GESAMTSCHULEN 2010 - Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
 
13.02.2010 HAZ 17 neue Gesamtschulen gegründet - 260 neue Plätze an hannoverschen Gesamtschulen - mehr Freiheit bitte !
  HAZ, 13.02.2010 >> Modellprojekte für Integration beantragt Zwei weiterführende Schulen in Hannover wollen in Kooperation mit Förderschulen die Integration behinderter Kinder weiter vorantreiben. ... Beide Schulen wollen sich zu inklusiven Einrichtungen entwickeln, die alle Kinder trotz unterschiedlicher Voraussetzungen aufnehmen. ... Die in Deutschland seit Anfang 2009 geltende UN-Behindertenkonvention fordert ein inklusives Schulsystem, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam wohnortnah unterrichtet werden.
  HAZ, 11.02.2010 >> 17 neue Gesamtschulen gegründet Land hält trotz heftiger Kritik an der vorgeschriebenen Fünfzügigkeit fest. .... Es sei irrwitzig, dass die Regierung mit aller Macht Minihauptschulen am Leben erhalte, während gleichzeitig bei IGSen fünf Klassen pro Jahrgang Pflicht seien ......
  HAZ, 11.02.2010 >> Kommentar: mehr Freiheit bitte ! Hauptschulen mit vier Anmeldungen für den fünften Jahrgang, Gesamtschulen, die jeden zweiten Bewerber abweisen müssen ...Angesichts stetig zurückgehender Schülerzahlen braucht Bildungspolitik mehr denn je pragmatische Lösungen statt Grabenkämpfe. Wenn Kirchen als Schulträger einspringen müssen, weil Kommunen an den strengen Gründungsvoraussetzungen scheitern, sollte die Regierung ihre Scheuklappen ablegen.
  HAZ, 11.02.2010 >> 260 neue Plätze an Gesamtschulen In Hannover gehen im August in Badenstedt und Vahrenwald zwei neue Integrierte Gesamtschulen an den Start. Gemeinsam bieten sie 260 zusätzliche Plätze für Fünftklässler. Dieses Schuljahr hat bereits die IGS Stöcken ihre Arbeit aufgenommen, die pro Jahrgang Platz für 130 Kinder hat ....
  HAZ, 03.02.2010 >> IGS startet im August in Vahrenwald Die geplante Integrierte Gesamtschule in Hannover-Vahrenwald kann im August starten. Das Land hat die Stadtverwaltung jetzt über die Genehmigung der neuen Schule informiert. ...
26.02.2010, HAZ "Was Schülern Spaß macht, wird gestrichen"

Hannover. Erst heute geht die Anhörungsfrist für die neuen Erlasse zum Turboabitur an Gesamtschulen und der verstärkten Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen zu Ende. Aber für die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, ist das Fazit schon klar: "Die vorhergesagten Probleme treten jetzt ein." Das Kultusministerium wollte sich zu dem Thema nicht äußern, solange die Anhörungsfrist läuft.

Hauptkritikpunkt der SPD: Durch die verstärkte Ausrichtung auf den Berufseinstieg an den Haupt- und Realschulen werde die Durchlässigkeit nach oben immer schwieriger. Jugendliche kämen am Gymnasium kaum mit. An Realschulen soll das Pflichtpraktikum von derzeit drei auf sechs Wochen ausgedehnt werden. In Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften sind Kooperationen mit Berufsschulen zulässig. Realschüler können - ähnlich wie Hauptschüler - nach dem Neustädter Modell auch in den Jahrgängen 9 und 10 zwei Tage in der Woche komplett an Berufsschulen unterrichtet werden. Für diesen Passus fehle allerdings - anders als bei der Hauptschule - eine schulgesetzliche Grundlage, moniert Heiligenstadt. Die Opposition bemängelt, dass die musische Bildung stark eingeschränkt wird. "Das, was Spaß macht, wird gestrichen", sagt Ina Korter (Grüne). Nach dem neuen Erlass können "die Fächer Musik und Kunst ab dem 7. Jahrgang nach Entscheidung der Schule fakultativ und jahrgangsübergreifend unterrichtet werden". Zudem wird die Zahl der vorgeschriebenen Stunden von vier auf zwei halbiert. Projekten wie Bläserklassen, Instrumentalunterricht für Schüler am Nachmittag oder regelmäßige Konzerte der Schüler-Big-Band werde so der Garaus gemacht, befürchtet beispielsweise der Kulturverein Bad Bevensen im Kreis Uelzen. "Die Wut ist überall groß", sagt auch Heiligenstadt.

