschutzbeauftragten gibt es keine Einwände, dass Sponsoren ausgewertete Daten aus dem Fitnesstest erhalten, solange es sich nicht um personenbezogene Daten handelt.
Nedden bezeichnete es als „hochvernünftig“ wenn zum Beispiel ein Ergebnis sei, dass die Viertklässler in Hannover fitter seien als die in Lüneburg. Dann könne zum Beispiel die AOK für den Bereich Lüneburg ein spezielles Konzept zur Fitnesssteigerung bei Grundschulkindern entwickeln.
Der Landeselternrat kritisiert das Projekt allerdings weiterhin, weil es unvollständig sei. „Eine Ernährungsberatung gehört unbedingt dazu“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Hans-Jürgen Vogel. „Mit Sport allein nimmt man nicht ab.“ Vogel forderte, bereits im Kindergarten mit der Ernährungsberatung zu beginnen. Außerdem verlangte er entsprechende Fortbildungsseminare für Lehrer. „Erst wenn die Lehrer ausgebildet sind, können sie die beratende Funktion auch ausüben“, sagte er.
Der Fitnesstest bei den 750 000 niedersächsischen Schulkindern zwischen der ersten und zehnten Klasse soll bis zum 12. Dezember abgeschlossen sein. Die Schüler müssen sieben Tests machen, vom Ballprellen über Zielwerfen und Hüftbeugen bis zum Sprung aus dem Stand. Die Ergebnisse werden vom Wissenschaftlichen Institut der Ärzte Deutschlands ausgewertet. Das Projekt kostet rund 250 000 Euro und wird von mehreren Sponsoren unterstützt, unter anderem von Krankenkassen, der Klosterkammer Hannover und dem Verband Milchland Niedersachsen
.


Sponsoren sind überrascht über die Infos des Stadtelternrates. 
Einige der angeschriebenen Sponsoren haben schon telefonische Rückmeldung gegeben und werden uns auch schriftliche Stellungnahmen zukommen lassen.  
Grundtenor ist: Sie sind davon ausgegangen, dass
1. Sportpädagogische und wissenschaftliche Qualität gesichert ist.
2. Erkennbare Datenschutzprobleme werden in Abstimmung mit dem Landesdatenschutzbeauftragten geregelt.
3. Landeselternrat hat dem Fitnesstest zugestimmt.  Dies ist nicht der Fall !! Klares Votum dagegen.
4. Sportlehrerverbände haben zugestimmt. Auch dies ist und war nicht der Fall !!
Die Sponsoren reagierten sehr überrascht auf unser Schreiben und auf die Informationen, die wir ihnen zukommen ließen. Auch die Presseberichte stellten ein anderes Stimmungsbild da, als vom MK aufgezeigt. Dort war von großer und breiter Zustimung aller Beteiligten die Rede.
Diskussion um Datenschutz beim Fitness-Test
Schreiben des Stadtelternrates Hannover an den Landesbeauftragten für Datenschutz am 01.11.2005
(wird nachgeliefert)
Schreiben an den Landesbeauftragten für Datenschutz (als pdf, 13 KB):   Am 09.11.2005 hat Prof.Dr.Wolfgang Burchert, Mitglied im Schulelternrat eines hannoverschen Gymnasiums und Mitglied der Ethikkommission der Ruhr-Universität Bochum  in einem weiteren Schreiben ernsthafte Einwendungen  gegen die Datensammlung deutlich gemacht. Die Aufklärung der Eltern zur Einwilligung erscheine unvollständig, es gäbe vor allem keine Möglichkeit die Teilnahme an der Untersuchung ohne Nachteile.
Antwort des Landesbeauftragten für Datenschutz (als pdf, 142 KB):  Am 09.11.2005 hat der Landesbeauftragte für Datenschutz eine ausführliche Antwort auf das Schreiben des Stadtelternrates  geschickt.

