Position des AK Grundschulen  -  Dokumentation Stadtelternrat Hannover
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25.06.2003 Position des AK Grundschule zur Schulreform vom 25.06.2003 (379 KB),
13.08.2001 Pressemitteilung zur Schulreform
12.09.2001 Eltern kritisieren Ministerin
05.09.2001 Eltern wollen über die Laufbahn ihrer Kinder selber bestimmen
HAZ, 12.09.2001,  Schulstrukturreform  ->Schulstrukturreform
Eltern kritisieren Ministerin    "Orientierungsstufe an Grundschule angliedern"
Der Arbeitskreis Grundschulen im Stadtelternrat plädiert dafür, eine ein- bis zweijährige Orientierungsphase nach der Grundschulzeit beizubehalten. Die Eltern schlagen jedoch vor, die Orientierungstufe an die Grundschulen anzugliedern. "In einer Schulform, die nur für zwei Jahre besteht, kneift es an allen Ecken und Enden", sagt Stadtelternratsvorsitzender Richard Lochte.
   Die Abschaffung der Orientierungsstufe lehnen die Elternvertreter ab. Den Grundschulen würde zu viel aufgebürdet, wenn sie nach der vierten Klasse über die weitere Schullaufbahn der Kinder entscheiden sollten. "Das könnten nur besonders gut ausgestattete Schulen leisten", sagt Lochte.  Die Aufgaben der Grundschulen wüchsen jedoch bereits stetig an. "Sie sollen lernverzögerte sowie behinderte Kinder aufnehmen und die Verlässliche Grundschule einführen. Ich befürchte, dass die Grundschulen damit überfordert wreden."
   Der Stadtelternrat fordert deshalb mehr Lehrkräfte. Außerdem sprach er sich entschieden für die Beibehaltung des elterlichen Mitspracherechts bei der Entscheidung über die Schullaufbahn der Kinder aus. Zur Verbesserung der Orientierungsstufe schlagen die Eltern vor, ausreichend Lehrer weiterführender Schulen einzusetzen und genügend Räume für Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau bereitzustellen. 
Auch die Beratung der Eltern solle verbessert werden. "Wir wollen Lernberatungsgespräche wie an der Grundschule", sagt Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Die Angliederung der Orientierungsstufe an die weiterführenden Schulen lehnen die Eltern strikt ab. "Der Wechsel an einen anderen Schultyp ist dann erschwert", meint Lochte.
Kritik übten die Elternvertreter an der "absolut ungenügenden" Informationspolitik der Landesregierung, die die Orientierungsstufe und verschiedene Altenativmodelle untersuchen lässt. "Es ist unerlässlich, der Öffentlichkeit dier Varianten vorzustellen", sagt Lochte.        bil
NP, 05.09.2001
Eltern wollen über Laufbahn ihrer Kinder weiter bestimmen
Hannover.  Der Stadtelternrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Schulstrukturrefom und die Vorstellungen der Landesregierung kritisiert. Er sprach sich dabei für den Erhalt der elterlichen Mitspracherechte bei der Schullaufbahn ihrer Kinder aus.
Der Vorsitzende des Arbeitskreises Grundschulen im Stadtelternrat, Richard Lochte, sagte: "Eine Entmündigung von Eltern durch den Entzug elterlicher Entscheidungsbefugnisse darf nicht stattfinden." Eltern müssten die letzte Instanz bei allen Entscheidungen sein.
Beklagt wurde eine "absolut ungenügende" Informationspolitik des Kultusministeriums und der Landesregierung: "Den wenigsten Eltern ist bekannt, wie viele und welche Strukturmodelle derzeit geprüft werden", meinte Lochte. Der Staddtelternrat forderte deshalb, einer breiten Öffentlichkeit die verschiedenen Varianten vorzustellen und ihre speziellen Unterschiede zu erläutern.
Statt der derzeitigen Strukturdebatte müsse eine längst überfällige Qualitätsdebatte geführt werden. Nur so könne man dem Bildungsnotstand angemessen begegnen. Der Stadtelternrat wies darauf hin, dass eine Verbesserung der Bildungsqualität vor allem mehr Personal erfordere.
Lochte: "Auf jeden Fall müssen mehr Lehrkräfte in den Schulen eingesetzt werden." Dabei sei es unerlässlich, deren Aus- und Weiterbildung an die veränderten Bedürfnisse anzupassen. Position des Stadtelternrates: "Die Lehrerversorgung ist in der Vergangenheit deutlich heruntergefahren worden. Wir haben heute den Standard wie in den 70er Jahren."   KRW 

Pressemitteilung zur Schulreform

Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Schulstrukturreform und den Vorschlägen der Landesregierung nimmt der Arbeitskreis Grundschulen im Stadtelternrat Hannover wie folgt Stellung:

In der derzeitigen Diskussion wird von Seiten des Kultusministeriums immer wieder betont, dass es um ergebnisoffene Untersuchungen und den Vergleich verschiedener Modelle geht. Leider ist den wenigsten Eltern bekannt, wie viele und welche Strukturmodelle derzeit geprüft werden. Unserer Meinung nach wäre es unerlässlich einer breiten Öffentlichkeit die verschiedenen Varianten vorzustellen und ihre speziellen Unterschiede zu erläutern. In dieser Hinsicht ist die Informationspolitik der Landesregierung absolut ungenügend.

