HANNOVER - SCHULSTRUKTUR - 2007  - Doku des Stadtelternrates Hannover
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HAZ 06.09.2007

Stadt vereinigt Haupt-und Realschulen / Mehr Platz für Gymnasien

Die Beschlussdrucksache zur Phase II der Schulstrukturreform II sieht die Zusammenfassung von - einigen, nicht allen - Haupt- und Realschulen in Hannover vor. >> Hannover - Schulstrukturreform II - 09/2007. Die Schulelternräte der betroffenen Realschulen lehnen diese Zusammenfassung ab und haben dem Stadtelternrat die Stellungnahmen zur Veröffentlichung zugesandt. >> AK Haupt- und Realschulen

HAZ, 06.09.2007 Stadt vereinigt Haupt- und Realschulen zwei Schulformen werden weitgehend abgeschafft / Keine große Erweiterung der Gesamtschulen

HAZ, 06.09.2007 Kommentar: Konsequent Die Eltern und Schüler haben in den vergangenen Jahren eine klare Entscheidung getroffen: Die Hauptschule hat keine Zukunft mehr.

HAZ, 06.09.2007 Mehr Platz für die Gymnasien In einem wichtigen Punkt will die Stadt mit ihren neuen Vorschlägen zur Zukunft der Schulen auf die Wünsche des Stadtelternrats eingehen: Die Eltern hatten seit Beginn der Diskussionen gefordert, ein möglichst großes Platzangebot an den Gymnasien aufrecht zu erhalten

 

HAZ + NP, Juni 2007

Wer bekommt welches Schulgebäude?

HAZ, 28.06.2007 Wer bekommt welches Schulgebäude ? Arbeitskreis legt Pläne zur Schulstrukturreform vor / Außenstellen sollen aufgelöst werden. Die Schließung der Haupt- und Realschule im Fössefeld sowie des Schulzentrums Bemerode wird immer wahrscheinlicher. ...

HAZ, 05.06.2007 IGS Bothfeld ist fraglich Schuldezernent Harald Böhlmann reagierte gestern zurückhaltend auf die Forderung, die Außenstelle einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bothfeld anzusiedeln

NP, 04.06.2007 SPD fordert IGS in Bothfeld Der SPD-Ortsverein Bothfeld wünscht sich die Außenstelle einer Integrierten Gesamtschule (IGS) vor Ort.

 
21.05.2007 Pressemitteilung des StEr zur Schulstrukturreform

Die AG Schulstrukturreform wurde ursprünglich gegründet, um die gesetzliche vorgeschriebene Auflösung der Außenstellen der weiterführenden Schulen zu planen. Dabei ist es ein besonderes Anliegen der Eltern, dass diese Planung auf die Schulwahl der Eltern und Kinder dieser Stadt Rücksicht nimmt.
Im Gegensatz zu den Planungen der Verwaltung, ist beim Vorschlag der Elternvertreter nicht die vorhandene Raumkapazität oberstes Planungskriterium.
Die Elternvertreter sehen eine gleichmäßige Verteilung der Schulen über das Stadtgebiet als vorrangiges Planungskriterium.
Auch die notwendige Qualitätsentwicklung der Schulen wurde berücksichtigt. Geht man ausschließlich von Raumkapazitäten aus, bekommen Schulen, die von Schülern nicht ohne Grund wenig angewählt werden, zusätzliche Klassen. Es außerdem dazu, dass wesentlich mehr Kinder verschoben werden müssen, als es bisher schon geschieht.
Gerade in Bezug auf die veränderte Oberstufe bedeutet dies, dass die Kinder dieser Stadt in Profile gedrängt werden, die nicht ihren Wünschen und Fähigkeiten entsprechen, was nicht dazu führen wird, dass die Abiturdurchschnittsnoten besser werden.

Eine Aufstockung der Züge an IGSsen, bei gleichzeitiger Senkung der Züge an Gymnasien führt dazu, dass weiterhin Schülern mit Haupt- und Realschulempfehlung der Zugang zur IGS verwehrt bleibt.
Sicher ist der Vorschlag der Eltern nicht die kostengünstigste Lösung. Sie wird allerdings den Schülern, also unseren Kindern, gerecht.

Mit freundlichen Grüßen Garnet Eichholz

 
HAZ, 22.05.2007 Eltern pochen auf Auswahl

Beliebte Schulen sollen nicht verkleinert werden

Von Bärbel Hilbig
Der Stadtelternrat will bei der Neuverteilung der Schulgebäude mitreden – und kommt zum Teil zu ganz anderen Vorschlägen als die Verwaltung. „Die Stadt orientiert sich nur daran, wo Räume vorhanden sind. Wir wollen aber, dass die Qualität und Beliebtheit einer Schule stärker berücksichtigt wird“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Das sei im Zweifelsfall teurer, weil für nachgefragte Gymnasien mit Platzproblemen Anbauten oder Umzüge notwendig würden, wenn die Außenstellen aufgelöst werden. Als Gegenbeispiele nannte Eichholz das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium sowie die Sophienschule. An beiden Schulen sei die Nachfrage so gering, dass seit 2004 maximal drei Klassen pro Jahrgang ausreichten. Die Stadt will jedoch vier oder fünf Klassen anbieten – weil der Platz es hergibt. „Die Stadt würde der Qualitätsentwicklung entgegenwirken, wenn sie beliebte Schulen künstlich zurückfährt und andere auffüllt“, sagt Eichholz.
Die Eltern akzeptieren grundsätzlich, dass die Zahl der Haupt- und Realschulen wegen der nachlassenden Nachfrage sinken soll. Aber auch hier machen sie eigene Vorschläge. Sie wollen die Heinrich-Heine-Schule in der Südstadt schließen. Die Haupt- und Realschule habe mit sinkender Akzeptanz zu kämpfen. Dieses Schuljahr meldeten sich nur zehn Hauptschüler und zunächst sieben Realschüler an. Dagegen wollen die Eltern die Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen im Gegensatz zur Verwaltung erhalten. Sie sei die einzige Hauptschule im Südwesten der Stadt und weise mit zwei Klassen pro Jahrgang eine stabile Nachfrage auf. „Die Schule soll nur geschlossen werden, weil eine marode Grundschule das Gebäude bekommen soll“, sagt Eichholz.
Wenig Zukunft sehen die Eltern – und da sind sie mit der Stadt einer Meinung – dagegen für die wenig nachgefragte Haupt- und Realschule im Fössefeld sowie für das Schulzentrum Bemerode. Da in den vergangenen Jahren regelmäßig rund 200 Kinder pro Jahrgang keinen Platz an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) bekommen haben, spricht sich auch der Stadtelternrat für neue IGS-Zweigstellen aus. Allerdings halten die Eltern wenig vom umstrittenen Vorschlag der Verwaltung, der IGS List eine Filiale im weit entfernten Limmer zuzuordnen. Sie halten es für sinnvoller, die IGS Vahrenheide von vier auf sechs Klassen pro Jahrgang aufzustocken. Bei der IGS Kronsberg liegen die Vorschläge von Eltern und Stadt dann wieder nahe beieinander: Im Schulzentrum Bemerode soll die IGS eine Außenstelle mit Oberstufe und zwei bis drei zusätzliche Klassen pro Jahrgang bekommen. >> Hannover Schulstrukturreform 2007 >> Stellungnahmen des Stadtelternrates

Die Heinrich-Heine-Schule in der Südstadt würde der Stadtelternrat schließen. Steiner
 

Gebäudetausch: Die Lösung im Schulstreit?

Der Stadtelternrat hat mit viel Akribie Vorschläge zur Zukunft zahlreicher Schulen gemacht. Im Gegensatz zur Stadtverwaltung befürworten die Eltern in manchen Fällen, dass Schulen zugunsten von Nachbarschulen ihr Gebäude verlassen, selbst wenn sie damit nicht einverstanden sind:
Die Käthe-Kollwitz-Schule will das Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Schule übernehmen. Das Gymnasium könnte dann seine Außenstelle aufgeben, ohne zu schrumpfen. Die Realschule soll dort unterkommen, will ihr Stammhaus aber nicht aufgeben.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Döhren würde ohne ihre weit entfernte Außenstelle von gut drei auf zwei Klassen pro Jahrgang reduziert. Die Eltern schlagen vor, die Platzsituation in benachbarten Grundschulen und einen Umzug zu prüfen.
Die Hauptschule Ahlem sollte aus Sicht der Eltern in die gemeinsame Außenstelle mit der Realschule ziehen, die Realschule dann ins Haupthaus. Bisher will die Stadt das marode Haupthaus aufgeben. bil

 
NP, 22.05.2007 Stadtelternrat befürchtet Qualitätsverfall

HANNOVER. Der Stadtelternrat fordert deutliche Nachbesserungen bei den Schulplänen der Stadt. Er fürchtet „deutliche Kapazitätsprobleme“ und Qualitätsverlust an den Lehranstalten.
Zwei Prämissen prallen bei den Planungen der Klassenstärken aufeinander. Die Stadt will aus Kostengründen die vorhandenen Räume in den Gebäuden bestmöglich nutzen. Mit absurden Folgen, findet die Stadtelternratsvorsitzende Garnet Eichholz: „Dann bekommen Schulen, die nicht ohne Grund wenig angewählt werden, zusätzliche Klassen.“ Die Sophienschule beispielsweise soll fünfzügig werden, obwohl sie momentan nur mit 3,2 Zügen belegt wird. Die Elternvertreter plädieren daher für eine Dreizügigkeit.
Das Gremium sieht neben der gleichmäßigen Verteilung der Schulen über das Stadtgebiet vor allem die Qualitätsentwicklung der Lehranstalt als entscheidendes Planungskriterium.
Doch das ist nicht die billigste Lösung, Anbauten und Sanierungen wären dafür notwendig.
Ein Platzproblem fürchten die Eltern vor allem für die Gesamtschulen, sollte die Zahl der Gymnasien gesenkt werden. Auch wenn die Zahl der IGSen aufgestockt würde, wäre der Anlauf so groß, dass am Ende Schüler mit Haupt- und Realschulempfehlung das Nachsehen hätten – die Schulreform wäre endgültig ad absurdum geführt. fm
n. >> Hannover Schulstrukturreform 2007

 
HAZ, 23.05.2007 Lob und Kritik für Elternideen - Schulentwicklung umstritten

Von Bärbel Hilbig
Unter Ratspolitikern sind die Vorschläge des Stadtelternrats zur Zukunft der Schulen auf positives Echo gestoßen. Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen wollen einige Punkte mittragen, wollten sich meist gestern im Detail aber noch nicht äußern. „Dem Wunsch, eine Konkurrenz unter den Gymnasien zu erhalten, können wir folgen“, sagt Michael Klie (SPD). Die Verwaltung habe in ihrem Vorschlag das Platzangebot an den Gymnasien sehr streng bemessen. Wenn die Außenstellen aufgegeben werden, ist vorgesehen, die Plätze an einigen – zum Teil auch beliebten – Schulen zu verringern. „Auch die Idee, die Integrierte Gesamtschule Vahrenheide zu erweitern, werden wir sicher diskutieren. Allerdings ist gerade dort die Nachfrage nicht so groß.“
Der Stadtelternrat ist auch vor unangenehmen Themen wie Schulschließungen oder Gebäudetausch nicht zurückgeschreckt. „Wenn wir nur utopische Forderungen stellen, nimmt uns niemand ernst“, sagt Sprecherin Garnet Eichholz. Dafür gibt es auch Kritik von Eltern: Der Vorschlag, die Käthe-Kollwitz-Schule (Gymnasium) könne die Gerhart-Hauptmann-Schule übernehmen, stößt bei den Eltern beider Schulen auf Widerstand. „Wir wollen keinen Konflikt zwischen den Schulen“, sagt Dirk Sieverling von der Käthe-Kollwitz-Schule. Den Eltern liege daran, die Größe des Gymnasiums und damit die Angebotspalette zu erhalten. Dafür sei aber befristet die Außenstelle und später ein Anbau akzeptabel. „Da die Außenstelle zu klein für uns ist, müsste bei einem Umzug dort auch um- und angebaut werden“, sagt Corinne Sommer, Elternsprecherin der Realschule.
Schuldezernent Harald Böhlmann betont, die Verwaltung habe Vorschläge vermieden, die auf Kosten einer anderen Schule gehen. „Der Rat entscheidet, ob er das anders sieht.“ Entgegen dem Elternvorschlag will die Verwaltung an der Heinrich-Heine-Schule festhalten. „Wir wollen kombinierte Haupt- und Realschulen stärken.“ Die Verwaltung wolle bestehenden Platz an Gymnasien auf jeden Fall nutzen. „Wenn wir uns an der Beliebtheit von Schulen orientieren, und je nach Mode anbauen, haben wir bald an vielen Stellen Leerstände.“ >> Hannover Schulstrukturreform 2007 >> Stellungnahmen des Stadtelternrates