13.11.2005   Zum Antwortschreiben des Landesbeauftragten für Datenschutz  Unserer Meinung nach hat der Datenschutzbeauftragte die von uns angesprochene Kritik in wesentlichen Punkten nicht widerlegen können.
01.11.2005   Schreiben an die Schulelternräte  .... Wir empfehlen daher allen Eltern die freiwilligen Angaben im Interesse ihrer Kinder zu verweigern.
Außerdem sollten alle eine Erklärung beifügen, die es der Schule explizit untersagt, Daten weiterzugeben, die eine Identifikation des Kindes ermöglichen.
31.10.2005   Beschluss des Stadtelternrates  Stadtelternrat - Hannover lehnt Fitnesslandkarte Niedersachsen entschieden ab

HAZ, 12.11.2005  "Kein moderner Sport"  ... Moderner Sportunterricht zeige Kindern Bewegungsmöglichkeiten wie Tanz oder Akrobatik, die sie zu Sport in der Freizeit motivieren. ...Da, wo die Schüler sich gegenseitig beim Messen und Ausfüllen helfen, scheint es häufig zu Schummeleien zu kommen. ... Der Stadtelternrat Hannover befürchtet, dass der Datenschutz beim Test nicht gewährleistet ist. ...
09.11.2005  Einspruchserklärung der Eltern - die Infos über das Kind beim Fitness-Test nicht weiterzugeben doc  (25 kb)
Der Stadtelternrat empfiehlt allen Eltern, die freiwilligen Angaben im Interesse der Kinder zu verweigern. Außerdem sollten alle eine Erklärung beifügen, die es der Schule explizit untersagt, Datem weiterzugeben, die eine Identifikation des Kindes ermöglicht.
Vorschlag: "Wir untersagen ausdrücklich der Schule bzw. den Lehrkräften die persönlichen Daten (Anfangsbuchstabe des Vornamen, Geburtsdatum (Tag - Monat - Jahr), Name der Schule, Klasse, Geschlecht) von ..... (Name des Kindes / Klasse) .... weiterzugeben.  Datum + Unterschrift der Erziehungsberechtigten."
Bitte geben Sie diese Informationen möglichst kurzfristig an die Eltern ihrer Klasse weiter, damit jedes Elternteil weiß, womit er sich einverstanden erklärt.
09.11.2005  Schreiben an die Sponsoren  (doc 27 KB) Der Stadtelternrat Hannover hat ein Schreiben an die Sponsoren der Fitnesslandkarte Niedersachsen verfasst. In dem Schreiben werden die Sponsoren über die Einwände aufgeklärt und um Auskunft gebeten, welchen Nutzen sie sich von dieser Aktion versprechen, obwohl diese Aktion unter den "Kunden" großen Ärger hervorruft. 
10.11.2005  Informationen über das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD)  Das WIAD ist ein drittmittelfinanziertes Forschungsinstitut (www.wiad.de), welches Auftragsforschung für verschiednen Auftraggeber ausführt. Am Montagnachmittag hat ein hannoverscher Elternvertreter mit dem Geschäftsführer vom WIAD, Herrn Dr. Klaes gesprochen. ....Aus den o. g. Gründen halten wir diese Art der Datenerhebung nach wie vor nicht für günstig und raten den Eltern weiterhin die Weitergabe der persönlichen Daten zu unterbinden.
Der Stadtelternrat Hannover stellt neben dem Anschreiben an die Schulelternräte und den Beschluss der Sitzung vom 31.10.2005 einen Elternbrief (pdf, 170 KB)  und einen veränderten Erfassungsbogen (pdf, 267 KB) zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass der obere Teil des Erfassungsbogens im Elternbrief von dem Erfassungsbogen der Schule abweicht.   mfG Garnet Eichholz              
Anmerkungen von Sportlehrer/innen zum geplanten Bewegungs-Check-Up in den Schulsportstunden zur Erstellung einer "Fitness-Karte Niedersachsen"  (pdf, 51 KB)  übersandt von Ulf Riebau, StER Oldenburg, siehe aber auch unten auf dieser Seite ....
NP, 04.11.2005    Stadtelternrat gegen Fitnesstest: Leistungsdruck und Aufwand sind zu hoch
HANNOVER. Der Stadtelternrat Hannover lehnt den landesweiten Fitnesstest der 750 000 Schüler der Klassen 1 bis 10 vehement ab. „Man stellt lediglich einen Mangel fest. Der Test hat keine Konsequenzen“, ...
HAZ, 04.11.2005   Eltern protestieren gegen Sporttest an Schulen
Sogar Zehntklässler sollen mit Bohnensäckchen Zielwurf üben / Für Übungen muss Unterricht ausfallen   Von Bärbel Hilbig
Gegen den geplanten Fitnesstest für Schüler von der ersten bis zehnten Klasse regt sich massiver Widerstand. Beim Stadtelternrat Hannover haben rund 50 Schulelternräte nachgefragt, wie Eltern die Teilnahme ihrer Kinder verweigern können. „Die Eltern fürchten, dass dabei nichts für ihre Kinder herauskommt. Statt dessen fällt für den Test der knapp bemessene Sportunterricht oder ein anderes Fach aus“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. ...