Die Integrierten Gesamtschulen treffe der neue Erlass hart. Die Schulen müssten nicht mehr auf zwei Anspruchsebenen, sondern auf drei unterrichten. Englisch und Mathematik würden ab Klasse 7, Deutsch ab Klasse 8 und danach die Naturwissenschaften getrennt unterrichtet. Nach der 9. Klasse werde "die Versetzung durch die Hintertür" eingeführt und auch noch ohne Ausgleichsmöglichkeiten für die Schüler. Das heißt, anders als an Gymnasien kann eine schlechte Note in einem Fach nicht durch eine gute in einem anderen ausgeglichen werden. "Das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz", sagt Heiligenstadt.>> Haupt- und Realschulen 2010 >> Gesamtschulen 2010

13.02.2010, HAZ Modellprojekte für Integration beantragt
Schulen für alle Kinder

Zwei weiterführende Schulen in Hannover wollen in Kooperation mit Förderschulen die Integration behinderter Kinder weiter vorantreiben. Die Integrierte Gesamtschule Linden und die IGS Stöcken haben beim Kultusministerium unterschiedliche Modellprojekte beantragt, in denen sie behinderte und nicht behinderte Schüler gemeinsam unterrichten wollen. Die IGS Linden beschränkt sich dabei zunächst auf lernbehinderte Kinder, die IGS Stöcken will von Anfang an auch geistig behinderte Schüler einbeziehen.
Beide Schulen wollen sich zu inklusiven Einrichtungen entwickeln, die alle Kinder trotz unterschiedlicher Voraussetzungen aufnehmen.

Die Stadt unterstützt die Vorhaben. „Wir sind sehr froh, dass die ersten Schulen beginnen wollen“, sagt Schuldezernentin Marlis Drevermann. In der gesamten Region gebe es an städtischen und regionseigenen Förderschulen rund 4000 Schüler, die mittelfristig möglichst reguläre Schulen besuchen sollen. Die in Deutschland seit Anfang 2009 geltende UN-Behindertenkonvention fordert ein inklusives Schulsystem, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam wohnortnah unterrichtet werden.
Niedersachsen bildete im Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz 2008 das Schlusslicht mit einer Integrationsquote von 4,7 Prozent. In Bremen lag die Quote bei 45 Prozent.

11.02.2010, HAZ 17 neue Gesamtschulen gegründet
Land hält trotz hefiger Kritik an der vorgeschriebenen Fünfzügigkeit fest