 
NP, 30.03.2007 Hauptschule weiter im Abwärtstrend

VON NORA LYSK
HANNOVER. Die Anmeldungen an den Hauptschulen werden in diesem Jahr weiter einbrechen. Das bestätigte gestern Hannes Schott, stellvertretender Fachbereichsleiter, gegenüber der NP. Das heißt, dass in diesem Jahr wahrscheinlich wieder weniger als zehn Prozent aller Viertklässler in die fünfte Klasse einer Hauptschule wechseln werden.
Genaue Zahlen will die Stadt nicht nennen. Obwohl die Daten bereits vorliegen. Schott begründet diese Entscheidung mit den Verunsicherungen der letzten Zeit – Vorabveröffentlichungen über Hauptschulschließungen hatten zum Eklat im Schulausschuss geführt. Vertreter des Stadtelternrates, die von den Plänen aus der Presse erfahren hatten, kündigten an, den zuständigen Arbeitskreis zu verlassen. „Und wir sind vorerst bei dieser Entscheidung geblieben“, bestätigt die Vorsitzende Garnet Eichholz. Jetzt ist die Stadt vorsichtiger: Genaue Zahlen gibt es erst im April.
Doch Schott stellte schon mal klar, Überraschungen bei den Zahlen werde es nicht geben – 2006 hatte es nur 181 Anmeldungen an Hannovers Hauptschulen gegeben. 53 Prozent aller Viertklässler wechselten an ein Gymnasium. Mit der Folge, dass der Stadtelternrat auf die Neugründung eines Gymnasiums pocht. >> Schulstruktur in Hannover 2007

Garnet Eichholz

Hannover, 28.02.2007. "Bereits Anfang des Jahres wurden vertrauliche Überlegungen der Verwaltung zu möglichen Schließungen von Schulstandorten in der Presse veröffentlicht. Dieses Vorgehen führte im StER und in der AG zu heftiger Kritik, denn den Mitgliedern der AG waren und sind bis zum jetzigen Zeitpunkt diese Vorschläge nicht bekannt. Obwohl in der 3. Sitzung am 25.01.2007 die Verwaltung erklärte, dass zunächst den Mitgliedern der AG zeitnah vor der nächsten Sitzung am 9. März diese Verwaltungsvorschläge vorliegen sollten, erfuhren sie am letzten Wochenende zum zweiten Mal aus der Presse, an welchen Schulstandorten Veränderungen geplant sind. .... Da die Vertreter der Eltern ihre Arbeitsgrundlagen, ihre Kriterien und ihre Vorschläge zu den einzelnen Schulstandorten im Januar zur Diskussion in die AG Schulstruktur eingebracht haben, sehen sie unter den derzeitigen Umständen nicht mehr die Notwendigkeit einer Mitarbeit in der AG. ...."

 

NP + HAZ, 09.+ 10. 03.2007

Schulen wollen nicht schrumpfen

NP, 10.03.2007 Macht OB Weils neuer Vorstoß doch (Gesamt-)Schule? Streitpunkt: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) verbietet Neugründungen von Gesamtschulen. ... die logische Konsequenz wäre, dass man auf die Abstimmung der Eltern auch entsprechend reagiert. Das hat zumindest Weil erkannt.

HAZ, 10.03.2007 Philologen kritisieren die Stadt Der Philologenverband Niedersachsen kritisiert den Vorschlag der Stadt, fünf Haupt- und Realschulen sowie neun Außenstellen von Gymnasien zu schließen ...Martinsen betont dagegen, auch weiterhin werde jedes Kind in Hannover, das ans Gymnasium wolle, dort auch einen Platz bekommen

HAZ, 09.03.2007 Schulen wollen nicht schrumpfen In fast allen Klassen an Gymnasien würden in Zukunft voraussichtlich jeweils 31 bis 32 Kinder lernen, wenn der Vorschlag der Verwaltung durchkäme, die Anzahl der Klassen pro Jahrgang stadtweit auf durchschnittlich 61,5 zu senken. ....

 

NP + HAZ, 08.03.2007

Kritisches Echo auf Schulpläne

NP, 08.03.2007 Busemanns Appell an Weil Die Schulpläne von OB Stephan Weil lösen heftige Diskussionen aus. Kultusminister Bernd Busemann empfiehlt dem OB einen Blick ins Schulgesetz und warnt im NP-Interview vor getarnten IGS-Neugründungen. Kritik kommt von den Gymnasien. Und die Gesamtschulchefs wehren sich gegen weit entfernte Außenstellen.

NP, 08.03.2007 Kritisches Echo auf Schulpläne Oswald Nachtwey, Leiter der IGS List, kann dem Vorschlag, für seine Schule eine Zweigstelle im Fössefeld (Linden) zu errichten, wenig abgewinnen: „Wir IGS-Schulleiter halten das aus verschiedenen Gründen für völlig abwegig.“ Die IGS List habe im letzten Jahr 99 angemeldete Schüler ablehnen müssen

NP, 08.03.2007 SPD signalisiert Zustimmung CDU kämpft gegen Entwurf „Wir werden den Schulentwicklungsplan sehr ausführlich im Detail diskutieren“, kündigt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning an ...

NP, 08.03.2007 „Keine Angst vor einer Klage“ .. "Viele Gesamtschulen können auch mit der bestehenden Gesetzeslage mehr Parallelklassen einrichten, als sie das derzeit tun. Da braucht es keine Neugründung" ...

HAZ, 08.03.2007 Was wird aus den Schulen? .. „Die Verwaltung macht es sich sehr einfach. Sie geht nur danach, wo noch Räume frei sind“, sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat Hannover. ...Der Stadtelternrat fordert Anbauten, wo das am Haupthaus möglich ist, und ein weiteres Gymnasium...

HAZ, 08.03.2007 Leserbrief: Deutscher Schulpreis .. Alle Gesamtschulen in Hannover, wenige Hauptschulen und ein Gymnasium sind immer wieder als „berufswahlfreundliche Schule“ ausgezeichnet worden

 

HAZ, 07.03.2007

Weil will IGS-Ausbau durchsetzen

HAZ, 07.03.2007 Weil will IGS-Ausbau durchsetzen Oberbürgermeister Stephan Weil will im Zweifelsfall den Ausbau der Gesamtschulen juristisch gegen das Land durchsetzen. „Das anachronistische Verbot der Neugründung von Gesamtschulen stößt jedes Jahr Hunderte von Familien in Hannover vor den Kopf“, sagt Weil.... >> Hannover Schulstruktur 2007..

NP, 07.03.2007 Vorfahrt für Vernunft Das Verbot von IGS-Neugründungen ist ein Rückfall in Tage müßiger ideologischer Streitereien. Es zwingt Schulträger wie Hannover erst zu unsinnigen Gründungen von Zweigstellen, wie sie Kultusminister Busemann kritisiert. .... >> Hannover Schulstruktur 2007..

NP, 07.03.2007 Gymnasien verlieren neun Filialen OB Stephan Weil schlägt vor, drei Hauptschulen aufzulösen und eine zu verlagern. Zwei Realschulen sollen aufgelöst und eine verlagert werden. Neun von 13 Gymnasialaußenstellen sollen aufgegeben, zwei Gesamtschulaußenstellen neu geschaffen werden..... >> Hannover Schulstruktur 2007..

 

HAZ, 03.03.2007

Wie wichtig ist der Elternwille?

HAZ, 03.03.2007 Wie wichtig ist der Elternwille? unterm strich: Die anstehenden Entscheidungen über die Zukunft der Schulen werden nicht einfach. Wer dabei wichtig nimmt, was Eltern wollen, kommt um eine Erweiterung der Gesamtschulen kaum herum, meint HAZ-Redakteurin Bärbel Hilbig.

HAZ, 03.03.2007 Schulleiter offen für neues Gymnasium Debatte um Elternvorschlag - Leiter von Gymnasien stehen der Idee eines weiteren Gymnasiums offen gegenüber

 

HAZ, 02.03.2007

Eltern fordern ein 17. Gymnasium

HAZ, 02.03.2007 Eltern fordern ein 17. Gymnasium Stadtelternrat will frei werdendes Gebäude nutzen / Platznot durch Aufgabe der Außenstellen befürchtet ...

NP, 01.03.2007 Elternrat kündigt Mitarbeit an Schulstrukturreform auf . Garnet Eichholz vom Stadtelternrat war erbost: „Wir sitzen im Arbeitskreis und können den Medien entnehmen, was die Stadt plant.“ .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

HAZ, 01.03.2007 Ärger um Schulen - Schüler protestieren .Im Schulausschuss herrschte Verärgerung darüber, dass einige Vorschläge zur bevorstehenden Neuordnung der Schulen bereits an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Besonders Mitglieder des Arbeitskreises Schulstrukturreform, in dem Eltern, Schulleiter und Schüler mitarbeiten, sind vergrätzt. „Für eine Alibiveranstaltung geben wir uns nicht her“, sagte Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Cordula Dietrich kündigte den Rückzug der Eltern aus dem Arbeitskreis an.“ .. >> Hannover 2007.. .

 

HAZ, 01.03.2007

Spaß an Schule - oder Langeweile

HAZ, 01.03.2007 Spaß an Schule – oder Langeweile? „Seit die Orientierungsstufe abgeschafft ist und die Eltern frei entscheiden, auf welche Schulform sie ihr Kind nach der Grundschule schicken, leiden Haupt- und teilweise auch Realschulen unter Schülerschwund – zugleich sind die Gesamtschulen so gefragt wie nie zuvor ... Nach der zehnten Klasse könnten rund 55 Prozent seiner Schüler in eine gymnasiale Oberstufe wechseln, 50 Prozent wählen diesen Weg. Nicht zum ersten Mal kam 2006 die Abiturbeste der Ricarda-Huch-Schule mit einem Schnitt von 1,0 ursprünglich von der IGS List. .. Die IGS Mühlenberg hat vor wenigen Jahren Eltern befragt, warum sie ihr Kind ausgerechnet auf dieser Schule anmelden. Als wesentliche Gründe wurden die Angebotsvielfalt, das „gute Lern- und Arbeitsklima“ und die „guten Fördermöglichkeiten“ genannt. ...

HAZ, 01.03.2007 Was ist eine IGS ? „Das Abitur machen IGS-Schüler in Hannover weiterhin nach 13 Jahren. Im Zentralabitur bekommen sie die gleichen Aufgaben wie Gymnasiasten gestellt. In Hannover sind alle sechs IGS Ganztagsschulen mit Mensa und Freizeitangebot. ....

HAZ, 01.03.2007 DAS sagen die Schüler „Die IGS ist wie ein Gymnasium – nur dass man hier mehr seine Meinung sagen kann. Und mir gefällt das soziale Miteinander.“ .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

HAZ, 24.02.2007

Stadt baut Gesamtschulen aus

HAZ, 28.02.2007 Stadt baut Gesamtschulen aus „Verwaltung will IGS List und IGS Kronsberg erweitern / Fünf Haupt- und Realschulen stehen auf Streichliste..