HAZ, 12.11.2005  "Kein moderner Sport"  Fachleute kritisieren Test / Schüler schummeln     Von Bärbel Hilbig   Der Fitnesstest des Kultusministeriums für Erst- bis Zehntklässler stößt auch bei Fachleuten auf deutliche Kritik. „Der Test besteht aus isolierten Übungen, mit denen Kraft und Ausdauer gemessen werden“, sagt Dieter Brodtmann, emeritierter Professor für Sportpädagogik der Uni Hannover. Lust auf Sport mache man Kindern damit nicht. „Besonders schlimm finde ich, dass die Testergebnisse den Lehrern Hinweise auf ihren Unterricht geben sollen. Das würde bedeuten, die Sportstunden müssten in Zukunft genauso langweilig werden wie der Test.“ Moderner Sportunterricht zeige Kindern Bewegungsmöglichkeiten wie Tanz oder Akrobatik, die sie zu Sport in der Freizeit motivieren. Zielwerfen mit Bohnensäckchen habe dagegen nichts mit realen Sportarten wie Ballspielen zu tun.
In den ersten Schulen sind die Tests bereits gelaufen. Da ein Lehrer aus Zeitgründen nicht jedes Einzelergebnis jedes Schülers überwachen kann, sind Helfer notwendig. Manche Schulen bitten Eltern um Unterstützung. Da, wo die Schüler sich gegenseitig beim Messen und Ausfüllen helfen, scheint es häufig zu Schummeleien zu kommen. Eltern berichten, dass manche Schüler gerne besser dastehen wollen, andere nehmen den Test nicht ernst und geben im Begleitfragebogen unsinnige Antworten.
Einige Gymnasiallehrer hatten das im Vorfeld befürchtet. „Es verzerrt die Ergebnisse, wenn eine Schule exakte Daten liefert und andere Schulen Schüler zum Messen einsetzen“, sagt ein Lehrer.
Beim Wissenschaftlichen Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) in Bonn, das die Tests auswertet, sieht man das anders. „Die Lehrer merken spätestens bei der Eingabe der Daten, wenn geschummelt wurde“, sagt Geschäftsführer Lothar Klaes. Nach den bisherigen Erfahrungen würden Schüler den auf mehrere Jahre angelegten Test sehr ernst nehmen. „Sie sind neugierig, ob sie sich nach einem Jahr verbessert haben.“
Der Stadtelternrat Hannover befürchtet, dass der Datenschutz beim Test nicht gewährleistet ist. Klaes betont dagegen: „Die Förderer der Studie erhalten keine individuellen Daten.“ Ein individueller Schlüssel, mit dem die Forscher die Kinder identifizieren können, sei aber notwendig, um Vergleiche über mehrere Jahre anzustellen. Die Landesdatenschutzbehörde bestätigt das: Sie hat keine Bedenken.

