KLASSENFAHRTEN -  Dokumentation Stadtelternrat Hannover
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HAZ, 21.02.2007 Region: Wir werden strenger Schulfahrt-Urteil hat Folgen Ein Vater aus Seelze hat den Eltern in Stadt und Umland möglicherweise einen Bärendienst erwiesen: Sie müssen damit rechnen, dass ihre Kinder künftig kaum noch außerhalb des jeweiligen Schulbezirks unterrichtet werden können. >> Schulfahrt

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Süddeutsche Zeitung, 14.09.2005      Die Klassenfahrt zahlt das Job-Center
Was die Behörden bedürftigen Schülern zahlen und warum es von Bundesland zu Bundesland Unterschiede gibt. Von Rolf Winkel   Knapp 6,6 Millionen Menschen erhielten im August 2005 Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld. Etwa 1,9 Millionen davon waren minderjährig - zumeist Schüler. Viele fragen sich, welche Ansprüche sie bei den Ämtern haben. Ein Überblick zu Beginn des neuen Schuljahres.   Welche Regelsätze stehen den Schülern zu, deren Eltern Arbeitslosengeld II beziehen?   ...   Gibt es daneben noch einmalige Leistungen wie im früheren Bundessozialhilfegesetz?   ....     Welche Regelungen gelten für Klassenfahrten?  .... Wie hoch fallen die Zuschüsse aus?  ...  Gibt es Zuschüsse für Schulbücher? ...    Was gilt für Fahrtkosten zur Schule?  ....   Beteiligen sich die Ämter an der Erstausstattung bei der Einschulung?  ....

ALG  II: Mehrtätige Klassenfahrten werden unterstützt
Bislang verweigern die Behörden an Vielfach verweigern die Behörden die Kostenübernahme bei mehrtägigen Klassenfahrten (hierzu zählen auch Kursfahrten in der Oberstufe) oder unterstützen sie nur almosenartig ("ausnahmsweise").
Dabei nennt
1. selbst die offizielle Broschüre zum Alg II aus Nürnberg die Leistung für die Klassenfahrten und läßt
2. das Gesetz in dieser Frage keinen Spielraum offen. So heißt es im § 23 Abs. 3 SGB II "Leistungen für ... 3. mehrtägige Klassenfahrten ... sind nicht von der Regelleistung umfasst. Sie werden gesondert erbracht."

 Auch diese Klarheit hindert die Behörden vielerorts nicht, die Finanzierung von Klassenfahrten abzulehnen, so auch in Oldenburg.

Es wäre also u.E. gut, wenn beiliegende Infos (Text s.u. und als Anlage)  weiter verbreitet werden würden und nicht nur in der ALSO-Beratung abrufbar sind.  Siehe auch
  www.also-zentrum.de

VW-MuseumNP, 10.09.2005  Teurer Spaß Klassenfahrt        Harz und Nordsee war einmal: Heute gehts auf Klassenfahrt schon mal nach London, Malta oder Rom. Dabei kennt auch der Preis keine Grenzen, und die Eltern müssen immer tiefer in die Tasche greifen. Kultusminister Bernd Busemann kritisiert die teuren Fernziele und ermuntert die Eltern zu Beschwerden.     
Malta, Rom und Florenz: Die kostspieligen Ziele    
von NORA LYSK  
  HANNOVER. Teures Vergnügen: Eine 13. Klasse wollte für 550 Euro nach Malta. Problem: Die Eltern konnten nicht zahlen und beschwerten sich bei Kultusminister Bernd Busemann.       Immer mehr Schulklassen steuern teure Fernziele an. Das Hannah-Arendt-Gymnasium, Barsinghausen, fährt zum Beispiel dieses Jahr nach Florenz. „Niemand wird verpflichtet, an der Fahrt teilzunehmen“, sagt Schulleiter Manfred Franke.       Für Christoph Walther, Schulleiter der IGS Linden, geht es zusammen mit seinen Schülern des 13. Jahrgangs nach Rom. Er sagt: „Mehr als 200 Euro darf so eine Auslandsfahrt auf keinen Fall kosten.“ Schließlich stehe hier der pädagogische Wert, nicht die Exklusivität im Vordergrund. Und auch ihm fällt auf: „Alles wird teurer, und vielen Eltern fällt es immer schwerer, diese zusätzlichen Kosten aufzubringen.“         Richard Lochte, Vorsitzender vom Stadtelternrat, kritisiert ebenfalls die kostspieligen Fahrten: „Früher sagten wir immer, mehr als 180 DM darf eine Klassenfahrt nicht kosten.“ Heute komme ein Lehrer für diesen Preis nicht mal bis an die Nordsee. „Tatsache ist, dass vor allem die Fahrten der gymnasialen Oberstufen sehr teuer sind“, sagt Lochte. Sein Rat: Eltern, die nicht in der Lage seien, die Kosten für die Klassenfahrt zu tragen, sollten sich an die Schulen wenden. „Es gibt keine offiziellen Stellen, die helfen, dafür haben viele Schulen Fördervereine, die einspringen.“           Dieses Prinzip wendet auch das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg an: „Bisher haben wir es immer geschafft, dass alle Kinder mitfahren können“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Matthias Pinzel. Er achtet genau auf die Preise der von ihm zu genehmigenden Klassenfahrten: „Wir haben extra Obergrenzen von 200 Euro festgelegt“, sagt er.              Auch die Tellkampfschüler fahren in die Ferne: zuletzt für 330 Euro nach Budapest. „Bei Geldproblemen springt der Förderverein ein“, sagt Schulleiterin Helma Kasenburg. Sie weiß aber auch: „Viele Schüler bleiben freiwillig zu Hause, weil sie das Geld lieber für andere Dinge ausgeben.“

BILD - PÄDAGOGISCH WERTVOLL: Das Volkswagen-Auto-Museum in Wolfsburg gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in Niedersachsen.