HAZ, 24.02.2007 „Hauptschulen sind nicht ausgelastet“ Wichtige Entscheidungen zur Zukunft von Hannovers Schulen stehen bevor: Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, spricht über Vorschläge zu Schulschließungen und zur Erweiterung der Gesamtschulen. .. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

HAZ, 07.03.2007

Weil will IGS-Ausbau durchsetzen

Verwaltung lehnt neues Gymnasium ab / Schulzentrum Ahlem soll verlegt werden

Von Bärbel Hilbig
Oberbürgermeister Stephan Weil will im Zweifelsfall den Ausbau der Gesamtschulen juristisch gegen das Land durchsetzen. „Das anachronistische Verbot der Neugründung von Gesamtschulen stößt jedes Jahr Hunderte von Familien in Hannover vor den Kopf“, sagt Weil. Mehr als 200 Kinder müssten jährlich abgewiesen werden, die an keiner Integrierten Gesamtschule einen Platz fänden. Die Stadt hat gestern ihre Vorschläge zur Neuordnung der Schulen offiziell vorgestellt – und will auf diese Nachfrage reagieren.
Die Stadtverwaltung schlägt nun keine neue IGS vor, aber Außenstellen mit je drei Klassen pro Jahrgang für die IGS Kronsberg und die IGS List. Als Gebäude soll die IGS Kronsberg das Schulzentrum Bemerode bekommen und dort auch eine gymnasiale Oberstufe einrichten können. Die IGS List könnte das sechs Kilometer entfernte Gebäude der Haupt- und Realschule im Fössefeld nutzen – auch wenn der Schulleiter das bisher nicht will. Kultusminister Bernd Busemann hatte bereits vorher erklärt, Außenstellen in einem anderen Stadtteil könnten faktisch auf eine Neuerrichtung hinauslaufen.
Weil hat das Problem bereits von seinen Juristen prüfen lassen. „Wenn der Rat die Außenstellen beschließt und das Ministerium sie ablehnt, würden wir das nach dem jetzigen Kenntnisstand durchfechten.“ Nach den Vorstellungen der Verwaltung sollen die Haupt- und Realschule im Fössefeld (Limmer), die Kronsbergschule und die Freiherr-vom-Stein-Schule (beide Bemerode) sowie die Peter-Ustinov-Schule (Ricklingen) aufgelöst werden. Die Grundschule Stammestraße bekäme in der bisherigen Peter-Ustinov-Schule ein größeres und saniertes Gebäude. Hauptschule und Realschule Ahlem sollen in ihrer bisherigen Außenstelle Tegtmeyerallee zusammengelegt werden. Das sanierungsbedürftige Hauptgebäude könnte aufgegeben – und das Gelände für Neubauten genutzt werden.
Den Vorschlag des Stadtelternrates für ein neues 17. Gymnasium unterstützt die Verwaltung nicht. „Wir müssen Wert darauf legen, keine Überkapazitäten zu schaffen“, sagt Weil.
„Es ist noch nicht passiert und wird auch nicht geschehen, dass Kinder, die aufs Gymnasium wollen, dort keinen Platz finden“, sagt Schuldezernent Harald Böhlmann. Es gebe allerdings Kinder, die nicht auf ihr Wunschgymnasium kommen. Und das könnte sich in Zukunft noch verstärken. „Der Platz reicht aus, ohne dass jedes Gymnasium vollgestopft wird“, betonte Böhlmann. Doch Leerstände bei weniger nachgefragten Gymnasien solle es in Zukunft seltener geben. >> Hannover Schulstruktur 2007

NP, 07.03.2007

Weil bietet dem Land die Stirn

OB will Gesamtschulzweigstellen notfalls auch einklagen - OB Stephan Weil (SPD) auf Konfrontationskurs mit dem Land: Er will gegen den Widerstand von Kultusminister Bernd Busemann Gesamtschulzweigstellen einrichten, notfalls auch klagen.

VON MICHAEL KRISCHE
HANNOVER. „Wir tun nichts, als dem Elternwillen möglichst weitgehend Rechnung zu tragen“, begründete OB Stephan Weil gestern den Entwurf zur Schulentwicklungsplanung in der Stadt. Zündstoff: Weil will die Kapazitäten der hannoverschen Gesamtschulen erheblich ausweiten. „Wir mussten mehr als 200 zu den Gesamtschulen angemeldete Kinder abweisen“, sagte er.
Dagegen mieden die Eltern die Hauptschule. Sie erlebe einen „rapiden Niedergang“, so Weil. Der Trend (siehe Grafiken nächste Seite) werde sich fortsetzen: „Davon müssen wir ausgehen.“
Vorschlag von Weil und Schuldezernent Harald Böhlmann: Im bisherigen Gebäude der Haupt- und Realschule Fössefeld in Linden soll eine Zweigstelle der sechs Kilometer entfernten IGS List, im Schulzentrum Bemerode eine der IGS Kronsberg entstehen.

Kultusminister Bernd Busemann hatte vor der Bildung weit entfernter Zweigstellen eindringlich gewarnt. Weil aber bleibt hart: „Gäbe es im Schulgesetz nicht aus ausschließlich politischen Gründen das Verbot zur Gründung neuer Gesamtschulen, würden wir stattdessen neue Gesamtschulen errichten.“
Die Alternative sei eine Verlagerung der Leibnizschule aus der List nach Linden: „Aber das wollen wir nicht.“ Er sei notfalls bereit, seine schulpolitischen Absichten mit einer Klage gegen das Land durchzusetzen, sagte Weil. „Wir haben in der Rechtsprechung keine Hinweise auf Entfernungen gefunden“, sagte er – und fügte hinzu: „Ich hätte außerdem nicht übel Lust, das Verbot von Gesamtschulgründungen verfassungsrechtlich auf den Prüfstand zu bringen.“
Vorher allerdings beginnt der politische Diskussionsprozess. Wegen der organisatorischen Probleme sind die Pläne sogar bei Gesamtschulchefs auf Widerstand gestoßen. >> Hannover Schulstruktur 2007

NP, 07.03.2007

Vorfahrt für Vernunft

VON MICHAEL KRISCHE

Dreigliederiges Schulsystem kontra Gesamtschule? Das sind Kulturkämpfe von gestern. Immerhin ist nicht die Gesamtschule von den Eltern abgewählt worden, sondern die Hauptschule. Das CDU-regierte Hessen trägt dem Rechnung. Höchste Zeit, dass auch unsere Landesregierung das zur Kenntnis nimmt.
Das Verbot von IGS-Neugründungen ist ein Rückfall in Tage müßiger ideologischer Streitereien. Es zwingt Schulträger wie Hannover erst zu unsinnigen Gründungen von Zweigstellen, wie sie Kultusminister Busemann kritisiert.
Also weg mit diesem diskriminierenden Passus im Schulgesetz. Unsere Gesellschaft kann Pluralität auch in den Bildungsangeboten vertragen.
OB Stephan Weil hat die Vernunft und hoffentlich auch das Recht auf seiner Seite, wenn er dafür kämpfen will. Notfalls auch vor Gericht.>> Hannover Schulstruktur 2007

NP, 07.03.2007

Gymnasien verlieren neun Filialen

IGS expandiert, Haupt- und Realschulen sollen weichen

VON MICHAEL KRISCHE
HANNOVER. Das sind die Pläne für die hannoversche Schullandschaft der Zukunft: OB Stephan Weil schlägt vor, drei Hauptschulen aufzulösen und eine zu verlagern. Zwei Realschulen sollen aufgelöst und eine verlagert werden. Neun von 13 Gymnasialaußenstellen sollen aufgegeben, zwei Gesamtschulaußenstellen neu geschaffen werden.
Die Vorschläge:
Aufgabe der Hauptschulen Fössefeld (Linden), Kronsberg (Bemerode) und Peter Ustinov (Ricklingen). Die Grundschule Stammestraße zieht ins Gebäude der Ustinov-Schule.
Umzug der Hauptschule aus dem Schulzentrum Ahlem ins Gebäude Tegtmeyerallee.
Auflösung der Realschulen Fössefeld und Freiherr vom Stein (Bemerode), Umzug der Realschule aus dem Schulzentrum Ahlem ebenfalls in die Tegtmeyerallee (Umbau für Ganztagsbetrieb). Drei Realschulaußenstellen verschwinden.
Das Schulzentrum Ahlem und das Gebäude Stammestraße (das hätte saniert werden müssen) werden aufgegeben und können vermarktet werden.
Es gibt kein 17. Gymnasium, wie vom Stadtelternrat gefordert. Neun Zweigstellen verschwinden. Aber die Kapazität soll auch dann noch ausreichen, um allen angemeldeten Kindern einen Gymnasialplatz zu garantieren. „Wenn auch nicht auf der Schule der ersten Wahl“, so Dezernent Harald Böhlmann. Sophien- und Goetheschule behalten ihre Außenstellen mindestens noch bis 2011/12.
In der bisherigen Haupt- und Realschule Fössefeld wird eine Zweigstelle der IGS List, im frei werdenden Schulzentrum Bemerode eine der IGS Kronsberg eingerichtet. Zu den bisher insgesamt 32 Gesamtschulzügen sollen sechs Züge in der Sekundarstufe 1 hinzukommen. Die IGS List (Kommentar der Homepage-Redaktion: hier ist wohl die IGS Kronsberg gemeint) erhält außerdem eine vierzügige Sekundarstufe 2, die vierte Oberstufe an einer Gesamtschule in Hannover.
„Der Entwurf ist zunächst eine Diskussionsgrundlage“, betonte Weil. Bei einem Ratsbeschluss um die Jahreswende könne mit der Umsetzung zum Schuljahreswechsel 2008/09 begonnen werden.
„Das heißt aber nicht, dass zu diesem Zeitpunkt Schulen einfach dichtgemacht werden. Sie laufen danach aus“, betonte Böhlmann. Die neuen IGS-Filialen sollen aber möglichst 2008 an den Start gehen. Das Gesamtpaket soll 2011/12 verwirklicht sein..>> Hannover Schulstruktur 2007

NP, 07.03.2007

Entwicklung der Schülerzahlen in Hannover

Die Fieberkurve der Schulformen: Die Schülerzahlen an den Hauptschulen sind dramatisch in den Keller gegangen. Auch die Realschulen verlieren. Unvermindert im Positivtrend die Gymnasien. Der steile Anstieg 2003/04 bei all diesen Schulformen ging auf den Wegfall der Orientierungsstufe zurück. Immer größeren Zulauf verzeichnen die Gesamtschulen. Inzwischen machen 40 Prozent eines Jahrgangs in Hannover Abitur – auch an den IGS-Oberstufen. Die Planer gehen davon aus, dass die 13. Klassen in den Gymnasien bald abgeschafft werden..>> Hannover Schulstruktur 2007

HAZ, 03.03.2007

Wie wichtig ist der Elternwille?

unterm strich: Die anstehenden Entscheidungen über die Zukunft der Schulen werden nicht einfach. Wer dabei wichtig nimmt, was Eltern wollen, kommt um eine Erweiterung der Gesamtschulen kaum herum, meint HAZ-Redakteurin Bärbel Hilbig.

