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| NP 30.04.2003
Schläge: Geldbuße:
Lehrerin muss 3000 Euro zahlen Disziplin
durch Züchtigung: für Angelika S. an der Grundschule Papenschule
(Hameln) ein Mittel, sich Respekt zu verschaffen. Als sich im
April 2002 ein zehnjähriges Mädchen nach einem 200-Meter-Schwimmen
am Beckenrand festhalten wollte, trat sie ihr schmerzhaft auf die Finger.
Ein Elfjähriger bekam einen Schlag auf den Rücken, als
er mit einem Klassenkameraden herumalberte. Ein Bluterguss in der Größe
eines Zwei-Euro-Stückes war die Folge. Kurz darauf zog Angelika S.
eine Zehnjährige an den Haaren, weil diese ihr ins Becken gerutschtes
Schwimmbrett zurückholen wollte.
Wegen dreifacher Körperverletzung und Nötigung wurde die Pädagogin
daraufhin zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt – und wäre
damit vorbestraft gewesen. Dagegen legte S. vor dem Amtsgericht Hameln
Berufung ein – mit Erfolg. Sie muss nun lediglich 3000 Euro Geldbuße
zahlen und gilt damit nicht als vorbestraft.
Das mildere Urteil knüpfte Richter Peter Loeven (60) gestern allerdings
an zwei Bedingungen: Angelika S. musste sich bei den Kindern entschuldigen,
was sie im Gerichtssaal auch sogleich per Handschlag tat, und wurde
verpflichtet anzuerkennen, dass die Schüler die Wahrheit über
Züchtigungen gesagt hatten. Dies hatte S. zunächst bestritten.
Loeven war früher selbst Schüler der Papenschule, kennt auch
das Schwimmbad. „Wir haben dort zu meiner Zeit noch einen mit der Stange
rübergekriegt,
oder gar eine Ohrfeige. Aber die Zeiten sind
Gott sei Dank vorbei”, erinnerte sich der Richter. HANNOVER, VON
ANNETTE ROSE NP,30.03.2003
HAZ 30.04.2003 Die Sportlehrerin trat im Hallenbad einfach zu Eine Sportlehrerin aus Hameln hat in der zweiten Instanz zugegeben, gegenSchüler tätlich geworden zu sein. In der ersten Instanz war sie wegen Körperverletzung und Nötigung verurteilt worden. Pädagogin entschuldigt sich vor Gericht bei ihren Schülern Hannover. Nach einem kurzen, kräftigen Händedruck ihrer ehemaligen Sportlehrerin wich bei den Fünftklässlern auf der Zeugenbank die Anspannung. „Ich entschuldige mich“, sagte die 53-jährige Angeklagte am Dienstag im Landgericht Hannover. Die drei Schüler aus Hameln waren erleichtert, nachdem die Frau mit dem blonden Pferdeschwanz auf sie zugekommen war. Vor einem Jahr mussten die drei Schüler im Schwimmunterricht in der Grundschule noch unter den rabiaten Methoden der Lehrerin leiden. Der zehnjährigen Marina trat Angelika S. mit dem nackten Fuß auf die Hand, als diese sich am Beckenrand festhielt. Trotz erheblicher Schmerzen schwamm das Mädchen weiter, um die 200-Meter-Strecke für ein Sportabzeichen zu schaffen. Im Unterricht eine Woche später wollte die zehnjährige Maria ein weggerutschtes Schwimmbrett zurückholen. Der Lehrerin passte das nicht, sie zog das Mädchen deshalb an den Haaren. An diesem Tag schlug Angelika S. auch den elfjährigen Vincent auf den Rücken. Der Junge hatte der Lehrerin die Stirn geboten, als sie ihm verbot, sich auf einer Matte auf einen anderen Schüler zu legen. Die Lehrerin schlug daraufhin so fest zu, dass der Junge einen Bluterguss in der Größe eines Zwei-Euro-Stücks auf dem Rücken hatte. In der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht gestand die Lehrerin die Taten. Im Februar hatte sie vor dem Amtsgericht Hameln noch alles abgestritten. Das Gericht in Hameln hielt jedoch die Aussagen der Kinder für glaubwürdiger und verurteilte die Lehrerin wegen Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro. Die 7. Kleine Strafkammer in Hannover stellte das Verfahren am Dienstag gegen Zahlung einer Geldbuße von 3000 Euro ein. Die Bezirksregierung Hannover hat die Lehrerin inzwischen an eine Orientierungsstufe abgeordnet. „Über die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wird erst entschieden, wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung. „Zu meiner Zeit gab es einen Schlag mit der Stange“, erzählte Richter Peter Loeven den Schülern. Er war auf dieselbe Grundschule in Hameln gegangen, hatte auch in dem nahe gelegenen Hallenbad Schwimmunterricht gehabt. Seine Einschulung war jedoch bereits 1947. Seitdem hätten sich die Zeiten Gott sei Dank geändert, sagte Loeven. Die Entschuldigung bei den Schülern machte er deshalb zur Bedingung. hem Veröffentlicht 29.04.2003 20:17 UHR Zuletzt aktualisiert 29.04.2003 20:23 UHR |
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