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VON BÄRBEL HILBIG
Die Wogen schlugen gestern im Schulausschuss hoch. Eltern, Lehrer und
Schüler machten ihrem Ärger über die geplante Zusammenlegung
von Gustav-Stresemann-Realschule mit der Haupt- und Realschule Heinrich-Heine-Schule
Luft.
Doch vergebens: Die Eigenständigkeit der Gustav-Stresemann-Realschule
endet im August. Eine Siebtklässlerin sagte voraus, die meisten Schüler
würden auf eine andere Realschule wechseln Eine Zusammenlegung
lohnt sich dann doch gar, nicht." Die Eltern seien alle dagegen,
betonte Andreas Luhmann, Vater, einer Fünftklässlerin.
,,Ich verstehe nicht, warum wir Eltern und Schüler dermaßen
übergangen wurden", sagte Ricarda Zilinda, deren Sohn die neunte
Klasse besucht. Petra Martinsen, Fachbereichsleiterin Schule, verwies
auf vor einem Jahr begonnene Gespräche mit Schulleitern und Lehrern.
Schuldezernentin Marlis Drevermann betonte, die Fusion solle das ortsnahe
Angebot an Hauptschulplätzen sichern. Michael Klie (SPD) bedauerte,
dass die Eltern nicht frühzeitig in die Beratungen eingebunden wurden.
Dennoch stimmte die rot-grüne Ratsmehrheit für die Zusammenlegung
der Schulen bereits im August - und für einen Zusatzantrag des Bezirksrats
Südstadt-Bult, die Schule zu einem nicht benannten Zeitpunkt in eine
Integrierte Gesamtschule (IGS) umzuwandeln. Die Verwaltung hatte die
Ablehnung dieses Antrags empfohlen: Das Gebäude der Heinrich-Heine-Schule,
in dem die fusionierten Schulen 2010 zusammenziehen, sei nicht für
eine IGS mit vier Klassen pro Jahrgang geeignet. Das Schulgesetz schreibt
bei einer IGS-Neugründung jedoch sogar fünf Klassen pro Jahrgang
vor. Außerdem sei für den Ganztagsbetrieb ein Anbau, mit Mensa
und Freizeitbereich notwendig.
Sie streuen den Leuten Sand in die Augen", kritisierte FDP-Ratsherr
Jens Meyburg. Angesichts der Haushaltslage sei eine Mensa nicht schnell
zu haben. Klie erläuterte, die IGS werde mittelfristig anvisiert.
,,Das heißt, wenn wir die baulichen Voraussetzungen, schaffen können
und das niedersächsische Schulgesetz geändert wird, sodass eine
neue IGS kleiner ausfallen kann." Regine Kramarek (Grüne) sagte,
die Zusammenführung der beiden Schulen geschehe im Hinblick auf eine
spätere IGS. Dann können sie sich schon einmal aneinander
gewöhnen.
Garnet Eichholz, Vorsitzende des Stadtelternrats kritisierte, es würden
zwei Themen verknüpft, die nicht zusammengehörten. Die meisten
Eltern seien gegen die Zusammenführung von Hauptschulen und Realschulen.
Es gebe aber ein deutliches Votum von Grundschuleltern für die IGS.
Wenn eine Schule zuerst für das eine und später für
das andere ein Konzept erarbeiten soll, gibt das einen Frust, den Sie
sich nicht vorstellen können." Renate Frauendorf, Lehrervertreterin
im Schulausschuss, stellte die Eile infrage mit der nun entschieden wurde.
Lehrerin Ulla Meyer sprach von fragwürdigen Gründen. Eine marode
Grundschule solle das sanierte Gebäude der Realschule bekommen. Es
wird im Nachhinein pädagogisch argumentiert. Das halten wir für
einen Skandal." Unter den Eltern werde inzwischen auch die Glaubwürdigkeit
des demokratischen Prozesses bezweifelt. Die Verwaltung argumentierte
aber mit der geringen Größe der demnächst fusionierten
Schulen.
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