NP, 04.11.2005    Stadtelternrat gegen Fitnesstest: Leistungsdruck und Aufwand sind zu hoch
HANNOVER. Der Stadtelternrat Hannover lehnt den landesweiten Fitnesstest der 750 000 Schüler der Klassen 1 bis 10 vehement ab. „Man stellt lediglich einen Mangel fest. Der Test hat keine Konsequenzen“, argumentiert der Stadtelternratsvorsitzende Richard Lochte. Nach Absicht des Kultusministeriums sollen alle Ergebnisse im Internet anonym veröffentlicht werden.
Das sei nicht gewährleistet, so Lochte. Der Stadtelternrat empfiehlt daher allen Eltern, der Schule die Weitergabe der Daten ihres Kindes zu untersagen. Auch sei zweifelhaft, dass unsportliche Kinder durch die Veröffentlichung der Ergebnisse den Weg zum Sport finden. Leidensdruck gebe es schon durch die Sportzensuren, argumentiert Lochte.
Die Elternvertreter kritisieren auch die Auswertung des Tests durch ein Institut. Der schulmedizinische Dienst könne die Tests vollständiger erheben. Daten der  Einschulungsuntersuchung seien vorhanden. Eine Beratung könne sofort stattfinden –  auch hinsichtlich der Ernährung, die bisher keine Rolle spiele. Und so bliebe auch die Schweigepflicht gewahrt.
Kopfzerbrechen bereitet den Lehrern die Nachbearbeitung des Tests: „Wir müssen alle Ergebnisse unserer 500 Schüler online erfassen“, stöhnt ein Sportlehrer der Gerhart-Hauptmann-Realschule: „Dafür fehlt uns einfach die Zeit.“ clak/cr 

HAZ, 04.11.2005   Eltern protestieren gegen Sporttest an Schulen
Sogar Zehntklässler sollen mit Bohnensäckchen Zielwurf üben / Für Übungen muss Unterricht ausfallen
Von Bärbel Hilbig
Gegen den geplanten Fitnesstest für Schüler von der ersten bis zehnten Klasse regt sich massiver Widerstand. Beim Stadtelternrat Hannover haben rund 50 Schulelternräte nachgefragt, wie Eltern die Teilnahme ihrer Kinder verweigern können. „Die Eltern fürchten, dass dabei nichts für ihre Kinder herauskommt. Statt dessen fällt für den Test der knapp bemessene Sportunterricht oder ein anderes Fach aus“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat.
Das Kultusministerium will mit den Testergebnissen eine „Fitnesslandkarte Niedersachsen“ erstellen. Dafür sollen die Sportlehrer bis zum 12. Dezember vom Erstklässler bis zum Zehntklässler alle Schüler mit sieben Übungen zu Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit testen und die Ergebnisse auf einer Internetseite eintragen. Außerdem sollen die Schüler sich in einem Fragebogen selbst einschätzen und Angaben zu Körpergröße, Gewicht und Mitgliedschaft in einem Sportverein machen. Das Problem: Sowohl die Aufgaben als auch die Fragebögen sind für alle Kinder gleich, unabhängig vom Alter. In etlichen Schulen zweifeln deshalb Eltern und Lehrer den Sinn des Tests an.
Die Gesamtkonferenz der Wilhelm-Busch-Schule hat ihre Bedenken in einem Brief an das Ministerium formuliert. „Ein Sportlehrer kann in einer Doppelstunde nicht sieben Übungen mit 25 Kindern beobachten“, sagt Schulleiter Michael Strümpel. Bei einer Übung soll der Schüler zum Beispiel auf einer umgedrehten Bank stehen und einen Ball in 30 Sekunden möglichst oft auf den Boden prellen. Die Schüler sollen sich auch selbst den Puls messen. „Viertklässler können das aber noch nicht“, sagt Strümpel. Die Grundschule will nun Eltern als „Hilfslehrer“ für den Test gewinnen.
Die Integrierte Gesamtschule Langenhagen plant, alle Schüler an einem Tag zu testen und dafür alle Sportlehrer einzusetzen. Dass dabei verwertbare Ergebnisse herauskommen, wird aber bezweifelt. „Für ältere Schüler ist es albern, mit Bohnensäckchen Zielwurf in auf dem Boden geklebte Felder zu üben“, sagt Lehrerin Simone Gollek. Die Säcken, die eher in der Grundschule üblich sind, müsse sie zudem noch nähen. Für sinnvoller als den Test hält die Lehrerin Sportförderunterricht, den ihre Schule seit diesem Schuljahr anbieten kann.
Strümpel teilt die Bedenken der Kollegin. „Wir setzen den Erlass natürlich um“, sagt er. „Aber das bringt keinen Nutzen außer einer bunten Landkarte, die man sich im Internet angucken kann.“



Do, 10.11.2005
Informationen über das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD)


Das WIAD ist ein drittmittelfinanziertes Forschungsinstitut (www.wiad.de), welches Auftragsforschung für verschiednen Auftraggeber ausführt.

