HANNOVER 2007 - Die neue Dezernentin  Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
 

NP, 27.06.2007

Alles klar für die Kandidatin

Marlis Drevermann punktet bei Koalition. Aber Grüne vermissen Visionen. - Marlis Drevermann hat die entscheidende Vorstellungsrunde erfolgreich absolviert. Die designierte Kultur-und Schuldezernentin kann am 12. Juli im Rat mit einer sicheren Mehrheit von SPD und Grünen rechnen.

VON MICHAEL KRISCHE
HANNOVER. Klare Sache gestern bei der SPD für die Wuppertaler Beigeordnete für Schule und Kultur: In der Fraktion bekam Marlis Drevermann 24 Ja- und zwei Neinstimmen bei zwei Enthaltungen. Der Parteivorstand hatte sich zuvor einstimmig für die von OB Stephan Weil vorgeschlagene Bewerberin ausgesprochen, der Beirat bei einer Neinstimme und einer Enthaltung.
„Frau Drevermann ist in Schul- und Kulturpolitik fachlich versiert“, so Fraktionschefin Christine Kastning. Sie habe in ihren Arbeitsbereichen Führungskompetenz gezeigt und in Wuppertal bewiesen, wie erfolgreiche Kulturpolitik unter schwierigen Haushaltsbedingungen zu machen ist. „Und sie hat Kommunikationskompetenz, ist auch auf kritische Fragen offen eingegangen.“
Einstimmig haben die Grünen beschlossen, die SPD-Kandidatin am 12. Juli mitzuwählen – wie es vereinbart worden war. Allerdings ohne große Begeisterung: „Wir werden dem Vorschlag des Oberbürgermeisters folgen. Sie ist keine Visionärin, aber eine solide Schul- und Kulturpolitikerin“, so das Fazit von Fraktionschef Lothar Schlieckau nach der Vorstellung in seiner Fraktion. Drevermann decke beide Bereiche ab. Sie stehe für eine sozialdemokratische Schul- und Kulturpolitik. „Wir sind aber überzeugt, dass sie kooperativ auch mit uns und den anderen Fraktionen zusammenarbeiten wird.“
Die CDU hört Drevermann am 10. Juli an.

 

NP, 27.06.2007

Zur Person

Geboren: 18. August 1952, Abitur 1971 in Bochum, danach Studium der Sozialwissenschaften in Bochum, Diplom 1976.
1976–1977 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitssoziologie an der Ruhr-Universität, 1977–1982 bei deren Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen, Städteplanung und Raumordnung.
Danach bis 1985 Mitgründerin und Mitglied der Geschäftsführung der gleichnamigen GmbH und kurzzeitig Mitarbeiterin am nordrhein-westfälischen Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung.
1986 bis 1990 Referentin in der Abteilung Stadtentwicklung im NRW-Ministerium für Arbeit, Soziales, Stadtentwicklung Kultur und Sport, 1991–1993 Referentin des Ministers, 1994–1999 Referatsleiterin Stadtentwicklung.
Seit 2000 in Wuppertal Beigeordnete (Dezernentin) für Kultur, Bildung, Sport und Zoo. Unverheiratet.

 

NP, 27.06.2007

Das sind die Ziele und Wünsche von Marlis Drevermann

Was wollen Sie als Erstes tun, wenn Sie gewählt sind?
Ich werde so schnell wie möglich viele Einrichtungen besuchen und mit den Mitarbeitern reden, um Prioritäten für meine Arbeit zu setzen.
Haben Sie schon ein Bild vom Kulturleben hier?
Hannover hat eine Stadtteilkultur, um die es viele Städte beneiden, und wunderbare Kultureinrichtungen, die ein tolles Programm machen. Wie zum Beispiel die Kunstschau „Made in Germany“.
Wollen Sie Akzente setzen?
Wichtig ist, die Bedeutung Hannovers als Kulturstadt herauszuheben. Dazu wird gehören, die Museumslandschaft zu optimieren. Doch erst will ich mir das ansehen.
Haben Sie eigene Visionen?
Visionen ohne Hand und Fuß sind meine Sache nicht. Ich kann mir viel vorstellen, aber man muss mit den Möglichkeiten zurechtkommen, die man hat. Wer viel Geld hat, kann große Visionen haben. Jetzt große Versprechungen zu machen, liegt mir nicht.
Schulen sollen schließen. Schlecht für Ihren Start?
Ich habe in Wuppertal zunächst sechs Grundschulen schließen müssen. So was ist nicht erfreulich, aber nötig, um Weichen für eine positive Entwicklung zu stellen. mk

 

HAZ, 27.06.2007

SPD wählt Drevermann

„Rundum guter Eindruck“

Wie erwartet hat die SPD-Fraktion im hannoverschen Rat gestern den Vorschlag von Oberbürgermeister Stephan Weil angenommen, die Wuppertalerin Marlis Drevermann zur neuen Kulturdezernentin zu wählen. Mit 24 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen votierten die Sozialdemokraten eindeutig für die 54-Jährige. Drevermann freute sich über die Vorstellung in der Fraktion. „Ich fühle mich sehr gut aufgenommen“, sagte sie gestern Abend.
Auch Bürgermeister Bernd Strauch zeigte sich erfreut über das Treffen mit der designierten Nachfolgerin von Harald Böhlmann. „Sie hat uns überzeugt und einen rundum guten Eindruck gemacht“, sagte er. Drevermann ist derzeit Kultur- und Schuldezernentin in Wuppertal und soll im November die Nachfolge von Harald Böhlmann antreten. fx

 
NP, 23.06.07 Meinhold: CDU-Chef diskreditiert Ältere

Hannover. "Diskreditierung aller Menschen über 55" nennt Hannovers SPD-Chef Walter Meinhold Äußerungen seines CDU-Kollegen Dirk Toepffer über die mögliche neue Kulturdezernentin Marlis Drevermann. Toepffer hatte kritisiert, die Dezernentin aus Wuppertal biete wegen ihres Alters von 55 Jahren nicht die Chance für einen Neuanfang, weil sie nur für eine achtjährige Wahlperiode zur Verfügung stehe. "Herr Toepffer kennt die Person nicht einmal", ärgerte sich Meinhold.

