GESAMTSCHULEN 2007  - Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
 
 

HAZ, 22.11.2007

Stadt soll für IGS prozessieren - Eltern stellen Forderungen

Von Bärbel Hilbig
Eine Gruppe von Eltern im Stadtelternrat will die Stadt zu einem Prozess gegen das Land bewegen – und damit das Neugründungsverbot für Gesamtschulen kippen. „Auch wenn die Integrierte Gesamtschule Kronsberg erweitert wird, fehlen voraussichtlich noch hundert Plätze pro Jahr für Kinder, die eine Gesamtschule besuchen wollen“, sagt Edith Tötsches vom Arbeitskreis Gesamtschulen des Stadt- und Regionselternrats. Unterstützung findet die Gruppe bei Ernst Gottfried Mahrenholz, früherer Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts. „Das Schulrecht sieht die Gesamtschule als Schulform vor. Es ist rechtswidrig, wenn die Landesregierung die Neugründung verbietet“, betont Mahrenholz. Die Einrichtung von Schulen ist verfassungsrechtlich Sache der Kommunen.
Doch Oberbürgermeister Stephan Weil, der im März selbst die Idee einer Klage der Stadt gegen das Land ins Gespräch brachte, hat davon fürs Erste Abstand genommen. Das Thema sei auf Landesebene schließlich in Bewegung. „Bevor ich mich daran mache, die Frage gerichtlich klären zu lassen, hoffe ich zunächst, dass der gesunde Menschenverstand sich durchsetzt“, sagt Weil. Der SPD-Politiker rechnet offenbar auch dann mit einer Aufhebung des Neugründungsverbots, wenn es nach der Landtagswahl keinen Regierungswechsel gibt. Die CDU-Landesregierung hat bisher nur in Ausnahmefällen neue Gesamtschulen in Aussicht gestellt. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man Gesamtschulen nur da zulässt, wo es noch keine gibt“, sagt Weil. Der Bedarf müsse entscheidend sein, und der sei in Hannover deutlich.
Dem Arbeitskreis Gesamtschulen des Stadt- und Regionselternrates geht das nicht schnell genug. Die Gruppe schlägt auch vor, bei den Eltern der Viertklässler die Wünsche nach einem Gesamtschulplatz abzufragen. „Wir gehen davon aus, dass mehr Eltern als bisher bekannt eine Integrierte Gesamtschule wählen wollen“, sagt Tötsches.
Im Stadtelternrat scheint die Initiative des Arbeitskreises Gesamtschulen umstritten
. Kommende Woche will die Vollversammlung der Schulelternvertreter über die Vorschläge diskutieren. Bisher erlaubt das Land nur die Erweiterung bestehender Gesamtschulen. Deshalb gibt es im Stadtelternrat Befürworter einer Aufstockung an der IGS Vahrenheide. Das lehnt der Arbeitskreis Gesamtschulen ab. „Das Wahlverhalten der Eltern deutet nicht darauf hin, dass diese Plätze angenommen würden“, sagt Tötsches. >> Gesamtschulen 2007 >> AK Gesamtschulen

 

NP, 21.11.2007

Gesamtschule Klagt Stadt gegen Busemann?

HANNOVER. Die rot-grüne Mehrheit im hannoverschen Rathaus will eine Verfassungsklage gegen Kultusminister Bernd Busemann prüfen. So könnte die Eröffnung weiterer Integrierter Gesamtschulen (IGS) durchgesetzt werden. Die Überlegungen gehen auf einen aktuellen Vorstoß des Stadtelternrates zurück.
Das Land will keine neuen IGS in der Landeshauptstadt zulassen. In Hannover gibt es aber 120 bis 200 Kinder, die an den bestehenden nicht mehr aufgenommen werden konnten. Auch OB Stephan Weil hält eine Klage für denkbar. Eine Entscheidung solle aber erst nach der Landtagswahl fallen. >> Gesamtschulen 2007 >> AK Gesamtschulen

 

NP, 21.11.2007

Eltern wollen IGS mit Prozess erzwingen

Gesamtschulstreit: OB Weil schließt Klage nicht aus. Rot-Grün will Verfahren in Karlsruhe prüfen.