VON SASKIA DÖHNER
Hannover. Selbst die Einführung des verkürzten Abiturs bremst nicht die Nachfrage nach Gesamtschulen: Im Sommer nehmen 17 neue Schulen ihren Betrieb auf.
Meistens entstehen Integrierte Gesamtschulen (IGS), nur in zwei Fällen sind es Kooperative Gesamtschulen (KGS). Strittig sind nach Angaben von Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde, noch vier Anträge: in Wardenburg (Kreis Oldenburg), in Rinteln und Lindhorst im Kreis Schaumburg, die um eine Gesamtschule streiten sowie in Lilienthal im Kreis Osterholz-Scharmbeck, wo eine Gesamtschule mit drei Standorten geplant ist.
Nach der Aufhebung des Neugründungsverbots waren im vergangenen Sommer erstmals wieder 16 neue Gesamtschulen genehmigt worden. Seit Monaten üben die Oppositionsparteien, Lehrerorganisationen, Schüler- und Elternrat sowie die kommunalen Spitzenverbände heftige Kritik an den strengen Vorgaben. Besonders umstritten ist die vorgeschriebene Fünfzügigkeit. Kommunen, die eine IGS gründen wollen, müssen nachweisen, dass sie in den nächsten 14 Jahren fünf Klassen pro Jahrgang füllen können. Bei einer KGS ist die Vierzügigkeit Voraussetzung.
„Damit wird die Gestaltungsfreiheit der Schulträger deutlich eingeschränkt, Gesamtschulen sind in weiten Teilen des Landes dadurch unmöglich“, bemängelt Meinhard Abel vom Städte- und Gemeindebund. Unterstützung bekommt er von der Opposition und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Auch drei- und vierzügige Integrierte Gesamtschulen müssen erlaubt sein“, fordert deren Landesvorsitzender Eberhard Brandt.
Nach Schätzungen von Ina Korter (Grüne) könnten mindestens 40 neue Gesamtschulen an den Start gehen, wenn die Gründungsvorgaben gelockert würden.
Es sei irrwitzig, dass die Regierung mit aller Macht Minihauptschulen am Leben erhalte, während gleichzeitig bei IGSen fünf Klassen pro Jahrgang Pflicht seien, bemängelte die SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt. Eine Sprecherin des Kultusministeriums erklärte, die Fünfzügigkeit sichere den neuen Schulen die Zukunft und ermögliche ein breites Angebot auch in der Oberstufe.
„Eltern melden ihre Kinder nicht an Gesamtschulen an, weil dort bis jetzt das Abitur nach 13 Jahren abgelegt worden ist“, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates, Pascal Zimmer, „sondern weil sie das pädagogische Konzept für sinnvoll halten.“ Schüler, Eltern, Schulträger und Lehrer bräuchten mehr Freiheit, sagte er.

 
11.02.2010, HAZ KOMMENTAR: Mehr Freiheit, bitte!

Hauptschulen mit vier Anmeldungen für den fünften Jahrgang, Gesamtschulen, die jeden zweiten Bewerber abweisen müssen – in einem Fall reagiert die Landesregierung flexibel und erlaubt Hauptschulen die engere Zusammenarbeit mit Realschulen. Im anderen Fall beharrt sie auf den strengen Gründungsvorgaben für neue Gesamtschulen. Warum darf es Minihaupt- und Realschulen geben, aber keine kleinen Gesamtschulen?
Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass vor allem ideologische Gründe, ein Urmisstrauen gegen die IGS, dahinterstecken.
Eigentlich schade, schließlich streitet auf der anderen Seite auch eine seltene Allianz aus Elternvertretern, GEW und kommunalen Spitzenverbänden ohne Scheuklappen für mehr Freiheit.
Angesichts stetig zurückgehender Schülerzahlen braucht Bildungspolitik mehr denn je pragmatische Lösungen statt Grabenkämpfe. Wenn Kirchen als Schulträger einspringen müssen, weil Kommunen an den strengen Gründungsvoraussetzungen scheitern, sollte die Regierung ihre Scheuklappen ablegen.

SASKIA DÖHNER

 
11.02.2010, HAZ 260 neue Plätze an der Gesamtschule
Stadt prüft weiteren Bedarf

VON BÄRBEL HILBIG
In Hannover gehen im August in Badenstedt und Vahrenwald zwei neue Integrierte Gesamtschulen an den Start
. Gemeinsam bieten sie 260 zusätzliche Plätze für Fünftklässler. Dieses Schuljahr hat bereits die IGS Stöcken ihre Arbeit aufgenommen, die pro Jahrgang Platz für 130 Kinder hat. Schuldezernentin Marlis Drevermann geht davon aus, dass mit diesen drei Schulen die Nachfrage nach IGS-Angeboten, die lange Zeit durch das Neugründungsverbot nicht gedeckt werden konnte, zunächst befriedigt werden kann.
Drevermann rechnet allerdings auch damit, dass es zu weiteren Verschiebungen weg von Hauptschule und Realschule kommt. „Es gibt ja nicht mehr Schüler als bisher.“
Die Schulverwaltung will die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in den kommenden Jahren deshalb genau im Auge behalten. „Wir vermuten, dass sich längerfristig zwei Modelle durchsetzen, die beide den Weg zum Abitur offenhalten: Gymnasium und Gesamtschule“, sagt Drevermann. Die Schülerzahlen an den Gymnasien zeigten sich sehr stabil oder sogar leicht wachsend.
Dagegen könnte sich der Rückgang bei Hauptschulen und abgeschwächt auch Realschulen verstärken. Im Herbst sollen zunächst die aktuellen Anmeldezahlen analysiert werden.
„Wenn es sich erweist, dass es weiter Überhänge bei den Gesamtschulen gibt, müssten wir über eine neue Elternbefragung nachdenken“, sagt die Schuldezernentin.
Das Landesschulgesetz schreibt den Kommunen vor der Gründung einer Gesamtschule vor, über die Befragung von Eltern mehrerer Grundschuljahrgänge eine stabile Nachfrage nachzuweisen. Allerdings hätte die Stadt dann finanziell und praktisch ein Problem, räumt Drevermann ein. „Wir haben keine geeigneten Gebäude mehr, die ohne größere Umbauten eine neue Gesamtschule aufnehmen könnten.“ Denn das Schulgesetz macht auch zur Bedingung, dass eine neue Gesamtschule fünfzügig sein muss, also fünf Klassen pro Jahrgang vorhält. Und das Schulbauprogramm der Stadt ist inzwischen bis zum Jahr 2012 vorgeplant.