NP, 10.09.2005      Busemann empfiehlt Klassenfahrten nach Niedersachsen        VON DIRK RACKE          HANNOVER. Zu teure Klassenfahrten: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) rief gestern zum Maßhalten auf. „Ich appelliere an alle Eltern, Lehrer und Schulleitungen, eine gewisse Sensibilität zu wahren und zu hinterfragen, ob Klassenfahrten zu weit entfernten Zielen wirklich sein müssen.“          Bei der jüngsten Beschwerde im Ministerium hatte sich eine 13. Klasse für eine Fahrt nach Malta entschieden. Kosten pro Person: 550 Euro. „Das kann Eltern schon zum Schlucken bringen“, so der Minister. Klassenfahrten nach London und Rom seien ähnlich teuer.          Der Minister hat bei diesen Fahrten keine Weisungsbefugnis. Die Erlasslage sei aber klar, betonte Busemann: Nur Fahrten von Abschlussklassen sollten ins Ausland gehen, Ausnahmen müsste die Schulleitung genehmigen.            Busemann: „Ich ermuntere die Eltern, ihre Bedenken vorzutragen, wenn ihnen die Beiträge zu hoch sind.“ Wem das vor anderen Eltern vielleicht unangenehm sei, der solle sich direkt an den Lehrer wenden oder an die Schulleitung schreiben – „notfalls auch anonym“, rät auch Helga Akkermann, Vorsitzende des Schulleitungsverbandes und Leiterin der KGS Sehnde.        Mit Touristik hätten Klassenfahrten jedenfalls nichts zu tun, betont der Minister. „Sie dienen pädagogischen Zielen.“ Und die ließen sich auch in der Nähe verwirklichen. Erst Ende 2004 hatte Busemann eine Internetplattform für Schulausflüge und Klassenfahrten in Niedersachsen freigeschaltet. Die Seite wird nach Ministeriumsangaben inzwischen rund 10 000-mal im Monat angeklickt.     www.schule-entdeckt- niedersachsen.de

HAZ, 10.09.2005    2005  Lieber an die Nordsee?     Klassenfahrt ist oft zu teuer       Kultusminister Bernd Busemann hat jetzt teure Klassenfahrten ins Ausland kritisiert – und trifft bei einem Teil der Eltern und Lehrer in Hannover den Nerv. Ein Gymnasium in Hannover habe vor einem Jahr für die Oberstufe eine Skifreizeit für 600 Euro angeboten, berichtet Stadtelternratsvorsitzender Richard Lochte. „Ich weiß, dass einige Schüler wegen des Preises nicht mitgefahren sind. Das ist immer die letzte Lösung, die Eltern noch bleibt.“ Die teuren Vorschläge stammten jedoch keineswegs immer vom Lehrer, sagt Lochte. Von der neunten Klasse an werde den Schülern häufig Mitsprache eingeräumt. „Die Kinder möchten das unbedingt und freuen sich darauf. Und die Eltern sind in der Zwickmühle.“        In den fünften und sechsten Klassen kosten die Fahrten ins Landschulheim oder an die Nordsee oft 120 bis 150 Euro. Die Goetheschule macht mit den neunten Klassen Erlebnispädagogik im Harz oder Bayerischen Wald für 200 Euro. Für eine Woche in England zahlen die Zehntklässler an der Wilhelm-Raabe-Schule 300 Euro. Richtig teuer wird es dann oft bei den Studienfahrten im 13. Jahrgang nach Rom, Schottland oder Sizilien, die bis zu 500 Euro kosten.       „Ich weiß von Eltern anderer Schulen, die ihren Kindern Geld zahlen, damit sie nicht mitfahren“, sagt Waltraud Libal, Elternvertreterin der Bismarckschule. Dabei böten viele Schulfördervereine diskret Hilfe an. „Manche Eltern scheuen sich aber, diesen Weg zu gehen.“ Einige Schulleiter verweisen darauf, dass die Fahrtkosten auf dem Elternabend besprochen werden. „Aber gerade Eltern mit geringem Einkommen sagen dann nichts“, hat Libal beobachtet.          Brigitte Schneider-Pachaly, Leiterin der Wilhelm-Raabe-Schule, hatte sich bereits vorgenommen, das Thema in ihrer Schule anzusprechen. „Manche Lehrer haben zwei oder drei Fahrten pro Jahr, die wir ja selbst zahlen. Das können wir einfach nicht mehr.“ bil

NP, 10.09.2005    Die TOP TEN     Die zehn beliebtesten Ziele für Schulausflüge und Klassenfahrten in Niedersachsen:     Volkswagen-Auto-Museum in Wolfsburg   -   Erlebnispädagogik in Hohegeiß (Harz) mit Waldzeltplatz, Kletterturm, Hochseilpark und weiteren Angeboten   -   Nationalpark-Haus Norderney   -    Varusschlacht-Museum und archäologischer Park in Kalkriese bei Osnabrück   -   Schullandheim der Conrad-Hinrich-Donner-Stiftung in Cuxhaven    -   Schullandheim Weser in Bad Eilsen   -   Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld    -    Reiter- und Ferienhof Bonneken-Beel im Emsland    -    Wandern durch die Gipskarstlandschaft Südharz    -   CVJM-Freizeitheim Burlage am Dümmer.

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