PRESSESPIEGEL Juni 2008
 
NP, 28.06.2008 Wenn Politik Schule macht ... gegen Eltern der KGS Barsinghausen.

Setzt Stadtrat neuen Rektor durch ?

VON ANDREAS KRASSELT

BARSINGHAUSEN. Zoff um die Neubesetzung der Schulleiterstelle an der KGS Barsinghausen: Eltern glauben, dass aus politischen Gründen ein unqualifizierter Bewerber durchgesetzt werden soll.
Im Stadtrat haben CDU und FDP die Mehrheit.
Und während in der Landespolitik die Regierungsparteien in der Gesamtschulfrage teilweise zurückrudern, scheinen sie vor Ort der ungeliebten Schulform wetier Steine in den Weg zu rollen. Das glauben zumindest die KGS-Eltern in Barsinghausen.
Aktuell geht es um den Posten des Schulleiters
. Amtsinhaber Josef Michael Samol geht in den Ruhestand. Um seine Nachfolge tobt ein erbitterter Streit. Drei Bewerber gibt es, zwei davon mit langjähriger Gesamtschulerfahrung. Nummer drei dagegen kommt vom örtlichen Hannah-Arendt-Gymnasium, zeichnet sich durch Kritik an der bisherigen KGS-Pädagogik aus, befürwortet eine vom Schulträger beabsichtigte Reduzierung der Schülerzahl von 1300 auf 800 - und das ist der Favorit des Rats. "Das Kultusministerium hat ihn erst nach Ende der Bewerbungsfrist ins Rennen geschickt", so Elternvertreter Hartmut Peters.
Der Verwaltungsausschuss hat sich für den umstrittenen Kandidaten ausgesprochen, gegen die Empfehlung des Schulvorstands. "Nicht nachvollziehbar", kritisiert auch SPD-Ratsfraktionschefin Kerstin Beckmann. "Die Entscheidung wurde ohne jeden sachlichen und fachlichen Grund gefällt und ist rein politisch motiviert."
Das letzte Wort hat die Landesschulbehörde. Für Garnet Eichholz, Vorsitzende des Stadtelternrats Hannover, wäre deren Votum für den umstrittenen Bewerber aber nichts Ungewöhnliches. "Es ist schon öfter so gewesen, dass die Behörde aus politischen Gründen gegen den Elternwunsch entschieden hat", sagt sie. Die Elternvertreter sehen darin ein Zeichen, dass es mit der beschworenen Eigenständigkeit der Schulen nicht weit her sein kann. >> Goetheschule - KGS Barsinghausen

 
Leserbrief zu HAZ, 27.06.2008 "4600 Plätze an Gesamtschulen fehlen"

Herbert Kastner, Hildesheim, 27.06.2008, (Leserbrief zur Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27.06.08)

In Niedersachsen fehlen an den bereits bestehenden Gesamtschulen in diesem Jahr 4600 Plätze. Damit finden 4600 Anmeldungen keine Berücksichtigung, werden 4600 Kinder und Eltern enttäuscht, müssen 4600 Schülerinnen und Schüler eine andere als die gewünschte Schule besuchen, belasten 4600 Kinder andere Schulen! ,,,, Dass für neue Gesamtschulen fünf Züge verlangt werden sollen, kann nur als Bosheit oder wohl überlegte Verhinderungstaktik gewertet werden. ... Wovor hat diese Landesregierung eigentlich Angst? Tausende von Eltern wollen für ihre Kinder eine Gesamtschule. Immer mehr Schulträger sehen, vielfach unabhängig von der parteipolitischen Richtung, in der Gesamtschule die Chance, das Schulwesen in ihrem Bereich auf Dauer zu sichern und dessen Attraktivität zu erhalten. Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände, der Landeselternrat, der Landesschülerrat, Lehrerverbände - sie alle fordern Änderungen des lähmenden Gesetzentwurfs - ohne Erfolg. Diese Landesregierung und voran das Kultusministerium haben das Vertrauen, das durch die Ankündigung des Ministerpräsidenten geweckt worden war, verspielt. Sie haben damit nicht nur sich selbst, sondern der Glaubwürdigkeit von Politik schlechthin geschadet. Ihrer Verantwortung gegenüber Eltern und Schülern, ihrem Bildungsauftrag sind sie nicht gerecht geworden. Ist das der Weg zu einer "Bildungsrepublik", den die Bundeskanzlerin gewünscht hat? . >> Gesamtschulen Juni 2008