VON ANNA BERGER
HANNOVER. Kampf um mehr Integrierte Gesamtschulen (IGS): SPD und Grüne im Stadtrat wollen über eine Klage vorm Bundesverfassungsgericht gegen das Land nachdenken. Gekippt werden soll das IGS-Neugründungsverbot.
Die Forderung, vor Gericht zu ziehen, stammt vom Arbeitskreis (AK) Gesamtschulen des Stadt- und Regionselternrates. Der will den Vorschlag in der nächsten Sitzung des Schulausschusses offiziell einbringen. „Auch wenn ein solches Verfahren sehr lange dauern kann, müssen wir ja irgendwo anfangen“, erklärt AK-Vorstandsmitglied Edith Tötsches.
Ideengeber für die Initiative ist immerhin der frühere Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ernst Gottfried Mahrenholz. „Die IGS ist eine gesetzliche Schulform“,
betont Mahrenholz, der von 1974–76 niedersächsischer Kultusminister war. Deshalb müssten Kommunen Schulen bereitstellen, das gehöre zu den verfassungsrechtlich geschützten Aufgaben.
Mahrenholz: „Wenn Wulff meint, er könne mit ein paar Ausnahmen das Problem abwiegeln, dann muss eine verfassungsrechtliche Entscheidung Klarheit schaffen.“
Hintergrund: Im laufenden Schuljahr haben 200 Kinder nicht ihren Wunschplatz an einer IGS bekommen. Haupt- und Realschule verlieren dagegen Schüler (NP berichtete). Der Elternwille sei klar, so der Stadtelternrat.
Die rot-grüne Ratsmehrheit steht der Prozess-Initiative offen gegenüber
. „Eine Idee, die in jedem Fall bedacht werden sollte“, sagt der schulpolitische Sprecher der SPD, Michael Klie. Der grüne Fraktionsvorsitzende Lothar Schlieckau: „Jede Initiative in dieser Richtung ist positiv zu diskutieren.“ Und er betont mit Blick aufs Land: „Hier sollte man den Elternwillen ernst nehmen.“
Auch Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) schließt eine Klage nicht aus. Solche Überlegungen habe es auch in der Stadtverwaltung bereits gegeben. „Wir wollen aber erst den Ausgang der Landtagswahl abwarten.“
>> Gesamtschulen 2007 >> AK Gesamtschulen

 

14.11.2007, Goslarsche Zeitung

Land blockiert neue Gesamtschulen / Kultusministerium untersagt Schulträgern, den Bedarf zu ermitteln – "Weitere Entwicklung völlig offen"

Von Michael Ahlers
HANNOVER. Trotz der Ankündigung von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), das Verbot neuer Gesamtschulen zu lockern, untersagt das Kultusministerium den Schulträgern alle Planungen.
Aufgrund der aktuellen Rechtslage sei "klar gestellt, dass wegen des Neuerrichtungsverbots kein Raum für eine Bedürfnisermittlung für die Errichtung neuer Gesamtschulen gegeben ist", heißt es in einem Schreiben des Kultusministeriums an die Landesschulbehörde Hannover. Weiter heißt es: "Es ist zurzeit völlig offen, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt das o.a. Verbot vom Gesetzgeber aufgehoben wird." Unklar sei auch, ob es dabei flankierende Regelungen geben werde, etwa zur Aufnahmekapazität vorhandener Gesamtschulen. Im aktuellen Fall hatte der Kreis Hildesheim angekündigt, sein Schulangebot erweitern zu wollen. "Eine Bedarfsermittlung macht wirklich keinen Sinn", erläuterte Georg Weßling, Sprecher im Kultusministerium, die Position des Landes zu den Plänen. Schließlich seien neue Gesamtschulen derzeit in Niedersachsen nicht zugelassen.
Von einem Verbot der Bedarfsermittlung kann nach den Worten des Ministeriumssprechers allerdings keine Rede sein. Die jetzt ermittelten Daten dürften lediglich später nicht verwendet werden.
Für SPD und Grüne ist das Verhalten des Ministeriums ein weiteres Indiz, dass CDU und FDP mit dem angeblich gelockerten Kurs gegenüber Gesamtschulen vor der Wahl lediglich den Unwillen in Teilen der Elternschaft und bei Verbänden wie der GEW kanalisieren wollen. "Die Schulträger werden eingeschüchtert", sagt die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter. Sie schafften es unter diesen Umständen nicht mehr, neue Gesamtschulen zum Schuljahr 2008/2009 einzurichten. Das Verbot der Neugründung von Gesamtschulen soll laut CDU/FDP-Koalition im Frühjahr 2008 entfallen. "Das Verbot muss sofort aufgehoben werden", fordert dagegen Korter.
"Mit einer schwarz-gelben Landesregierung wird es im kommenden Schuljahr keine einzige neue Gesamtschule in Niedersachsen geben", so die SPD-Abgeordnete Ingrid Eckel nach einer Sitzung des Kultusausschusses. Nach der Landtagswahl würden CDU und FDP Änderungen am derzeit noch vehement verteidigten gegliederten Schulsystem vornehmen, erwartet Korter. "Sie werden versuchen, Haupt- und Realschulen zusammenzulegen", so die Grüne. Nordrhein-Westfalens mitregierende FDP hat angekündigt, Haupt-, Real- und Gesamtschule in regionalen "Mittelschulen" vereinen zu wollen.

