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Von Bärbel Hilbig
Mehr Mitbestimmung für Eltern und Schüler soll die gemeinsame
Arbeit mit Lehrern im Schulvorstand vom nächsten Schuljahr an bringen.
Doch bisher sind noch viele Fragen offen. Ziel sei die Verbesserung von
Unterricht und Abschlüssen, sagte Gerhard Krohne vom niedersächsischen
Kultusministerium am Sonnabend vor rund 120 Eltern und einigen Schülern
im Gymnasium Langenhagen. Der Verband der Elternräte der Gymnasien
Niedersachsen hatte zur Diskussion geladen. Krohne riet, die Ergebnisse
der Schulinspektion zu nutzen und eine Bewertung der Schule durch Mitarbeiter,
Schüler und Eltern mithilfe von Fragebögen vorzunehmen. Damit
gewinnt der Schulvorstand Klarheit, wie sich seine Schule entwickeln sollte.
Da müssen die Eltern ja ihren Job aufgeben!, murmelt
eine Zuhörerin. Krohne empfiehlt dem neuen Gremium, sich Schwerpunkte
für ein Schuljahr und einen realistischen Zeitplan zu setzen: Zu
formulieren sei zum Beispiel ein Schulprogramm. Auch sei die Frage zu
entscheiden, wie die Schule neue Spielräume durch den Wegfall von
Erlassen nutzen will. Das muss doch nicht jede Schule selbst
erarbeiten?, fragt eine Mutter ein wenig aus der Fassung. Doch Irene
Kretschmer, Leiterin des Gymnasiums Langenhagen, bestätigt: Doch,
das ist Eigenverantwortliche Schule. Jürgen Thiele von der
Niedersächsischen Direktorenvereinigung rät, mit den Diskussionen
möglichst jetzt zu beginnen. Jeder Schulvorstand muss seine
Rolle selbst definieren. Eines ist jedoch klar: Die Eltern haften
nicht für ihre Entscheidungen im Schulvorstand. Verantwortlich
sei der Schulleiter, betont Krohne. Deshalb hat er Einspruchsrecht
und wird bei finanziellen Fragen genau überlegen.
Dennoch scheint juristisch umstritten, ob in manchen Fällen eher
Schulvorstand oder die Gesamtkonferenz mit ihrer klaren Lehrermehrheit
entscheidet. Alle Gruppen sollten kooperativ zusammenarbeiten,
ohne Konsens sind die Chancen für eine gute Schule gering,
meint Krohne dazu. Konflikte deuten sich bereits an: Ein Vater berichtet
von einem Schulleiter, der den Schulvorstand erst irgendwann 2008 einführen
wolle. Manche Schulleiter haben eine Riesenangst vor der Elternmitentscheidung,
sagt Richard Lochte vom Stadtelternrat Hannover. Eltern hätten
berichtet, dass an mehreren Grundschulen und Gymnasien jetzt noch schnell
ein Schulprogramm verabschiedet werden solle. Die Eltern wurden
kurzfristig damit überrascht.
Doch die Grundstimmung der Eltern am Sonnabend ist positiv. Am Anfang
wird es uns viel Zeit kosten. Aber wir bekommen Gestaltungsmöglichkeiten,
sagt Friedhelm Steidel vom Gymnasium Langenhagen. Manche Eltern befürchten,
Schüler seien schwer zu motivieren. Xenia Kellner, Schülerin
an der Lutherschule, teilt diese Sorgen nicht. Wir Schüler
haben jetzt das Gefühl, wirklich etwas erreichen zu können.
Marco Zacharias, Schüler am Gymnasium Langenhagen, erhofft sich konzentrierte
Diskussionen und mehr Entscheidungsspielraum. Auf der Gesamtkonferenz
mit fast 100 Leuten spricht vor allem der Schulleiter. Das ist ein Abnickgremium.
Zacharias würde am liebsten Schüler bis zur siebten Klasse und
Abiturienten ausschließen. Für den Schulvorstand muss
man Interesse, Kompetenz und Zeit haben.>>
Schulvorstand
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