 
HAZ, 16.06.2007 / Schuldezernentin für Hannover Kandidatin gefunden

Kultur- und Schuldezernentin soll aus Wuppertal kommen

Von Gunnar Menkens
Die Wuppertaler Kulturdezernentin Marlis Drevermann ist nach Informationen der HAZ aussichtsreiche Kandidatin, Nachfolgerin von Hannovers Schul- und Kulturstadtrat Harald Böhlmann (SPD) zu werden. Die 1952 in Bochum geborene Soziologin soll sich auf Vorschlag von Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) in der übernächsten Woche in den Fraktionen vorstellen. Am 20. Juni läuft die Bewerbungsfrist offiziell ab.
Die Stadt hatte bundesweit mit Zeitungsannoncen nach einer Persönlichkeit für die Spitzenposition gesuc
ht. Weil soll besonders daran liegen, mehr Frauen ins Dezernentenkollegium zu holen. Nach dem bisherigen Zeitplan soll der Rat den neuen Dezernenten bereits am 12. Juli wählen. Die Amtszeit beginnt am 1. November und ist zunächst auf acht Jahre befristet. Böhlmann geht mit 63 Jahren in den Ruhestand.
Drevermann leitet seit 2000 das Dezernat für Kultur, Bildung und Sport in Wuppertal
. Damit passt die Sozialdemokratin genau ins Anforderungsprofil von Hannovers Verwaltungschef. Vor ihrer Dezernentenzeit war Drevermann 13 Jahre lang in verschiedenen Ministerien des Landes Nordrhein-Westfalen als Referentin oder Referatsleiterin beschäftigt.
Die entscheidende Vorstellungsrunde ist die Fraktionssitzung der SPD.
Die Sozialdemokraten bestimmen in Abstimmung mit Weil den Kandidaten ihrer Wahl. Die Grünen haben zugesagt, mitzustimmen, womit die Mehrheit gesichert wäre. Zum Jahresende hört zudem Hannovers Baudezernentin Uta Boockhoff-Gries (63) auf. Auch für sie wird Weil einen Nachfolger suchen.

 

HAZ, 27.06.2007

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OB Stephan Weil will Chancen für Migranten verbessern / 20 Prozent bleiben ohne Schulabschluss

Von Gunnar Menkens
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HAZ, 24.02.2007

Integration ist Schlüsselfrage für die Stadt

OB Stephan Weil will Chancen für Migranten verbessern / 20 Prozent bleiben ohne Schulabschluss

Von Gunnar Menkens
Die Integration von Einwanderern und ihrer Nachkommen ist nach Einschätzung von Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) „die Schlüsselfrage für die Zukunft Hannovers“. Im Rathaus arbeitet man deshalb an einem Konzept, um die Chancen von Migranten auf Bildung sowie Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dauerhaft zu verbessern. Im Fokus stehen Kinder und Jugendliche. Am Ende soll ein „Lokaler Integrationsplan Hannover“ stehen, ein „Integrationsrat“ für Praxisnähe bürgen.
Das Stadtoberhaupt hatte bereits im Wahlkampf auf die Dringlichkeit des Themas hingewiesen, gestern untermauerte Weil sein Anliegen mit aktuellen Zahlen. Danach haben in Hannover 40 Prozent aller Neugeborenen Migranten als Eltern. Viele von ihnen melden ihre Kinder nicht in Krippen und Kitas an. Ein Fünftel aller Kinder aus Einwandererfamilien verlässt die Schule ohne Abschluss, woraus Weil den Schluss zieht, dass „das Schulsystem nicht besonders erfolgreich bei der Integration ist“. Auch in Vereinen, Verbänden oder der Politik sind Migranten längst nicht in einem Maß vertreten, das ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht – er liegt bei etwa 23 Prozent. In Hannover leben allein 48 000 Türken und Russen.
Das sind Fakten, die dem OB zufolge auch der Stadt schaden, weil diese Menschen Bildungschancen verpassten und ihre Talente später nicht einbringen könnten, sei es in Beruf oder Privatleben. Der Integrationsplan der Stadt will dies ändern, indem Deutschkenntnisse gefördert und Arbeitsmarktchancen verbessert werden, Gleichberechtigung angestrebt und Ausbildung gesichert wird – Ziele, die auch die Bundesregierung in einem nationalen Integrationsplan verfolgt. Weil setzt eins voraus: die Anerkennung der deutschen Rechtsordnung.
Ein etwa 50-köpfiger Integrationsrat soll helfen, Probleme von Migranten dort zu erkennen, wo sie leben: in den Stadtteilen. Und er soll auch sagen, wenn er Vorschläge der Verwaltung für fehlerhaft oder gar unnütz hält. Stephan Weil hofft, anerkannte Migranten aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft für die Mitarbeit gewinnen. Im Rathaus bereiten sechs Arbeitsgruppen nun Ideen vor, im Dezember soll der Rat den „Lokalen Integrationsplan Hannover“ beschließen.