 

14.11.2007, Goslarsche Zeitung

Kultusminister blockiert Planung für neue Gesamtschulen

Von Michael Ahlers
HANNOVER. "Dort, wo es bisher keine Gesamtschulen gibt und wo die Kommunen diese unbedingt haben wollen, soll auch eine eingerichtet werden können." Mit diesem Satz hatte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kürzlich angekündigt, das Gründungsverbot neuer Gesamtschulen lockern zu wollen.
Doch nun wurde bekannt, dass die für Schulgründungen nötigen Planungen blockiert werden.
"Es ist völlig offen, zu welchem Zeitpunkt das Verbot aufgehoben wird", heißt es in einem Schreiben des Kultusministeriums.

 

19.09.2007

Offener Brief an den Ministerpräsidenten Chr. Wulf

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, ... die Bildung unserer Kinder ist uns zu wichtig, um auf wahltaktische Versprechungen zu vertrauen. ... Ein halber Schritt zurück auf diesem bildungspolitischen Holzweg, auf den Sie sich offenbar aus ideologischen Gründen begeben haben, reicht nicht. ...Neugründungen von Gesamtschulen nach Gutsherrenart nur in Ausnahmefällen zu erteilen ist ignorant und ein Schlag gegen mündige Bürger. ... Belasten Sie nicht die wenigen Gesamtschulen in Hannover, die ihre Zügigkeit noch erweitern könnten, mit weit entfernt liegenden Außenstellen. .... für das Bündnis "Neue IGS - jetzt!" Edith Tötsches .>> Neue IGS - JETZT!

 

HAZ+NP / 09.2007

Bündnis fordert neue Gesamtschule - lässt 200 Ballons platzen

NP, 12.09.2007 Neues IGS-Bündnis lässt 200 Ballons platzen Erst gründete sich das Bündnis „Neue IGS – jetzt!“, dann gab es gleich den Protest. Unter dem Motto „Zerplatzte Elternwünsche, zerplatzte Bildungschancen“ ließen die Mitglieder 200 Luftballons am Freizeitheim Lister Turm platzen..„Der Wille der Eltern sollte respektiert werden, und Eltern wollen teilhaben am ausgezeichneten Bildungserfolg der Gesamtschulen“, erklärt Tötsches .... HAZ, 11.09.2007 Bündnis fordert neue Gesamtschule Eltern, Gewerkschafter, SPD, Grüne und die Linke gründen Initiative. ... Das gestern gegründete Bündnis fordert, den Elternwillen zu respektieren, das Neugründungsverbot für Gesamtschulen aufzuheben und eine neue IGS zu eröffnen......>> Neue IGS - JETZT!..>>Aufruf und Unterschriftenlisten . >> Gesamtschulen 2007

 

HAZ, 07.07.2007

Ansturm auf Gesamtschulen hält weiter an

HAZ, 04.09.2007 Der Kommentar: Schulpolitik von gestern. Verbote, die allein ideologische Gründe haben, sind auch in der Schulpolitik von gestern..... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 Busemann: Keine neuen Gesamtschulen nötig ... In den Augen der Gesellschaft der Gesamtschullehrer ist die Erweiterung meist der falsche Weg.. >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 Busemann: Kein Bedarf an neuen Gesamtschulen Die Gesamtschulen in Niedersachsen werden immer beliebter, können den Schüleransturm aber nur gut zur Hälfte bewältigen. Der Grund: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält an seinem Gründungsverbot für Gesamtschulen fest und lässt offenbar auch keine Erweiterungen bestehender Gesamtschulen zu. SPD, Grüne und die Lehrergewerkschaft GEW fordern deshalb eine Kurskorrektur in der Bildungspolitik. ..... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 04.09.2007 In Niedersachsens Gesamtschulen fehlen 2300 Plätze Die Gesamtschulen in Niedersachsen werden immer beliebter.. Knapp 40 Prozent der Anmeldungen wurden abgewiesen. ... SPD, Grüne und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern schon seit Langem, das im Schulgesetz verankerte Gründungsverbot für Gesamtschulen abzuschaffen .... am Gründungsverbot für Gesamtschulen will der CDU-Politiker nicht rütteln. ... >> Gesamtschulen 2007

NP, 11.07.2007 Ansturm auf Hannovers Gesamtschulen Insgesamt seien allein an den genannten Gesamtschulen (in Niedersachsen) über 1600 Schüler abgelehnt worden – davon könne man 54 neue Gesamtschulklassen einrichten oder neun neue Gesamtschulen gründen..... >> Gesamtschulen 2007

NP, 11.07.2007 Neuer Streit um Gesamtschulen Nach ersten Zahlen muss dort dieses Jahr jede zweite Anmeldung abgelehnt werden – aus Platzmangel.... >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 07.07.2007 IGS List punktet Im Rennen um den bundesweit ausgeschriebenen Deutschen Schulpreis 2007 ist die IGS List als einzige hannoversche Schule aus 170 Bewerbern ausgewählt worden und darf sich jetzt mit 13 anderen Schulen Hoffnung auf den mit 50 000 Euro dotierten Preis machen..... >> IGS List >> Gesamtschulen 2007

