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Von Birgit Würdemann
Langsam beginnt für die Lutherschule die heiße Phase des
Umbaus zur offenen Ganztagsschule. Ab dem kommenden August sollen
dienstags und donnerstags die achten bis zehnten Klassen auch nachmittags
die Schulbank drücken. Zuvor können sie in der Schule ein warmes
Mittagessen bekommen. Dass diese Mahlzeit in einer schuleigenen Mensa
mit Küche gekocht wird, ist allerdings noch Zukunftsmusik.
Frisch kochen wäre optimal, sagt Schulleiter Karl-Heinz
Heinemann. Aber bis zur Fertigstellung eines Anbaus dort, wo bis jetzt
ein Behelfspavillon steht, werden noch mindestens vier Jahre vergehen,
wie der Schulelternrat in seiner jüngsten Sitzung erfahren hat. In
der Zwischenzeit gibt es jeden Mittag Essen auf Rädern
eines schulerfahrenen Cateringunternehmens. Ab dem 5. Mai darf dieses
sich bewähren. Die Schule will bei einem Probelauf feststellen, ob
den Lutherschülern das Essen schmeckt.
Welche Fächer zu den Nachmittagsangeboten gehören werden, ist
noch völlig offen. Fest steht aber, dass das Kollegium personell
verstärkt wird. Die Landesschulbehörde teilt auf Anfrage
mit, dass die Erhöhung der Sollstunden bei den anstehenden
Personalmaßnahmen berücksichtigt wird. Schulleiter Heinemann
bestätigt, dass ihm die Behörde neue Lehrkräfte versprochen
hat.
Für den Ganztagsbetrieb erhält die Schule ein Jahresbudget
von 33 960 Euro, die für 2008 anteilig gezahlt werden. Die Stadt
werden die erforderlichen Bauarbeiten für eine Mensa und einen Freizeitbereich
weitere 1,4 Millionen Euro kosten. Diese Summe ist nach Auffassung des
städtischen Fachbereichs Bildung, der den Schritt der Lutherschule
zur offenen Ganztagschule begrüßt, gut investiert.
Längst reichen die 30 Vormittagsstunden nicht mehr aus, um den Pflichtunterricht
dort unterzubringen. Neu sind zudem zusätzliche fünf Wochenstunden,
die die Schüler ab der fünften Klasse an einer Arbeitsgemeinschaft
teilnehmen müssen. Die Lutherschule will deshalb den Nachmittagsunterricht
an fünf Tagen in der Woche zur Regel machen. Die Mittagspause mit
warmem Mittagessen wird dabei von den meisten Eltern befürwortet
und gefordert. Die Vereine, die die Sporthalle der Schule nutzen, sollen
von dem Ganztagsbetrieb nicht betroffen sein. Stadtsprecherin Susanne
Stroppe berichtet, die Halle würde wochentags erst ab 18 Uhr von
Vereinen belegt. Wir gehen davon aus, dass es zu keinen Beeinträchtigungen
kommt, sagt sie.
Mit einem umfangreichen Angebot von Förderprojekten und Freizeitaktivitäten
am Nachmittag will das Nordstädter Gymnasium seinen Bildungsauftrag
um integrative Jugendarbeit im Stadtbezirk erweitern. Für den
neuen Schulleiter gibt es allerdings noch viel Arbeit, bis der neue Stundenplan
steht. Gedanklich sind wir schon voll dabei, sagt Studiendirektor
Heinemann. Die Entscheidung für den richtigen Essenslieferanten sei
ein erster Schritt.
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