HAUPTSCHULEN    -   Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
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Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2010

HAZ und NP bieten auch Nicht-Abonnenten eine Datenbank mit aktuellen Informationen zur Einschulung und zur Wahl weiterführender Schulen.

Aktuell zum Schuljahr 2010/2011: Neben den Informationen über die Schulen finden Sie bei jeder Schule auch den Termin für die Möglichkeit, die Schule von innen kennenzulernen.

>> Kinderbetreuung / Kindergärten (HAZ)

>> Welche Schule für mein Kind (HAZ) ?

>> Welche Schule für mein Kind (NP) ?

>> Grundschulen in Hannover (HAZ)

>> Grundschulen in Hannover (NP)

>> Wenn Schule krank macht (HAZ)

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2010

Als Beilage in HAZ und NP war am 13.01.2010 die Zusammenstellung der weiterführenden Schulen. Mit Info-Tagen für 2010 - Hier als PDF die einzelnen Seiten:

  Gymnasien in Hannover: Bismarckschule - Elsa-Brändströmschule - Goetheschule - Helene-Lange-Schule - Herschelschule - Humboldtschule
Gymnasien in Hannover: Kurt-Schwitters-Gymnasium - Käthe-Kollwitz-Schule - Leibnizschule - Lutherschule - Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymasium - Sophienschule - Ricarda-Huch-Schule - Schillerschule

Gymnasien in Hannover: Tellkampfschule - Wilhelm-Raabe-Schule; Realschulen in Hannover: Realschule Badenstedt - Dietrich-Bonhoeffer-Schule - Emil-Berliner-Schule - Freiher-vom-Stein-Schule

Realschulen in Hannover: Gerhard-Hauptmann-Schule - Geschwister-Scholl-Schule - Werner-von-Siemens-Schule - Realschule Misburg - Johannes-Kepler-Realschule - Lotte-Kestner-Schule - Gustav-Stresemann-Realschule - Heisterbergschule
Haupt-und Realschulen: Heinrich-Heine-Schule; Hauptschulen: Ada-Lessing-Schule - Hauptschule-im-Schulzentrum-Badenstedt - Anne-Frank-Schule - Peter-Petersen-Schule - Pestalozzischule II - Kronsbergschule Hauptschulen in Hannover: Karl-Jatho-Schule - Peter-Ustinov-Schule - Rosa-Parks-Schule; Freie Schulen in Hannover: Ludwig-Windthorst-Schule (Hauptschule) - Ludwig-Windthorst-Schule (Realschule) - Freie Evangelische Schule Freie Schulen in Hannover: Freie Waldorfschule Bothfeld - Freie Waldorfschule Maschsee - Internationale Schule - Freies Gymnasium - Privatschule VIB - Werk-statt-Schule - St. Ursula-Schule
Integrierte Gesamtschulen in Hannover: IGS Badenstedt - IGS Linden - IGS List - Glockseeschule - IGS Kronsberg - IGS Mühlenberg - IGS Roderbruch - IGS Stöcken Integrierte Gesamtschulen in Hannover: IGS Vahrenheide-Sahlkamp - IGS Vahrenwald; Abendgymnasium/ Hannover-Kolleg; Fachgymnasien: Fachgymnasium Wirtschaft - Fachgymnasium Technik - Fachgymnasium Gesundheit und Soziales Schulen in Barsinghausen: Hannah-Arendt-Gymnasium - Goetheschule KGS - Lisa-Tetzner-Schule HRS; Schulen in Burgdorf: Gymnasium - Realschule - Hauptschule; Schulen in Burgwedel: Gymnasium - Realschule
Schulen in Burgwedel:: Hauptschule Burgwedel; Schulen in Garbsen: Johannes-Kepler-Gymnasium - Geschwister-Scholl-Gymnasium - IGS Garbsen - Caroline-Herschel-Realschule - Realschule Berenbostel - Georg-Elser-Hauptschule Schulen in Garbsen: Hauptschule Nikolaus Kopernikus; Schulen in Gehrden: Matthias-Claudius-Gymnasium - Werner-von-Siemens-Realschule HRS - Burgbergschule Gehrden HRS; Schulen in Hemmingen: Carl-Friedrich-Gaus-Schule KGS - Schulen in Isernhagen: Gymnasium Isernhagen - Realschule Isernhagen - Hauptschule Isernhagen Schulen in Laatzen: Erich-Kästner-Gymnasium - Albert-Einstein-Schule KGS - Erich-Kästner Realschule - Hauptschule Rathausstrasse; Schulen in Langenhagen: Gymnasium Langenhagen - IGS Langenhagen - Robert-Koch-Realschule - Brinker Schule (GHRS)
Schulen in Lehrte: Gymnasium Lehrte - IGS Lehrte - Haupt- und Realschule Am Ried - Realschule Lerte - Fachgymnasium Lehrte - Hauptschule Lehrte; Schulen in Neustadt: Gymnasium Neustadt, KGS Neustadt Schulen in Neustadt: Leine-Schule Neustadt HRS -Schulen in Pattensen: Ernst-Reuter-Schule KGS - Schulen in Ronnenberg: Marie-Curie-Schule KGS - Schulen in Seelze: Georg-Büchner-Gymnasium - Humboldtschule RS - Geschwister-Scholl-Schule HS Schulen in Sehnde: KGS Sehnde; Schulen in Springe: Otto-Hahn-Gymnasium - Fachgymnasium Wirtschaft - Heinrich-Göbel-Realschule - Gerhard-Hauptmann-Schule; Schulen in Uetze: Gymnasium Uetze - Realschule Uetze - Hauptschule Uetze
 
Schulen in der Wedemark: Wennigsen, Wunstorf: Wedemark: Gymnasium Mellendorf - Realschule Wedemark - Konrad-Adenauer-Schule - IGS Wedemark; Schulen in Wennigsen: Sophie-Scholl-Gesamtschule - Freie Waldorfschule Sorsum; Schulen in Wunstorf: Hölty-Gymnasium - Gymnasium Steinhude Schulen in Wunstorf: Fachgymnasium Wirtschaft - Graf-Wilhelm-Schule HRS - Otto-Hahn-Schule HRS - Scharnhorstschule HRS  

Welche Schule für mein Kind ? Beschreibungen + INFO-Tage 2009

Als Beilage in HAZ und NP war am 14.01.2009 die Zusammenstellung der weiterführenden Schulen. Mit Info-Tagen für 2009 - Hier als PDF:

 
Informationstage an den Realschulen - 2009

Welche Schule für mein Kind ? 2009, als pdf Seite 5 - Realschulen

> Realschule im Schulzentrum Ahlem, Petit-Couronne-Straße 30, 30453 Hannover, www.realschule-ahlem.de, 40-014-rsahl@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 83 41 37, Schulleiterin: Frau Wittwer:

> Realschule Badenstedt, Plantagenstr. 22, 30455 Hannover, www.rs.badenstedt.de, rsbadenstedt@hannover-stadt.de, Tel. 16 84 25 13/14, Schulleiter: Herr Knölke

> Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Helmstedter Str.15, Außenstelle: Loccumer Straße 27, 30519 Hannover, www.dietrich-bonhoeffer-realschule.de, dietrich-bonhoeffer-realschule@hannover-stadt.de, Tel. 16 84 91 18, Schulleiter: Herr Dargatz

> Emil-Berliner-Schule, Eichsfelder Str.38, 30419 Hannover, www.emil-berliner-schule.de, rs-emil-berliner@hannover-stadt.de, Tel. 16 84 93 18, Schulleiter: Herr Grupe

> Freiherr-vom-Stein-Schule, Friedrich-Wulfert-Platz 1, 30539, www.freiherr-vom-stein-schule-hannover.de, rsfreiherr-vom-stein@hannover-stadt.de, Tel. 16 83 42 23, Schulleiterin: Frau Paulus

 

Welche Schule für mein Kind ? 2009, als pdf Seite 6 - Realschulen

> Gerhart-Hauptmann-Schule, Hermann-Bahlsen-Allee 3, 30655 Hannover, www.ghs-hannover.de, RSGerhart-Hauptmann@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 81 88, Schulleiter: Herr Ihl

> Geschwister-Scholl-Realschule, Büssingweg 1, 30165 Hannover, www.gss-hannover.de.vu, geschwister-scholl-rshannover@t-online.de, Tel. 16 84 47 50, Schulleiter: Herr Göing

> Realschule Misburg, Hinter der Alten Burg 5, 30629 Hannover, www.rs-misburg.de, RealschuleMisburg@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 83 22 81, Schulleiterin: Frau Gleitze

> Werner-von-Siemens-Schule, Am Welfenplatz 20, 30161 Hannover, www.werner-von-siemens-schule.de, RS-Werner-Von-Siemens-Schule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 30 29, Schulleiterin: Frau Semmelroggen

> Gustav-Stresemann-Realschule, Stresemannallee 24, 30173 Hannover, www.gsr-hannover.de, RS-Stresemannschule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 40 07, Schulleiter H. Wolfgang Drücker, Homepage des Schulelternrates www.gsr-hannover.de/schulelternrat.php

> Johannes-Kepler-Realschule, Martensplatz 20, 30459 Hannover, www.jo-ke-r.de, Johannes-Kepler-Realschule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 95 78, Schulleiterin: Frau Höfling

> Lotte-Kestner-Schule (RS im Schulzentrum Bothfeld), Hintzehof 9, 30659 Hannover, Außenstelle: Gartenheimstr. 2 (5./6. Jg.) , www.lotte-kestner-schule.de, Lotte-Kestner-Schule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 83 34, Schulleiterin: Frau Klein

 
Informationstage an den Haupt- und Realschulen - 2009

Welche Schule für mein Kind ? 2009, als pdf Seite 7 - Haupt- und Realschulen

> Heinrich-Heine-Schule, Altenbeckener Damm 20, 30173 Hannover, www.heinrich-heine-schule-hannover.de, Heinrich-Heine-Schule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 42 90, Schulleiter: Herr Wedemeyer

> Peter-Petersen-Schule, Böhmerstraße 10, 30173 Hannover, www.pps-hannover.de, Peter-Petersen-Schule@Hannover-Stadt.de, Tel. 16 84 56 53, Schulleiter: Herr Thren

 
Informationstage an den Freien Schulen - Haupt- und Realschulen 2009

Welche Schule für mein Kind ? 2009, als pdf Seite 8 - Freie Schulen: Haupt- und Realschulen

> Ludwig-Windhorst-Schule Altenbekener Damm 81, 30173 Hannover, www.ludwig-windthorst-schule.de, LuWischule@t-online.de, Tel. 88 00 51/52, Schulleiterin: Frau Herzberg

> Ludwig-Windhorst-Schule Altenbekener Damm 81, 30173 Hannover, www.ludwig-windthorst-schule.de, LuWischule@t-online.de, Tel. 88 00 51/52, Schulleiterin: Frau Herzberg

 

HAZ, 18.07.2007

Projekt hilft schwachen Hauptschülern / Kapitulation

HAZ, 18.07.2007 Projekt hilft schwachen Hauptschülern Das Projekt „Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern“ setzt darauf, die Jugendlichen mit praktischer Berufserfahrung für die Schule zu motivieren.... >> Hauptschulen

HAZ, 28.06.2007 Hauptschulen - Die Kapitulation Von Jörg Kallmeyer - So schnell kann‘s gehen: Vor ein, zwei Jahren noch feierte sich Niedersachsens Landesregierung als Taktgeber für Schulreformen in Deutschland. Kultusminister Bernd Busemann wirbelte das Schulwesen im Wochenrhythmus durcheinander. Jetzt muss er selbst aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren und als Ewiggestriger dazustehen...... >> Hauptschulen

 

HAZ, 28.06.2007

Projekt hilft schwachen Hauptschülern

Mehr Praktika und Unterstützung durch Sozialpädgogen sollen zum Abschluss verhelfen

Von Bärbel Hilbig
Seit einem halben Jahr versuchen einige Hauptschulen, ihre leistungsschwachen Schüler mit gezielter Unterstützung doch noch zum Schulabschluss zu bringe
n. Gestern zogen die Schulleiter eine positive Zwischenbilanz. „Viele Schüler merken, dass es an ihnen liegt, etwas zu erreichen“, sagt Christa Lüdemann, Leiterin der Ada-Lessing-Schule.
Das Projekt „Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern“ setzt darauf, die Jugendlichen mit praktischer Berufserfahrung für die Schule zu motivieren
. Die Schüler arbeiten von der Mitte der achten bis zum Ende der neunten Klasse durchgängig an ein bis zwei Tagen pro Woche als Praktikanten bei Dachdeckern, Tischlern, im Handel oder Hotel. Dafür fallen zum Beispiel Fächer wie Hauswirtschaft oder Arbeit-Wirtschaft weg. „Sie werden durch das Praktikum aufgewogen“, sagt Brigitte Behrens, Leiterin der Rosa-Parks-Hauptschule. Ihre Schüler hatten gestern eine Dankeschönfeier für die Praktikumsbetriebe ausgerichtet – mit einem selbst produzierten Film, der zeigte, dass die Schüler durchaus optimistisch in die Zukunft blicken. Bundesagentur für Arbeit und Kultusministerium haben das Projekt initiiert, an dem landesweit 500 Schüler in 24 Klassen teilnehmen. In jeder Klasse ist ein Sozialpädagoge in Vollzeit als „Berufsstartbegleiter“ eingesetzt, der die Schüler unterstützt und zum Beispiel bei Problemen im Betrieb besucht. „Wir glauben, dass die Stärkung der Praxis auch den Betrieben nützt“, sagt Ulrich Pätz vom Kultusministerium. An der Ada-Lessing-Schule besuchen je acht eigene und acht Schüler der Heinrich-Heine-Schule die Projektklasse. „Ich wünsche mir für alle anderen Schüler auch so eine gute Betreuung“, sagt Schulleiterin Lüdemann.
Ursprünglich waren noch mehr Schulen für das Projekt ausgewählt worden
. Die Ludwig-Windhorst-Schule hatte zwei Schüler ausgesucht, die ebenfalls die Klasse an der Ada-Lessing-Schule besuchen sollten. Beide schreckten davor zurück. „Wir hatten es ihnen sehr empfohlen, weil sie sicher davon profitiert hätten“, sagt der stellvertretende Schulleiter Siegfried Heinemann. Jetzt werden beide die Schule nach der achten Klasse ohne Abschluss verlassen und an eine Berufsschule wechseln.
 

HAZ, 28.06.2007

Die Kapitulation

Von Jörg Kallmeyer
So schnell kann‘s gehen: Vor ein, zwei Jahren noch feierte sich Niedersachsens Landesregierung als Taktgeber für Schulreformen in Deutschland. Kultusminister Bernd Busemann wirbelte das Schulwesen im Wochenrhythmus durcheinander. Jetzt muss er selbst aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren und als Ewiggestriger dazustehen. Anderswo sind Schulreformen mit Gewicht in Gang gekommen, ausgerechnet Busemanns Parteifreunde von der CDU wollen in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg die ungeliebte Hauptschule abschaffen, in Schleswig-Holstein geht sie im neuen Modell der Gemeinschaftsschule auf.
Für das Wulff-Kabinett kommt die Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das Beispiel der SPD-Vorgängerregierung in Niedersachsen zeigt, was passieren kann, wenn man wenige Monate vor Landtagswahlen eine Debatte über Schulstrukturen beginnt.
Im Jahr 2001 läuteten die Sozialdemokraten das Ende der Orientierungsstufe ein, was die eigenen Anhänger und auch die Wähler in Verwirrung stürzte. Besiegelt wurde das Ende der Orientierungsstufe dann von der CDU/FDP-Regierung, die von den eigenen Anhängern dafür gefeiert wurde.
Busemann schaltet auf stur
Kultusminister Busemann schaltet in der aktuellen Hauptschuldebatte denn auch auf stur und setzt auf altbekannte Treueschwüre: Man brauche immer eine Schulform für Schüler, die vornehmlich praktische Fähigkeiten haben. Und mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen werde aus einem schwachen Schüler noch lange kein starker Schüler. Das ist alles richtig, und doch verlieren die alten Argumente an Überzeugungskraft. Die Erfahrung nämlich lehrt, dass beim Thema Hauptschule den großen Worten nur selten Taten folgten.
Die Hauptschule ist ein wichtiger Baustein im dreigliedrigen Schulwesen, und doch haben es auch die stärksten Verfechter dieses Schulwesens in Kauf genommen, dass die Hauptschule in den großen Städten zur Restschule werden konnte.
Wo war denn die große Kraftanstrengung für die Hauptschule in den vergangenen Jahren? Mit Praxistagen und ein paar Stunden Unterricht zusätzlich allein ist es nicht getan. Die Hauptschullehrer fühlen sich alleingelassen mit dem ganzen Cocktail an Problemen, die eine Gesellschaft zu bieten hat, die lange Zeit die Augen vor den Aufgaben der Integration verschlossen hat und Schwächeren nur schwer Perspektiven geben kann. Die Folge sind Schulen, in denen vielleicht eine Handvoll Schüler eines Jahrgangs noch einen deutschen Namen hat und deren Elternhäuser im wahrsten Sinne des Wortes „bildungsfern“ sind. Das Publikum und auch viele Experten haben den Niedergang der Hauptschule mit Schaudern, aber oft ohne echtes Interesse verfolgt.
Wenn sich Berlin und Hamburg jetzt von der Hauptschule verabschieden, trägt das sicher Züge einer bildungspolitischen Kapitulation
. Man kann es aber auch als einen Einbruch der Wirklichkeit in eine ideologisch verfestigte Debatte verstehen. Auch in Hannover und den anderen großen Städten Niedersachsens hat die Abstimmung mit den Füßen längst stattgefunden: Nicht einmal fünf Prozent der Schüler werden für den fünften Jahrgang in der Hauptschule angemeldet. Das bedeutet für einzelne Schulstandorte zwangsläufig das Aus, wenn in den nächsten Jahren die Schülerzahlen insgesamt zurückgehen.
Den Neustart wagen
Die Hauptschule in der Stadt hat nichts von dem Hinweis, dass auf dem Land die Welt noch in Ordnung ist.
Es gibt auch in Niedersachsen viele Hauptschulen, die tatsächlich von der Hauptgruppe der Schüler besucht werden und die den Absolventen einen Abschluss mit Perspektive bieten können. Solch intakte Bildungslandschaften dürfen nicht zerstört werden. Sie können jedoch nicht zugleich als Entschuldigung dafür gelten, dass anderswo die Dinge aus dem Ruder laufen. Es gehört zu den großen Versäumnissen der Bildungspolitik, dass man vor den völlig verschiedenen Ausgangsbedingungen der Schulen die Augen verschlossen hat. Sieht man von einigen Sozialarbeiterprogrammen ab, hat die Kultusbürokratie eine Hauptschule in einem Brennpunkt-Stadtteil so ausgestattet wie eine Hauptschule in einer Landgemeinde.
Nun ist man in den Städten an dem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weitergeht. Entweder rafft sich die Politik jetzt doch noch zu einem überzeugenden Rettungsprogramm für diese Hauptschulen auf – oder man gibt ihnen wenigstens die Chance, unter einem Dach mit der Realschule einen Neustart zu versuchen..

 
NP, 23.05.2007 Hauptschüler machen Theater im Pavillon

HANNOVER. Hauptschule in Bewegung: Mehr als 110 Jugendliche von sieben verschiedenen Hauptschulen präsentierten gestern ihren Science-Fiction-Krimi „0-07“ im Raschplatz-Pavillons. Bereits zum zwölften Mal entwickelten sie gemeinsam mit professionellen Künstlern unter der Schirmherrschaft des Landeskulturdezernenten Harald Böhlmann (62) solch eine Inszenierung. Mit dem Projekt will die Stadt gerade Hauptschüler für Kultur begeistern.
„Es ist eine Mischung aus James Bond und Science-Fiction-Film“, so Projektleiter Arnold Busch (53). „Das Stück soll zum Nachdenken anregen. Sowohl Tanz- und Kunst- als auch Filmelemente sind darin enthalten, alles von den Schülern selbst geplant und umgesetzt.“
„0-07“ ist noch heute und morgen jeweils um 9.30 und um 12 Uhr zu sehen. Eintritt: zwei Euro. alp

KRIEGER EINES FREMDEN PLANETEN: Hauptschüler bei der Inszenierung „0-07“. Foto: Wilde

 

Hauptschulen sterben aus - Abschlussprüfung nach Klasse 9

NP, 09.11.2006 SPD warnt: Die Hauptschulen sterben aus
NP, 11.10.2006 Hauptschüler müssen nachsitzen - Abschlussprüfung nach Klasse 9 Hauptschule
HAZ, 13.01.2007 Extra Klassen für schwache Schüler

Hauptschüler mit besonderen Schwierigkeiten werden zusammengefasst / Kritiker fürchten um Motivation der Kinder

Von Bärbel Hilbig

Hauptschüler mit besonders großen Schwierigkeiten sollen von Februar an speziell unterstützt werden – und zwei Tage pro Woche im Praktikum statt in der Schule lernen. Sechs Schulen in der Region Hannover machen bei dem Gemeinschaftsprojekt von Land und Bundesagentur für Arbeit mit, an dem landesweit 92 Schulen beteiligt sind. „Die Schüler gehören zu einer Risikogruppe, die sonst die Schule vielleicht ohne Abschluss verlassen würde“, sagt Georg Weßling, Sprecher des Kultusministeriums. An einigen Schulen reagierten die Eltern allerdings verhalten auf das Angebot, weil leistungsschwache Schüler aus mehreren Schulen dafür in eine Klasse zusammengeführt werden und deshalb die Schule wechseln müssen. So meldeten sich an der Brinker Schule in Langenhagen nur drei Schüler. Die Schule überlegt noch, wie sie weiter vorgeht.
Das Projekt mit dem sperrigen Titel „Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern“ richtet sich an Achtklässler, die eineinhalb Jahre lang – bis zum hoffentlich erfolgreichen Hauptschulabschluss – intensiv betreut werden sollen. Das Kultusministerium hat für die landesweit 24 Klassen 22 Lehrer bereitgestellt. Für das Haushaltsjahr 2007 sind dafür 900 000 Euro eingeplant. Die Bundesagentur bezahlt pro Klasse einen Sozialpädagogen als sogenannten Bildungsbegleiter sowie weitere pädagogische Fachkräfte. Außerdem finanziert die Agentur eine wissenschaftliche Begleitstudie.
„Für die Schüler ist das eine echte Chance. Manchen kommt der Wechsel in die Praxis sehr entgegen“, sagt Thomas Wedemeyer, Leiter der Heinrich-Heine-Schule. Die Sozialpädagogen erarbeiten individuelle Förderkonzepte für jeden Schüler und suchen passende Praktikumsstellen in Betrieben oder Berufsschulen. „Sie werden mit wesentlich höherem Aufwand begleitet, als wir das könnten“, sagt Wedemeyer. An der Ada-Lessing-Schule werden voraussichtlich fünf eigene Schüler, acht Kinder der Heinrich-Heine-Schule und fünf Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule eine Klasse besuchen. Beteiligt ist auch die Gerhart-Hauptmann-Schule, eine Realschule in Hannover. Das Ministerium sieht Klassen mit 20 bis 22 Schülern vor.
Die Eltern der Rosa-Parks-Hauptschule haben sich erfolgreich gegen eine Sonderklasse mit besonders schwachen Schülern gewehrt. Die Schule hatte dieses Modell vor einigen Jahren gemeinsam mit zwei anderen Schulen erprobt und war gescheitert. „Die Kinder haben keine Motivation zum Lernen, wenn kein Mitschüler als Vorbild dient“, sagt Schulleiterin Brigitte Behrens. Die Schule darf jetzt pro achter Klasse je sieben Schüler auswählen, die aber in ihrer Klasse bleiben. Behrens will Eltern und Schüler bei der Absprache der Förderpläne stark einbeziehen. „Wir nehmen uns für die Gespräche viel Zeit, weil wir den Eltern klarmachen wollen, welche Chancen der Blick in die Berufswelt für ihre Kinder bietet.“
An der Rosa-Parks-Hauptschule läuft im Moment das Auswahlverfahren. Die Lehrer haben 30 Schüler für ein Testverfahren ausgewählt, in dem Stärken, Schwächen und Interessen der Kinder genau ermittelt werden sollen. 21 Kinder kommen dann in das Förderprojekt, in dem sie zwei Tage pro Woche Praktika in Betrieben oder Berufsschulen absolvieren. „Die Schüler werden mit den Erwartungen der Berufswelt konfrontiert. Es geht darum, ihr Durchhaltevermögen zu steigern“, sagt Schulleiterin Behrens.
Behrens geht davon aus, dass sich die intensive Betreuung auszahlen wird. Die verstärkte Arbeit von Sozialarbeitern, die Hauptschülern bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche helfen, habe an ihrer Schule zu deutlichen Erfolgen geführt. Von 35 Absolventen des zehnten Jahrgangs haben vergangenes Jahr immerhin 18 eine Lehrstelle gefunden.

HAZ, 03.01.2007. Stadt will sechs Schulen schließen

Internes Verwaltungspapier nennt vier Haupt- und zwei Realschulen / Entscheidung noch in diesem Jahr

Von Bärbel Hilbig

In einem internen Diskussionspapier nennt die Stadtverwaltung jetzt zum ersten Mal Namen von Schulen, die möglicherweise in den nächsten Jahren geschlossen werden. Auf der Vorschlagsliste stehen vier Hauptschulen und zwei Realschulen. Konkret geht es um die kombinierte Haupt- und Realschule im Fössefeld (Limmer) sowie als Hauptschulen die Kronsbergschule (Bemerode), die Pestalozzischule II (Anderten) und die Peter-Ustinov-Schule (Ricklingen). Die Realschulen, die zur Disposition stehen, sind die Freiherr-vom-Stein-Schule, die mit der Kronsbergschule ein Zentrum bildet, und die Fössefeldschule. In dem Papier seien aber auch etliche Alternativen genannt, heißt es aus der Verwaltung.
Für Kenner kommen die Vorschläge nur zum Teil überraschend. Die Haupt- und Realschule im Fössefeld konnte dieses Schuljahr zum zweiten Mal keine Realschulklasse mehr bilden. In den übrigen Jahrgängen und im Hauptschulzweig ist die Schule nur noch einzügig. Im Bemerode bröckeln die Zahlen besonders an der Realschule: Dort haben die Jahrgänge fünf bis acht nur je eine Klasse. An der Hauptschule sitzen nur noch acht Kinder in der fünften und neun in der sechsten Klasse. „Die IGS Kronsberg zieht in Bemerode fast alle Schüler an“, sagt Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Thomas Fitzner, Sprecher der Hauptschulleiter, wundert sich aber über die anderen Vorschläge. Die Peter-Ustinov-Schule und die Pestalozzischule II stehen mit ihren Schülerzahlen nicht unbedingt schlechter da als manch andere Hauptschule.
Die Diskussion um Schulschließungen ist Folge der Abschaffung der Orientierungsstufe: Seitdem wählen die Eltern immer seltener eine Hauptschule für ihr Kind. Die Stadt rechnet bis 2011 nur mit einem Absinken der Schülerzahlen um zwei Prozent – an den Hauptschulen wird ein Rückgang der ohnedies geringen Zahlen um fast 24 Prozent erwartet. Schuldezernent Harald Böhlmann wollte sich zu dem Papier aus seinem Ressort gestern nicht äußern. „Es gibt verschiedene denkbare Alternativen, die jeweils andere Konsequenzen haben“, sagte er. Die Verwaltung will auf Basis des Papiers bis Ende Januar einen gemeinsamen Vorschlag abstimmen. Der geht dann als Diskussionsgrundlage an den Arbeitskreis Schulstrukturreform, in dem Schulleiter, Stadtelternrat und Lehrer vertreten sind. Der Rat wird möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.

NP, 09.11.2006. SPD warnt: Die Hauptschulen sterben aus

Die Hauptschulen sterben aus, warnt SPD-Landtagsfraktionschef Wolfgang Jüttner.

HANNOVER. Die Zahlen sind alarmierend: Weil in den nächsten Jahren die Schülerzahlen kontinuierlich zurückgehen, werden drei Viertel aller Hauptschulen Probleme bekommen, prophezeit der SPD-Fraktionschef im Landtag, Wolfgang Jüttner. 39 Prozent können demnach nicht mehr mit zwei Parallelklassen starten, weitere 37 Prozent werden sogar Schwierigkeiten haben, eine einzige Klasse zu füllen.
„Wir sind auf dem Weg in die Zwergschule“, sagt Jüttner. Auch Schulen in der Region Hannover sind betroffen: So sei die Hauptschule am Kronsberg stark gefährdet – dort haben sich schon in diesem Jahr nur acht Schüler für die fünfte Klasse angemeldet. In der Hauptschule Fössefeld sitzen derzeit nur 17 Schüler in der fünften Klasse.
Ähnlich sieht es in der Haupt- und Realschule Graf Wilhelm in Wunstorf aus – auch hier sitzen nur noch zehn Schüler in der fünften Klasse.
In einem Flächenland wie Niedersachsen sei der Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems „schon ökonomisch“ nicht zu machen, so Jüttner. „Es zeigt sich, dass nur die von der SPD-Fraktion geforderte gemeinsame Schule zukunftsfähig ist.“ Das dreigliedrige Schulsystem gefährde den Anspruch, dass die Schule im Dorf bleiben solle.
Jüttner biete eine „falsche Analyse und ein falsches Lösungskonzept“, hielt Kultusminister Bernd Busemann (CDU) dagegen. Kleine Schulstandorte seien sehr wohl leistungsfähig. Er werde um „jeden Schulstandort kämpfen“, versprach Busemann. ran

HAZ, 11.10.2006 Hauptschüler müssen nachsitzen
Von Bärbel Hilbig und Astrid Wagner-Scheper

In Mathe haben Hannovers Hauptschüler offensichtlich Nachholbedarf. Bei der ersten zentralen Abschlussprüfung haben die Neuntklässler im Mai in der Stadt nur einen Notendurchschnitt von 3,69 erreicht – was bedeutet, dass in manchen Schulen das Ergebnis noch deutlich schlechter ausfiel. Im Umland liegt der Schnitt bei 3,36. Landesweit gab es die Note 3,18. In Deutsch liegen die Ergebnisse mit einem Notenschnitt von 2,91 in Hannover und 2,79 im Umland immer noch unter dem Landesschnitt von 2,71.
An der Anne-Frank-Schule haben die Lehrer bereits Konsequenzen aus den sehr schlechten Mathe-Ergebnissen gezogen. Für die neuen Neuntklässler gibt es zum Beispiel zweimal pro Woche um 7.05 Uhr eine freiwillige Förderstunde. Ein Drittel des Jahrgangs nimmt teil – die Lehrer haben besonders Schüler mit Problemen angesprochen.
Viele Schulleiter halten die landesweite Prüfung für sehr sinnvoll – als Ansporn für die Schüler und Überprüfung der eigenen Arbeit. „Wir waren natürlich ein wenig enttäuscht, weil wir vorher intensiv mit den Schülern gearbeitet haben“, sagt Brigitte Behrens, Leiterin der Rosa-Parks-Hauptschule. Doch viele Schüler seien nicht damit zurechtgekommen, dass in der Abschlussprüfung Stoff aus dem gesamten Schuljahr abgefragt wurde. „Wir wiederholen jetzt in allen Jahrgängen das bereits Gelernte immer wieder, damit die Schüler es dauerhaft parat haben“, sagt Behrens.
Etliche Schulleiter sehen eine Reihe von Ursachen für das schlechte Abschneiden in Mathe: Probleme nichtdeutscher Schüler beim Verstehen von Textaufgaben oder auch Schwierigkeiten ihrer Hauptschüler mit abstraktem Denken.
Auch im Umland Hannovers kamen die Schüler offenbar sehr unterschiedlich mit den Aufgaben der zentralen Prüfung klar: An der Hauptschule Mellendorf etwa erzielten sie in Deutsch durchschnittlich eine 2,5, in Mathe lag die Note auch noch unter 3,0 – an der Lisa-Tetzner-Hauptschule in Barsinghausen dagegen kamen die Schüler im Schnitt nur auf eine 3,5 in Mathematik. „Wir sind damit nicht ganz zufrieden“, sagt Waltraut Korbjun, kommissarische Schulleiterin, „zumal unsere Prüfungsarbeiten in Mathe früher besser ausgefallen sind.“ Die Schüler hätten offensichtlich Probleme mit der Komplexität der Textaufgaben gehabt. „Wir begrüßen diese zentralen Prüfungen, weil wir Lehrer dadurch gezwungen werden, die Schüler künftig noch viel gründlicher und gezielter auf den Stoff vorzubereiten.“
Nach Ansicht des Leiters der Brinker Schule in Langenhagen allerdings sind den Lehrern hierbei Grenzen gesetzt: „Wenn nur noch zehn Prozent der Schüler eine Hauptschule besuchen, dann droht diese immer mehr ins Förderschulniveau abzusinken“, sagt Thomas John. Umso größere Bedeutung hätten die zentralen Prüfungen gerade in den Hauptschulen, findet Manfred Metge, Leiter der Hauptschule Berenbostel. „Schule und Schüler legen sich ganz anders ins Zeug, wenn Prüfungsergebnisse öffentlich gemacht werden – das ist vielleicht gerade unsere Chance.“

Lehrerin Gerhild Bartel verteilt im Mai die Aufgaben zur Zentralen Prüfung im Fach Deutsch an der Heinrich-Heine-Hauptschule.

HAZ, 11.10.2006 Nachhelfen

Überrascht es noch jemanden, wenn die Hauptschüler in Hannover bei ihrer Abschlussarbeit in Mathe schlecht abschneiden? Gründe dafür gibt es viele: An den Hauptschulen sammeln sich Kinder, die oft noch viel mehr Probleme als reine Lernschwierigkeiten haben. Viele kämpfen mit der Sprache, selbst wenn sie aus deutschen Familien kommen. Und weil Hannovers Eltern die Hauptschulen meist gezielt umgehen, bleibt dort nur noch ein kleiner Rest leistungsfähiger Schüler übrig. Die Lage ist bekannt, darf aber für Lehrer und Politiker nicht als Entschuldigung dienen. Wenn die Schulform weiter bestehen soll, müssen die Lehrer ihre Schüler ausreichend fördern – und die Politik dafür genügend Mittel anbieten. Bärbel Hilbig

NP, 11.10.2006 Nur schlechte Noten für Hannovers Hauptschüler
Landesweit die miesesten Deutsch-Arbeiten
Von Dirk Racke

HANNOVER. Setzen, sechs – miese Noten für Hannovers Hauptschüler: Bei der ersten zentralen Abschlussprüfung nach der neunten Klasse gaben sie die landesweit schlechtesten Deutsch-Arbeiten ab, in Mathematik landeten sie auf dem sechstletzten Platz.
Einer der Gründe: Hannovers Hauptschulen haben sich offensichtlich zur Restschule entwickelt – nirgends besuchen so wenig Kinder (15,82 Prozent) diese Schulform, und der Ausländeranteil ist mit 40,2 Prozent der höchste in Niedersachsen.
Der landesweite Vergleich zeige, dass die Ergebnisse umso besser seien, je mehr die Hauptschule in den einzelnen Regionen akzeptiert und je niedriger der Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache sei, erklärte Kultusminister Bernd Busemann (CDU). Er fühlt sich in der Ausweitung der Sprachförderung vor der Einschulung bestätigt: „Wer nicht ordentlich Deutsch kann, ist auch in den Naturwissenschaften gehandicapt.“
Die Schulen im Umland schnitten weit besser ab – „weil sie besser akzeptiert sind als in der Stadt mit der hohen Gesamtschuldichte“, meint Busemann im NP-Interview. Insgesamt seien aber „gute Ergebnisse“ erzielt worden. Die Durchschnittsnoten lagen in Mathematik bei 3,18 und in Deutsch bei 2,71. Dabei waren in Deutsch die Mädchen etwas besser, in Mathe die Jungen.

NP, 11.10.2006 Hauptschule in der Krise
Schlechtes Zeugnis für Hannovers Hauptschüler: In Deutsch und Mathe gehören sie zu den schlechtesten in Niedersachsen. Die Gründe: der höchste Ausländeranteil des Landes (40,2 Prozent), Sprachprobleme, Schwänzen. Der Stadtelternrat fordert, das Image der Hauptschule aufzupolieren. Der Kultusminister erwartet auch eine bessere Förderung.
NP, 11.10.2006 Direktor: Vor allem Schulschwänzer versagen in Mathe
Landesweit die miesesten Deutsch-Arbeiten
VON PHILIPP LACKNER

Gerade hat die Pausenglocke geklingelt. Startschuss für die sechste Unterrichtsstunde der Klasse 7b in der Peter-Ustinov-Hauptschule (Ricklingen). Biologie steht auf dem Programm, und Lehrerin Yada Sevinc bemüht sich redlich um Aufmerksamkeit. „Jetzt seid doch mal leise“, brüllt sie in den Klassenraum. Vergeblich. Ihr Flehen verhallt in einem Getöse aus fallenden Stiften, lautstarkem Kreischen und wüsten Beschimpfungen.
Sevinc hat es nicht leicht in einer Klasse, in der von 17 Schülern zwölf mit Migrationshintergrund sitzen. Viele von ihnen stammen aus einem schwierigen sozialen Umfeld, in dem ihnen oft der seelische und moralische Rückhalt der Eltern fehlt.
„Das ist ja alles so irre langweilig“, stöhnt Can Celik. Weil er schon 15 Jahre alt ist, ragt er körperlich aus der Masse heraus. Schule? Fußball sei ihm viel wichtiger, sagt er. „Ich lerne nicht. Oder nur wenig.“ Sicher könne es bei den Noten besser laufen, sagt Cans Klassenkameradin Sandra Gözdyra (13). Mit einem Grinsen schlägt sie die Beine übereinander. „Aber ich bin eben faul“, gibt sie ungeniert zu. Und sie habe keine Lust auf Schule. Schon gar nicht auf Mathe.
So wie Can und Sandra denken viele ihrer Schulkollegen. Null Bock aufs Büffeln, null Bock auf Ausbildung. Also schwänzen sie. Und zwar im großen Stil.
Nachdenklich schlägt Schulleiter Wolfgang Kargel das Klassenbuch der 7b auf. Die Seiten sind mit Abwesenheitsnotizen vollgeschrieben. „Es ist eine Seltenheit, wenn einmal alle Schüler geschlossen zu Unterrichtsbeginn aufkreuzen“, sagt er. Oft kämen die Jugendlichen zwei Stunden zu spät, manchmal gar nicht – „manchmal taucht nachträglich eine Entschuldigung auf“, klagt er.
Er könne sich erklären, weshalb Hannovers Hauptschüler landesweit in Mathematik hinterherhinken: „Wer dauernd fehlt, verpasst den Anschluss und schafft den Stoff nicht.“

HARTE NUSS: Wolfgang Kargel (rechts hinten) will Christina Sideridis und Mateusz Treiderowski an der Peter-Ustinov-Hauptschule Mathe beibringen. Fotos: Wilde

NP, 11.10.2006 Miese Noten im ersten Zentraltest

HANNOVER. Von Jahr zu Jahr schicken immer weniger Eltern in Hannover ihre Kinder zur Hauptschule. Jetzt gibt es das Imageproblem auch schriftlich: Bei der ersten zentralen Abschlussarbeit der neunten Klassen landeten die verbliebenen knapp 580 Hauptschüler in Hannover ganz hinten.
Mit 19,76 von 30 möglichen Punkten (Landesdurchschnitt: 21,35) erreichten sie im Fach Deutsch die schlechtesten Noten in ganz Niedersachsen, in Mathematik schafften sie nur 45,80 von 84 möglichen Punkten – sechstletzter Platz und deutlich unter dem Durchschnitt von 53,84 Punkten. Die rund 900 Hauptschüler im Umland schnitten mit 21,04 Punkten in Deutsch und 51,67 in Mathe weit besser ab.
Für den Leiter der Hauptschule Badenstedt, Thomas Fitzner, steht fest: Der Grund für das schlechte Abschneiden liegt in der Zusammensetzung der Klassen. „Der große Migrantenanteil stellt uns vor Herausforderungen. Es fehlt das Sprachverständnis“, so Fitzner.
Rüdiger Heins, Schulleiter der Hauptschule Kronsberg, sieht die Ursachen auch in der geringen Lernmotivation und den Fehlstunden der Schüler. „Ein Teufelskreis“, sagt Cordula Dietrich vom Vorstand des Stadtelternrats. Man müsse das Image der Hauptschulen aufpolieren. „Und das geht nur durch zusätzliche Sozialarbeiter, die sich um die Schüler kümmern.“ dir/phila

NP, 11.10.2006 „Wir können besser werden“
NP-Interview: Kultusminister fordert mehr Qualität und Förderung - Hannovers Hauptschulen müssen mehr für Qualitätsverbesserung tun, meint Kultusminister Bernd Busemann.
VON DIRK RACKE

Warum schneiden Hannovers Hauptschulen so schlecht ab?
Ich sehe drei Ursachen: Es gibt einen hohen Anteil von Kindern mit schlechten deutschen Sprachkenntnissen. Und die Beteiligung an den Hauptschulen ist in Hannover sehr gering. Auch dann – das hat die Prüfung gezeigt – fallen die Ergebnisse dürftig aus. Und drittens: Ich glaube, dass man hier im Bereich des Qualitätsmanagements noch besser werden kann.
Was macht die Region besser?
Die Schulen in der Region haben einen nicht ganz so hohen Anteil von Kindern mit Sprachproblemen. Sie schneiden auch deshalb besser ab, weil sie besser akzeptiert sind als in der Stadt mit der hohen Gesamtschuldichte.
Wie können Schüler besser gefördert werden?
Der Schlüssel liegt in der Unterrichtsqualität, aber auch in den Kriterien der individuellen Förderung. Das heißt nicht immer Draufsatteln von Ressourcen. Andere Standorte zeigen: Mit entsprechenden Förderkonzepten in den Schulen kann man auch mit den vorhandenen Mitteln durchaus im Landesschnitt liegen. Dass an schwierigen Standorten vielleicht auch Förderstunden eine Hilfe sind, ist mir klar. Da können wir auch noch besser werden.
Eltern und Schulen fordern mehr Sozialarbeiter
Das wundert mich. Alle Hauptschulen haben spätestens ab 2007 je nach Größe eine halbe oder volle Sozialarbeiterstelle, die wir bezahlen. Die Hauptschulen in Hannover sind eher kleine Standorte. Da müsste unser Angebot eigentlich ausreichen.

NP, 11.10.2006 „Mehrheit mag keine Geometrie und zieht Prozentrechnung vor

In Mathematik konnten die Schüler nach einem allgemeinen Teil (neun Aufgaben) zwischen Geometrie sowie Prozent- und Zinsrechnung (sieben Aufgaben) wählen. 61,8 Prozent entschieden sich für Prozentrechnung. Beispiele aus den Aufgaben:
n Allgemeiner Teil
Berechne 5 x 0,5; 40 - 0,7.
Überschlage: 21 587 + 4897 + 13 027; 92 x 59.
n Prozentrechnung
Herr Hinrichs hat bei seiner Autofahrt mit 22,25 Litern 267 km zurückgelegt. Wie weit kann Herr Hinrichs bei gleicher Fahrweise mit 50 Litern fahren? (Antwort: 600 km)
Eine große rechteckige Fläche, die 340 m lang und 260 m breit ist, soll als neue Siedlung bebaut werden. Die Stadtverwaltung kauft diese Fläche für 52 Euro pro Quadratmeter von den Eigentümern.
a) Welchen Grundstückspreis bezahlt die Stadtverwaltung an die Eigentümer? (Antwort: 4 596 800 Euro).
b) Für Straßen, Wege, Grünflächen und Spielplätze werden 22 Prozent der Gesamtfläche benötigt. Welche Fläche bleibt für den Bau von Häusern übrig? (Antwort: 68 952 Quadratmeter)

 
INFORMATIONSTAGE an den Hauptschulen 2006
HAUPTSCHULEN
Internet
Vorstellungstag
Ada-Lessing-Schule
  
Tag der Offenen Tür: 14. Juni 2006, 16:30 - 18:30 Uhr
Hauptschule im Schulzentrum Ahlem
   Vorstellungstag: 23. März 2006, 19 Uhr
Anne-Frank-Schule
   Vorstellungstag: 26. April 2006, 13:30 - 15:30 Uhr  
Hauptschule im Schulzentrum Badenstedt
www.hs-badenstedt.de Vorstellungstag: 17. Januar 2006, 19 Uhr  
Karl-Jatho-Schule
  Vorstellungstag: 15. Juni 2006, 17 Uhr
Hauptschule Isernhagener Strasse
www.hsi-badenstedt.de Vorstellungstag: Informationstermine auf Anfrage
Kronsbergschule  
Vorstellungstag: 22. März 2006, 09 - 13:20 Uhr
Infoabend: 27. März 2006, 19 Uhr:

Pestalozzischule II
  Vorstellungstag: 06. März 2006, 19  Uhr
Peter-Ustinov-Schule
 
Vorstellungstag: 18. Februar 2006, 11 - 13 Uhr


 



 
NP, 20.09.2006 Empfehlung contra Elternwille  
Rückläufer aus Realschulen bereiten Probleme an Hauptschulen. Lehrerstunden fehlen.
Leere Klassen, Versagensängste, fehlende Lehrerstunden: Weil viele Eltern die Schulempfehlung für ihre Kinder ignorieren, haben Hauptschulen Probleme.
>>
Von Nora Lysk

HANNOVER. Von 3632 Fünftklässlern besuchen dieses Schuljahr 1925 das Gymnasium, die Klassen sind mit bis zu 33 Schülern brechend voll – wie zum Beispiel in der Leibniz-Schule. 269 gehen auf eine Realschule. 183 auf eine Hauptschule, dort können sich die Fünftklässler über Platzmangel nicht beklagen – wie an der Rosa-Parks-Hauptschule (Isernhagener Straße). Nur 17 wurden dort eingeschult. Doch genau so viele Schüler musste Schulleiterin Brigitte Behrens auch wieder wegschicken – Rückläufer aus den Realschulen, die es dort nicht geschafft haben.
Gerne hätte Behrens im achten Jahrgang noch eine dritte Klasse mit den ehemaligen Realschülern aufgemacht. Doch dafür fehlten die Lehrerstunden. „Die Stunden, die für eine dritte Klasse nötig gewesen wären, hätte ich gerne im fünften Jahrgang abgezweigt“, erklärt Behrens. Aber weil die Schulleiterin bereits Ende Juni zu wenig Anmeldungen im fünften Jahrgang hatte, strich die Landesschulbehörde die Stunden.
„Viele Eltern wollen nicht wahrhaben, dass die Empfehlung für die Hauptschule die richtige wäre“, meint Behrens. Stattdessen warten die meisten, bis die Leistungen einbrechen. Und das bekommen die Hauptschulen zu spüren. Erst kurz vor den Sommerferien meldeten sich die Rückläufer bei ihr an – zu spät, um noch Stunden zu beantragen.
„Es ist schwierig, die neuen Schüler zu integrieren“, sagt Behrens. Viele seien frustriert, dass sie auf der Realschule gescheitert seien. Das sorge für Unruhe in den Klassen. „Die Kinder haben Versagensängste“, so Behrens. Ein Problem, das nicht die Schule, sondern in erster Linie der freie Elternwille erzeuge, kritisiert Behrens. „Das wird erst seit der Abschaffung der Orientierungsstufe so richtig offensichtlich“, meint Behrens. Denn die frühe Empfehlung verunsichere viele Eltern.
Andere sind verärgert darüber, dass die Klassen nach und nach voller werden. Auch Regina Schnake: „Wir sind damals der Empfehlung gefolgt“, sagt die Mutter. Sie verstehe nicht, warum so viele Eltern ihre Kinder überfordern. „Meiner Meinung nach, sollte der Elternwille in Niedersachsen einschränkt werden“, so Schnake.
Auch Schulleiter Hans-Joachim Dix von der Karl-Jatho Schule ärgert sich: „Wir sehen aus, wie ein umgedrehter Tannenbaum.“ Der fünfte Jahrgang dünnt aus. Im neunten kommen die Rückläufer. „Viel zu spät für eine vernünftige Förderung der Kinder.“
Kombinierte Möglichkeiten, wie eine Zusammenführung von Haupt- und Realschulen, könnten eine Alternative zum gegliederten System mit freiem Elternwillen sein. Doch an dem Spagat zwischen festgezurrter Dreigliedrigkeit und freiem Willen, der dieses System jederzeit ignorieren kann, will im Kultusministerium niemand rütteln. Noch zu Beginn des Schuljahres hatte Minister Bernd Busemann betont: „Der Elternwille in Niedersachsen bleibt frei.“ Sprecher Heiner Hoffmeister betont, es gäbe keine Überlegungen, dem Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zu folgen. Dort hatte Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU) zu Beginn des neuen Schuljahres die Freiheit der Eltern, ihre Kinder auf eine weiterführende Schule ihrer Wahl zu schicken, per Gesetz eingeschränkt.

Am Ende des 4. Schuljahrgangs gibt die Grundschule eine Empfehlung über die geeignete weiterführende Schulform ab. Hierzu führt die Schule im vierten Schuljahrgang einen Dialog mit den Erziehungsberechtigten, damit diese eine am Kindeswohl orientierte Schulformentscheidung treffen können. Die Erziehungsberechtigten entscheiden in eigener Verantwortung über die Schulform ihrer Kinder.

HIER SIND DIE RÄUME NOCH VOLL: Eine Klasse der Leibniz-Schule (Gymnasium) beim Unterricht. Weil viele Eltern ihre Kinder aber entgegen der Empfehlung von Lehrern nicht auf Hauptschulen schicken, werden dort die Klassen immer leerer. Foto: Decker


NP, 17.03.2006:  "Es wird Schließungen geben"
Der Trend ist eindeutig: Nur noch 6,1 Prozent aller Eltern wollen ihre Kinder an eine Hauptschule schicken. Und für die Politik scheint es mittlerweile unausweichlich: „Es wird Standortschließungen geben müssen“, sagt der schulpolitische der SPD, Michael Klie. Kultusminister Bernd Busemann betont zwar, die Zukunft der Hauptschule sei nicht in Gefahr – doch den Eltern scheinen die neuen Praxistage, Ganztagsangebote und Sozialpädagogen nicht zu reichen.

"Eltern wählen Schulform ab, Zahl der Klassen schrumpft  
  VON NORA LYSK
Hermann-Löns-SchuleHANNOVER. Es sind erste Trendmeldungen, die die Stadt in der letzten Woche veröffentlichte, aber die Richtung ist schon jetzt eindeutig: Denn Hannovers Eltern wählen die Hauptschule mehrheitlich ab.
Geht es nach den Grundschullehrern, würden im nächsten Schuljahr 989 Grundschüler auf eine Hauptschule wechseln. Im Gegensatz dazu steht der Elternwunsch: Nur 242 Eltern sehen die Zukunft ihrer Kinder an dieser Schulform. Nochmal 100 weniger als im vergangenen Jahr.
Dass es auf Grund dieser Zahlen zu Veränderungen in Hannovers Schullandschaft kommen wird, scheint damit unausweichlich. Für Petra Martinsen, Leiterin des Fachbereichs Bibliothek und Schule, „eine Datenlage mit Interpretationsbedarf“. Von 27 Hauptschulklassen soll es in Zukunft nur noch 22 geben. Auch bei den Realschulen will man kürzen – von 36 auf 34.
Und für den schulpolitischen Sprecher der SPD, Michael Klie, steht fest: „Wir werden über Standorte sprechen müssen. Und natürlich wird es über kurz oder lang Schließungen geben.“
Eine Entwicklung, die absehbar war: Bereits 2003 hatte der Rat die Auflösung der Hermann-Löns-Schule (Zooviertel) zum Schuljahr 2006/ 2007 beschlossen. Schon damals waren die Zahlen an den Hauptschulen rückläufig. In das Gebäude werden Schüler des benachbarten Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums ziehen.
Martinsen betont, dass es zudem langfristig keinen Sinn mache, an einer einzügigen Schule, wie der Hauptschule im Zooviertel, festzuhalten. Martinsen: „Da können Sie ja nicht mal ein Fußballturnier organisieren.“
Doch nicht nur die Hermann-Löns-Schule verfügt nur noch über eine Klasse im fünften Jahrgang. Auch die Kronsbergschule ist im fünften und sechsten Jahrgang einzügig, „Was sich erst im siebten Jahrgang ändert, wenn Schüler von der Realschule auch gegen den Elternwillen zurückgestuft werden können“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Tanja Schöppe.
Eine „Kriegsschauplatzdebatte“, so Martinsen, wolle man derzeit noch nicht führen. „Um Einzelfälle soll sich letztlich die Arbeitsgruppe Schulstrukturreform kümmern“, erklärt die Fachbereichsleiterin. Bereits 2002 hatte sich die Arbeitsgruppe über die Einrichtung von Außenstellen beraten und auch den Umzug der Oberstufenschüler des Ratsgymnasiums in die Hermann-Löns-Schule beschlossen. Im April will sich die Gruppe wieder treffen. Jetzt stehen auch die Hauptschulen auf dem Themenplan.
AM ENDE: Die Hermann-Löns-Hauptschule im Zooviertel schließt zum nächsten Schuljahr. Bereits jetzt wird die Oberstufe des Ratsgymnasiums in den Räumen unterrichtet, das Gebäude trägt schon den entsprechenden Schriftzug. Foto: Schaarschmidt

NP, 17.03.2006:  Die Schülerzahlen werden wir sicher nicht mehr erreichen" 
Ursula Schmidt-Lamontain, die Leiterin der Lindener Haupt- und Realschule am Fössefeld, im NP-Interview.
HS RS FÖssefeldFrau Schmidt-Lamontain, jetzt gibt es Trendmeldungen, an welche Schule Eltern ihre Kinder schicken möchten. Die Zahlen für die Haupt- und Realschulen sind nochmal zurückgegangen. Wie ist die Situation an Ihrer Schule?
Im letzten Jahr konnten wir keinen fünften Jahrgang in der Realschule mehr bilden, in den anderen Jahrgängen der Realschule sind wir nur noch einzügig. Trotzdem nehmen wir natürlich Anmeldungen entgegen und hoffen, dass wir im nächsten Schuljahr in beiden Schulformen wieder eine fünfte Klasse haben werden.
Warum ist die Hauptschule so unbeliebt?
Besonders schwierig ist es für die Hauptschulen in sozialen Brennpunkten. Hier sind die Eltern noch unsicherer, ob die Hauptschule die richtige Schulform für ihr Kind sein könnte. Außerdem konkurrieren wir mit einer großen Gesamtschule im Stadtteil, die viele Schüler von uns wegzieht.
Die Stadt hat betont, dass man im nächsten Schuljahr die derzeit 27 Hauptschulklassen auf 22 reduzieren wird. Heißt das, dass es auch zu Standortschließungen kommen wird?
Zurzeit noch nicht. Die Reduzierung der Klassen wird von der Verteilerkonferenz beschlossen, die in diesem Jahr am sechsten Juli tagen wird. Die Schulleitungen aller weiterführenden Schulen beschließen gemeinsam, welche Klassen gebildet werden können und welche nicht. Wir hatten im letzten Jahr beispielsweise nur sieben Anmeldungen. Gemeinsam fiel der Beschluss, dass unsere Schule damit keine fünfte Klasse bilden kann. Die angemeldeten Schüler wurden an die Schule ihres Zweitwunsches verwiesen.
Werden alle Hauptschulstandorte bestehen bleiben?
Schwer zu sagen. Aber allein im Südwesten Hannovers gibt es vier Haupt-, vier Realschulen, eine Gesamtschule und zwei Gymnasien. Doch die derzeitigen Schülerzahlen werden wir in Zukunft mit Sicherheit nicht mehr erreichen. nl     
KEIN FÜNFTER JAHRGANG: Die Haupt- und Realschule Fössefeld.
NP, 17.03.2006:  Busemann: "Die Hauptschule wurde heruntergeredet"
HANNOVER. „Hauptschulen stärken“ ist das Motto, mit dem Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann die Hauptschule wieder zu einer Alternative machen will. „Eine Eintrittskarte für Berufskarrieren“, warb Busemann noch 2003 für die bei Eltern unbeliebte Schulform. Auch angesichts aktueller Trendmeldungen glaubt der Minister weiterhin an die Zukunft dieser Schulform.
„Zurzeit handelt es sich lediglich um Trendmeldungen, die nicht die tatsächliche Entscheidung der Eltern wiedergeben“, sagt Busemann. „Wir haben eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Hauptschule unternommen. Und man kann nicht erwarten, dass nach 30 Jahren, in denen die Hauptschule konsequent heruntergeredet wurde, das alles auch in den Köpfen der Eltern angekommen ist“, so der Kultusminister. Kernfächer wie Deutsch und Mathe seien gestärkt worden. Man habe die Klassengrößen verkleinert, Praxistage eingeführt, und bei der Genehmigung von Ganztagsschulen würden Hauptschulen vorrangig behandelt werden. Busemann: „Doch in städtischen Ballungsgebieten ist auch die Tendenz zu beobachten, dass Gesamtschulen um Hauptschüler werben. In Einzelfällen sind mehr als 70 Prozent eines Jahrgangs mit hauptschulempfohlenen Schülern besetzt.“ nl

NP, 12.11.2005    Stirbt die Hauptschule jetzt aus?   Selektierung zu früh“
..  Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen hätte sich bereits bewährt. Eine Alternative, die nicht nur der Stadt als Lösung vorschwebt. Auch Richard Lochte, Stadtelternratsvorsitzender, bevorzugt dieses Konzept. „Uns schwebt schon seit Jahren die Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen vor“, sagt Lochte. „Ein integrierendes Konzept, das endlich auch die frühe Selektion nach der vierten Klasse abschafft“, so Lochte.  
FOTO: IM GANZ KLEINEN KREIS -  Die Hauptschule Isernhagen startete dieses Schuljahr mit nur fünf Schülern in der fünften Klasse.
NP, 05.04.2002  Hauptschulen : Schule: Rektorenstellen werden wieder besetzt ..  Insgesamt werden in Niedersachsen 87 bisher gesperrte Rektorenstellen neu besetzt.   
GRÜNE, 02.04.2003 : Landesprogramm zur Stärkung der Hauptschule fortführen  CDU/FDP-Regierung stellt Finanzierung der SozialarbeiterInnen an Hauptschulen ein
HAZ, 07.06.2002  Hauptschulen : Metaller bieten Schülern eine Chance   ..     Mit den Handwerksmeistern werden Schüler zum Beispiel Winkel feilen oder technische Zeichnungen anfertigen.

NP, 12.11.2005    Stirbt die Hauptschule jetzt aus?   Problemfall Hauptschule – die aktuellen Schülerzahlen entfachen die alte Diskussion um das Sorgenkind im Bildungssystem. Experten fordern Alternativen
HS Isernhagener StrSelektierung zu früh“
VON NORA LYSK
HANNOVER. Restschule, Abstellgleis – die Hauptschule steht in der Kritik. Nur noch 8,9 Prozent der Fünftklässler besuchen in Hannover eine Hauptschule. Dem gegenüber stehen 23,4 Prozent Hauptschulempfehlungen.
„Da droht etwas, auf das wir reagieren müssen“, bestätigt Hannes Schott, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Schule der Stadt. Von zwölf hannoverschen Hauptschulen gäbe es bereits vier mit nur noch einer fünften Klasse. „Das ist eine Größenordnung, die pädagogisch nicht zu rechtfertigen ist“, meint Schott. Spätestens nach diesem Schuljahr müsse über Alternativen nachgedacht werden: „Es ist denkbar, Formen zu kombinieren“, sagt er. Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen hätte sich bereits bewährt. Eine Alternative, die nicht nur der Stadt als Lösung vorschwebt. Auch Richard Lochte, Stadtelternratsvorsitzender, bevorzugt dieses Konzept. „Uns schwebt schon seit Jahren die Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen vor“, sagt Lochte. „Ein integrierendes Konzept, das endlich auch die frühe Selektion nach der vierten Klasse abschafft“, so Lochte.
Denn genau daran scheitere die Hauptschule in Zukunft, meint auch der Jugendpsychologe und Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann. „Diese frühe Selektierung ist fatal“, so Bergmann. Er verstehe viele Eltern, die den Schullaufbahnempfehlungen der Lehrer nicht folgen würden. „Ich rate ihnen sogar dazu.“ An der Hauptschule gäbe es mittlerweile ein ganz eigenes Milieu, dem sich viele Kinder schnell anpassen würden
Margitta Rudolph„Es fehlt die gesellschaftliche Akzeptanz“
Dr. Margitta Rudolph ist Vizepräsidentin und Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim. Sie war auch beratend für die ehemalige Landesregierung tätig.
Auf jeden Fall ist sie in Gefahr. Keine Schulform ist so belastet wie die Hauptschule. Die Kehrseite spiegelt das Gymnasium, das sich „zu Tode siegt“. 50 Prozent Gymnasiasten in Städten sind unrealistisch, die Begabungen der Schüler können sich nicht so sehr verändert haben.
Woran könnte das liegen?
Die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber der Hauptschule fehlt. Arbeitgeber greifen vermehrt auf Realschüler zurück. Auch wenn Praxistage und die Stärkung der Kernfächer, wie jetzt von der Landesregierung vorgesehen, durchaus positiv sind – sie werden diese Schule nicht retten.
Gäbe es denn Alternativen?
Natürlich. Doch die werden von der Landesregierung nicht gefördert. Die Sekundarschule beispielsweise, mit gemeinsamer Haupt- und Realschule. Man darf nicht vergessen: Der Rückgang der Hauptschüler heißt auch Schließung von Standorten, weitere Wege für Schüler und höhere Belastungen für die Kommunen durch zusätzlichen Bustransfer. Dies wird langfristig für keinen der Beteiligten effektiv sein.
FOTO:
IM GANZ KLEINEN KREIS -  Die Hauptschule Isernhagen startete dieses Schuljahr mit nur fünf Schülern in der fünften Klasse.
 
NP, 05.04.2002  Hauptschulen : Schule: Rektorenstellen werden wieder besetzt   Stärkung für selbstständige Haupt- und Realschulen: CDU hebt Sperrung für Rektorenstellen auf.       Kultusminister Bernd Busemann macht weiter Tempo. In der Region Hannover will er 16 unbesetzte Schulleiter- und Vertreterstellen an Haupt- und Realschulen wieder besetzen. Insgesamt werden in Niedersachsen 87 bisher gesperrte Rektorenstellen neu besetzt.                „Die Leistungsfähigkeit einer Schule steht mit einer qualifizierten Schulleitung“, so Busemann. Mit der Wiederbesetzung der von der SPD gesperrten Stellen will der Minister die einzelnen Schulformen des von der CDU favorisierten dreigliedrigen
 Systems stärken.             In Hannover bekommt die Hauptschule (HS) Bemerode wieder einen Rektor. Die Stelle ist seit August 2001 frei. An weiteren sechs Schulen im Stadtgebiet werden Konrektoren-Stellen ausgeschrieben. So bekommt die Schulleiterin der HS Isernhagener Straße wieder einen Vertreter.             „Schön, aber hoffentlich meldet sich auch jemand“, sagt Rektorin Brigitte Behrens skeptisch. Die Zulage als Konrektor sei im Vergleich zur Mehrarbeit sehr gering.              In der Region sollen die Schulleiterstellen für die Gerhard-Hauptmann-Schule in Springe sowie die Realschulen Burgdorf, Isernhagen, Lehrte und Bad Münder wieder besetzt werden. Außerdem werden vier Vize-Rektoren in der Region gesucht.            
Die CDU will die von der SPD eingeführten Präsenztage für Lehrer wieder abschaffen. Die Verpflichtung zum Dienst während der Ferien sei als Misstrauen empfunden worden, so der schulpolitische Sprecher der CDU, Karl-Heinz Klare. Vertrauen solle hergestellt werden. An den Schulen stieß die Ankündigung indes nicht auf Gegenliebe.         „Wir sind entsetzt“, so Rektorin Behrens. „Das sind fünf wertvolle Tage, in denen wir uns in Ruhe aufs neue Schuljahr vorbereiten. Alle schätzen das.“ Niemand begreife es als Misstrauen. „Das sind alte Kamellen.“   HANNOVER, VON JULIA PENNIGSDORF
GRÜNE, 02.04.2003 : Landesprogramm zur Stärkung der Hauptschule fortführen  CDU/FDP-Regierung stellt Finanzierung der SozialarbeiterInnen an Hauptschulen ein  Auf scharfe Kritik bei den Landtagsgrünen stößt die Absicht der Landesregierung, das Lan-desprogramm zur Stärkung der Hauptschulen auslaufen zu lassen.          "Im Wahlkampf hat die CDU noch versprochen, die Hauptschulen zu stärken," sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Mittwoch in Hannover. Jetzt habe Finanzminister Möllring im Landtag angekündigt, die Kofinanzierung von Sozialarbeiterstellen in den Haupt-schulen einzustellen. Korter forderte den Kultusminister auf, diese Entscheidung seines Ka-binettskollegen nicht hinzunehmen.          "Die SozialarbeiterInnen sind für das soziale Leben an den Hauptschulen unverzichtbar", so die Grünen-Politikerin. Diese Strukturen an den Hauptschulen dürften nicht zerschlagen werden. Die finanzgebeutelten Kommunen seien nicht in der Lage, die SozialarbeiterInnen an den Schulen allein zu bezahlen. "Wer von der Stärkung der Hauptschule redet, wird völlig unglaubwürdig, wenn er gerade dort als erstes den Rotstift ansetzt," sagte Korter.     Ik/kn 
Hauptschulen: Metaller bieten Schülern eine Chance
HAZ, 07.06.2002  Hauptschulen : Metaller bieten Schülern eine Chance      Hannovers Metallhandwerker haben ein Problem. „Wir gehören nicht zu den Modeberufen, deshalb finden wir nie  genug Auszubildende“, sagt Hans-Norbert Kuni, Innungsobermeister der Metallbauer und Feinwerkmechaniker.           Viele Jugendliche hätten keine Vorstellung von dem Beruf, der früher als Schlosser bekannt war. Die Innung will das jetzt ändern und hat mit der  Ada-Lessing-Schuleeinen Vertrag geschlossen. „Unsere Handwerker wollen in den Klassen den Berufsalltag vermitteln. Auch wenn Schüler so feststellen, dass das nichts für sie ist, ist das ein Gewinn. Sie entscheiden sich dann wenigstens nicht für die falsche Ausbildung“, sagt Kuni. Die Innung will Werkzeug und Material für den Werkunterricht bereitstellen, Praktika und Besichtigungen rganisieren.       Bei der Ada-Lessing-Schule stießen die Metaller auf offene Ohren. „Wir brauchen Kontakt zu Betrieben, die unseren Schülern eine realistische Chance bieten“, sagt Uwe Schröter, der Leiter der Bothfelder Hauptschule. Die Berufskenntnisse der Schüler seien auf wenige gängige Berufe wie Kfz-Meister begrenzt. „Die Schüler träumen von Bürojobs – und das mit  Hauptschulabschluss. Allein mit Worten bekommen wir sie von diesen Vorstellungen nicht weg“, sagt Konrektorin Christa Lüdemann.        Mit den Handwerksmeistern werden Schüler zum Beispiel Winkel feilen oder technische Zeichnungen anfertigen. Dazu kann auch gehören, im Betriebspraktikum etwa den Stress beim Messeaufbau mitzuerleben. „Wir wollen zeigen, dass Lernen sich lohnt. Wenn Schüler das erkennen, haben sie später Chancen, einen qualifizierten Beruf zu ergreifen“, sagt Obermeister Kuni. Die Innung plant auch Kooperationen mit einer Realschule und einem  Gymnasium.    bil      (HAZ, 07.06.2002) Veröffentlicht 06.06.2002 19:55 UHR

INFORMATIONSTAGE 2005

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