| STADTELTERNRAT IN DER PRESSE |
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| NP, 14.03.2003 Schulstrukturreform: Stadtelternrat sieht Eltern entmündigt Zweiter großer Streitpunkt der Reform: der Elternwille. Der Stadtelternrat hält den im CDU-Konzept verankerten freien Elternwillen für ein bloßes Lippenbekenntnis. Nach den Vorstellungen der CDU können Eltern von Vierklässlern frei entscheiden, auf welche Schule ihr Kind gehen soll. Droht es dann aber in der fünften Klasse sitzen zu bleiben, sollen die Lehrer entscheiden dürfen, ob der Schüler auf eine niedrigere Schulform gehen muss. "Das ist entgegen aller bisherigen Zusagen von Kultusminister Busemann. Diese Regelung öffnet der Lehrerwillkür Tür und Tor. Unbequeme Schüler werden so nach unten hin abgeschoben" wettert Stadtelternratschef Richard Lochte. Das Argument, das sich überehrgeizige Eltern über fundierte Lehrer-Empfehlungen hinwegsetzen und ihren Kindern dami schaden, lässt er nicht gelten. "Das sind Einzelfälle. Die können nicht dafür herhalten, mehr als 90 Prozent der Eltern zu entmündigen", findet Lochte und setzt sogar noch nach: "Wenn die CDU das durchpeitschen will, werden wir allen Eltern den Klageweg empfehlen." |
| HAZ,
12.03.2003 Schulstrukturreform:„Elternwille
spielt künftig keine Rolle mehr“ Die
Pläne der Landesregierung für das neue Schulgesetz sind in Hannover
heftig umstritten. Heftige Kritik
kommt vom Stadtelternrat. „Nach der fünften Klasse spielt
der Elternwille künftig keine Rolle mehr“, sagt der Vorsitzende
Richard Lochte. „Das ist Bevormundung.“ Unklar ist, ob Hannover
den ehrgeizigen Zeitplan der Reform überhaupt einhalten kann. „Das
wird ein Horrortrip“, meint Hannes Schott vom Fachbereich Schulen der Stadtverwaltung.
Die Orientierungsstufe soll zum 1. August kommenden Jahres aufgelöst
werden.
Nach der vierten Klasse erhalten Eltern eine Empfehlung,
auf welche Schulform sie ihr Kind schicken sollen. Diese Empfehlung ist
aber nicht bindend. Am Ende der fünften Klasse können Lehrer
die Schüler auf eine „geeignetere Schulform“ überweisen.
Das bedeute einen Rückfall hinter die jetzige Regelung, kritisiert Lochte.„Wie sollen die Lehrer nach einem Jahr entscheiden können, was das Richtige für das Kind ist?“ Wichtiger sei es, diagnostische Fähigkeiten der Grundschullehrer zu trainieren und intensive Beratung anzubieten – das würde den Respekt vor der Empfehlung erhöhen und wäre den Eltern eine Hilfe, sagt Lochte. Mit dem Veto-Recht der Lehrer jedoch werde der Elternwille „hinterrücks kassiert“. Offen ist, wie die Schullandschaft in Hannover künftig aussehen wird. Die meisten weiterführenden Schulen leiden unter Raumnot. „Klar ist, dass viele Schulen Außenstellen bekommen“, betont Schul-Experte Schott. Zudem werde es einen verstärkten Andrang auf die Gymnasien geben. Er rechnet mit einem Plus von zehn Prozent. Über die Kapazitäten der Schulen wie über die Auflösung der Orientierungsstufen müssen der Rat und die Bezirksräte in jedem Einzelfall entscheiden. Nachteile befürchtet Schott für die letzten Jahrgänge in den Orientierungsstufen. Lehrer dürften nicht abgezogen werden. „Das muss korrekt abgewickelt werden.“ Bei Lehrern rufen die Pläne unterschiedliche Reaktionen hervor. Während Leiter von Gymnasien die Reform begrüßen, befürchten die Vertreter von Hauptschulen einen weiteren Bedeutungsverlust. „Wir werden noch stärker als Restschule behandelt“, bedauert Renate Bauschke, Leiterin der Hauptschule Ahlem. Unklarheit herrscht dagegen an den Orientierungsstufen. Keiner der Kollegen wisse, was aus ihm werde, sagt Manfred Schumacher von der Orientierungsstufe Lüerstraße. „Die Verunsicherung ist groß.“tof |
| NP,
12.03.2003 Schulstrukturreform:Ende
der OS sorgt für Unsicherheit Ratlose
Schulleiter formulieren Appell. Ministerium: "Es gibt noch viel Abstimmungsarbeit."
2004 wird die OS abgeschafft. Was aber ist bis dahin
? Wohin geht ein Viertklässler, de im August in Klasse fünf kommt
? Eltern und Lehrer sind ratlos. Von Julia Penningsdorf
tung. HANNOVER. "Die Verunsicherung ist groß. Keiner weiß Bescheid", sagt Cordula Dietrich. Ob OS-Lehrer ode Eltern von Viertklässlern - alle haben nach Einschätzung de Vize-Chefin des Stadtelternrates ein mulmiges Gefühl. "Die meisten hoffen, dass ihr Kind noch einmal normal durch die OS rutscht." Regionselternratschefin Regina Gumgowski spircht von "totaler Verwirrung". Durch die vielen Schulträger in der Region sei alles noch unübersichtlicher. "Da müssen wir jetzt durch." Achselzucken auch bei der Bezirksregierung, der Behörde, die ebenfalls abgeschafft werden soll. Sprecherin Cornelia Zügge verweist aufs Kultusministerium. "Uns sind die Hände gebunden." Die Leiter der 25 Orientierungsstufen in Hannover (mit insgesamt 3000 Schülern) haben jetzt einen Appell ans Ministerium formuliert. Zentrale Frage: Wie soll die vorzeitige Aushöhlung der OS verhindert, wie die vernünftige Schüler-Versorgung bis zum Schluss gewährleistet werden ? Achim Dix, Leiter der OS Rehmer Feld in Buchholz, konkretisiert:" Lehrer warten nicht, wohin sie versetzt werden, sondern bewerben sich rechtzeitig weg." Er geht aber davon aus, dass für die Viertklässler erst einmal alles beim Alten bleibt: "Sie werden beide Klassen der OS durchlaufen." Anders gehe es organisatorisch nicht. "Wir können nicht mal eben das Schild auswechseln und darauf schreiben 'Nebenstelle von HS oder Gymnasium XY'." Georg Weßling, neuer Sprecher des Kultusministeriums, räumt ein: "Wer 2003 in die fünfte Klasse kommt, erlebt eine Zeit zwischen Baum und Borke. Es gibt noch viel Abstimmungsarbeit." Ihm schwebt vor, dass die Kinder in Klasse sechs der OS bereits nach Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau getrennt unterrichtet werden. "Das ist der Idealfall, in Einzelfällen wird der Übergang aber gewiss länger dauern." |
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