SCHULABBRECHER  - Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
 
HAZ, 19.10.2006 Zahl der Schulabbrecher soll sinken
Bonn (ap). Die Zahl der Schulabbrecher in Deutschland soll schnell sinken: Die Konferenz der Kultusminister einigte sich darauf, den Anteil der Schüler ohne Abschluss nach Möglichkeit zu halbieren. Bisher liegt dieser Anteil bei knapp acht Prozent. Dazu planen die Minister neue Förderangebote und Hilfen, wie sie am Donnerstag als ein Ergebnis ihres Treffens in Bonn mitteilten.
Demnach sollen unter anderem benachteiligte Kinder und Jugendliche individuell gefördert und die Ganztagsangebote speziell für förderungsbedürftige Schüler ausgebaut werden. Netzwerke von schulischen und außerschulischen Partnern sollen die Förderarbeit unterstützen, wie es weiter hieß. Schüler, deren Abschluss gefährdet sei, sollten spezielle Hilfsangebote bekommen, damit sie den Hauptschulabschluss schaffen könnten. Auch die Berufsorientierung werde vertieft.
Kritik kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Es ist nicht geklärt, wie die anvisierte individuelle Förderung für jährlich weit über 100 000 Schülerinnen, Schüler und Auszubildende organisiert und finanziert werden soll“,
sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer. „Die KMK-Beschlüsse riechen danach, dass das Thema pflichtschuldigst abgehakt werden soll.“
Im vergangenen Jahr verließen laut KMK 7,9 Prozent der Schüler die allgemeinbildenden Schulen ohne Abschluss. Der Anteil der Jungen liegt dabei deutlich über dem der Mädchen, besonders betroffen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund.
 
NP, 14.02.2006 Schulstatistik: Landesamt räumt Fehler ein
Der Wirbel um die Statistik hat ein Ende: Das Statistische Landesamt räumte gestern ein, bei der Berechnung der Schulabbrecher-Quote einen Fehler gemacht zu haben. mehr ...

NP, 11-02.2006 Rechnet Busemann Statistik schön ?   VON H. RANDERMANN   HANNOVER. Damit hatte er nicht gerechnet: Noch im November freute sich Kultusminister Bernd Busemann (CDU) über den Niedersachsen-Monitor des Statistischen Landesamtes, wonach die Zahl der Schulabbrecher ohne Abschluss kräftig gesunken sei – von 10,6 auf 7,5 Prozent. Doch nun gibt es Zweifel an der schönen Statistik.      Schaut man sich nämlich nicht nur die Zahl der Abbrecher, sondern auch die der Absolventen an, fällt auf, dass diese 2004 sprunghaft nach oben schnellte. Jahrelang hielt sie sich zwischen 84 000 und 89 000 Absolventen pro Jahr, 2004 schnellte sie auf 116 000 hoch. Die Zahl der Abbrecher blieb dagegen in etwa gleich.      Im Statistischen Bundesamt sieht man die Ursache dafür in einer neuen Art der Zahlenberechnung. So würden seit 2004 in Niedersachsen alle Schüler, die nach der zehnten Klasse den Realschulabschluss erwerben, statistisch als Absolventen erfasst – auch wenn sie aufs Gymnasium gehen und dort auch bis zum Abitur bleiben wollen.

NP, 11-02.2006 Zählen die besten Schüler doppelt ?...   Was war passiert? Niedersachsen zählt Absolventen, die keine sind, heißt es im Statistischen Bundesamt.   mehr ...

HAZ, 11-02.2006   "Busemann trickst bei Schulstatistik"    ... Die Grünen wunderten sich über die guten Zahlen für Niedersachsen, rechneten nach und kamen zu folgendem Ergebnis: Die Abschlüsse von Abiturienten seien seit dem Schuljahr 2003/2004 doppelt gezählt worden. .   mehr ...

NP, 11.02.2006   Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss
   Gütersloh (epd). Immer mehr Jugendliche brechen die Schule ab.... Die Quote der Schulabbrecher bei ausländischen Jugendlichen stieg den Angaben zufolge von 17,1 Prozent im Jahr 2002 auf 22,6 Prozent im Jahr 2003 an. Im Durchschnitt nahm der Anteil der Schulabbrecher insgesamt im gleichen Zeitraum von 6,7 Prozent auf 7,6 Prozent zu.    mehr ...