 
HAZ, 27.06.2008 4600 Gesamtschulplätze fehlen in Niedersachsen

Jeder zweite Bewerber wird abgewiesen

Der Ansturm auf die Gesamtschulen ist so groß wie nie zuvor, aber immer mehr Bewerber müssen abgelehnt werden. .... "Im Schnitt ist jeder zweite Bewerber abgewiesen worden", ....Besonders krass ist die Lage an der IGS Schaumburg in Stadthagen. "Wir mussten fast 80 Prozent der Bewerber ablehnen", sagt Schulleiterin Carola Pliska. ....Auch Landeselternratsvorsitzender Matthias Kern warnt vor den negativen Folgen, die die Ablehnung für Kinder und Eltern haben kann. "Wenn der Fünftklässler zu einer Schule muss, die eigentlich nur Plan B ist, wird das für alle Beteiligten schwierig." Nach Meinung der Opposition und Lehrergewerkschaften hat Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann die Enttäuschung mit zu verantworten. Sie habe sich mit der Aufhebung des Neuerrichtungsverbots für Gesamtschulen unnötig viel Zeit gelassen. Die CDU-Politikerin bestreitet das vehement. Da die Anmeldeverfahren noch laufen, sei eine seriöse Bewertung der Zahlen noch gar nicht möglich.
von Saskia Döhner . >> Gesamtschulen Juni 2008

 
NP, 16.06.08 Schülerdemo auf dem Opernplatz

Veranstalter erwarten Donnerstag über 1000 Teilnehmer. Protest gegen zu große Klassen.

VON ANDREAS KRASSELT
HANNOVER. Zu große Klassen, zu wenig Lehrer, zu dichte Lehrpläne – die Liste der Kritikpunkte ist lang. Am Donnerstag wollen Hannovers Schüler auf die Straße gehen.
Beginn der Protestveranstaltung ist um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz. Zur Einstimmung haben sich zwei Schülerbands angekündigt. Schüler- und Studentenvertreter werden kurze Statements abgeben. Auch die Lehrergewerkschaft GEW, die die Aktion unterstützt, stellt mit dem Vorsitzenden ihrer Fachgruppe Gymnasien, Paul Schubert, einen Redner.
Zum Abschluss der Kundgebung spricht die schulpolitische Sprecherin der SPDLandtagsfraktion, Frauke Heiligenstadt.
Anschließend ist ab etwa 13.40 Uhr ein Protestmarsch zum Kultusministerium geplant.„Wir rechnen mit mehr als 1000 Teilnehmern“, so Diana Braunholz, Tellkampfschülerin, Schülervertreterin im Schulausschuss der Stadt Hannover und Mitorganisatorin der Demo.
Zwölf Schulen hätten sich bislang bereit erklärt, ihren Schülern die Teilnahme freizustellen.„Jüngere bis zur 7. Klasse brauchen allerdings eine Einverständniserklärung der Eltern.“ Das Kultusministerium betont zwar, dass die Schulpflicht nicht aufgehoben ist. Den Schulleitern stehe indes ein gewisser Ermessensspielraum zu.
Die Initiative zu dem Protest sei von der Leibnizschule ausgegangen und habe sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Mittlerweile beteilige sich auch der Stadtschülerrat, so Braunholz. An der Leibnizschule gibt es auch im elften Jahrgang Klassengrößen von bis zu 30 statt der vorgeschriebenen 26 Schüler. Besser sieht es an anderen Schulen auch nicht aus. Vor allem in den fünften Klassen wird aufgefüllt – bis zu 35 Kinder sind keine Seltenheit. Die Schüler fordern daher die Einstellung neuer Lehrer. Aber auch die Wiedereinführung der Lehrmittelfreiheit gehört zu den zentralen Forderungen, ebenso die Rücknahme der Oberstufenreform und die Rückkehr zu einem Kurssystem, in dem sich jeder Einzelne entsprechend seiner eigenen Stärken entwickeln könne. Das Turbo-Abi stellen die Schüler nicht in Frage. Sie fordern jedoch eine nachhaltige Entrümpelung der Lehrpläne und einen verstärkten Ausbau des Ganztagsschulbetriebs.

