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Natürlich,
der Mann ist Programm an ihrer Schule. Aber so richtig anfreunden konnten
sie sich trotzdem nicht mit ihm. Das sind doch nur Pinselstriche
und Müll, dachte auch Sarah Banas, Schülerin des Kurt-Schwitters-Gymnasiums,
lange über die Bilder des hannoverschen Künstlers. Doch inzwischen
ist die Zwölftklässlerin schlauer und wie ihre Mitschülerinnen
Aruna, Claudia, Marina und Julia fast so etwas wie eine Schwitters-Bekennerin
geworden. Die fünf Gymnasiastinnen aus Misburg werden demnächst
auf ganz besondere Weise ihre neu entdeckte Schwäche für den
Dada-Künstler zeigen können: Sie führen andere Schüler
durch die am 8. Oktober beginnende große Schwitters-Ausstellung
im Sprengel Museum. Eine spannende Aufgabe, auf die sie seit Wochen in
der Schule und im Museum vorbereitet werden.
Alles begann vor fünf Jahren mit der Umbenennung der Misburger Schule
in Kurt-Schwitters-Gymnasium. Damit sei es jetzt aber nicht geschehen,
meinte Sprengel-Museum-Chef Ulrich Krempel scherzend, die Schule müsse
sich auch künftig ihrem Namenspatron und seiner Bildersammlung im
hiesigen Museum besonders verpflichtet fühlen. Wir haben Herrn
Krempel ernst genommen, sagt Schulleiter Winfried Bassmann, und
uns als Schülerführer für die große Ausstellung angeboten.
Seit Juni nun stöbern Sarah und die anderen durchs Museum, vergraben
sich im Archiv und arbeiten zusammen mit Kunstlehrerin Manuela Roethe
und den Museumspädagoginnen an kleinen Referaten. Dreieinhalb Monate
lang sollen sie zweimal in der Woche Schülergruppen und einzelnen
Interessierten die Bilder von Schwitters und seinen malenden Kollegen
zeigen.
Wir wollen da nicht stur runterrasseln, was wir wissen, sagt
Julia Berger, es soll schon alles ein bisschen spielerisch und leicht
für die Schüler sein. Kleine Dialoge, Gedichtvorträge
und eigene Materialsammlungen sollen in die Führung mit eingebaut
werden. Julia zeigt auf ein Gewitterbild von Schwitters mit lauter Grautönen
aus Holz und Metall: Hier wollen wir die Jugendlichen erst mal rätseln
lassen, was in dem Bild zu sehen ist und wo Schwitters wohl all die Dinge
gesammelt hat, die er in seinen Collagen verarbeitete. Aruna will
die Besucher unbedingt in den nachgebildeten Merzbau, Schwitters
Hauptwerk, führen: Sie möchte auf all die kleinen Anspielungen
und Andenken des Künstlers in den Ecken und Winkeln aufmerksam machen.
Noch wandern die Museumsführerinnen auf Zeit mit ihren Schulungsmappen
unterm Arm durch die leeren Ausstellungshallen. Bald aber geht es los.
Das war ein ganz toller Blick hinter die Kulissen für uns,
sagt Sarah. Jetzt wissen wir auch, wie viel Aufwand es kostet, so
eine große Ausstellung auf die Beine zu stellen.
Einführung für die künftigen Schwitters-Expertinnen:
Kunstlehrerin Manuela Roethe mit Aruna Neiro, Sarah Banas, Marina Gerstner,
Claudia Skrzynski und Julia Berger (v. li.). Surrey
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