 
NP, 14.02.2006 Schulstatistik: Landesamt räumt Fehler ein
Von Heiko Randermann
HANNOVER. Der Wirbel um die Statistik hat ein Ende: Das Statistische Landesamt räumte gestern ein, bei der Berechnung der Schulabbrecher-Quote einen Fehler gemacht zu haben.
    „Es ist ein Statistikfehler, und der liegt bei uns“, erklärte gestern Professor Lothar Eichhorn vom Statistischen Landesamt gegenüber der NP. Das Landesamt hatte im November 2005 verkündet, dass die Quote der Schulabbrecher stark gefallen sei – von über neun auf 7,5 Prozent eines Jahrgangs.
    Eine Quote, die aber nur zustande kam, weil die Zahl der Schulabgänger insgesamt anders gezählt wurde. Das hatte das Kultusministerium veranlasst, um einen Unsicherheitsfaktor bei der Erfassung von Schülerbewegungen zu eliminieren: „Vorher haben wir immer Schüler gefragt, bevor sie die Realschule verlassen haben, wohin sie gehen wollen“, erklärt Reinhard Schanz, Ministerialrat im Kultusministerium.
    Das Ergebnis der Befragung war stets unsicher, viele Schüler wussten es zu diesem Zeitpunkt nicht oder wollten sich nicht festlegen. Um das zu ändern, habe man sich darauf verlegt, Schüler nach ihrem Wechsel auf eine andere Schule nach ihrer Herkunft zu fragen – und dabei ehemalige Realschüler als Realschulabsolventen zu erfassen.
Das habe man dem Landesstatistikamt mitgeteilt und gebeten, es in der Statistik zu berücksichtigen. Doch „das haben wir nicht realisiert“, gibt Eichhorn zu. Man habe einfach nach der alten Methode weitergerechnet.
    Kurz vor Veröffentlichung des „Niedersachsen-Monitors“, in dem die Quoten präsentiert wurden, habe das Kultusministerium versucht zu warnen: „Die haben uns gesagt: ‚Leute, eure Zahlen können nicht stimmen’“, so Eichhorn. Doch es sei zu spät gewesen, die Produktion lief bereits. In kommenden Ausgaben des „Niedersachsen-Monitors“ sollen die fehlerhaften Angaben korrigiert werden.

 
NP, 11-02.2006 Rechnet Busemann Statistik schön ?
  VON H. RANDERMANN   HANNOVER. Damit hatte er nicht gerechnet: Noch im November freute sich Kultusminister Bernd Busemann (CDU) über den Niedersachsen-Monitor des Statistischen Landesamtes, wonach die Zahl der Schulabbrecher ohne Abschluss kräftig gesunken sei – von 10,6 auf 7,5 Prozent. Doch nun gibt es Zweifel an der schönen Statistik.
    Schaut man sich nämlich nicht nur die Zahl der Abbrecher, sondern auch die der Absolventen an, fällt auf, dass diese 2004 sprunghaft nach oben schnellte. Jahrelang hielt sie sich zwischen 84 000 und 89 000 Absolventen pro Jahr, 2004 schnellte sie auf 116 000 hoch. Die Zahl der Abbrecher blieb dagegen in etwa gleich.
    Im Statistischen Bundesamt sieht man die Ursache dafür in einer neuen Art der Zahlenberechnung. So würden seit 2004 in Niedersachsen alle Schüler, die nach der zehnten Klasse den Realschulabschluss erwerben, statistisch als Absolventen erfasst – auch wenn sie aufs Gymnasium gehen und dort auch bis zum Abitur bleiben wollen.
    Das Kultusministerium weist den Vorwurf, man habe Schulstatistiken schönrechnen wollen, energisch zurück.

