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Von Bärbel Hilbig
Die
Idee der Stadt, der Integrierten Gesamtschule (IGS) List eine Außenstelle
in Limmer zu geben, stößt selbst bei den Leitern der Gesamtschulen
auf wenig Gegenliebe. Man muss sehen, wo wirklich Nachfrage da ist,
sagt Oswald Nachtwey, Leiter der IGS List. Seine Schule lehne jedes Jahr
rund 100 Kinder ab, die aber meist aus Vahrenwald-List kommen. Eine Außenstelle
in diesem Bereich sei deshalb sinnvoll.
Wir verstehen, dass die Stadt mehr Platz an Gesamtschulen schaffen
will, sagt Christoph Walther, Leiter der IGS Linden und Sprecher
der Gesamtschulleiter. Bei den Anmeldungen für die fünften und
auch für die elften Klassen der Gesamtschulen gingen jedes Jahr etliche
Schüler leer aus. Aber nur, weil zufällig in einem Stadtteil
möglicherweise ein Schulgebäude frei wird, ist das nicht der
richtige Standort. Ein oder zwei neue Gesamtschulen, zum Beispiel
in der Nordstadt, seien denkbar. Das Schulgesetz verbietet IGS-Neugründungen
jedoch.
Barbara Frank, schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, kritisiert,
der Entwurf würde Gesamtschulen bevorzugen und das gegliederte Schulwesen
besonders die Gymnasien schwächen. Wenn an
den Gymnasien die Zahl der Klassen pro Jahrgang eingeschränkt wird,
können die Schüler nicht mehr nach Neigungen und Fähigkeiten
eine Schule auswählen.
An den Haupt- und Realschulen, die zur Schließung vorgeschlagen
sind, setzt man noch auf die weiteren Diskussionen, beurteilt die
Lage allerdings dennoch meist pessimistisch. Wir machen gute pädagogische
Arbeit, sagt Ursula Schmidt-Lamontain, Leiterin der Haupt- und Realschule
im Fössefeld. Die sei mit nur noch einer Klasse im Hauptschulzweig
allerdings nicht mehr zu halten. Allein im Südwesten von Hannover
gebe es je vier Haupt- und vier Realschulen das sei angesichts
der Schülerzahlen unstrittig zu viel. Auch an der Freiherr-vom-Stein-Schule
seien die niedrigen Schülerzahlen ein Problem. Dabei sind wir
die einzige Ganztags-Realschule in Hannover, sagt Schulleiterin
Angela Paulus.
An etlichen Gymnasien und vereinzelt an Realschulen wird es nach Vorstellungen
der Verwaltung eine oder sogar zwei Klassen pro Jahrgang weniger geben,
damit ab 2012 alle Schüler im Hauptgebäude Platz finden. Nur
Humboldtschule, Ricarda-Huch-Schule, Goetheschule und Sophienschule sollen
ihre Außenstellen behalten, weil diese sehr nahe liegen oder dringend
gebraucht werden.
Die Verwaltung macht es sich sehr einfach. Sie geht nur danach,
wo noch Räume frei sind, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat
Hannover. Schulen, die gut angewählt werden, weil Eltern Schulprogramm
und Inhalte schätzten, sollten nun verkleinert werden. Damit
hemmt man klar die Qualitätsentwicklung an Schulen, kritisiert
Eichholz. Wenn die stadtweite Anzahl der Klassen pro Jahrgang verringert
werde, bekämen viele Schüler keinen Platz mehr auf dem Gymnasium
ihrer Wahl. Der Stadtelternrat fordert Anbauten, wo das am Haupthaus
möglich ist, und ein weiteres Gymnasium.
Die Stadtverwaltung sieht ihre Vorschläge als Diskussionsgrundlage.
Sie will mit den Betroffenen bis zum Sommer debattieren. Wenn der Rat
Anfang 2008 entscheidet, würden Schulen, bei denen sich die Anzahl
der Klassen pro Jahrgang ändert, ab Sommer 2008 weniger oder mehr
Kinder aufnehmen...>>
Hannover Schulstruktur 2007
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