 

HAZ, 16.01.2007

SPD ist nach Etatklausur einig wie selten

Weil weiß seine Fraktion bei Schulsanierung an seiner Seite – aber ein Streit mit den Grünen zeichnet sich ab

Von Gunnar Menkens
So viel Harmonie war selten nach einer Tagung von Sozialdemokraten. Als SPD-Ratsmitglieder und Verwaltungsspitze, angeführt von OB Stephan Weil, am Wochenende ihre Etatklausur beendet hatten, verließ kaum ein Sozialdemokrat den Kurort Bad Salzdetfurth unzufrieden. Die Fraktion hat besonders im Bildungsbereich eigene Akzente gesetzt, Weil konnte für sich verbuchen, dass die Genossen in wichtigen Dingen an seiner Seite stehen: bei der Ablehnung einer großen Gartenausstellung etwa und bei der Finanzierung der Schulsanierung. Es habe schon deshalb kaum Konflikte gegeben, sagte ein Ratsherr, weil Flügelkämpfe von Linken und Rechten keine Rolle mehr spielten in der SPD-Fraktion.
Mit den Grünen dürfte es anstrengender werden in den kommenden Tagen. Die SPD muss die eigenen Wünsche mit denen des Koalitionspartners in Einklang bringen und gemeinsame Anträge für den Etat zu Papier bringen. Am Montag zeichneten sich zwei Konflikte ab, die die Treffen dominieren dürften: Rot-Grün wird sich beharken, wie die Sanierung von Schulen zu bezahlen ist. Und man wird streiten um die Frage, in welcher Größenordnung die Stadt Beihilfen für Vereine und Verbände erhöht.
Gestern setzte Ralf Borchers, Finanzfachmann der SPD-Ratsfraktion, eine erste Marke. „Wir müssen stärker steuern, wer gefördert wird, statt mit dem Gießkannenprinzip Geld zu verteilen.“ Eben dies ist das Anliegen der Grünen: Sie wollen den 20 Millionen Euro umfassenden Beihilfe-Topf um 600 000 Euro erhöhen, jeder Empfänger soll drei Prozent mehr Geld bekommen. Nach Ansicht der Grünen erlauben höhere Steuereinnahmen dieses Zubrot.
Diskussionen erwarten Koalitionäre zudem über ein noch ungelegtes Ei. Sollte die Stadt Flughafenanteile verkaufen, wollen die Grünen den Erlös komplett in die Reparatur der Schulen stecken – damit die Stadt selbstständig handeln kann und Partnerschaften mit Unternehmen überflüssig werden. SPD und OB Stephan Weil („diskussionswürdig“) unterstützen noch die Idee, Flughafen-Millionen für Instandsetzungen auszugeben – wollen auf die Hilfe privater Partner aber nicht verzichten.
Sozialdemokrat Borchers sagte, wenn wie geplant bis 2011 alle städtischen Schulen saniert sein sollen, müsse jede Möglichkeit zur Finanzierung genutzt werden
. Bislang sind 75 von 112 Schulen instand gesetzt, ein beschlossenes 85-Millionen-Euro-Programm reicht jedoch nicht für alle Objekte aus. Ein Verkauf hannoverscher Flughafenanteile würde nach Schätzung der Grünen „mindestens“ 60 Millionen Euro einbringen.
Drei Sitzungstermine haben SPD und Grüne vereinbart
. Dann wollen sie auch Sparvorschläge vorlegen, um zusätzliche Ausgaben im Bildungsbereich wieder hereinzuholen.

 

HAZ, 15.01.2007

Mehr Geld für Bildung

SPD und Grüne beenden Beratungen zum Stadtetat 2007

Von Gunnar Menkens
Die SPD will 2007 die Sanierung städtischer Schulen in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen. Zur Finanzierung des 85-Millionen-Euro-Programmes sollen Kredite und Projekte mit privaten Partnern ebenso herangezogen werden wie die städtischen Unternehmen GBH und Union-Boden. Auf einer Klausurtagung beschloss die Fraktion zudem, Kinder und Jugendliche stärker zu fördern. Auch die Grünen wollen mehr in Bildung investieren. Weiter forderte der Koalitionspartner um 600 000 Euro höhere Beihilfen für Vereine und Verbände.
Dass Hannovers Schulen dringend instandgesetzt werden müssen, ist in der SPD unstrittig.
Nicht alle Sozialdemokraten konnten sich jedoch mit Modellen anfreunden, dies mit Hilfe von Unternehmen zu tun. Letztlich setzte sich in der Fraktion die Linie von OB Stephan Weil durch: Kooperationen sollen möglich sein, wenn es wirtschaftlich ist, Bewerbungen städtischer Unternehmen erlaubt sein, das örtliche Handwerk bei Aufträgen aber kräftig berücksichtigt werden. 5,5 Millionen Euro Erlös aus dem Verkauf der Grundschule Hohes Ufer soll in Instandsetzungen fließen.
Die Grünen stehen öffentlich-privaten Partnerschaften bei Sanierungen weniger freundlich gegenüber
. In den anstehenden Beratungen mit der SPD dürfte dieser Dissens eine entscheidende Rolle spielen. Das favorisierte Modell der Grünen: Flughafenanteile verkaufen und erwartete 60 Millionen Euro in Schulen investieren. Damit müssten allerdings SPD und OB Weil einverstanden sein.
Beide Fraktionen wollen deutlich mehr Geld für Bildung und Betreuung von Heranwachsenden ausgeben, als bisher im Etat 2007 vorgesehen. Lese- und Sprachförderung sollen unterstützt werden, ebenso Vorhaben zur Gewaltvorbeugung. SPD und Grüne wollen Kinderläden sechsstellige Miet- und Betreuungszuschüsse zahlen, „Rucksack-Projekte“ zur besseren Integration von Migranten können ebenfalls Geld erwarten: Die SPD will 150 000 Euro einsetzen, die Grünen 500 000 Euro.
Nächste Woche verhandelt die Koalition, welche Vorschläge im Haushalt Berücksichtigung finden. Die SPD will eine Million Euro für Straßensanierungen einsetzen, Spielplätze sollen ökologisch aufgewertet und die Wirtschaft in den Stadtteilen gestärkt werden. Die Grünen wollen Schulen 320 000 Euro zusätzlich für Ausstattung geben, freien und Jugendtheatern eine viertel Millionen Euro extra. Folgen wird die Koalition dem Vorschlag von Weil, drei Millionen Euro in die südliche Innenstadt zu investieren.
Wegen erwarteter wirtschaftlicher Risiken scheiterten in der SPD diskutierte Vorschläge, eine Gartenausstellung auszurichten. „Wir haben uns für andere Schwerpunkte entschieden“, erklärte Fraktionschefin Christine Kastning. Auch die Grünen lehnen eine Bewerbung ab. Der Fraktionsvorsitzende Lothar Schlieckau sagte zur Strategie der Grünen: „Bessere Bildung erhöht die Chance von Deutschen und Migranten auf gesellschaftliche Integration.“