Am Montagnachmittag hat ein hannoverscher Elternvertreter mit dem Geschäftsführer vom WIAD, Herrn Dr. Klaes gesprochen. Herr Dr. Klaes war von dem Projekt sehr überzeugt und teilte mit, dass ihm von sehr vielen Sportlehrern und vom Ministerium bisher im Wesentliches positives zu der geplanten Studie zu Ohren gekommen sei.

Der Elternvertreter hat ihm unsere Bedenken hinsichtlich der Erfassung gesundheitsrelevanter Daten in Kombination mit einer personalisierten Speicherung vorgetragen. Seine Entgegnung bestand im Kern darin, dass der niedersächsische Datenschutzbeauftragte die Erfassung und Speicherung der Daten geprüft habe und in der jetzigen Form keine Bedenken bestünden.

Tatsächlich ist an eine längerfristige Speicherung der Daten gedacht. Herr Dr. Klaes erläuterte, dass es eine Längsschnittstudie sei, die noch zwei weitere Erhebungen künftig erwarten lässt. Die personenbezogene Speicherung soll gewährleisten, dass im Zeitverlauf eine Zuordnung der Datensätze erfolgen kann. Auf den Einwand hin, dass es bei solcher Art von Studien durchaus üblich sei eine Anonymisierung der Daten durchzuführen, so dass keine personenbezogene Rückverfolgung der Daten möglich ist, wurde entgegnet, dass eine andere Art der Datenverarbeitung nicht möglich sei.

Bei der Studie sind Sponsoren aufgeführt. Bei Drittmittelgeförderten Studien ist es allgemein durchaus üblich, dass die Drittmittelgeber Einsicht in die Daten oder Ergebnisse der Studien haben. Dies wurde von Herrn Dr. Klaes bestätigt. Für die Sponsoren werden bestimmte Auswertungen gemacht, wobei Herr Dr. Klaes versicherte, dass keine Einzeldaten weitergereicht würden.

Bei allem sollte man allerdings berücksichtigen, dass das WIAD ein privates Forschungsinstitut ist und keine öffentliche Forschungseinrichtung. Daher ist ein solches Institut immer darauf angewiesen über solche Forschungen oder spezielle Datenauswertungen Geld einzuwerben, um seine Existenz zu sichern.

Die Studie ist nach Aussage von Herrn Dr. Klaes von keiner Ethikkommission begutachtet worden.

Aus den o. g. Gründen halten wir diese Art der Datenerhebung nach wie vor nicht für günstig und raten den Eltern weiterhin die Weitergabe der persönlichen Daten zu unterbinden.


13.11.2005   Zum Antwortschreiben des Landesbeauftragten für Datenschutz  Unserer Meinung nach hat der Datenschutzbeauftragte die von uns angesprochene Kritik in wesentlichen Punkten nicht widerlegen können.
01.11.2005   Schreiben an die Schulelternräte  .... Wir empfehlen daher allen Eltern die freiwilligen Angaben im Interesse ihrer Kinder zu verweigern.
Außerdem sollten alle eine Erklärung beifügen, die es der Schule explizit untersagt, Daten weiterzugeben, die eine Identifikation des Kindes ermöglichen.
31.10.2005   Beschluss des Stadtelternrates  Stadtelternrat - Hannover lehnt Fitnesslandkarte Niedersachsen entschieden ab
 
Zur Vorbereitung der Sitzung des Stadtelternrates am 31.10.2005
Umsetzung der Fitnesserhebung bis Ende November


Der Erlass ist verabschiedet.
Die Fitnessergebnisse müssen bis Ende November aus den Schulen rückgemeldet werden.

Liebe MitstreiterInnen,
anbei findet ihr den Erlass "Fitnesskarte" und Anweisung zur Umsetzung.

Wir werden diesen Erlass und die Auswirkungen in der Plenarsitzung am 31.10.05 diskutieren und eine Stellungnahme verfassen.

Wir bitten euch diesen Erlass in der Elternschaft zu diskutieren und uns Rückmeldungen zu geben.

Zu bedenken sind dabei:
nur Messung von Werten (Daten sind schon im "Jugend und Sozialbericht" erfasst). Es bleibt ohne Konsequenzen für die Einstellung neuer Sportlehrer.
in Schulen herscht Sportlehrermangel und Unterricht wird nur eingeschränkt und häufig durch fachfremde Lehrer unterricht (siehe Sportstudie Sommer 04)
ohne Anleitung werden übergewichtige und bewegungsarme Schüler ihre Gewohnheiten nicht ändern.
Es ist bekannt, dass im besonderen Schüler aus bildungsfernen Schichten von Übergewichtigkeit und Bewegungsmangel betroffen sind.
Dieser Personenkreis nicht die Wichtigkeit von richtiger Bewegung und gesunder Ernährung erkennt und daüber hinaus nicht die finanziellen Mittel aufbringen kann, um Kinder in Sportvereine zu schicken.

Gefahr des Mobbings, da sie den Klassendurchschnitt verschlechtern
Gefahr der Demotivierung
Sportlehrer bei Beratung zu richtiger Ernährung und Bewegung überfordert

Durch diesen 2stündigen Test würde in vielen Schulen Schwimmunterricht ausfallen.
In manchem Jahrgang ist Sport im Std.plan nicht vorhanden, was dazu führen würde, dass anderer Fachunterricht ausfällt .

Forderung:
es wäre eine Ernährungsberatung in Schule für Schüler, Eltern, Lehrer erforderlich
qualifizierte Sportlehrkräfte in ausreichender Anzahl
Flächendeckende Erteilung des Schwimmunterrichts und Wiedereinführung der 3. Sportstunde
Ohne Nachbesserungen in der Personalausstattung bleibt alles nur Beschäftigungstherapie für die Schule, die sich eigentlich um Inhalte im Unterricht (der häufig genug ausfällt) kümmern sollte.

Bitte teilt mir spontan eure persönliche Meinung dazu mit, damit wir für die Plenarsitzung in Vorarbeit gehen können.

Nachtrag:

ich hatte gerade bezüglich dieses Themas einen Anruf einer Elternvertreterin. Diese stellte die Frage, ob es den Eltern möglich ist, den Fitnesstest zu
boykotieren.   Ihr fiel vor allen Dingen auch auf, dass sich anhand des Erhebungsbogens sehr wohl nachvollziehen lässt, welcher Schüler sich hinter den erhobenen Ergebnissen verbirgt. Ihre Frage: Kann man einfach per Diktat solche Daten erheben und auswerten?
Antwort: Wir werden uns bei einem Juristen in Punkto Datenverwertung und Boykott erkundigen und prüfen welche rechtlichen Möglichkeiten wir haben.

Garnet Eichholz
Remarqueweg 15
30455 Hannover
Tel.: 0511 - 49 00 40
Fax: 0511 - 47 355 35

Erlass "Fitnesslandkarte Niedersachsen" vom 07.10.2005   (pdf, 19 KB)
Erläuterungen zum Erlass   (pdf, 27 KB)
Erfassungsbogen zum Erlass   (pdf, 267 KB)

im Internet  www.fitnesslandkarte-niedersachsen.de



Zur Vorbereitung der Sitzung des Stadtelternrates am 31.10.2005
Anmerkungen von Sportlehrer/innen zum geplanten Bewegungs-Check-Up in den Schulsportstunden zur Erstellung einer "Fitness-Karte Niedersachsen"

übersandt von Ulf Riebau, StER Oldenburg - als pdf , 51 KB

 Check Test 1
  .Fitness Check 2
 .Check 3

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