HAZ, 07.07.2007 Ansturm auf Gesamtschulen hält weiter an Losverfahren für Interessenten / Platz an den sechs IGS reicht nicht aus / 184 Schüler müssen andere Schulform wählen..... >> Gesamtschulen 2007

Braunschweiger Zeitung, 05.07.2007 Gesamtschulen müssen 328 Bewerber ablehnen Für das Schuljahr 2007/2008 wünschten wieder mehr als ein Drittel der Eltern aller Viertklässler – 37 Prozent – einen Platz an einer der drei Integrierten Gesamtschulen. Da dort aber nur 380 Plätze zur Verfügung stehen, mussten 328 Bewerber abgelehnt werden. >> Gesamtschulen 2007

 

HAZ, 04.09.2007

Der Kommentar: Schulpolitik von gestern

Fällt den Bildungspolitikern nichts Besseres ein, als über Gesamtschulen zu streiten? Viele Eltern interessieren die alten ideologischen Debatten schon lange nicht mehr, doch sie kommen auch mit einer pragmatischen Sicht der Dinge nicht weiter: Eine Schulform, die zumindest in den großen Städten gefragt ist, bekommt vom Kultusminister einen Bremsklotz vorgelegt. Das passt nicht zusammen mit dem modernen Antlitz, das das gegliederte Schulwesen unter Busemann bekommen soll. Soll nicht der Wettbewerb das Maß aller Dinge sein? Können die Gesamtschulen im direkten Vergleich mit anderen Schulformen nicht mithalten, dann wird auch schnell die Nachfrage schwinden. Zeigen sie aber passable Ergebnisse, dann werden sie überall dort, wo Eltern dies wünschen, eine Ergänzung sein. Verbote, die allein ideologische Gründe haben, sind auch in der Schulpolitik von gestern. Jörg Kallmeyer

 

HAZ, 04.09.2007

Busemann: Keine neuen Gesamtschulen nötig

Hannover (kau). Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält am Gründungsverbot für neue Gesamtschulen fest. Die bestehenden Integrierten Gesamtschulen (IGS) hätten die Möglichkeit, sich zu erweitern, sagte ein Ministeriumssprecher. Es liege aber kein einziger Antrag dieser Art vor. Die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule wirft dem Minister vor, die große Nachfrage nach Gesamtschulplätzen zu ignorieren. Die Situation habe sich nach der Abschaffung der Orientierungsstufe noch verschärft. Darauf müsse die Landesregierung reagieren, forderte ein Sprecher.

 

HAZ, 04.09.2007

Busemann: Kein Bedarf an neuen Gesamtschulen

VON MARGIT KAUTENBURGER UND KLAUS WALLBAUM
Hannover. Der Ruf nach der Gründung neuer Gesamtschulen stößt bei Kultusminister Bernd Busemann (CDU) auf Unverständnis. Die insgesamt 28 Integrierten Gesamtschulen könnten jederzeit erweitert werden, sagte Busemanns Sprecher Georg Weßling am Montag. „Es liegt in unserem Haus aber kein einziger entsprechender Antrag vor.“ Den angeblich landesweiten Ruf nach neuen Gesamtschulen habe man im Kultusministerium noch nicht gehört“, betonte Weßling. Die meisten Eltern bevorzugten das dreigliedrige Schulsystem.
Die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule hatte kritisiert, dass in Niedersachsen 2300 Gesamtschulplätze fehlen.
40 Prozent der angemeldeten Schüler würden abgewiesen. Dies halten auch SPD und Grüne für einen unhaltbaren Missstand. Mit landesweiten Aktionen wollen die Grünen am Mittwoch und Donnerstag gegen das 2003 beschlossene Neugründungsverbot für Gesamtschulen in Niedersachsen protestieren.
Bernd Busemann verweist darauf, dass sein Ministerium in vier Fällen zugestimmt habe, eine gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen einzurichten
– im vergangenen Jahr in Flötenteich und Schaumburg, dieses Jahr in Peine und für das übernächste Jahr in Schwarmstedt. Viele Gesamtschulen schöpften die Möglichkeit aber nicht aus, parallel bis zu acht Klassen anzubieten. Lediglich zwei seien achtzügig, 14 hingegen nur vierzügig, zwölf sechszügig. „Wenn alle Gesamtschulen ihre Möglichkeiten ausnutzen würden, hätten wir 77 zusätzliche Klassen, in denen 2300 Schüler unterrichtet werden könnten.“
In den Augen der Gesellschaft der Gesamtschullehrer ist die Erweiterung meist der falsche Weg
. „Zu große Schulen sind unüberschaubar, die pädagogische Qualität leidet“, sagt Sprecher Gerd Hildebrandt. Der Einzugsbereich dieser erweiterten Schulen würde zudem zu groß, die Schulwege würden zu lang.
Nach Angaben Hildebrandts gibt es vielerorts gemessen am Elternwillen zu wenig Gesamtschulplätze.
In Oldenburg und Braunschweig haben sich Elterninitiativen für die Gründung neuer Gesamtschulen gebildet. In Braunschweig (drei Gesamtschulen) gab es in diesem Schuljahr 702 Anmeldungen, 328 Schüler wurden abgelehnt. „Wir haben sogar Bedarf für eine fünfte IGS“ heißt es in einem offenen Brief der „Aktion 4. IGS in Braunschweig“. In Oldenburg hat sich ein „Aktionsbündnis dritte Gesamtschule“ gebildet.
Große Nachfrage nach Gesamtschulplätzen gibt es nach Angaben der Grünen- Bildungsexpertin Ina Korter auch in der Region Schaumburg (78 Prozent Ablehnungen), in Wilhelmshaven (55 Prozent), Hildesheim (52 Prozent), Helmstedt (46 Prozent), und Delmenhorst (41 Prozent).
In Hannover wurden an der IGS List 66 Prozent der Bewerber abgewiesen. Dort gebe es aber mit insgesamt sieben Gesamtschulen Ausweichmöglichkeiten.
Nach Ansicht von SPD und Grünen, die sich beide für eine gemeinsame Schule bis zum zehnten Schuljahr einsetzen, kann Busemann nicht darüber hinwegsehen, dass viele Eltern nach dem Wegfall der Orientierungsstufe die Gesamtschule vorziehen. „Viele halten die Laufbahnentscheidung nach dem vierten Schuljahr für verfrüht und wollen das lange offen halten“, sagt SPD-Schulexpertin Ingrid Eckel.