 

HAZ, 03.03.2007

Wie wichtig ist der Elternwille?

HAZ, 03.03.2007 Wie wichtig ist der Elternwille? unterm strich: Die anstehenden Entscheidungen über die Zukunft der Schulen werden nicht einfach. Wer dabei wichtig nimmt, was Eltern wollen, kommt um eine Erweiterung der Gesamtschulen kaum herum, meint HAZ-Redakteurin Bärbel Hilbig.

HAZ, 03.03.2007 Schulleiter offen für neues Gymnasium Debatte um Elternvorschlag - Leiter von Gymnasien stehen der Idee eines weiteren Gymnasiums offen gegenüber

 

HAZ, 02.03.2007

Eltern fordern ein 17. Gymnasium

HAZ, 02.03.2007 Eltern fordern ein 17. Gymnasium Stadtelternrat will frei werdendes Gebäude nutzen / Platznot durch Aufgabe der Außenstellen befürchtet ...

NP, 01.03.2007 Elternrat kündigt Mitarbeit an Schulstrukturreform auf . Garnet Eichholz vom Stadtelternrat war erbost: „Wir sitzen im Arbeitskreis und können den Medien entnehmen, was die Stadt plant.“ .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

HAZ, 01.03.2007 Ärger um Schulen - Schüler protestieren .Im Schulausschuss herrschte Verärgerung darüber, dass einige Vorschläge zur bevorstehenden Neuordnung der Schulen bereits an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Besonders Mitglieder des Arbeitskreises Schulstrukturreform, in dem Eltern, Schulleiter und Schüler mitarbeiten, sind vergrätzt. „Für eine Alibiveranstaltung geben wir uns nicht her“, sagte Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Cordula Dietrich kündigte den Rückzug der Eltern aus dem Arbeitskreis an.“ .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

HAZ, 01.03.2007

Spaß an Schule - oder Langeweile

HAZ, 01.03.2007 Spaß an Schule – oder Langeweile? „Seit die Orientierungsstufe abgeschafft ist und die Eltern frei entscheiden, auf welche Schulform sie ihr Kind nach der Grundschule schicken, leiden Haupt- und teilweise auch Realschulen unter Schülerschwund – zugleich sind die Gesamtschulen so gefragt wie nie zuvor ... Nach der zehnten Klasse könnten rund 55 Prozent seiner Schüler in eine gymnasiale Oberstufe wechseln, 50 Prozent wählen diesen Weg. Nicht zum ersten Mal kam 2006 die Abiturbeste der Ricarda-Huch-Schule mit einem Schnitt von 1,0 ursprünglich von der IGS List. .. Die IGS Mühlenberg hat vor wenigen Jahren Eltern befragt, warum sie ihr Kind ausgerechnet auf dieser Schule anmelden. Als wesentliche Gründe wurden die Angebotsvielfalt, das „gute Lern- und Arbeitsklima“ und die „guten Fördermöglichkeiten“ genannt. ...

HAZ, 01.03.2007 Was ist eine IGS ? „Das Abitur machen IGS-Schüler in Hannover weiterhin nach 13 Jahren. Im Zentralabitur bekommen sie die gleichen Aufgaben wie Gymnasiasten gestellt. In Hannover sind alle sechs IGS Ganztagsschulen mit Mensa und Freizeitangebot. ....

HAZ, 01.03.2007 DAS sagen die Schüler „Die IGS ist wie ein Gymnasium – nur dass man hier mehr seine Meinung sagen kann. Und mir gefällt das soziale Miteinander.“ .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

HAZ, 24.02.2007

Stadt baut Gesamtschulen aus

HAZ, 28.02.2007 Stadt baut Gesamtschulen aus „Verwaltung will IGS List und IGS Kronsberg erweitern / Fünf Haupt- und Realschulen stehen auf Streichliste..

HAZ, 24.02.2007 „Hauptschulen sind nicht ausgelastet“ Wichtige Entscheidungen zur Zukunft von Hannovers Schulen stehen bevor: Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, spricht über Vorschläge zu Schulschließungen und zur Erweiterung der Gesamtschulen. .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

Schulstrukturreform in Hannover Phase II

HAZ, 25.01.2007 Stadt will IGS-Angebot ausbauen Mehr Klassen und eine Oberstufe an der Gesamtschule Kronsberg geplant >> IGS Kronsberg

HAZ, 26.01.2007 Debatte um Schulen In diesem Jahr sollen wichtige Entscheidungen darüber fallen, wie sich Hannovers Schulen in den nächsten Jahren entwickeln. Es geht um die Auflösung von Außenstellen, den möglichen Tausch von Gebäuden, auch die Frage von Schulschließungen steht im Raum.. Nach dem Treffen hatten sich die Wogen jedoch etwas geglättet. „Wir haben nicht über einzelne Schulen gesprochen. Alles, was bisher im Raum steht, sind Spekulationen“, sagt Eichholz. Gestern ging es zunächst darum, nach welchen Kriterien überhaupt der stadtweite Bedarf an Klassen pro Jahrgang in einer Schulform festgelegt werden soll..... >> Hannover 2007.. . ... >> Schillerschule..