 
HAZ, 03.06.2008 Schüler planen Demonstration für mehr Lehrer

Hannovers Schüler planen einen umfassenden Protest gegen die Bildungspolitik des Landes. Auf Initiative von zunächst einzelnen Jugendlichen bereiten die Schülersprecher von bisher elf Gymnasien und einer Gesamtschule eine Demonstration vor.

„Wir rechnen mit mehreren tausend Teilnehmern“, sagt Stephan Reinisch von der Leibnizschule. Die Demonstration ist für den am 19. Juni geplant, starten soll sie um 12.30 Uhr.

Auf dem Forderungskatalog der Schüler stehen kleinere Klassen, mehr Lehrer, Entlastung des Lehrplans angesichts des verkürzten Abiturs und Lernmittelfreiheit. „Klassen mit oft deutlich mehr als 30 Schülern vermindern Konzentration und Leistungsfähigkeit“, sagt Reinisch. Außerdem wollen die Jugendlichen eine Rücknahme der Oberstufenreform erreichen. „Unsere Wahlmöglichkeiten sind jetzt sehr eingeschränkt“, sagt Schülersprecher Reinisch. Viele Schüler befürchteten in Zukunft schlechtere Abschlüsse und damit weniger Chancen bei Studien- und Berufswahl.

Die Stimmung sei sehr aufgeheizt, berichtet Benjamin Reetz vom Schülersprecherteam der Tellkampfschule. Die Umsetzung des verkürzten Abiturs sei dilettantisch verlaufen. „Der Lehrermangel hat dramatische Auswirkungen, denn die jüngeren Schüler müssen den Stoff trotz fehlender Lehrer in verkürzter Zeit lernen.“ Reetz geht davon aus, dass mindestens 300 Schüler seines Gymnasiums bei der Demo mitmachen. Ein anderes Gymnasium will sich möglicherweise sogar komplett beteiligen. Die Schülervertretung (SV) der Bismarckschule wiederum hat sich dagegen entschieden. Die Klassengröße sei ein Problem, aber mit der eigenen Oberstufe sei man zufrieden, sagt Sprecher Jan Engelke. Durch die Kooperation mit anderen Schulen gebe es genügend Fächerauswahl. „Wir werden unsere Mitschüler aber auf jeden Fall informieren, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob er zu der Demonstration geht“, sagt Engelke.

Der Stadtelternrat unterstützt die geplante Protestaktion der Schüler und wirbt um eine breite Beteiligung von Eltern. „Es ist eine Initiative der Schüler. Ich finde es gut und richtig, dass sie ihre Rechte einfordern“, sagt Garnet Eichholz, Vorsitzende des Stadtelternrats. Das Gremium will in allen Schulformen Eltern und Schüler informieren. „Ein Großteil der Forderungen, wie die nach mehr Lehrern, betrifft alle Schulen“, sagt Eichholz.

von Bärbel Hilbig

 
HAZ, 03.06.2008 Kommentar: Allein gelassen

Die letzte Schülerdemonstration in Hannover liegt schon etliche Jahre zurück. Wenn jetzt wieder Jugendliche mit der Forderung nach besserer Unterrichtsversorgung an die Öffentlichkeit gehen, muss einiges im Argen liegen.

Ältere mögen sich daran erinnern, dass eine ausgefallene Stunde in der eigenen Jugend oft Begeisterung hervorrief. Heute beunruhigt es die Schüler.

Bei Fachlehrermangel, oft übervollen Klassen und verkürzter Zeit bis zum Abschluss fühlen sich viele offenbar allein gelassen. Sie sehen ihre Zukunftschancen schwinden. Für das Kultusministerium ist der Protest ein schlechtes Zeichen. Es sollte sich schnell kümmern – auch wenn keine Landtagswahlen vor der Tür stehen.

Von Bärbel Hilbig

 
HAZ, 03.06.2008 Land will Turbo-Abi entschärfen

Hannover. Vertreter von Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden haben gestern Abend eineinhalb Stunden über die Entzerrung des Turbo-Abis im Kultusministerium diskutiert. Ergebnis des Runden Tischs mit Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann: Die Zahl der Förderstunden soll 2009 auf zwei pro Woche erhöht werden. Die Neuntklässler sollen stundenmäßig entlastet werden. Dafür sollen die Wochenstunden der Fünft- und Sechstklässler leicht angehoben werden. Ziel ist eine "Gleichverteilung" der Stunden. Außerdem sollen die Klassengrößen verringert werden.