Von Bärbel Hilbig
Die Diskussion über die Zukunft der Schulen in Hannover hat kaum begonnen. Und schon jetzt wogen die Emotionen hoch. Die ersten Schüler und Lehrer sind mit selbst bemalten T-Shirts und Plakaten im Schulausschuss erschienen. Die trotzige Botschaft: „Unsere Schule, die kann was!“
Die Gefühle sind nicht verwunderlich, besonders, wenn eine Schule geschlossen werden soll. Viele Schülergenerationen haben dort gelernt und sind ins „Leben“ gestartet. Und es gibt durchaus auch jetzt Hauptschüler, die stolz auf ihre Schule sind. Dazu kommt die Sorge, wie es sich an einer Schule lernt, die dann jedes Jahr um einen Jahrgang kleiner wird.
Es wird noch fast ein Jahr vergehen, bis nach vielen Diskussionen die Entscheidungen feststehen. Für Schüler, Eltern und Lehrer an den dann ausgewählten Haupt- und Realschulen wird das schmerzlich.
Doch es führt kein Weg daran vorbei: Schulen, die halb leer stehen, lassen sich kaum rechtfertigen. Und auch einige Hauptschulleiter, die natürlich wie Löwen für die eigene Schule kämpfen werden, nehmen kein Blatt vor den Mund: Das System Hauptschule ist, zumindest in Hannover, aus den Fugen. Der Ruf ist – trotz der oft guten Arbeit – so schlecht, dass manche Schulleiter für ein Zusammengehen mit Realschulen oder gleich für eine Gesamtschule plädieren. Ihr Argument: Gegen das Etikett „Hauptschule“ lässt sich nicht mehr lange anarbeiten.
Wenn sich jetzt Stimmen melden, die meinen, die Stadt hätte mehr für die Hauptschulen tun sollen, ist das ein wenig bizarr. Denn schließlich haben viele eifrig mitgewerkelt:
Firmenchefs klagen über die schlechten Kenntnisse der Schüler und bestärken Eltern so doch nur in der Überzeugung, das eigene Kind habe dort nichts verloren. In manchen Stadtteilen finden sich die leistungsstärkeren Hauptschüler deshalb längst in Realschulen oder Gesamtschulen.
Gleichzeitig bekommen jedes Jahr etliche Kinder keinen Platz an einer Gesamts
chule und weichen zwangsläufig aus. Wenn die Stadt die Gesamtschulen vergrößerte, käme sie dem Willen dieser Kinder und Eltern nach. Allerdings wird jede Entscheidung natürlich Tendenzen verstärken. Wenn weitere Hauptschulen schließen, werden die Wege für die Kinder immer länger. Es liegt nahe, dass dann noch mehr Kinder mit Hauptschulempfehlung lieber eine Realschule oder Gesamtschule wählen.
Doch wer das beklagt, sollte ehrlich sein. Die Eltern entscheiden, wohin ihr Kind geht
. Und viele trauen offensichtlich der Möglichkeit nicht, dass ihr Kind sich im Lauf der Jahre gut entwickelt und in die nächsthöhere Schulform wechselt. Sie wollen die Gesamtschule oder setzen im dreigliedrigen System lieber eine Stufe höher an als empfohlen. Als Folge sprechen die ersten Lehrer längst vom Gymnasium als heimlicher Gesamtschule. Das mag übertrieben sein. Wer die Hauptschule, und damit letztlich das dreigliedrige System, tatsächlich retten will, müsste die Wahlfreiheit der Eltern abschaffen. Doch merkwürdig: An dieser Stelle halten sich Politiker und Eltern dezent zurück. >> Hannover Schulstruktur 2007

HAZ, 03.03.2007

Schulleiter offen für neues Gymnasium

Von Bärbel Hilbig
Leiter von Gymnasien stehen der Idee eines weiteren Gymnasiums offen gegenüber. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, meint Martin Thunich, Leiter der Wilhelm-Raabe-Schule. Jede Schule bemühe sich längst, durch ihre Stärken auf sich aufmerksam zu machen. „Ob nun 16 oder 17 Gymnasien, ändert nicht viel.“
Wie berichtet, schlägt der Stadtelternrat ein 17. Gymnasium mit drei Klassen pro Jahrgang in einem frei werdenden Schulgebäude vor.
Die Eltern fürchten, der Wegfall der Außenstellen führe zu einem knappen Angebot an Plätzen im Gymnasium. Manche Schulen müssten wohl auf eine Klasse pro Jahrgang verzichten. Jürgen Buchhagen, Leiter der Helene-Lange-Schule, hält ein neues Gymnasium am Kronsberg für sinnvoll. Eine Konkurrenz zu einer Oberstufe der IGS Kronsberg sei das nicht. „In Linden haben wir auch IGS und Gymnasien.“
Der Stadtelternrat schlägt vor, die Gesamtschulen um drei Klassen pro Jahrgang zu erweitern. Nach der Zahl der Anmeldungen liegt der Bedarf aber eher bei acht zusätzlichen Klassen.
Die Eltern argumentieren, eine ausgewogene Mischung von Haupt- und Realschülern sowie Gymnasiasten sei nicht möglich, wenn die Gesamtschulen alle Anmeldungen berücksichtigen könnten. Dem widerspricht Michael Bax, Leiter der IGS Mühlenberg. „Auch Kinder mit Gymnasialempfehlung bemühen sich vergeblich um einen Platz bei uns.“ Dennoch sei es nahe liegend, dass Hauptschüler, die keine Hauptschule besuchen wollen, zur Gesamtschule gehen. „Wenn das zunimmt, brauchen wir mehr Förderstunden.“
Petra Martinsen, Leiterin des Fachbereichs Schule, will sich zu den Vorschlägen noch nicht äußern – und hofft, dass die Eltern in den Arbeitskreis Schulstrukturreform zurückkehren. Sie hatten ihre Mitarbeit aus Verärgerung über vorab veröffentliche Vorschläge gekündigt.
Grundsätzlich wäre ein neues Gymnasium laut Kultusministerium möglich. Es dürfte kein bestehendes Gymnasium gefährden und müsste längerfristig zwei Klassen pro Jahrgang füllen. >> Hannover Schulstruktur 2007
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HAZ, 02.03.2007

Eltern fordern ein 17. Gymnasium

Stadtelternrat will frei werdendes Gebäude nutzen / Platznot durch Aufgabe der Außenstellen befürchtet

Von Bärbel Hilbig
Die Eltern haben eigene Vorstellungen, wie sich die Schullandschaft in Hannover entwickeln soll: Der Stadtelternrat schlägt vor, ein neues, 17. Gymnasium einzurichten. Anders lassen sich aus Sicht der Eltern die Außenstellen vieler Schulen nicht auflösen, ohne die Gesamtzahl der Plätze an den Gymnasien deutlich zu beschneiden. „Es werden durch die anstehenden Veränderungen ja genügend Gebäude frei. Wir favorisieren keinen bestimmten Standort“, sagt Cordula Dietrich vom Stadtelternrat. Nur die Südstadt mit ihrer Vielzahl an Gymnasien böte sich nicht an.
In diesem Jahr stehen wichtige Entscheidungen zur Zukunft der Schulen bevor. Die meisten Gymnasien und einige Realschulen besitzen Außenstellen, seit sie nach dem Ende der Orientierungsstufe die Fünft- und Sechstklässler wieder aufgenommen haben.
Nach neuen Planungen, über die voraussichtlich bis zum Jahresende mit allen Betroffenen diskutiert wird, sollen diese zum Teil weit entfernt liegenden Außenstellen aufgelöst werden. Der Wegfall des 13. Jahrgangs an den Gymnasien wird dabei helfen. „Trotzdem werden manche Gymnasien nicht komplett in ihr Stammhaus passen“, sagt Garnet Eichholz, Sprecherin des Stadtelternrats. Diskutiert wird jetzt, dass diese Schulen in Zukunft eine Klasse pro Jahrgang weniger haben.
Stadtweit gäbe es dann aus Sicht der Eltern ein Problem. „Die Gymnasiasten würden nur knapp Platz finden, und dazu müsste jede Klasse mit 33 Kindern gefüllt werden“, sagt Cordula Dietrich. Weil es dann an Spielraum fehle, müssten mehr Kinder auf einen Platz an ihrem Wunschgymnasium verzichten. „Und die Gymnasien müssten sich theoretisch keine Mühe in ihrer Arbeit geben, wenn ihnen auf jeden Fall Schüler zugeteilt werden“, sagt Dietrich. Nach dem Vorschlag der Eltern könnte die Stadt auf neue Anbauten verzichten. „Unsere Lösung wäre preiswerter.“
Für die Gesamtschulen schlagen die Eltern stadtweit drei weitere Klassen pro Jahrgang vor – die Zahl der jährlich angemeldeten Kinder ist jedoch so hoch, dass acht zusätzliche Klassen gefüllt werden könnten. „Die Gesamtschulen müssen auf eine ausgewogene Mischung aus Haupt- und Realschülern sowie Gymnasiasten achten“, sagt Elternvertreterin Garnet Eichholz. Wenn es genug Platz gäbe, alle angemeldeten Kinder aufzunehmen, würden aber deutlich mehr Hauptschüler kommen.
„Es wäre nicht gut, die Gymnasien so voll zu packen. Die freie Auswahl sollte erhalten werden“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Wir werden das diskutieren.“
Eltern aus dem Stadtelternrat haben bisher im Arbeitskreis Schulstrukturreform versucht, eigene Vorstellungen einzubringen. „Uns ärgert aber, dass aus der Politik immer wieder Vorschläge in die Öffentlichkeit getragen werden. Das vermittelt den Eindruck, vieles sei schon festgezurrt“, sagt Garnet Eichholz. Die Eltern lassen ihre Mitarbeit deshalb zunächst ruhen. >> Hannover Schulstruktur 2007
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NP, 01.03.2007

Elternrat kündigt Mitarbeit an Schulstrukturreform auf

HANNOVER. In der gestrigen Sitzung des Schulausschusses der Stadt Hannover ist es zum Eklat gekommen. Hintergrund: Die Stadt plant, einige Schulstandorte zu schließen, unter anderem die Hauptschule Ahlem. Deren Schüler demonstrierten im Ausschuss mit Transparenten dagegen.
Die Veröffentlichung der Pläne war ursprünglich erst für die nächste Woche vorgesehen. Garnet Eichholz vom Stadtelternrat war erbost: „Wir sitzen im Arbeitskreis und können den Medien entnehmen, was die Stadt plant.“ Der Stadtelternrat ist Teil des Arbeitskreises Schulstrukturreform, der Politik und Verwaltung berät.
Stein des Anstoßes war eine Äußerung von Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Er hatte gesagt, dass der Arbeitskreis auf die Schulstrukturreform wenig Einfluss habe und im Endeffekt der Rat entscheide.
Der Stadtelternrat hat diese Vorgänge nun zum Anlass genommen, die Mitarbeit im Arbeitskreis einzustellen: „Wir machen das nicht mehr mit,“ kündigte Eichholz abschließend an. jk

HAZ, 24.02.2007, „Hauptschulen sind nicht ausgelastet“: Auszug aus dem Interview mit Michael Klie:

Welchen Einfluss hat der Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem auch Eltern und Schulleiter über Veränderungen beraten? -
Die entscheidenden Vorschläge kommen natürlich aus der Verwaltung. Aber wenn der Arbeitskreis zu anderen Sichtweisen kommt, so fließen diese in die Konzepte ein. Das letzte Wort haben natürlich die Ratspolitiker. >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

HAZ, 01.03.2007

Ärger um Schulen - Schüler protestieren

Verwaltung will IGS List und IGS Kronsberg erweitern / Fünf Haupt- und Realschulen stehen auf Streichliste

Mit Plakaten und buntbemalten T-Shirts traten gestern rund 50 Schüler der Hauptschule Ahlem im Schulausschuss der Stadt für den Erhalt ihrer Schule ein. Etliche Eltern der Schillerschule forderten zudem einen zügigen Ersatz für die maroden Pavillons des Gymnasiums.
Im Schulausschuss herrschte Verärgerung darüber, dass einige Vorschläge zur bevorstehenden Neuordnung der Schulen bereits an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Besonders Mitglieder des Arbeitskreises Schulstrukturreform, in dem Eltern, Schulleiter und Schüler mitarbeiten, sind vergrätzt. „Für eine Alibiveranstaltung geben wir uns nicht her“, sagte Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Cordula Dietrich kündigte den Rückzug der Eltern aus dem Arbeitskreis an.
Schuldezernent Harald Böhlmann berichtete, die Vorschläge der Verwaltung seien „ausdrücklich“ ein Diskussionsentwurf, der nächste Woche offiziell vorgestellt werde. „Es ist erwünscht, dass der Arbeitskreis bis zum Sommer seine Meinung dazu abgibt. Das hat eine hohe Bedeutung.“ Die Verwaltung werde danach eine Beschlussvorlage für den Rat erarbeiten.
Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen versuchten, die Eltern umzustimmen. Im Arbeitskreis ist bisher über Kriterien zur Bewertung der Schulstandorte diskutiert worden. Bei den Eltern klang an, dass sie sich ein weiteres Gymnasium vorstellen könnten. Eine Außenstelle der IGS List in Limmer sei dagegen indiskutabel. „Dieser Vorschlag orientiert sich nicht am Willen der Eltern, sondern an der Ideologie einer Partei, die durch die Hintertür die Gemeinschaftsschule einführen will.“
Gerhart-Hauptmann-Schule: Der Leiter der Realschule berichtete von einem Vorschlag des benachbarten Gymnasiums, der Käthe-Kollwitz-Schule, ihre Außenstelle aufzulösen und dafür das Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Schule zu beziehen.
Schuldezernent Böhlmann betonte, die Verwaltung wolle diesen Vorschlag nicht aufgreifen. „Planungen für eine Schule sollen nicht auf Kosten einer anderen Schule gehen.“ bil >> Hannover Schulstruktur 2007.. .