 
Hannover 2007: Rot-Grün will mehr Platz für IGS / Stadt will 6 Schulen schließen

HAZ, 04.01.2007 Rot-Grün will mehr Platz für IGS SPD und Grüne wollen Gebäude bisheriger Haupt- und Realschulen offenbar den Gesamtschulen zuschlagen. „Wir halten das für sinnvoll“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Seit einigen Jahren müssen die Gesamtschulen in Hannover aus Platzmangel regelmäßig so viele Kinder ablehnen, dass sich problemlos eine neue IGS auslasten ließe. Neugründungen sind jedoch nicht erlaubt. ... In einer Befragung hatten sich die IGS-Leiter im Herbst noch gegen Außenstellen ausgesprochen – und für eine IGS-Neugründung plädiert. Mit der Aufteilung des Schullebens auf mehrere Gebäude hat die IGS Linden schlechte Erfahrungen gemacht. Die neueren Gesamtschulen setzten bei ihrer Gründung zudem gezielt auf eine überschaubare Größe. ...Das Kultusministerium will sich in dieser Frage nicht einmischen. „Wir prüfen nur, ob eine Außenstelle nicht doch auf eine eigenständige IGS hinausläuft“, sagt Heiner Hoffmeister, Leiter des Ministerbüros. Laut Verordnung haben Integrierte Gesamtschulen das Recht auf Achtzügigkeit. .....>> mehr

HAZ, 04.01.2007 Abbau von Außenstellen bei Gymnasien Die meisten Gymnasien werden in den kommenden fünf Jahren auf ihre oft ungeliebten Außenstellen verzichten können....>> mehr

HAZ, 03.01.2007 Stadt will sechs Schulen schließen In einem internen Diskussionspapier nennt die Stadtverwaltung jetzt zum ersten Mal Namen von Schulen, die möglicherweise in den nächsten Jahren geschlossen werden. Auf der Vorschlagsliste stehen vier Hauptschulen und zwei Realschulen. ... Die Diskussion um Schulschließungen ist Folge der Abschaffung der Orientierungsstufe: Seitdem wählen die Eltern immer seltener eine Hauptschule für ihr Kind.... Die Verwaltung will auf Basis des Papiers bis Ende Januar einen gemeinsamen Vorschlag abstimmen. Der geht dann als Diskussionsgrundlage an den Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem Schulleiter, Stadtelternrat und Lehrer vertreten sind. Der Rat wird möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte entscheiden...>> mehr

NP, 02.01.2007 Heiße Diskussionen über Schulschließungen Die mögliche Schließung von sechs Schulen steht in einem Diskussionsentwurf, den die Stadtverwaltung dem „Arbeitskreis Schulstrukturreform“ vorlegen will. .. Richard Lochte (Bild), der für den Stadtelternrat im Schulausschuss sitzt: „Wir werden eigene Vorstellungen entwickeln. Denn alle Entscheidungen betreffen unsere Kinder ganz direkt.“...>> mehr

NP, 30.12.2006 Stadt macht die ersten Schulen dicht Schülerschwund bei Hauptschulen – jetzt wird es ernst: Die Stadt Hannover will mittelfristig sechs Schulen schließen und sich von zwölf Außenstellen trennen. .... „Anpassung der Raumkapazitäten an den tatsächlichen Bedarf“ .... Der Hauptschulbereich verliert nach Einschätzung von Experten fast ein Viertel seiner Schüler..“...>> mehr

NP, 30.12.2006 Schließt Stadt vier Hauptschulen ? Von den heute 13 Hauptschulstandorten würden neun bleiben. Nur die Rosa-Parks-Hauptschule in Vahrenwald wäre noch ein Einzelstandort. Sie könnte in eine kombinierte Real- und Hauptschule umgewandelt werden, so die Idee. ...Zweigstellen werden vermutlich die Integrierten Gesamtschulen (IGS) einrichten müssen. Sechs gibt es in der Stadt. Laut Schulgesetz sind Neugründungen nicht möglich, aber Erweiterungen machbar...>> mehr

NP, 30.12.2006 Proteste von Lehrern und Eltern sind programmiert „Nach zwei Jahren Erfahrung mit der Schulstrukturreform ist dem Kollegium klar, dass die Realschule kaum zu halten sein wird. Für den Hauptschulstandort sehen wir das nicht“, schrieb die Direktorin der Haupt- und Realschule Fössefeld und verwies auf gute Arbeit. Die Kronsbergschule bestätigte einen negativen Trend bei Anmeldungen. Eine Zusammenlegung mit der Realschule im Schulzentrum Bemerode wäre für sie denkbar.“...>> mehr

 
Hannover 2006: Leere Hauptschulen / Zu wenig Gesamtschulen / Klassenzusammenlegung an Gymnasium

NP, 24.11.2006 Es werden Hauptschulen geschlossen Vorschläge bis Ostern. Dramatischer Schüler-Rückgang. - Immer weniger Hauptschüler in Hannover: Bis Ostern soll entschieden sein, wie es weitergeht......>> mehr

HAZ, 24.11.2006 Stephan Weil greift Bund und Land an Beifall von SPD und Grünen bekam der Sozialdemokrat für seine Kritik an der CDU/FDP-Landesregierung: Nach der Umstellung der Sprachförderung verlören die Einrichtungen in Hannover ein Drittel aller Stunden. .....>> mehr