Die jetzigen Neuntklässler sind die Ersten, die 2011 nach nur zwölf Schuljahren ihr Abitur ablegen. Außer ihnen machen dann aber auch zum letzten Mal Schüler nach 13 Schuljahren ihren gymnasialen Abschluss.

Schüler, Lehrer und Eltern hatten das "Turbo-Abitur" immer wieder als eine zu hohe Belastung kritisiert.

Derweil warf die SPD der Landesregierung erneut eine schlechte Schulpolitik vor. Die SPD-Fraktion im Landtag forderte, dass die zehnten Klassen vom kommenden Schuljahr an höchstens 26 statt wie bisher 32 Schüler umfassen. Zudem sollten die Schüler künftig die Wahl haben, ob sie ihr Abitur nach 12 oder 13 Jahren machen. Das "Turbo-Abi" is von der Landesregierung extrem schlecht vorbereitet worden", sagte die schulpolitische Sprecherin Frauke Heiligenstadt. ran

 
NP, 02.06.2008 Kreis Schaumburg plant drei neue IGS, Braunschweig will eine

Als erster Landkreis hat Schaumburg den Bedarf für neue Gesamtschulen erfragt

Hannover. Voraussichtlich ab 1. August können wieder neue Gesamtschulen im Land gegründet weden, jetzt konkretisieren sich erste Pläne. Im Landkreis Schaumurg sei ein Bedarf von mindestens drei weiteren Integrierten Gesamtschulen (IGS) ermittelt worden, berichtete Schuldezernentin Eva Burdorf am Wochenende. 1902 Grundschul-Eltern (28 Prozent) hätten Interesse an einem Platz erklärt. Die Verwaltung schlägt daher die Einrichtung von drei IGS möglichst zum 1. August 2008, spätestens zum 1. August 2009 vor.

Nach dem Gesetzentwurf des Kultusministeriums sollen Neugründungen aber nur unter strengen Bedingungen zugelassen werden. Es müsse etwa sichergestellt werden, dass weiterhin alle anderen Schulformen für die Kinder in der Region erreichbar sind. Zudem sollen neue Gesamtschulen mindestens fünfzügig sein. Die Entscheidung über eine Neugründung fällt der Schulträger. Das Gesetz soll voraussichtlich im Juli vom Landtag verabschiedet werden.

"Durch die Auflagen werden Neugründungen besonders in ländlichen Regionen unnötig erschwert", kritisierte der Vorsitzende des Landeselternrats, Matthias Kern.Wegen fehlender Plätze waren 2007 landesweit mehrere tausend Kinder von Gesamtschulen abgelehnt worden. Diese Situation werde sich wahrscheinlich noch verschärfen, befürchtete Kern. Zum Beispiel gebe es für die Robert-Bosch-Gesamtshule in Hildesheim, die im Dezember den Deutschen Schulpreis erhielt, bereits jetzt eine Warteliste mit mehreren hundert Viertklässlern.

In Braunschweig erarbeitet die Verwaltung derzeit in Konzept zur Errichtung einer vierten IGS in der Stadt. Eine Befragung der Eltern sei nicht nötig, erklärte ein Sprecher. In den vergangenen Jahren hätten jeweils etwa 300 Schüler keinen IGS-Platz bekommen..

In Friesland hat eine Elterninitiative per Umfrage einen Bedarf für 1578 Gesamtschul-Plätze bis 2012 ermittelt. Der Kreis will in Kürze noch einmal die Eltern befragen. "Wir sind guter Dinge, dass es mit der offiziellen Bedarfsermittlung durch den Landkreis nun 2009 mit einer IGS klappt", so eine Elternsprecherin.

Hannoer plant keine Befragung. Die Stadt will erst das Gesetz abwarten.

 

Pressespiegel

Aktuelle Artikel
 
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
2006
2005
im Januar 2004
im Dezember 2003
im Oktober und November 2003
im August und September 2003
im Juni und Juli 2003
im Mai 2003
im April 2003
im März 2003
Dezember 2002 - Februar 2003
September 2002- November 2002
August 2002
Januar 2002 - Juli 2002
Gästebuch
>> mehr Artikel