 

HAZ, 01.03.2007

Spaß an Schule – oder Langeweile?

Von Bärbel Hilbig und Astrid Wagner-Scheper
Siegfried Stolz bezeichnet sich selbst als einen konservativen Vater. Gesamtschulen waren ihm lange Zeit ein Graus. „Für mich lümmelten sich da selbst die Lehrer auf den Fußböden herum.“ Inzwischen fühlt sich der Gehrdener eines Besseren belehrt. Nicht erst, seit seine erste Tochter nach einem missglückten Start am Gymnasium eine ausgesprochen erfolgreiche Schulkarriere auf der IGS Mühlenberg hinlegte. „Auf dem Gymnasium stand sie ständig unter Druck“, erzählt ihr Vater, „auf der Gesamtschule blühte sie auf.“ Auch die Schwester profitiere nun vom hohen Engagement der Lehrer, sei selbstbewusst und selbstständig geworden. Siegfried Stolz ist doch noch zum überzeugten IGS-Verfechter geworden.
Seit die Orientierungsstufe abgeschafft ist und die Eltern frei entscheiden, auf welche Schulform sie ihr Kind nach der Grundschule schicken, leiden Haupt- und teilweise auch Realschulen unter Schülerschwund – zugleich sind die Gesamtschulen so gefragt wie nie zuvor. An vielen müssen Schüler abgewiesen werden, bei der IGS Mühlenberg waren es zu Schuljahresbeginn etwa 100 Schüler, die in den acht fünften Klassen nicht mehr aufgenommen werden konnten. Die IGS List konnte von 200 Anmeldungen nur 120 berücksichtigen. Die Stadt will dem Ansturm auf Gesamtschulplätze nun Rechnung tragen und die bisherigen IGS erweitern. Sechs neue Klassen pro Jahrgang sollen voraussichtlich eingerichtet werden, je drei bei der IGS List und der IGS Kronsberg. Dass die Verwaltung dafür eine Zweigstelle für die IGS List im Fössefeld (Limmer) vorschlägt, stößt bei der Landesregierung auf wenig Gegenliebe. Das komme nahezu einer Neugründung gleich, heißt es – und neue Gesamtschulen sind nach Wunsch von Kultusminister Bernd Busemann nicht vorgesehen.
Während Gesamtschulen unter Politikern und Eltern umstritten sind, stehen für die IGS-Leiter die Leistungen ihrer Schulform dagegen natürlich nicht infrage
. „Mit unserem offenen Bildungsweg gelingt es uns, fast alle Schüler erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, sagt Oswald Nachtwey, Leiter der IGS List. Mit Förderung und attraktiven Angeboten ließen sich auch die Potenziale von Schülern entfalten, die zeitweilig unter familiären Problemen litten. Nach der zehnten Klasse könnten rund 55 Prozent seiner Schüler in eine gymnasiale Oberstufe wechseln, 50 Prozent wählen diesen Weg. Nicht zum ersten Mal kam 2006 die Abiturbeste der Ricarda-Huch-Schule mit einem Schnitt von 1,0 ursprünglich von der IGS List. Nachtweys Schule nimmt mit ihrer Schülerschaft allerdings eine Sonderstellung ein: Zu Beginn in der fünften Klasse starten rund 20 Prozent Hauptschüler, gut 40 Prozent Realschüler und mehr als ein Drittel Gymnasiasten.
An anderen Gesamtschulen sieht die Ausgangssituation nicht so günstig aus. Doch auch an der IGS Roderbruch verlassen nur zwei Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss
– landesweit liegt die Quote bei rund zehn Prozent. 16 Prozent der IGS-Schüler erreichen den Hauptschul-, 27 Prozent den Realschulabschluss, und 55 Prozent können in die Oberstufe wechseln. „Bei uns kommen auch viele Einwandererkinder zu guten Abschlüssen“, sagt Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch.
Die IGS Mühlenberg hat vor wenigen Jahren Eltern befragt, warum sie ihr Kind ausgerechnet auf dieser Schule anmelden. Als wesentliche Gründe wurden die Angebotsvielfalt, das „gute Lern- und Arbeitsklima“ und die „guten Fördermöglichkeiten“ genannt.
„Das Ganztagsangebot war damals noch kein so wichtiges Thema wie heute“, sagt Schulleiter Michael Bax. Von großer Bedeutung sind heute vor allem die Eingangstests in Mathe und Lesen, die jeder Fünftklässler absolviert und nach denen er ein spezielles Förderangebot bekommt. „Den Schülern, die bei uns einen Realschulabschluss machen wollen, bieten wir außerdem eine gründliche Berufsvorbereitung an.“
Zu der Zeit, als Ulrich Wigger als einer der ersten Schüler die IGS Roderbruch besuchte, gab es all so etwas noch nicht.
Umso mehr weiß er zu schätzen, was sein 17-jähriger Sohn Max heute dort an Möglichkeiten hat. Trotz des „guten Miteinanders“ und der „sozialen Kompetenz“, die sein Sohn mitbekomme, sieht der frühere Gesamtschüler Wigger aber auch Schwächen an seiner alten IGS: „Man ist zu sehr auf den erweiterten Realschulabschluss aus und vernachlässigt diejenigen, die noch weitermachen wollen.“ Nur etwa ein Viertel der Oberstufe bestehe aus den eigenen Schülern, der Rest komme von anderen Schulen. Ob sein Sohn unter diesen Umständen das Abitur schaffe, müsse sich noch zeigen.
Leistungsstarke Schüler seien an der Gesamtschule nach wie vor unterfordert, findet Ingrid de Vries – und hat ihren Sohn Hannes darum gleich auf die Herschelschule geschickt
. Ihre Bekannte Kerstin Ravens ist dagegen froh, dass ihr Sohn Henrik auf der IGS Roderbruch „Spaß an Schule hat und dort auch am Nachmittag viel Interessantes machen kann“. Anke Schröder, die 1985 Abitur an der IGS Garbsen gemacht hat, schwärmt wie viele Ehemalige von ihrer Schulzeit: „Kommunikation spielte ein riesige Rolle.“ Die Lehrer hätten kritisches Hinterfragen gefördert und das Selbstbewusstsein gestärkt. Dennoch ist sich Schröder, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz-Uni, nicht sicher, ob sie ihre Tochter auf eine Gesamtschule schicken würde. „Ich habe mich auch gelangweilt. Und später fehlten mir oft Grundlagen, die zur Allgemeinbildung gehören.“
Ein ehemaliger Gesamtschüler, der heute eine Arztpraxis in Hannover hat, gesteht: „Die IGS war das Beste, was mir passieren konnte, sonst hätte ich nicht Medizin studieren können.“
Sein Bruder, ebenfalls IGS-Schüler, ist heute Chemie-professor an der Leibniz-Uni. Er entspricht damit so gar nicht dem Bild, das sich der Erziehungswissenschaftler Manfred Bönsch vom Werdegang vieler Gesamtschülern gemacht hat: „Aus meiner Erfahrung tendieren viele dazu, eher weichere, geisteswissenschaftliche Fächer zu studieren.“ Und viele würden auch selbst wieder Lehrer.

Offener Bildungsweg: Die Schüler der 5 a der IGS List erhalten auch im naturwissenschaftlichen Unterricht besondere Förderung. Fender (7)

 

HAZ, 01.03.2007

Was ist eine IGS?

An Integrierten Gesamtschulen (IGS) besuchen Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten gemeinsam eine Klasse. Die Schüler bekommen je nach Leistungsstand unterschiedliche Aufgaben und Förderung. Ab der siebten Klasse werden Mathe und Englisch, ab der achten Klasse Deutsch und ab der neunten Klasse die Naturwissenschaften in nach Leistung differenzierten Kursen unterrichtet. Das Abitur machen IGS-Schüler in Hannover weiterhin nach 13 Jahren. Im Zentralabitur bekommen sie die gleichen Aufgaben wie Gymnasiasten gestellt. In Hannover sind alle sechs IGS Ganztagsschulen mit Mensa und Freizeitangebot.

IGS Kronsberg gegründet 2001 5. bis 10. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 4 Schülerzahl: 610

IGS List gegründet 1992 5. bis 10. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 4 Schülerzahl: 670

IGS Linden gegründet 1971 5. bis 13. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 6 Schülerzahl: 1320

IGS Mühlenberg gegründet 1974 5. bis 13. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 8 Schülerzahl: 1650

IGS Roderbruch gegründet 1973 1. bis 13. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 6 Schülerzahl: 1750

IGS Vahrenh./Sahlkamp gegründet 1995 5. bis 10. Jahrgang Klassen pro Jahrgang: 4 Schülerzahl: 550

 

HAZ, 01.03.2007

DAS sagen Schüler
Dominik Riebling, 20 Jahre, früherer Schüler der IGS List: „Ich bin zur IGS gegangen, um mir die Wahl des Schulzweigs offenzuhalten – das ist das Beste, was man machen kann Kathi Eink, 15 Jahre, IGS List: „Die IGS ist wie ein Gymnasium – nur dass man hier mehr seine Meinung sagen kann. Und mir gefällt das soziale Miteinander.“

Lena Sendzik, 15 Jahre, IGS List:" Ich finde den Grundgedanken gut, dass nicht nur die Besten zusammen sind, sondern alle miteinander arbeiten.“

Tobias Zernechel, 19 Jahre, Käthe-Kollwitz-Schule: „Wenn man sein Abitur an einer IGS gemacht hat, wird man doch belächelt, das kriegt man da doch geschenkt.“ Yassin Berrou, 19 Jahre, Käthe-Kollwitz-Schule: „Ich hatte den Eindruck, dass man an einer IGS nicht die optimale Förderung bekommt. Die wollte ich aber haben.“ Annika Semper, 19 Jahre, Käthe-Kollwitz-Schule: „Eine IGS ist sicher für schwächere Schüler gut. Stärkeren würde ich das nicht empfehlen. Außerdem hat die IGS keinen guten Ruf.“
 

HAZ, 27.02.2007

„IGS-Außenstellen sind problematisch“

Kultusminister kritisiert Gesamtschulpläne der Stadt

Von Alexander Dahl
Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hat die Absicht der Stadt kritisiert, durch weit entfernt liegende Außenstellen die Gesamtschulen auszubauen. „Das wird von der Landesschulbehörde sehr genau zu prüfen sein. Da sieht einiges für mich sehr nach einem Versuch aus, das Schulgesetz zu umgehen“, erklärte Busemann gestern. Das 2003 reformierte Schulgesetz untersagt die Neugründung von Integrierten Schulsystemen. Die Stadt möchte, wie berichtet, die bisherige Haupt- und Realschule im Fössefeld in Limmer zu einer Außenstelle der IGS List machen. „Wir haben eine unglaublich hohe Nachfrage nach IGS-Plätzen“, begründete Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, den Vorstoß. Busemann indes hielt der Stadt vor, nicht die bestehenden Möglichkeiten der IGS-Belegung auszunutzen. „Die Kapazitäten werden derzeit oft nur mit vier Klassen je Jahrgang ausgenutzt, obwohl bis zu acht Züge rechtlich möglich sind“, sagte der CDU-Politiker. Dass die Stadt bei der Planung geschlafen und das Anbauen bei den IGS-Gebäuden vergessen habe, sei nicht seine Schuld. „Aber Außenstellen, die mehrere Kilometer in einem ganz anderen Stadtteil entfernt liegen, sind problematisch und könnten faktisch auf eine Neuerrichtung hinauslaufen“, erklärte Busemann, der eine Distanz von bis zu 300 Metern zwischen Haupt- und Nebenstelle einer Schule für angemessen hält.
Auch die Absicht der Stadt, die bei Eltern und Schülern immer weniger nachgefragten Hauptschulen nach und nach zu einem großen Teil aufzulösen, beurteilt der Kultusminister skeptisch.
Zwar sei die Hauptschule in Hannover mit einem Schüleranteil von acht Prozent zu einer „problematische Größe“ geworden. Doch habe die Stadt auch nichts dagegen getan und etwa die guten Leistungen der Hauptschulen unter allen Aspekten nicht ausreichend gewürdigt. Außerdem könnten Gesamtschulen die hauptschulbefähigten Schüler nicht ausreichend fördern. „Die notwendige Berufsorientierung ist nur von den Hauptschulen leistbar“, sagte Busemann.