 

HAZ, 03.09.2007

In Niedersachsens Gesamtschulen fehlen 2300 Plätze

VON SASKIA DÖHNER
Die Gesamtschulen in Niedersachsen werden immer beliebter, können den Schüleransturm aber nur gut zur Hälfte bewältigen. Der Grund: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält an seinem Gründungsverbot für Gesamtschulen fest und lässt offenbar auch keine Erweiterungen bestehender Gesamtschulen zu. SPD, Grüne und die Lehrergewerkschaft GEW fordern deshalb eine Kurskorrektur in der Bildungspolitik.
In Niedersachsen fehlen in diesem Jahr mehr als 2300 Gesamtschulplätze – so viele wie noch nie. Nach einer landesweiten Erhebung der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG) konnten die Schulen in den fünften Klassen nur 60 Prozent der Bewerber aufnehmen.
Knapp 40 Prozent der Anmeldungen wurden abgewiesen. Im vergangenen Jahr hatte die Ablehnungsquote noch bei 34 Prozent gelegen. „Seit 2003 steigt die Nachfrage stetig“, sagt GGG-Landesvorsitzender Gerd Hildebrandt, „und das, obwohl uns Kultusminister Bernd Busemann immer neue Steine in den Weg legt.“
SPD, Grüne und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern schon seit Langem, das im Schulgesetz verankerte Gründungsverbot für Gesamtschulen abzuschaffen
: „In keinem anderen Bundesland gibt es ein derartiges Gründungsverbot“, betont GEW-Landesvorsitzender Eberhardt Brandt. „Herr Busemann kann nicht dauerhaft den Elternwillen ignorieren, überall im Land gibt es den starken Wunsch nach neuen Gesamtschulen.“
Nahezu überall lag der Bedarf deutlich über dem Angebot
. Den Rekord bei den Ablehnungen hält die Integrierte Gesamtschule Schaumburg: Hier kamen 521 Bewerber auf 112 Plätze. In Braunschweig hatten sich 313 Fünftklässler um 110 Plätze beworben. In Göttingen-Geismar gab es 316 Interessenten für 174 Plätze, in Wilhelmshaven 397 für 180 Plätze.
Die auch von Busemann immer wieder geäußerte Behauptung, dass vorwiegend Jugendliche mit Hauptschulempfehlung an die Integrierten Gesamtschulen gingen, sei falsch, sagt Hildebrandt. An den IGS liege ihr Anteil bei 28 Prozent und damit kaum über dem Anteil der Fünftklässler mit Gymnasialempfehlung (27 Prozent). Gegenüber 2006 sei deren Zahl zudem gestiegen.
Nach Meinung Hildebrandts haben die Gesamtschulen in Niedersachsen trotz des politischen Gegenwinds eine Zukunft
: „Der öffentlichen Diskussion um die Vorteile von Gemeinschaftsschulen kann sich niemand dauerhaft verschließen, das dreigliedrige Schulsystem steckt in der Krise, zumal eine Säule, nämlich die Hauptschule, immer mehr wegbricht.“
Kultusminister Busemann hatte aber unlängst erklärt, er sehe keinen Grund, vom dreigliedrigen Schulsystem abzurücken.
Im Gegenteil, es habe sich in jeder Schulform bewährt. Auch am Gründungsverbot für Gesamtschulen will der CDU-Politiker nicht rütteln.

 

NP, 11.07.2007

Ansturm auf Hannovers Gesamtschulen

Busemann regt Bildung von Parallelklassen an

VON HEIKO RANDERMANN
HANNOVER. Niedersachsens Gesamtschulen können sich offenbar vor Anmeldungen kaum retten. Gestern präsentierte die Grünen-Bildungsexpertin Ina Korter im Landtag Zahlen, nach denen bei den großen Gesamtschulen im Land auf jeden Platz zwei Anmeldungen oder mehr kommen.
59 Gesamtschulen gibt es in Niedersachsen – von sieben Schulen legte Korter Zahlen vor. Und die sprechen eine deutliche Sprache.
Demnach habe die IGS Hannover-List 35 Prozent der Anmeldungen zur fünften Klasse ablehnen müssen. Die IGS Braunschweig-Querum musste 48 Prozent ablehnen, die IGS Hildesheim 52 Prozent. Spitzenreiter, so Korter, sei die IGS Schaumburg: Hier seien auf 112 Plätze 521 Anmeldungen gekommen. 409 Kinder mussten abgelehnt werden – das sind 78 Prozent.
Insgesamt seien allein an den genannten Gesamtschulen über 1600 Schüler abgelehnt worden – davon könne man 54 neue Gesamtschulklassen einrichten oder neun neue Gesamtschulen gründen, so Korter. Bereits im letzten Jahr mussten die Gesamtschulen in Niedersachsen ein Drittel der Anmeldungen aus Platzmangel absagen.
Kultusminister Bernd Busemann (CDU), der vor vier Jahren ein Gesamtschulgründungsverbot erlassen hatte, räumte ein, dass einige Gesamtschulen tatsächlich von Anmeldungen überflutet würden. Er spielte den Ball weiter an die Kommunen: Das Schulgesetz erlaube die Einrichtung von bis zu acht Parallelklassen, wenn der örtliche Schulträger das wolle. „Dann ist das Problem gelöst.“

 

NP, 11.07.2007

Neuer Streit um Gesamtschulen

Jeder zweite Schüler aus Platzgründen abgelehnt. Grüne wollen neue Bildungsdebatte.

VON HEIKO RANDERMANN
HANNOVER. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) versuchte es mit einem Scherz: Er fahre viel durchs Land, „seit einigen Tagen auch mit offenem Fenster – aber den Ruf nach neuen Gesamtschulen kann ich nicht vernehmen.“
Es ist wohl auch eher ein stiller Prozess, der sich in Niedersachsen abspielt: Immer weniger Schüler werden bei Hauptschulen angemeldet, dafür stapeln sich jedes Jahr mehr Anmeldungen bei Gesamtschulen. Nach ersten Zahlen muss dort dieses Jahr jede zweite Anmeldung abgelehnt werden – aus Platzmangel.
Die Grünen haben stichprobenhaft bei zehn Gesamtschulen im Land nachgefragt. Bildungsexpertin Ina Korter präsentierte gestern im Landtag beispielhaft die Meldezahlen von sieben großen Gesamtschulen. Die IGS Hannover-List steht dabei noch gut da, sie konnte zwei Drittel der angemeldeten Kinder aufnehmen. Katastrophal ist die Situation an der IGS Schaumburg: Hier mussten drei Viertel der Schüler wieder weggeschickt werden.
Gleichzeitig wissen Hauptschulen kaum, wie sie ihre Klassen füllen sollen – der Anteil der Hauptschüler am Gesamtmix sinkt jedes Jahr. Für Korter ein klarer Trend: „Eltern wollen ihr Kind auf eine Schule schicken, an der die Wege zu einem höheren Bildungsabschluss lange offen gehalten werden. Das sind heute Gymnasium und Gesamtschule.“
Karl-Heinz Klare, Bildungsexperte der Union, wies die Argumentation zurück: „Die Mehrheit der Eltern hat die Nase voll von Schulstrukturdebatten.“
Es ginge jetzt darum, mehr Qualität in den Schulen zu schaffen, nicht das bestehende mehrgliedrige System über den Haufen zu werfen. Auch FDP-Bildungsexperte Hans-Werner Schwarz warf den Grünen vor, nur für den Elternwillen einzutreten, „der Ihnen passt“.
Minister Busemann betonte, mit der eigenverantworlichen Schule seien den Eltern mehr Kompetenzen gegeben worden als jemals zuvor. SPD und Grüne strebten „das Ende des gegliederten Schulwesens, das Ende des freien Elternwillens“ an.

Anzahl der abgelehnten Schüler

IGS Schaumburg 78 Prozent
Wilhelmshaven 55 Prozent
Hildesheim 52 Prozent
Braunschweig-Querum 48 Prozent
IGS Göttingen 45 Prozent
Delmenhorst 41 Prozent
IGS Hannover List 35 Prozent

BELIEBTES AUSLAUFMODELL: Die IGS List in Hannover kann noch die meisten Bewerber unterbringen. Sie wurde gerade erst für 2,5 Millionen Euro renoviert. OB Stephan Weil (links) ließ sich von Schulleiter Oswald Nachtwey im Februar das neue Labor zeigen. Neue Gesamtschulen lehnt die Landesregierung ab. Foto: Wilde
 

HAZ, 07.07.2007

IGS List punktet

Im Rennen um den bundesweit ausgeschriebenen Deutschen Schulpreis 2007 ist die IGS List als einzige hannoversche Schule aus 170 Bewerbern ausgewählt worden und darf sich jetzt mit 13 anderen Schulen Hoffnung auf den mit 50 000 Euro dotierten Preis machen. Die Robert-Bosch-Stiftung und die Heidehof Stiftung suchen zum zweiten Mal die allgemeinbildende Schule mit den besten pädagogischen Konzepten und Leistungen. Nach einem anderhalbtägigen Besuch in der IGS List zeigte sich die Fachjury recht beeindruckt. Jury-Vorsitzender Professor Peter Fauser sprach von „hoher Erziehungskunst“, die die Schüler individuell stärke. Auch die intensive Gemeinschaft von Lehrern und Eltern sei herausragend. Ob diese Stärken reichen, entscheidet sich im Herbst. vam

 

HAZ, 07.07.2007

Ansturm auf Gesamtschulen hält weiter an

Losverfahren für Interessenten / Platz an den sechs IGS reicht nicht aus / 184 Schüler müssen andere Schulform wählen

Von Bärbel Hilbig
Der große Ansturm auf die Integrierten Gesamtschulen reißt nicht ab: 1092 Eltern haben ihre Kinder nach den Sommerferien für die fünften Klassen angemeldet. Wie in den Vorjahren konnten damit nicht alle Schüler einen der maximal 940 Plätze für Fünftklässler an den sechs Integrierten Gesamtschulen bekommen. Ein Teil dieser Plätze wird für Kinder reserviert, die eine Klasse wiederholen müssen. 184 Kinder und ihre Eltern mussten sich deshalb neu orientieren und ins dreigliedrige Schulsystem ausweichen, indem sie sich an einer Hauptschule, Realschule oder einem Gymnasium anmeldeten.
„Die Zahl der abgewiesenen Kinder entspricht sechs Klassen“, sagt Petra Martinsen, Leiterin des Fachbereichs Schul
e. Das Problem besteht bereits seit mehreren Jahren. Im vergangenen Jahr mussten bei damals 1120 Anmeldungen ebenfalls rund 180 Schüler abgelehnt werden. Die Schulverwaltung hat deshalb im Zuge der Schulstrukturreform vorgeschlagen, stadtweit sechs zusätzliche Klassen pro Jahrgang an bestehenden Gesamtschulen einzurichten. Die IGS Kronsberg und die IGS List sollen zu diesem Zweck jeweils Außenstellen mit je drei Klassen pro Jahrgang bekommen.
Die Nachfrage an den verschiedenen Gesamtschulen ist nicht überall gleich stark. Vier Schulen mussten ihre Plätze auslosen und dann Kinder ablehnen. Die IGS Mühlenberg bekam 80 überzählige Anmeldungen, die IGS List 66, die IGS Roderbruch 71 und die IGS Kronsberg sieben. 40 Kindern konnten freie Plätze an der IGS Linden oder der IGS Vahrenheide angeboten werden. „Die Umverteilung ist nicht einfach, denn die Familien wollen ihre Kinder nicht unbedingt quer durch die Stadt schicken“, sagt Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch.
An der IGS Roderbruch konnten rund 170 zukünftige Fünftklässler aufgenommen werden, einschließlich der 80 Kinder, die aus der eigenen Grundschule stammen.
245 Schüler hatten sich angemeldet, im Vorjahr waren es 227. „Wir sind sehr zufrieden. Das ist die höchste Zahl von Anmeldungen, die wir je bekommen haben“, sagt Schulleiter Steinkamp. Die Nachfrage nach IGS-Plätzen sei seit der Abschaffung der Orientierungsstufe deutlich gestiegen. Das zeige eine große Unzufriedenheit mit den Schullaufbahnempfehlungen in der Grundschule. „Diese Eltern haben den Wunsch, dass die Entscheidung über die Schullaufbahn ihrer Kinder nicht in so frühen Jahren gefällt wird.“
Die IGS List konnte wie in den Jahr zuvor auch 120 Kinder aufnehmen.
Hundert kamen aus dem kleinen Schulbezirk der Schule, zehn weitere sind Geschwister von Schülern, die außerhalb des Bezirks wohnen. „Unter den restlichen Bewerbern konnten wir nur zehn Plätze auslosen. Deshalb raten wir vielen, sich gleich anders zu orientieren“, sagt Schulleiter Oswald Nachtwey.

 

 

Schülerverteilung Klasse 5 IGS
Schule Anmeldungen zum 01.08.2007 davon auswärtige Schüler Wiederholer Anzahl der ausgelosten Schüler Freie Plätze

festgelegte Zügigkeit

IGS Kronsberg 127     7 0 (120) 4
IGS Linden 163 15 2 0 7 (170) 6
IGS List 186     66 0 (120) 4
IGS Mühlenberg 315     80 0 (235) 8
IGS Roderbruch 245     79 0 (175) 6
IGS Vahrenheide-Sahlkamp 67       33 (100) 4
Gesamt 1103     223 40 (920) 32

 

Fehlende Gesamtschulplätze: 183
 

Braunschweiger Zeitung, 05.07.2007

Gesamtschulen müssen 328 Bewerber ablehnen

Nachfrage ist seit Jahren ungebrochen – Schulelternräte fordern vierte IGS

Für das Schuljahr 2007/2008 wünschten wieder mehr als ein Drittel der Eltern aller Viertklässler – 37 Prozent – einen Platz an einer der drei Integrierten Gesamtschulen. Da dort aber nur 380 Plätze zur Verfügung stehen, mussten 328 Bewerber abgelehnt werden.
"Dieser Zustand konterkariert den Grundsatz der freien Schulformwahl, da in Braunschweig Jahr für Jahr Hunderte Schüler in das von ihren Eltern nicht gewollte viergliedrige Schulsystem gezwungen werden", erklärt Klaus Schramm, Schulelternrat der IGS Querum. Die Schulformwahl verkomme zu einer für Eltern und Kinder entwürdigenden Lotterie. Die vorhandenen Gesamtschulplätze sind wieder per Losverfahren vergeben worden.
Kritik äußern die Schulelternräte der IGS Franzsches Feld, Margit Telgen, und der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule, Michael Kück, auch an dem vorgeschriebenen, zeitgleichen Anmeldeverfahren für alle weiterführenden Schulen.
"Viele Eltern sind verunsichert, ihre Kinder an einer der Gesamtschulen anzumelden, weil sie im Falle einer Ablehnung befürchten, keinen Platz mehr an einer anderen Schule zu bekommen."

Erneute Forderung nach einer vierten Gesamtschule
Ihre Forderung lautet daher: "Das Anmeldeverfahren an den Gesamtschulen muss abgeschlossen sein, bevor das an den anderen weiterführenden Schulen beginnt." In der IGS Franzsches Feld hätten Eltern zeitweise vor dem Geschäftszimmer auf das Ergebnis des Losverfahrens gewartet, berichtet Margit Telgen. Bei einer Ablehnung seien sie umgehend zu einer anderen Schule gefahren, um sich dort – wie nötig – mit dem Originalzeugnis zu bewerben.
Die stärkste Nachfrage verzeichnete in diesem Jahr die IGS Franzsches Feld. Die Schule, die im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde, hat 104 Plätze für Fünftklässler. Es waren aber 313 Kinder angemeldet worden. An der IGS Querum mit 101 Plätzen gab es 204 Anmeldungen, und an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule standen den 175 Plätzen 193 Anmeldungen gegenüber.
Angesichts der 328 abgelehnten Schüler in diesem Jahr erneuern die Schulelternräte ihre Forderung nach einer vierten IGS.
"Mit den jetzt abgelehnten Schülern könnten zwei vierzügige Gesamtschulen eingerichtet werden."
Verdacht: Eltern haben Kinder mehrfach angemeldet
Die CDU-Landtagsabgeordnete Heidemarie Mundlos sieht dagegen im Moment keinen Bedarf für eine vierte IGS. "Auch für die Einführung einer Oberstufe an der IGS Querum sehe ich keinen Bedarf."
Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr seien für sie nicht verifizierbar. "Mir haben Eltern berichtet, sie seien in den Gesamtschulen aufgefordert worden, ihre Kinder an allen drei Gesamtschulen anzumelden." Um den Verdacht der Mehrfachanmeldungen auszuschließen, fordert Heidemarie Mundlos die Schulbehörde auf, die diesjährigen Anmeldungen auswerten.
Dagegen fordert der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus-Peter Bachmann: "Das Gesamtschulerrichtungsverbot, das die derzeitige Landesregierung zu verantworten hat, muss vom Tisch."
Es verstoße eklatant gegen die freie Schulformwahl.
Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen in Braunschweig zeige seit Jahren den Bedarf. Bachmann: "Diejenigen, die aus ideologischen Gründen etwas gegen Gesamtschulen haben, werden durch den Wunsch von Eltern und Schülern eines Besseren belehrt."