NP, 24.11.2006 Weils Etat . mit 42 Millionen Miesen Das Programm wird mit vier Grundschulen, drei Kitas und einer Teilsanierung der Lutherschule fortgesetzt. Der Gebäudebetrieb darf nur 11,5 Millionen Euro an Krediten aufnehmen – Limit der Kommunalaufsicht 2006...>> mehr

HAZ, 12.07.2006 Jeder vierte Gymnasiast sollte auf die Realschule Das Abitur als höchstes Ziel: Erneut schicken viele Eltern Kinder gegen die Empfehlung der Lehrer aufs Gymnasium. Haupt- und Realschulen dagegen schrumpfen.....>> mehr

NP, 12.07.2006 Nur 181 wollen zur Hauptschule ... „In dieser Deutlichkeit habe ich den Negativtrend für die Hauptschule nicht erwartet“, so Richard Lochte, Vorsitzender des Stadtelternrates. Der schon vor Jahren eingesetzte Trend gegen die Hauptschule habe sich durch den Wegfall der Orientierungsstufe in diesem Jahr verstärkt.....>> mehr

NP, 08.07.2006 Werden Hauptschulen schließen müssen? ... „Gymnasien, die im März noch mit drei fünften Klassen gerechnet haben, müssen nach den Sommerferien vier Klassen aufmachen - Lehrerstunden gibt es aber nur für drei. "Da muss dringend nachgebessert werden", sagt Eichholz. .....>> mehr

HAZ, 08.07.2006 Hauptschulen kaum gefragt ... Die Grünen fordern einen Ausbau der Gesamtschulen - dort mussten rund 200 Kinder abgelehnt werden......>> mehr

NP, 07.07.2006 Hannovers Hauptschulen bluten aus Anmeldungen gehen noch weiter zurück.... „Die Eltern haben in diesem Jahr Ernst gemacht“, erklärt Richard Lochte, Vorsitzender des Stadtelternrates. Dem starren, gegliederten Schulsystem sei eine eindeutige Absage erteilt worden....>> mehr

NP, 07.07.2006 Ansturm auf die Gesamtschulen Wer keinen Platz an einer IGS bekommt, wird sein Kind an einem Gymnasium, einer Haupt- oder Realschule anmelden müssen...>> mehr

NP, 07.07.2006 Kommentar: Eltern zeigen die rote Karte Diese Zahlen sind eine Abstimmung mit den Füßen: Die Eltern zeigen der Schulreform von Kultusminister Busemann die rote Karte. ...>> mehr

NP, 07.07.2006 Leere in Hannovers Hauptschulen ... bestätigen viele Schulleiter, dass noch nie so wenig Eltern ihre Kinder für das fünfte Schuljahr an einer Hauptschule anmelden wollten wie in diesem Jahr.. ...>> mehr

HAZ, 07.07.2006 Mit 26 zu klein ? Kampf für Klassenerhalt ...Die Schülerzahl in dem Jahrgang ist gesunken. ...Auch der Stadtelternrat kritisiert Klassenumbildungen und Klassengrößen. In manchen Gymnasien seien 33 Schüler inzwischen Standard, sagt Sprecher Richard Lochte. „Wenn dann vor allem der Lehrer redet, bleibt für die einzelnen Schüler kaum Zeit. Und die mündliche Note zählt zum Teil 60 Prozent.. ...>> mehr

HAZ, 07.07.2006 Kommentar: Mehr Flexibilität ..Die Humboldtschule ist kein Einzelfall. Besonders an Grundschulen und Gymnasien sind Klassenzusammenlegungen inzwischen üblich, sobald an einer Schule die Schülerzahlen sinken.. . Bei gestiegenem Leistungsdruck und einer zunehmenden Zahl von Kindern mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten passen sie nicht in die Zeit ...>> mehr

HAZ, 04.01.2007 Rot-Grün will mehr Platz für IGS
Hauptschulen verlieren
Von Bärbel Hilbig

SPD und Grüne wollen Gebäude bisheriger Haupt- und Realschulen offenbar den Gesamtschulen zuschlagen. „Wir halten das für sinnvoll“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Seit einigen Jahren müssen die Gesamtschulen in Hannover aus Platzmangel regelmäßig so viele Kinder ablehnen, dass sich problemlos eine neue IGS auslasten ließe. Neugründungen sind jedoch nicht erlaubt. Speziell für das Schulzentrum Bemerode, in dem jetzt noch eine Hauptschule und eine Realschule arbeiten, scheinen die Gedankenspiele schon weit gediehen. „Die IGS Kronsberg zieht in Bemerode fast alle Schüler an. Sie könnte das Gebäude als Filiale nutzen“, sagt Klie.
In einer Befragung hatten sich die IGS-Leiter im Herbst noch gegen Außenstellen ausgesprochen – und für eine IGS-Neugründung plädiert. Mit der Aufteilung des Schullebens auf mehrere Gebäude hat die IGS Linden schlechte Erfahrungen gemacht. Die neueren Gesamtschulen setzten bei ihrer Gründung zudem gezielt auf eine überschaubare Größe. Inzwischen gebe es, so Klie, jedoch auch andere Signale.
Das Kultusministerium will sich in dieser Frage nicht einmischen. „Wir prüfen nur, ob eine Außenstelle nicht doch auf eine eigenständige IGS hinausläuft“, sagt Heiner Hoffmeister, Leiter des Ministerbüros. Laut Verordnung haben Integrierte Gesamtschulen das Recht auf Achtzügigkeit. In Hannover schöpft nur die IGS Mühlenberg diese Möglichkeit aus. Die IGS Linden und die IGS Roderbruch sind sechszügig. In der IGS Vahrenheide, der IGS List und der IGS Kronsberg gibt es vier Klassen pro Jahrgang.
Wolfgang Kargel, Leiter der Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen, wurde gestern davon überrascht, dass auch seine Hauptschule in einem Diskussionspapier über Schulschließungen auftaucht. „Ich kenne die Kriterien nicht. Aber allein schon angesichts der Lage unserer Schule wäre das nicht sinnvoll.“