 

HAZ, 27.02.2007

Kommentar: „Durchschaubar"

Kultusminister kritisiert Gesamtschulpläne der Stadt

Von Alexander Dahl
Der Plan war auch wirklich leicht durchschaubar: Schulgebäude irgendwo im Stadtgebiet, die wegen fehlender Schüler nicht mehr nötig sind, werden zu kilometerweit entfernten Außenstellen bestehender Gesamtschulen. Das vom Landtag 2003 beschlossene Verbot neuer IGS-Gründungen wäre damit umgangen worden. Es war klar, dass das Kultusministerium diesen Trick nicht durchgehen lässt. Es rächt sich, dass die Stadt die in Hannover schon lange beliebte Schulform Gesamtschule nicht stärker durch Neugründungen gefördert hat, als es das Gesetz noch erlaubte. Jetzt bleibt ihr nur ein Weg, um Eltern den Wunsch nach mehr IGS-Angeboten zu erfüllen: Überflüssige Schulen müssen verkauft und mit dem Geld Gesamtschulimmobilien erweitert werden. Alexander Dahl

 

HAZ, 24.02.2007

Stadt baut Gesamtschulen aus

Verwaltung will IGS List und IGS Kronsberg erweitern / Fünf Haupt- und Realschulen stehen auf Streichliste

Von Bärbel Hilbig und Astrid Wagner-Scheper
Die Stadt reagiert auf die Wünsche von Eltern und Schülern: Sie will Gesamtschulen ausbauen und im Gegenzug voraussichtlich drei Hauptschulen, eine Realschule sowie eine kombinierte Haupt- und Realschule schließen. Die Verwaltung schlägt die Erweiterung der Integrierten Gesamtschulen (IGS) List und Kronsberg um je drei Klassen pro Jahrgang vor. Das wäre fast eine Verdoppelung: Bisher haben beide Schulen je vier Klassen pro Jahrgang.
Für die IGS List ist eine Außenstelle im bisherigen Gebäude der Haupt- und Realschule im Fössefeld in Limmer im Gespräch, die IGS Kronsberg soll Räume im Schulzentrum Bemerode beziehen. Geschlossen werden sollen neben der Haupt- und Realschule im Fössefeld und der Kronsberg-Hauptschule sowie der Freiherr-vom-Stein-Realschule im Schulzentrum Bemerode auch die Hauptschule Ahlem und die Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen.
Die Ratskoalition von SPD und Grünen stützt die Erweiterungspläne. „Wir haben eine unglaublich hohe Nachfrage nach IGS-Plätzen und könnten sofort acht weitere Klassen im fünften Jahrgang aufmachen“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Die IGS List bekäme damit allerdings eine Filiale im weit entfernten Stadtteil Limmer: Sie würde ihr bisheriges Konzept als Stadtteilschule mit begrenztem Einzugsgebiet wohl aufgeben müssen. „In der List wird aber kein Schulgebäude frei“, sagt Klie. Im Gegensatz zur Neugründung einer Gesamtschule ist die Bildung einer Außenstelle nach Auskunft des Kultusministeriums möglich. „Das darf aber nicht de facto auf eine Neugründung hinauslaufen“, sagt Ministeriumssprecher Georg Weßling. Ein Antrag werde deshalb genau geprüft. „Es kommt dann darauf an, wie die Stadt begründet, dass die Außenstelle so weit entfernt liegt.“
Das Interesse an Hauptschulen und auch an Realschulen ist dagegen bei Eltern und Kindern seit der Abschaffung der Orientierungsstufe stark gesunken. Die Verwaltung will deshalb jetzt die notwendigen Umstrukturierungen zugunsten der Gesamtschulen nutzen. Die zusätzlichen IGS-Klassen könnten – wenn die Beschlüsse tatsächlich so gefasst werden – vielleicht schon zum Schuljahr 2008/09 starten. „Die bisher dort bestehenden Schulen würden auslaufen und die IGS-Filialen langsam Jahrgang für Jahrgang hochwachsen“, sagt Klie.
Die Zahl der IGS-Anmeldungen übersteigt schon seit etlichen Jahren die Zahl der Plätze. Neugründungen verbietet aber das Schulgesetz seit 2003. Und für Außenstellen konnten sich die Schulleiter bisher nicht erwärmen. Die neueren Gesamtschulen waren bewusst als kleinere Gebilde konzipiert. Nach Beratungen und möglichen Gegenvorschlägen von Eltern und Schulleitern im Arbeitskreis Schulstrukturreform wird der Rat Ende 2007 oder Anfang 2008 über das Gesamtpaket entscheiden.
P Michael Klie im Gespräch Seite 18

 

HAZ, 24.02.2007

„Hauptschulen sind nicht ausgelastet“

Wichtige Entscheidungen zur Zukunft von Hannovers Schulen stehen bevor: Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, spricht über Vorschläge zu Schulschließungen und zur Erweiterung der Gesamtschulen.

Herr Klie, warum ist es nach Ansicht der Verwaltung nötig, ausgerechnet fünf Haupt- und Realschulen in Hannover zu schließen?
Die Hauptschulen sind allgemein nicht mehr genug ausgelastet. Es wäre deshalb nicht wirtschaftlich, alle zu erhalten. Speziell beim Schulzentrum Bemerode und der Haupt- und Realschule im Fössefeld sind die Schülerzahlen rückläufig. Da macht es natürlich Sinn, die Gebäude zur Erweiterung der IGS Kronsberg und IGS List zu nutzen. Dies bedeutet keine Aussage über eine eventuell schlechte Arbeit vor Ort. Im Gegenteil: Die Schulen leisten gute und anerkannte Arbeit.
Und was ist mit der Hauptschule Ahlem und der Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen?
Im Schulzentrum Ahlem ist das Gebäude der Hauptschule derart sanierungsbedürftig, dass es nahe liegend ist, sich ganz von dem Schulstandort zu trennen. Bei der Peter-Ustinov-Schule ist die Lage entscheidend: Die Ricklinger Schüler können mit Bus und Bahn bequem auch andere nahe gelegene Hauptschulen erreichen. Eine Schule wie die Pestalozzischule in Anderten dagegen ist in gutem Zustand und ergänzt sich gut mit den anderen Schulen im Stadtbezirk.
Werden die Eltern, die ihre Kinder auf eine der von Schließung bedrohten Hauptschulen schicken wollten, nicht jetzt völlig verunsichert sein und lieber auf eine Anmeldung verzichten?
Es wird ja keine abrupten Schulschließungen geben. Wir reden hier von einem Auslaufen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Jeder, der zum nächsten Schuljahr in der fünften Klasse angemeldet wird, kann dort auch bis zum Abschluss zur Schule gehen.
Müssen auch die Gymnasien wegen rückläufiger Kinderzahlen in absehbarer Zeit mit Schließungen rechnen?
Vorläufig ist das kein Thema. Noch bis 2012 rechnet die Schulverwaltung mit einer stabilen Nachfrage. Was danach wird, weiß noch keiner.
Was wird aus den Außenstellen, die viele Gymnasien und Realschulen nach Abschaffung der OS bekommen hatten?
Im Prinzip sollten möglichst viele Außenstellen wieder zurückgeführt werden – und das wird nach Wegfall der 13. Klasse jetzt vielerorts auch möglich. Das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium etwa braucht kein zweites Gebäude mehr. Die Sophienschule hingegen kommt auch künftig nicht ohne eine Nebenstelle aus, wenn wir sie in ihrer jetzigen Größe erhalten wollen.
Bei der Kleefelder Schillerschule wurde der Stopp eines Pavillonneubaus damit begründet, die neuen Schülerzahlen müssten erst abgewartet werden. Müssen jetzt auch andere Schulen um geplante Sanierungen fürchten?
Nein, und die SPD-Fraktion wird einem eventuellen Verwaltungsvorschlag zur Schillerschule auch nicht folgen. Er wäre falsch, denn die Schule ist gut nachgefragt und wird ihre Schülerzahl bestimmt halten, wenn nicht ausbauen.
Was gilt es bei der jetzt anstehenden Schulumstrukturierung grundsätzlich zu beachten oder zu vermeiden?
Es soll vor allem vermieden werden, dass Schulen umziehen müssen. Wenn die IGS List etwa das Gebäude der benachbarten Leibnizschule dazu bekäme, müsste für diese wieder ein neuer Standort gefunden werden. Und es müsste erfahrungsgemäß mit einem immensen Widerstand der Eltern und der Schulleitungen gerechnet werden.
Welchen Einfluss hat der Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem auch Eltern und Schulleiter über Veränderungen beraten?
Die entscheidenden Vorschläge kommen natürlich aus der Verwaltung. Aber wenn der Arbeitskreis zu anderen Sichtweisen kommt, so fließen diese in die Konzepte ein. Das letzte Wort haben natürlich die Ratspolitiker.
Interview: Bärbel Hilbig, Astrid Wagner-Scheper

Diese Schulen werden geschlossen: Haupt- und Realschule im Fössefeld, Hauptschule Ahlem

Diese Schulen werden geschlossen: Peter-Ustinov-Schule Ricklingen, das Schulzentrum Bemerode

 

Schulstrukturreform in Hannover Phase II

HAZ, 25.01.2007 Stadt will IGS-Angebot ausbauen Mehr Klassen und eine Oberstufe an der Gesamtschule Kronsberg geplant >> IGS Kronsberg

HAZ, 26.01.2007 Debatte um Schulen In diesem Jahr sollen wichtige Entscheidungen darüber fallen, wie sich Hannovers Schulen in den nächsten Jahren entwickeln. Es geht um die Auflösung von Außenstellen, den möglichen Tausch von Gebäuden, auch die Frage von Schulschließungen steht im Raum.. Nach dem Treffen hatten sich die Wogen jedoch etwas geglättet. „Wir haben nicht über einzelne Schulen gesprochen. Alles, was bisher im Raum steht, sind Spekulationen“, sagt Eichholz. Gestern ging es zunächst darum, nach welchen Kriterien überhaupt der stadtweite Bedarf an Klassen pro Jahrgang in einer Schulform festgelegt werden soll..... >> Hannover 2007.. . ... >> Schillerschule..

 

HAZ, 26.01.2007

Debatte um Schulen

Arbeitskreis berät über Strukturreform

In diesem Jahr sollen wichtige Entscheidungen darüber fallen, wie sich Hannovers Schulen in den nächsten Jahren entwickeln. Es geht um die Auflösung von Außenstellen, den möglichen Tausch von Gebäuden, auch die Frage von Schulschließungen steht im Raum. Gestern tagte dazu der Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem sich Eltern, Schulleiter und Verwaltung beraten. Bei den Eltern war im Vorfeld die Verärgerung groß: In den Weihnachtsferien war ein internes Verwaltungspapier an die Öffentlichkeit gelangt, in dem erste Vorschläge stehen. „Wir hatten dadurch den Eindruck, unser Arbeitskreis ist nur noch eine Alibiveranstaltung, die demokratische Teilhabe vorgaukelt“, sagt Garnet Eichholz, Vorsitzende des Stadtelternrates.
Nach dem Treffen hatten sich die Wogen jedoch etwas geglättet. „Wir haben nicht über einzelne Schulen gesprochen. Alles, was bisher im Raum steht, sind Spekulationen“, sagt Eichholz. Gestern ging es zunächst darum, nach welchen Kriterien überhaupt der stadtweite Bedarf an Klassen pro Jahrgang in einer Schulform festgelegt werden soll. Eltern und Verwaltung hatten dazu jeweils ihre eigenen Vorstellungen. Die Verwaltung würde zum Beispiel gerne berücksichtigt wissen, dass Neubauten aus Kostengründen vermieden werden. Eine Einigung gibt es jedoch noch nicht.
Ärger an der Schillerschule: An dem Kleefelder Gymnasium ist die Verwunderung groß, dass der für dieses Jahr angekündigte Ersatz der maroden Pavillons gestoppt wurde.
Sie habe es schriftlich von Hans Mönninghoff – der Wirtschafts- und Umweltdezernent ist auch für das Gebäudemanagement verantwortlich –, dass das dieses Jahr gemacht werden solle, sagt Schulleiterin Doris Espel. Wie berichtet, ist die Ausschreibung mit dem Hinweis aufgehoben worden, angesichts der allgemeinen Diskussion stehe die Zahl der Klassen pro Jahrgang für die Schillerschule noch nicht fest. Die Schule bekommt als einziges Gymnasium im Südosten Hannovers seit vier Jahren Anmeldungen, die für sechs bis sieben Klassen reichen würden und kann jährlich vier Klassen einrichten. „Für die Eltern wäre eine Verkleinerung unserer Schule eine Katastrophe“, sagt Espel. Selbst eine neue Oberstufe an der IGS Kronsberg würde daran nichts ändern. bil

 
Hannover 2007: Rot-Grün will mehr Platz für IGS / Stadt will 6 Schulen schließen

HAZ, 04.01.2007 Rot-Grün will mehr Platz für IGS SPD und Grüne wollen Gebäude bisheriger Haupt- und Realschulen offenbar den Gesamtschulen zuschlagen. „Wir halten das für sinnvoll“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Seit einigen Jahren müssen die Gesamtschulen in Hannover aus Platzmangel regelmäßig so viele Kinder ablehnen, dass sich problemlos eine neue IGS auslasten ließe. Neugründungen sind jedoch nicht erlaubt. ... In einer Befragung hatten sich die IGS-Leiter im Herbst noch gegen Außenstellen ausgesprochen – und für eine IGS-Neugründung plädiert. Mit der Aufteilung des Schullebens auf mehrere Gebäude hat die IGS Linden schlechte Erfahrungen gemacht. Die neueren Gesamtschulen setzten bei ihrer Gründung zudem gezielt auf eine überschaubare Größe. ...Das Kultusministerium will sich in dieser Frage nicht einmischen. „Wir prüfen nur, ob eine Außenstelle nicht doch auf eine eigenständige IGS hinausläuft“, sagt Heiner Hoffmeister, Leiter des Ministerbüros. Laut Verordnung haben Integrierte Gesamtschulen das Recht auf Achtzügigkeit. .....>> mehr

HAZ, 04.01.2007 Abbau von Außenstellen bei Gymnasien Die meisten Gymnasien werden in den kommenden fünf Jahren auf ihre oft ungeliebten Außenstellen verzichten können....>> mehr

HAZ, 03.01.2007 Stadt will sechs Schulen schließen In einem internen Diskussionspapier nennt die Stadtverwaltung jetzt zum ersten Mal Namen von Schulen, die möglicherweise in den nächsten Jahren geschlossen werden. Auf der Vorschlagsliste stehen vier Hauptschulen und zwei Realschulen. ... Die Diskussion um Schulschließungen ist Folge der Abschaffung der Orientierungsstufe: Seitdem wählen die Eltern immer seltener eine Hauptschule für ihr Kind.... Die Verwaltung will auf Basis des Papiers bis Ende Januar einen gemeinsamen Vorschlag abstimmen. Der geht dann als Diskussionsgrundlage an den Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem Schulleiter, Stadtelternrat und Lehrer vertreten sind. Der Rat wird möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte entscheiden...>> mehr

NP, 02.01.2007 Heiße Diskussionen über Schulschließungen Die mögliche Schließung von sechs Schulen steht in einem Diskussionsentwurf, den die Stadtverwaltung dem „Arbeitskreis Schulstrukturreform“ vorlegen will. .. Richard Lochte (Bild), der für den Stadtelternrat im Schulausschuss sitzt: „Wir werden eigene Vorstellungen entwickeln. Denn alle Entscheidungen betreffen unsere Kinder ganz direkt.“...>> mehr

NP, 30.12.2006 Stadt macht die ersten Schulen dicht Schülerschwund bei Hauptschulen – jetzt wird es ernst: Die Stadt Hannover will mittelfristig sechs Schulen schließen und sich von zwölf Außenstellen trennen. .... „Anpassung der Raumkapazitäten an den tatsächlichen Bedarf“ .... Der Hauptschulbereich verliert nach Einschätzung von Experten fast ein Viertel seiner Schüler..“...>> mehr

NP, 30.12.2006 Schließt Stadt vier Hauptschulen ? Von den heute 13 Hauptschulstandorten würden neun bleiben. Nur die Rosa-Parks-Hauptschule in Vahrenwald wäre noch ein Einzelstandort. Sie könnte in eine kombinierte Real- und Hauptschule umgewandelt werden, so die Idee. ...Zweigstellen werden vermutlich die Integrierten Gesamtschulen (IGS) einrichten müssen. Sechs gibt es in der Stadt. Laut Schulgesetz sind Neugründungen nicht möglich, aber Erweiterungen machbar...>> mehr

NP, 30.12.2006 Proteste von Lehrern und Eltern sind programmiert „Nach zwei Jahren Erfahrung mit der Schulstrukturreform ist dem Kollegium klar, dass die Realschule kaum zu halten sein wird. Für den Hauptschulstandort sehen wir das nicht“, schrieb die Direktorin der Haupt- und Realschule Fössefeld und verwies auf gute Arbeit. Die Kronsbergschule bestätigte einen negativen Trend bei Anmeldungen. Eine Zusammenlegung mit der Realschule im Schulzentrum Bemerode wäre für sie denkbar.“...>> mehr

 
Hannover 2006: Leere Hauptschulen / Zu wenig Gesamtschulen / Klassenzusammenlegung an Gymnasium

NP, 24.11.2006 Es werden Hauptschulen geschlossen Vorschläge bis Ostern. Dramatischer Schüler-Rückgang. - Immer weniger Hauptschüler in Hannover: Bis Ostern soll entschieden sein, wie es weitergeht......>> mehr

HAZ, 24.11.2006 Stephan Weil greift Bund und Land an Beifall von SPD und Grünen bekam der Sozialdemokrat für seine Kritik an der CDU/FDP-Landesregierung: Nach der Umstellung der Sprachförderung verlören die Einrichtungen in Hannover ein Drittel aller Stunden. .....>> mehr

NP, 24.11.2006 Weils Etat . mit 42 Millionen Miesen Das Programm wird mit vier Grundschulen, drei Kitas und einer Teilsanierung der Lutherschule fortgesetzt. Der Gebäudebetrieb darf nur 11,5 Millionen Euro an Krediten aufnehmen – Limit der Kommunalaufsicht 2006...>> mehr

HAZ, 12.07.2006 Jeder vierte Gymnasiast sollte auf die Realschule Das Abitur als höchstes Ziel: Erneut schicken viele Eltern Kinder gegen die Empfehlung der Lehrer aufs Gymnasium. Haupt- und Realschulen dagegen schrumpfen.....>> mehr

NP, 12.07.2006 Nur 181 wollen zur Hauptschule ... „In dieser Deutlichkeit habe ich den Negativtrend für die Hauptschule nicht erwartet“, so Richard Lochte, Vorsitzender des Stadtelternrates. Der schon vor Jahren eingesetzte Trend gegen die Hauptschule habe sich durch den Wegfall der Orientierungsstufe in diesem Jahr verstärkt.....>> mehr

NP, 08.07.2006 Werden Hauptschulen schließen müssen? ... „Gymnasien, die im März noch mit drei fünften Klassen gerechnet haben, müssen nach den Sommerferien vier Klassen aufmachen - Lehrerstunden gibt es aber nur für drei. "Da muss dringend nachgebessert werden", sagt Eichholz. .....>> mehr

HAZ, 08.07.2006 Hauptschulen kaum gefragt ... Die Grünen fordern einen Ausbau der Gesamtschulen - dort mussten rund 200 Kinder abgelehnt werden......>> mehr

NP, 07.07.2006 Hannovers Hauptschulen bluten aus Anmeldungen gehen noch weiter zurück.... „Die Eltern haben in diesem Jahr Ernst gemacht“, erklärt Richard Lochte, Vorsitzender des Stadtelternrates. Dem starren, gegliederten Schulsystem sei eine eindeutige Absage erteilt worden....>> mehr

NP, 07.07.2006 Ansturm auf die Gesamtschulen Wer keinen Platz an einer IGS bekommt, wird sein Kind an einem Gymnasium, einer Haupt- oder Realschule anmelden müssen...>> mehr

NP, 07.07.2006 Kommentar: Eltern zeigen die rote Karte Diese Zahlen sind eine Abstimmung mit den Füßen: Die Eltern zeigen der Schulreform von Kultusminister Busemann die rote Karte. ...>> mehr

NP, 07.07.2006 Leere in Hannovers Hauptschulen ... bestätigen viele Schulleiter, dass noch nie so wenig Eltern ihre Kinder für das fünfte Schuljahr an einer Hauptschule anmelden wollten wie in diesem Jahr.. ...>> mehr

HAZ, 07.07.2006 Mit 26 zu klein ? Kampf für Klassenerhalt ...Die Schülerzahl in dem Jahrgang ist gesunken. ...Auch der Stadtelternrat kritisiert Klassenumbildungen und Klassengrößen. In manchen Gymnasien seien 33 Schüler inzwischen Standard, sagt Sprecher Richard Lochte. „Wenn dann vor allem der Lehrer redet, bleibt für die einzelnen Schüler kaum Zeit. Und die mündliche Note zählt zum Teil 60 Prozent.. ...>> mehr

HAZ, 07.07.2006 Kommentar: Mehr Flexibilität ..Die Humboldtschule ist kein Einzelfall. Besonders an Grundschulen und Gymnasien sind Klassenzusammenlegungen inzwischen üblich, sobald an einer Schule die Schülerzahlen sinken.. . Bei gestiegenem Leistungsdruck und einer zunehmenden Zahl von Kindern mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten passen sie nicht in die Zeit ...>> mehr

HAZ, 04.01.2007 Rot-Grün will mehr Platz für IGS
Hauptschulen verlieren
Von Bärbel Hilbig

SPD und Grüne wollen Gebäude bisheriger Haupt- und Realschulen offenbar den Gesamtschulen zuschlagen. „Wir halten das für sinnvoll“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Seit einigen Jahren müssen die Gesamtschulen in Hannover aus Platzmangel regelmäßig so viele Kinder ablehnen, dass sich problemlos eine neue IGS auslasten ließe. Neugründungen sind jedoch nicht erlaubt. Speziell für das Schulzentrum Bemerode, in dem jetzt noch eine Hauptschule und eine Realschule arbeiten, scheinen die Gedankenspiele schon weit gediehen. „Die IGS Kronsberg zieht in Bemerode fast alle Schüler an. Sie könnte das Gebäude als Filiale nutzen“, sagt Klie.
In einer Befragung hatten sich die IGS-Leiter im Herbst noch gegen Außenstellen ausgesprochen – und für eine IGS-Neugründung plädiert. Mit der Aufteilung des Schullebens auf mehrere Gebäude hat die IGS Linden schlechte Erfahrungen gemacht. Die neueren Gesamtschulen setzten bei ihrer Gründung zudem gezielt auf eine überschaubare Größe. Inzwischen gebe es, so Klie, jedoch auch andere Signale.
Das Kultusministerium will sich in dieser Frage nicht einmischen. „Wir prüfen nur, ob eine Außenstelle nicht doch auf eine eigenständige IGS hinausläuft“, sagt Heiner Hoffmeister, Leiter des Ministerbüros. Laut Verordnung haben Integrierte Gesamtschulen das Recht auf Achtzügigkeit. In Hannover schöpft nur die IGS Mühlenberg diese Möglichkeit aus. Die IGS Linden und die IGS Roderbruch sind sechszügig. In der IGS Vahrenheide, der IGS List und der IGS Kronsberg gibt es vier Klassen pro Jahrgang.
Wolfgang Kargel, Leiter der Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen, wurde gestern davon überrascht, dass auch seine Hauptschule in einem Diskussionspapier über Schulschließungen auftaucht. „Ich kenne die Kriterien nicht. Aber allein schon angesichts der Lage unserer Schule wäre das nicht sinnvoll.“

HAZ, 04.01.2007 Abbau von Außenstellen bei Gymnasien
Abbau von Außenstellen: Die meisten Gymnasien werden in den kommenden fünf Jahren auf ihre oft ungeliebten Außenstellen verzichten können – so sehen es zumindest die Pläne der Stadt vor. Bisher nutzen noch 13 Gymnasien und drei Realschulen eine Filiale. Die Stadt will dieses Jahr über eine Neuaufteilung vieler Schulgebäude entscheiden. Die Verwaltung geht davon aus, dass sie mittelfristig die Außenstellen der Realschulen und von neun Gymnasien abbauen kann. Die Stadt setzt dabei unter anderen darauf, dass 2011 der dreizehnte Jahrgang am Gymnasium wegfällt.
HAZ, 03.01.2007. Stadt will sechs Schulen schließen

Internes Verwaltungspapier nennt vier Haupt- und zwei Realschulen / Entscheidung noch in diesem Jahr

Von Bärbel Hilbig

In einem internen Diskussionspapier nennt die Stadtverwaltung jetzt zum ersten Mal Namen von Schulen, die möglicherweise in den nächsten Jahren geschlossen werden. Auf der Vorschlagsliste stehen vier Hauptschulen und zwei Realschulen. Konkret geht es um die kombinierte Haupt- und Realschule im Fössefeld (Limmer) sowie als Hauptschulen die Kronsbergschule (Bemerode), die Pestalozzischule II (Anderten) und die Peter-Ustinov-Schule (Ricklingen). Die Realschulen, die zur Disposition stehen, sind die Freiherr-vom-Stein-Schule, die mit der Kronsbergschule ein Zentrum bildet, und die Fössefeldschule. In dem Papier seien aber auch etliche Alternativen genannt, heißt es aus der Verwaltung.
Für Kenner kommen die Vorschläge nur zum Teil überraschend. Die Haupt- und Realschule im Fössefeld konnte dieses Schuljahr zum zweiten Mal keine Realschulklasse mehr bilden. In den übrigen Jahrgängen und im Hauptschulzweig ist die Schule nur noch einzügig. Im Bemerode bröckeln die Zahlen besonders an der Realschule: Dort haben die Jahrgänge fünf bis acht nur je eine Klasse. An der Hauptschule sitzen nur noch acht Kinder in der fünften und neun in der sechsten Klasse. „Die IGS Kronsberg zieht in Bemerode fast alle Schüler an“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Thomas Fitzner, Sprecher der Hauptschulleiter, wundert sich aber über die anderen Vorschläge. Die Peter-Ustinov-Schule und die Pestalozzischule II stehen mit ihren Schülerzahlen nicht unbedingt schlechter da als manch andere Hauptschule.
Die Diskussion um Schulschließungen ist Folge der Abschaffung der Orientierungsstufe: Seitdem wählen die Eltern immer seltener eine Hauptschule für ihr Kind. Die Stadt rechnet bis 2011 nur mit einem Absinken der Schülerzahlen um zwei Prozent – an den Hauptschulen wird ein Rückgang der ohnedies geringen Zahlen um fast 24 Prozent erwartet. Schuldezernent Harald Böhlmann wollte sich zu dem Papier aus seinem Ressort gestern nicht äußern. „Es gibt verschiedene denkbare Alternativen, die jeweils andere Konsequenzen haben“, sagte er. Die Verwaltung will auf Basis des Papiers bis Ende Januar einen gemeinsamen Vorschlag abstimmen. Der geht dann als Diskussionsgrundlage an den Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem Schulleiter, Stadtelternrat und Lehrer vertreten sind. Der Rat wird möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.

NP, 02.01.2007. Heiße Diskussionen über Schulschließungen

Von Rüdiger Knorr

HANNOVER. Die mögliche Schließung von sechs Schulen steht in einem Diskussionsentwurf, den die Stadtverwaltung dem „Arbeitskreis Schulstrukturreform“ vorlegen will. Nach der Veröffentlichung von Einzelheiten aus dem zunächst noch vertraulichen Papier in der NP erwarten Schulexperten eine zügige Diskussion über die brisanten Vorschläge.
„Wir warten auf dieses Papier, um es im Arbeitskreis gründlich beraten und würdigen zu können“, erklärte gestern Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Lösungen werden nicht einfach sein, denn wir wissen, dass wir uns dabei auch mit eventuellen Schulschließungen beschäftigen müssen.“ Er rechne damit, dass der Arbeitskreis „noch vor den Sommerferien“ eigenständige Lösungsvorschläge vorlegen werde.
Ausführliche Diskussionen auch mit den Stadtteilpolitikern in den Bezirken kündigt CDU-Schulexpertin Barbara Frank an: „Das sind alles heikle Fragen. Wir müssen genau hinschauen, wo die Schülerströme bleiben.“ Sie könne „nicht total ausschließen“, dass es auch zu Schulschließungen kommen könne: „Aber ich werde nicht über mögliche Standorte reden, solange uns das Papier nicht vorliegt.“
Regine Kramarek, Schulexpertin der Grünen, sieht in der anstehenden Diskussion „eine große Chance“, Verschiebungen in den Schülerströmen für „Synergieeffekte“ zu nutzen. Für den Arbeitskreis stünden aber „keine leichten Entscheidungen“ bevor.
Richard Lochte (Bild), der für den Stadtelternrat im Schulausschuss sitzt: „Wir werden eigene Vorstellungen entwickeln. Denn alle Entscheidungen betreffen unsere Kinder ganz direkt.“

NP, 30.12.2007. Stadt macht die ersten Schulen dicht

Sechs Einrichtungen auf der Streichliste

Von Vera König

HANNOVER. Schülerschwund bei Hauptschulen – jetzt wird es ernst: Die Stadt Hannover will mittelfristig sechs Schulen schließen und sich von zwölf Außenstellen trennen. In einem – noch vertraulichen – Diskussionsentwurf nennt sie Details.
„Anpassung der Raumkapazitäten an den tatsächlichen Bedarf“ – so wird der Grund für die Ideen benannt. Die Schülerzahlen werden laut Prognose bis 2011 nur um zwei Prozent sinken. Aber: Der Hauptschulbereich verliert nach Einschätzung von Experten fast ein Viertel seiner Schüler. Und bei den Gymnasien wird Platz frei durch den Wegfall der 13. Klasse.
Auf der Streichliste stehen deshalb vier Hauptschulen obenan: die Haupt- und Realschule Fössefeld (Limmer), die Kronsbergschule (Bemerode) sowie Pestalozzischule II (Anderten) und Peter-Ustinov-Schule (Mitte). Bei den Realschulen sind Fössefeld und die Freiherr-vom-Stein-Schule (Bemerode) betroffen. Von heute 15 Standorten blieben damit noch 13. Die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule (Döhren) wäre dann die kleinste.
Von den 16 Gymnasien haben 13 derzeit Außenstellen. In den kommenden fünf Jahren sollen neun schrittweise aufgegeben werden. Bestand hätten nur noch die Auslagerungen von Sophien- (Zoo) und Goetheschule (Nordstadt).
Eine Expertengruppe wird in Kürze die Standortplanung diskutieren. Alle Entscheidungen, die Schulausschuss und Rat dann treffen, sollen „transparent und nachvollziehbar“ sein.“

NP, 30.12.2007. Schließt Stadt vier Hauptschulen?

Fünf Schulen schließen, fast alle Außenstellen auflösen – so will die Stadt auf Prognosen in der Schulentwicklung reagieren. Die IGS wird der Gewinner sein.

Von Vera König

HANNOVER. Die Abschaffung der Orientierungsstufe zeigt jetzt deutliche Folgen. Weil immer mehr Eltern ihr Kind zur Realschule und zum Gymnasium anmelden, geht den Hauptschulen fast ein Viertel ihrer Kinder verloren. Darum schlägt die Stadt in einem Diskussionsentwurf die Schließung von vier Hauptschulen in Limmer, Bemerode, Anderten und Mitte vor.
Von den heute 13 Hauptschulstandorten würden neun bleiben. Nur die Rosa-Parks-Hauptschule in Vahrenwald wäre noch ein Einzelstandort. Sie könnte in eine kombinierte Real- und Hauptschule umgewandelt werden, so die Idee.
Der Hauptschulbereich würde laut Prognose 663 Schüler verlieren, die Realschule 379. Das entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent. Weil sie schon heute „sehr schlecht angewählt“ werden, schlägt die Stadt die Schließung der Haupt- und Realschule Fössefeld (Limmer) sowie der Freiherr-vom-Stein-Schule (Bemerode) vor.
Bei den Gymnasien erwarten die Experten steigende Zahlen. Aber sie könnten „durch leichte Erhöhung der Klassenfrequenzen ausgeglichen“ werden. Der Wegfall der 13. Klasse erleichtere die Aufgabe der Außenstellen.
Zweigstellen werden vermutlich die Integrierten Gesamtschulen (IGS) einrichten müssen. Sechs gibt es in der Stadt. Laut Schulgesetz sind Neugründungen nicht möglich, aber Erweiterungen machbar.
Seit Abschaffung der OS sind die Anmeldungen höher als die Zahl der freien Plätze. Die Stadt schlägt deshalb vor, die IGS Kronsberg aufzustocken. Sie soll Räume des Schulzentrums Bemerode erhalten. Der IGS List werden Räume der Fössefeld-Schule zugeschlagen.

NP, 30.12.2007. Proteste von Lehrern und Eltern sind programmiert

HANNOVER. Von Lehrern und Eltern wird zu den Plänen ein Aufschrei kommen. Darin sind sich alle Beteiligten sicher. Die Leiter jener Schulen, die von Auflösung bedroht sind, hatten schon bei einer Befragung im September für ihre Standorte gekämpft.
„Nach zwei Jahren Erfahrung mit der Schulstrukturreform ist dem Kollegium klar, dass die Realschule kaum zu halten sein wird. Für den Hauptschulstandort sehen wir das nicht“, schrieb die Direktorin der Haupt- und Realschule Fössefeld und verwies auf gute Arbeit. Die Kronsbergschule bestätigte einen negativen Trend bei Anmeldungen. Eine Zusammenlegung mit der Realschule im Schulzentrum Bemerode wäre für sie denkbar.
Die Freiherr-vom-Stein-Schule kann sich einen Zusammenschluss mit der Hauptschule Kronsberg vorstellen. Die aber soll aufgegeben werden. Die Peter-Ustinov-Schule schlägt eine Kooperation mit der Johannes-Kepler-Realschule vor. Die Pestalozzischule II stufte sich in der Befragung als „sehr gefährdet“ ein. Sie habe Raumprobleme.
Auch die SPD-Landtagsfraktion hatte Fössefeld und Kronsberg als „stark gefährdet“ angesehen. Auf ihrer Liste wurden darüber hinaus die Haupt- und Realschule Peter Petersen (Südstadt) und die Hauptschule Ahlem genannt. Laut Prognose nehmen die Schülerzahlen dort zwischen 28 (Peter Petersen) und 80 Prozent (Kronsberg) ab. kig