 
NP, 11-02.2006 Zählen die besten Schüler doppelt ?
VON HEIKO RANDERMANN
   HANNOVER. Noch im November klang der Bericht des Landesstatistikamts euphorisch: Eine „äußerst erfreuliche“ Entwicklung gebe es bei den Schulabgängern ohne Abschluss“, steht im „Niedersachsen-Monitor“: Der Anteil dieser Gruppe an allen Schulabgängern habe 2004 stark abgenommen, auf „nur noch 7,5 Prozent“ aller Schulentlassenen. Noch im Jahr davor habe die Quote mit 10,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 8,9 Prozent gelegen. Mit 7,5 Prozent habe man den Sprung auf Platz zwei im Ländervergleich geschafft.
    Doch ein Blick auf die absoluten Zahlen lässt den schönen Schein der Landesstatistiker verwittern (siehe Grafik). Jahrelang hielt sich die Zahl der Schulentlassungen in Niedersachsen relativ stabil. Doch 2004 stieg sie plötzlich um rund 27 000 an. Auch die Zahl der Realschulabsolventen machte einen gewaltigen Sprung um knapp 26 000. Die Zahlen der Abbrecher ohne Abschluss, der Abiturienten und der Absolventen mit Fachhochschulreife blieben dagegen gleich.
    Was war passiert? Niedersachsen zählt Absolventen, die keine sind, heißt es im Statistischen Bundesamt. Hintergrund: Wer die zehnte Klasse des Gymnasiums schafft, hat damit einen Realschulabschluss in der Tasche. Bislang tauchte er damit aber nur in der Statistik auf, wenn er auch tatsächlich die Schule verließ. Seit 2004 wird er auch dann als Absolvent eingerechnet, wenn er weiter aufs Gymnasium geht.
    Die Opposition im Landtag warf Kultusminister Bernd Busemann (CDU) Statistik-Manipulation vor: Dem Minister sei offenbar „alles recht, um seine Misserfolge in vermeintliche Großtaten“ umzudefinieren, sagte Schulexpertin Ingrid Eckel (SPD).
Das Kultusministerium wies die Vorwürfe zurück: Die Berechnung sei Sache des Statistischen Landesamtes, das Ministerium liefere nur die Zahlen. „Bei uns hat sich seit den 70er Jahren nichts an der Zählweise verändert“, so ein Sprecher

 
NP, 11-02.2006 "Busemann trickst bei Schulstatistik"
    Hannover (jö). Wie verlässlich sind Schulstatistiken? Über die Frage ist am Freitag ein heftiger Streit entbrannt. Die Grünen warfen Kultusminister Bernd Busemann (CDU) vor, bei den Zahlen über Schulabbrecher zu tricksen – mit dem Ziel, die Lage in Niedersachsen zu beschönigen.
    Der Hintergrund: Vor einigen Tagen hatte das Landesamt für Statistik mitgeteilt, in Niedersachsen verließen 7,5 Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss. Dies sei bundesweit die zweitbeste Quote, in anderen Ländern gibt es sogar mehr als zwölf Prozent der Schüler ohne Abschluss. Die Grünen wunderten sich über die guten Zahlen für Niedersachsen, rechneten nach und kamen zu folgendem Ergebnis: Die Abschlüsse von Abiturienten seien seit dem Schuljahr 2003/2004 doppelt gezählt worden. Da nicht nur das Abitur selbst, sondern auch der von denselben Schülern zuvor erworbene Realschulabschluss in die Statistik mit einfließe, erhöhe sich rechnerisch die Gesamtzahl der Schulabschlüsse. Zähle man korrekt, komme man auf zehn Prozent Jugendliche ohne Abschluss.

 
HAZ, 13-08.2004 Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss
   Gütersloh (epd). Immer mehr Jugendliche brechen die Schule ab. Jeder 13. Jugendliche habe im vergangenen Jahr keinen Schulabschluss gemacht, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh. Nach einer Untersuchung in elf Kommunen aus drei Bundesländern nahm die Zahl der ausländischen Jugendlichen ohne Abschluss besonders stark zu. Jeder fünfte Jugendliche aus einer Migrantenfamilie verlässt vorzeitig die Schule. Die Quote der Schulabbrecher bei ausländischen Jugendlichen stieg den Angaben zufolge von 17,1 Prozent im Jahr 2002 auf 22,6 Prozent im Jahr 2003 an. Im Durchschnitt nahm der Anteil der Schulabbrecher insgesamt im gleichen Zeitraum von 6,7 Prozent auf 7,6 Prozent zu.     
   Nach Auffassung der Stiftung müssen die Kommunen mehr für die Zukunft der Jugendlichen tun. So sollten Bildungsangebote innerhalb und außerhalb der Schulen stärker vernetzt werden. Außerdem mahnte die Stiftung eine bessere Sprachförderung für Kinder aus Migrantenfamilien an. Untersucht wurden in der Studie Städte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.


mepage des Bundeselternrates
Homepage des Landeselternrates
Homepage des Stadtelternrates Hannover
Homepage des Schulelternrates der IGS Hannover-Linden