HAZ, 04.01.2007 Abbau von Außenstellen bei Gymnasien
Abbau von Außenstellen: Die meisten Gymnasien werden in den kommenden fünf Jahren auf ihre oft ungeliebten Außenstellen verzichten können – so sehen es zumindest die Pläne der Stadt vor. Bisher nutzen noch 13 Gymnasien und drei Realschulen eine Filiale. Die Stadt will dieses Jahr über eine Neuaufteilung vieler Schulgebäude entscheiden. Die Verwaltung geht davon aus, dass sie mittelfristig die Außenstellen der Realschulen und von neun Gymnasien abbauen kann. Die Stadt setzt dabei unter anderen darauf, dass 2011 der dreizehnte Jahrgang am Gymnasium wegfällt.
HAZ, 03.01.2007. Stadt will sechs Schulen schließen

Internes Verwaltungspapier nennt vier Haupt- und zwei Realschulen / Entscheidung noch in diesem Jahr

Von Bärbel Hilbig

In einem internen Diskussionspapier nennt die Stadtverwaltung jetzt zum ersten Mal Namen von Schulen, die möglicherweise in den nächsten Jahren geschlossen werden. Auf der Vorschlagsliste stehen vier Hauptschulen und zwei Realschulen. Konkret geht es um die kombinierte Haupt- und Realschule im Fössefeld (Limmer) sowie als Hauptschulen die Kronsbergschule (Bemerode), die Pestalozzischule II (Anderten) und die Peter-Ustinov-Schule (Ricklingen). Die Realschulen, die zur Disposition stehen, sind die Freiherr-vom-Stein-Schule, die mit der Kronsbergschule ein Zentrum bildet, und die Fössefeldschule. In dem Papier seien aber auch etliche Alternativen genannt, heißt es aus der Verwaltung.
Für Kenner kommen die Vorschläge nur zum Teil überraschend. Die Haupt- und Realschule im Fössefeld konnte dieses Schuljahr zum zweiten Mal keine Realschulklasse mehr bilden. In den übrigen Jahrgängen und im Hauptschulzweig ist die Schule nur noch einzügig. Im Bemerode bröckeln die Zahlen besonders an der Realschule: Dort haben die Jahrgänge fünf bis acht nur je eine Klasse. An der Hauptschule sitzen nur noch acht Kinder in der fünften und neun in der sechsten Klasse. „Die IGS Kronsberg zieht in Bemerode fast alle Schüler an“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Thomas Fitzner, Sprecher der Hauptschulleiter, wundert sich aber über die anderen Vorschläge. Die Peter-Ustinov-Schule und die Pestalozzischule II stehen mit ihren Schülerzahlen nicht unbedingt schlechter da als manch andere Hauptschule.
Die Diskussion um Schulschließungen ist Folge der Abschaffung der Orientierungsstufe: Seitdem wählen die Eltern immer seltener eine Hauptschule für ihr Kind. Die Stadt rechnet bis 2011 nur mit einem Absinken der Schülerzahlen um zwei Prozent – an den Hauptschulen wird ein Rückgang der ohnedies geringen Zahlen um fast 24 Prozent erwartet. Schuldezernent Harald Böhlmann wollte sich zu dem Papier aus seinem Ressort gestern nicht äußern. „Es gibt verschiedene denkbare Alternativen, die jeweils andere Konsequenzen haben“, sagte er. Die Verwaltung will auf Basis des Papiers bis Ende Januar einen gemeinsamen Vorschlag abstimmen. Der geht dann als Diskussionsgrundlage an den Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem Schulleiter, Stadtelternrat und Lehrer vertreten sind. Der Rat wird möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.

NP, 02.01.2007. Heiße Diskussionen über Schulschließungen

Von Rüdiger Knorr

HANNOVER. Die mögliche Schließung von sechs Schulen steht in einem Diskussionsentwurf, den die Stadtverwaltung dem „Arbeitskreis Schulstrukturreform“ vorlegen will. Nach der Veröffentlichung von Einzelheiten aus dem zunächst noch vertraulichen Papier in der NP erwarten Schulexperten eine zügige Diskussion über die brisanten Vorschläge.
„Wir warten auf dieses Papier, um es im Arbeitskreis gründlich beraten und würdigen zu können“, erklärte gestern Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Lösungen werden nicht einfach sein, denn wir wissen, dass wir uns dabei auch mit eventuellen Schulschließungen beschäftigen müssen.“ Er rechne damit, dass der Arbeitskreis „noch vor den Sommerferien“ eigenständige Lösungsvorschläge vorlegen werde.
Ausführliche Diskussionen auch mit den Stadtteilpolitikern in den Bezirken kündigt CDU-Schulexpertin Barbara Frank an: „Das sind alles heikle Fragen. Wir müssen genau hinschauen, wo die Schülerströme bleiben.“ Sie könne „nicht total ausschließen“, dass es auch zu Schulschließungen kommen könne: „Aber ich werde nicht über mögliche Standorte reden, solange uns das Papier nicht vorliegt.“
Regine Kramarek, Schulexpertin der Grünen, sieht in der anstehenden Diskussion „eine große Chance“, Verschiebungen in den Schülerströmen für „Synergieeffekte“ zu nutzen. Für den Arbeitskreis stünden aber „keine leichten Entscheidungen“ bevor.
Richard Lochte (Bild), der für den Stadtelternrat im Schulausschuss sitzt: „Wir werden eigene Vorstellungen entwickeln. Denn alle Entscheidungen betreffen unsere Kinder ganz direkt.“

NP, 30.12.2007. Stadt macht die ersten Schulen dicht

Sechs Einrichtungen auf der Streichliste

Von Vera König

HANNOVER. Schülerschwund bei Hauptschulen – jetzt wird es ernst: Die Stadt Hannover will mittelfristig sechs Schulen schließen und sich von zwölf Außenstellen trennen. In einem – noch vertraulichen – Diskussionsentwurf nennt sie Details.
„Anpassung der Raumkapazitäten an den tatsächlichen Bedarf“ – so wird der Grund für die Ideen benannt. Die Schülerzahlen werden laut Prognose bis 2011 nur um zwei Prozent sinken. Aber: Der Hauptschulbereich verliert nach Einschätzung von Experten fast ein Viertel seiner Schüler. Und bei den Gymnasien wird Platz frei durch den Wegfall der 13. Klasse.
Auf der Streichliste stehen deshalb vier Hauptschulen obenan: die Haupt- und Realschule Fössefeld (Limmer), die Kronsbergschule (Bemerode) sowie Pestalozzischule II (Anderten) und Peter-Ustinov-Schule (Mitte). Bei den Realschulen sind Fössefeld und die Freiherr-vom-Stein-Schule (Bemerode) betroffen. Von heute 15 Standorten blieben damit noch 13. Die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule (Döhren) wäre dann die kleinste.
Von den 16 Gymnasien haben 13 derzeit Außenstellen. In den kommenden fünf Jahren sollen neun schrittweise aufgegeben werden. Bestand hätten nur noch die Auslagerungen von Sophien- (Zoo) und Goetheschule (Nordstadt).
Eine Expertengruppe wird in Kürze die Standortplanung diskutieren. Alle Entscheidungen, die Schulausschuss und Rat dann treffen, sollen „transparent und nachvollziehbar“ sein.“

NP, 30.12.2007. Schließt Stadt vier Hauptschulen?

Fünf Schulen schließen, fast alle Außenstellen auflösen – so will die Stadt auf Prognosen in der Schulentwicklung reagieren. Die IGS wird der Gewinner sein.

Von Vera König

HANNOVER. Die Abschaffung der Orientierungsstufe zeigt jetzt deutliche Folgen. Weil immer mehr Eltern ihr Kind zur Realschule und zum Gymnasium anmelden, geht den Hauptschulen fast ein Viertel ihrer Kinder verloren. Darum schlägt die Stadt in einem Diskussionsentwurf die Schließung von vier Hauptschulen in Limmer, Bemerode, Anderten und Mitte vor.
Von den heute 13 Hauptschulstandorten würden neun bleiben. Nur die Rosa-Parks-Hauptschule in Vahrenwald wäre noch ein Einzelstandort. Sie könnte in eine kombinierte Real- und Hauptschule umgewandelt werden, so die Idee.
Der Hauptschulbereich würde laut Prognose 663 Schüler verlieren, die Realschule 379. Das entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent. Weil sie schon heute „sehr schlecht angewählt“ werden, schlägt die Stadt die Schließung der Haupt- und Realschule Fössefeld (Limmer) sowie der Freiherr-vom-Stein-Schule (Bemerode) vor.
Bei den Gymnasien erwarten die Experten steigende Zahlen. Aber sie könnten „durch leichte Erhöhung der Klassenfrequenzen ausgeglichen“ werden. Der Wegfall der 13. Klasse erleichtere die Aufgabe der Außenstellen.
Zweigstellen werden vermutlich die Integrierten Gesamtschulen (IGS) einrichten müssen. Sechs gibt es in der Stadt. Laut Schulgesetz sind Neugründungen nicht möglich, aber Erweiterungen machbar.
Seit Abschaffung der OS sind die Anmeldungen höher als die Zahl der freien Plätze. Die Stadt schlägt deshalb vor, die IGS Kronsberg aufzustocken. Sie soll Räume des Schulzentrums Bemerode erhalten. Der IGS List werden Räume der Fössefeld-Schule zugeschlagen.

NP, 30.12.2007. Proteste von Lehrern und Eltern sind programmiert

HANNOVER. Von Lehrern und Eltern wird zu den Plänen ein Aufschrei kommen. Darin sind sich alle Beteiligten sicher. Die Leiter jener Schulen, die von Auflösung bedroht sind, hatten schon bei einer Befragung im September für ihre Standorte gekämpft.
„Nach zwei Jahren Erfahrung mit der Schulstrukturreform ist dem Kollegium klar, dass die Realschule kaum zu halten sein wird. Für den Hauptschulstandort sehen wir das nicht“, schrieb die Direktorin der Haupt- und Realschule Fössefeld und verwies auf gute Arbeit. Die Kronsbergschule bestätigte einen negativen Trend bei Anmeldungen. Eine Zusammenlegung mit der Realschule im Schulzentrum Bemerode wäre für sie denkbar.
Die Freiherr-vom-Stein-Schule kann sich einen Zusammenschluss mit der Hauptschule Kronsberg vorstellen. Die aber soll aufgegeben werden. Die Peter-Ustinov-Schule schlägt eine Kooperation mit der Johannes-Kepler-Realschule vor. Die Pestalozzischule II stufte sich in der Befragung als „sehr gefährdet“ ein. Sie habe Raumprobleme.
Auch die SPD-Landtagsfraktion hatte Fössefeld und Kronsberg als „stark gefährdet“ angesehen. Auf ihrer Liste wurden darüber hinaus die Haupt- und Realschule Peter Petersen (Südstadt) und die Hauptschule Ahlem genannt. Laut Prognose nehmen die Schülerzahlen dort zwischen 28 (Peter Petersen) und 80 Prozent (Kronsberg) ab. kig