Gemeinsame Oberstufe denkbar

Ein anderes Platz- und Finanzproblem könnte sich durch die Oberstufen ergeben, die in Zukunft möglicherweise an den neuen Gesamtschulen entstehen. In Vahrenwald bietet das bestehende Schulgebäude genügend Raum. „Wir müssen beobachten, wie viele Oberstufen wir am Ende brauchen“, sagt Drevermann. Denkbar sei auch die Kooperation mehrerer Gesamtschulen in einem Oberstufenzentrum.
Die Stadt kann eine Oberstufe für eine der neuen IGS jedoch erst nach einigen Jahren beim Land beantragen, wenn sich die Stabilität der Schule erwiesen hat. „In einer großen gemeinsamen Oberstufe sind mehr Kursangebote möglich“, sagt Petra Martinsen, Leiterin des Fachbereichs Schule. Die Gesamtschulen könnten ihre Schüler nach gemeinsamen Prinzipien darauf vorbereiten.

03.02.2010, HAZ IGS startet im August in Vahrenwald
Die geplante Integrierte Gesamtschule in Hannover-Vahrenwald kann im August starten. Das Land hat die Stadtverwaltung jetzt über die Genehmigung der neuen Schule informiert.

Die Initiativgruppe zur Gründung der IGS Büssingweg in Vahrenwald hat mit der inhaltlichen Planung begonnen. Im Schulprofil werden bisher die Schwerpunkte Medien und Information, Bewegung, Sport und Gesundheit sowie Technik und Umwelt genannt. Im Schulprogramm sind als Kernziele „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, die Stärkung der Persönlichkeit und das Einfordern von Leistung aufgeführt. Ein wesentliches Ziel sehen die Planer in der Vorbereitung der künftigen Schüler auf den Beruf nach der zehnten Klasse als auch auf Abitur und Studium. Das Land genehmigt bei der Neugründung einer IGS in der Regel erst nach einigen Jahren eine gymnasiale Oberstufe. Die Stadt als Schulträger hat die Oberstufe als Option für den Standort Büssingweg vorgesehen.

Am Büssingweg arbeiten jetzt die Karl-Jatho-Schule als Hauptschule und die Geschwister-Scholl-Schule als Realschule. Beide nehmen ab August keine Fünftklässler mehr auf.

Eltern können sich über die neue IGS am 11. März um 19 Uhr in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule im Büssingweg 1 informieren. Bei einem „Tag der Offenen Tür“ am 24. April gibt es weitere aktuelle Informationen über den Stand der Planungen. Kinder und Eltern können dann außerdem Schulgebäude und Gelände ansehen. Informationen gibt es im Internet unter www.igs-buessingweg.de und per Telefon an der Karl-Jatho-Schule unter (05 11) 16 84 34 42.

Bärbel Hilbig

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2010

Als Beilage in HAZ und NP war am 13.01.2010 die Zusammenstellung der weiterführenden Schulen. Mit Info-Tagen für 2010 - Hier als PDF: