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VON
JULIA PENNIGSDORF HANNOVER. Kinder aus Brasilien,
Indien und Australien spielen Hockey, ein Mädchen mit Kopftuch schmökert
in einem Buch, über den sonnenüberfluteten Schulhof schallen
englische Sprachfetzen. Dieses Bild bot sich gestern Ministerpräsident
Christian Wulff und Kultusminister Bernd Busemann, als sie die Internationale
Schule in der Bruchmeisterallee am Maschsee besuchten.
Eingeladen hatten die englische Schulleiterin Patricia Baier und der Vorsitzende
des Aufsichtsrates der privaten Schule, Werner Michael Bahlsen. Sie wollen
die 1996 in Hannover gegründete Schule vorstellen. „Ich möchte,
dass Herr Wulff diese Schule kennen lernt und ihren Gedanken unterstützt“,
sagte Bahlsen, dessen drei Kinder auf die Schule gehen.
Zurzeit besuchen 350 Kinder aus 27 Nationen das ehemalige Ratsgymnasium
gegenüber vom Schützenplatz. Vom Kindergarten bis zur 12.
Klasse ist Englisch die Unterrichtssprache, die Abschlüsse sind weltweit
anerkannt und standardisiert. Rund um den Globus gibt es heute in fast
jeder Großstadt eine Internationale Schule.
„Ohne eine solche Schule kämen keine internationalen Führungskräfte
nach Hannover. Die fragen doch zuerst, wo sie ihr Kind hinschicken
können“, sagte Bahlsen und rannte bei Wulff damit offene Türen
ein: „Die Schule ist für die Wirtschaft in der Region unersetzlich.
Es sichert Standorte großer Firmen, wie zum Beispiel der TUI oder
VW“, sagte er. „Ich hoffe, dass es uns gelingt, die Absolventen
dieser Schule emotional an Niedersachsen zu binden. Sie sind ein wahrer
Schatz.“ Auch
Busemann begrüßte das Konzept der Schule, von dem Bahlsen lobend
hervorhob, es gehe in erster Linie um die Persönlichkeitsbildung
der Schüler und erst dann um Wissensvermittlung. „Schulen
in freier Trägerschaft sind eine wichtige Ergänzung zum staatlichen
System. Sie beleben das Geschäft“, befand der Kultusminister.
Doch bei aller Einigkeit gab es auch einiges zu besprechen. An der Anerkennung
mancher Abschlüsse in Deutschland hapert es noch. Außerdem
macht sich Werner Michael Bahlsen für die Gründung neuer Standorte
der Internationalen Schule in Göttingen und Braunschweig stark.
Ein Vorhaben, das den Elan von Wulff und Busemann ein wenig bremste.
„Es gibt auf diesem Gebiet viele Konkurrenten“, sagte der
Ministerpräsident vorsichtig, und sein Minister ergänzte: „Den
Staat kommt das Modell deutlich teurer als eine normale Schule.“RUNDGANG
DURCH DIE INTERNATIONALE SCHULE: Ministerpräsident Christian Wulff
(rechts), Schulleiterin Patricia Baier, Aufsichtsratschef Werner Michael
Bahlsen im Gespräch mit den Zwölftklässlerinnen Milana
von Cramm (links) und Simone Westermann. Foto: Behrens
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