Des weiteren fällt auf, dass im Hinblick auf die jeweiligen, spezifischen Anforderungen der Städte bzw. der ländlichen Gebiete keinerlei Rücksicht genommen wird. Die notwendige Differenzierung fehlt völlig. Es stellt sich die Frage, ob mit einer derartig vereinheitlichenden Strukturreform, in der unter dem Deckmantel der Chancengerechtigkeit Gleichmacherei betrieben wird, die notwendige Vielfalt an Lösungen möglich ist.

Der Arbeitskreis Grundschulen bemängelt vor allem, dass die derzeitige Strukturdebatte die längst überfällige Qualitätsdebatte verdrängt hat.
Die notwendige Verbesserung der Bildungsqualität braucht vor allem mehr Lehrkräfte!

Die notwendige Verbesserung der Ausbildung im Primar- und 1. Sekundarbereich kann nicht allein über eine veränderte Struktur erreicht werden. Auf jeden Fall müssen auch mehr Lehrkräfte in diesen Schulen eingesetzt werden. Dabei ist es unerlässlich deren Aus- und Weiterbildung an die veränderten Bedürfnisse anzupassen.

Die Mindestanforderungen, die der Arbeitskreis Grundschulen an eine Schulstruktur stellt, sind folgende:
 
Keine Reduzierung der elterlichen Mitspracherechte über die weitere Schullaufbahn ihrer Kinder.
Freies Wahlrecht der Schulform.
Ausweitung der Informations- und Beratungspflicht der Lehrer.

Es kann nicht hingenommen werden, dass zu irgend einem Zeitpunkt eine Entmündigung der Eltern durch den Entzug elterlicher Entscheidungsbefugnisse stattfindet.
Die Eltern müssen die letzte Instanz bei allen Entscheidungsmöglichkeiten bleiben.
Eine ausreichende Prognosesicherheit in Verbindung mit der notwendigen Akzeptanz durch die Eltern ist unseres Erachtens nur durch eine ausreichende, das heißt ausführliche, qualifizierte Information und Beratung der Eltern durch die Lehrer möglich. Die einfache Erstellung eines Gutachtens und/oder einer sogenannten Laufbahnempfehlung reicht nicht. Vielmehr ist eine für Eltern und Lehrer verpflichtende, gemeinsame Beratung (wie sie zum Teil während der Zeugnisgespräche einiger Schulen durchgeführt wird) die unerlässliche Basis für eine begründete und prognosesichere Entscheidung der Eltern.

Kein Selektionsdruck in den ersten 4 Schuljahren.
Der Arbeitskreis Grundschulen spricht sich mehrheitlich für die Beibehaltung einer maximal 2jährigen Orientierungsphase ab Klasse 5 aus. Die erste Laufbahnberatung und ggf. -entscheidung soll nach Klasse 5 erfolgen.
In diesem Zusammenhang geht der Arbeitskreis Grundschulen mehrheitlich davon aus, dass eine an die Grundschule angeschlossene Orientierungsphase (im Sinne einer Primarschule) vorteilhaft wäre. Der Erfolg dieser Primarschule ist jedoch daran gebunden, dass erstens eine ausreichende Anzahl von Lehrkräften weiterführender Schulen in die Primarschule eingegliedert wird und zweitens die entsprechenden räumlichen Strukturen geschaffen werden, um die notwendige innere Differenzierung zu ermöglichen. Vor allem die individuelle Förderung aller Schüler gemäß ihrer Fähigkeiten und Neigungen, muss durch mehr Lehrkräfte sowie die Einstellung von Sozial- und Sonderschulpädagogen an den Schulen sichergestellt werden.

Erhalt vielfältiger Wahlmöglichkeiten.
Der Arbeitskreis Grundschulen spricht sich weiterhin für die Beibehaltung einer größtmöglichen Vielfalt von Schultypen aus. Statt einzelne Schultypen (wie z.B. Hauptschulen) zu stigmatisieren müssen vielmehr die Voraussetzungen geschaffen werden, dass über verbesserte Schulprofile und spezielle Ausbildungsangebote die jetzt benachteiligten Schulen gestärkt werden.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung

Mit freundlichen Grüße

Richard Lochte

Arbeitskreis Grundschulen im Stadtelternrat Hannover
c/o Richard Lochte, Redenstraße 2, 30171 Hannover, Tel.: (0511) 81 21 55 / dl.: (0511) 762 – 48 49
e-mail: vorstand@stadtelternrat-hannover.de
 
 

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