ABITUR IN 12 JAHREN - Doku des Stadtelternrates Hannover
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Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag Antrag zur Schulzeitverkürzung"Durchlässigkeit erhalten und ausbauen - individuelle Schulzeitverkürzung erleichtern"  Die erste Beratung dieses Antrages wird am 14. Mai 2003 stattfinden. 
 
HAZ, 13.01.2007 Hobbys helfen bis zum Abitur

Gymnasien erkennen auch AGs zur Erfüllung der vorgeschriebenen Stunden bis zur Reifeprüfung an

Von Bärbel Hilbig
Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur hat kuriose Folgen: Die Stundenpläne sind so vollgestopft, dass auch Arbeitsgemeinschaften zur Erfüllung der Pflichtstunden bis zum Abi dienen. Hintergrund: Die Achtklässler und jüngeren Schüler sollen genauso viel Unterricht bekommen wie ihre Vorgänger, die 13 Jahre Zeit haben. Die Schüler haben im Schnitt von der fünften bis zur zwölften Klasse pro Jahr 33 Schulstunden pro Woche – das ergibt insgesamt 265 Wochenstunden bis zum Abitur. Fünf von diesen 265 Stunden sollen die Schüler mit AGs, Förderunterricht oder der dritten Fremdsprache als Wahlunterricht bestreiten.
Etliche Schulen scheinen sogar dazu übergegangen zu sein, ihren Schülern private Aktivitäten im Sportverein, im Chor oder selbst die Teilnahme am Konfirmandenunterricht auf die vorgeschriebene Stundenzahl anzurechnen. Der Stadtelternrat Hannover hat etliche Fälle gesammelt. „Vieles ist in das Belieben der Schulen gestellt“, kritisiert Garnet Eichholz vom Stadtelternrat. Selbst von Eltern bezahlten Förderunterricht, den ältere Schüler geben, wollte eine Schule mitzählen.
„Wir haben auch Anträge von Schülern bekommen, die Reitverein oder Geigenunterricht anerkennen lassen wollten“, sagt Brigitte Helm, Leiterin der Sophienschule. Das Gymnasium hat das abgelehnt. Auf AG-Angebote von Ehrenamtlichen wie Schach oder Tierpflege scheinen die meisten Schulen aber nicht verzichten zu können. „Bei Lehrermangel müssen wir zuerst die AGs zusammenstreichen. Ohne Freiwillige hätten wir deshalb Probleme“, sagt Henning Lawes, Leiter der Humboldtschule. Die Sophienschule akzeptiert allerdings nur zwei AGs, die nicht von Lehrern gegeben werden. „Beide laufen in der Schule, denn wir müssen die Teilnahme überprüfen“, sagt Helm.
Bei vielen Eltern und Lehrern ist der „Unterricht“ durch Freiwillige allerdings umstritten, auch wenn es in den AGs keine Noten gibt. Das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg bietet mithilfe von Eltern, Vereinen und Kirche stolze 38 AGs. „Durch die besondere Kompetenz von Eltern gibt es zum Beispiel Businessenglisch“, sagt Schulleiter Winfried Baßmann. Die engagierten Eltern selbst sehen das jedoch als Notlösung. „Solange wir nicht mehr Lehrerstunden kriegen, geht es nicht anders“, sagt Elternsprecherin Kirsten Hohlfeld. Die Goetheschule setzt dagegen ausschließlich auf Lehrer als AG-Leiter oder in Einzelfällen als Begleiter für Externe. „Wir erwarten, dass Schüler bis zum Ende des Halbjahrs dabei bleiben“, sagt Schulleiter Wilhelm Bredthauer. Freiwillige könnten das oft nicht gewährleisten.

Lehrer Harald Liese mit Schülern der Chor AG der Goetheschule. Steiner >> 12 Jahre Abi >>Abitur >> Arbeitsgemeinschaften
 
NP, 20.05.2006 Schnell-Abi: Kein Konzept für Sitzenbleiber
2011 beginnt Prüfung nach zwölf Jahren – doch was machen Wiederholer aus Klasse 13?
2011 werden in Niedersachsen die ersten Schüler Abi nach nur zwölf Schuljahren machen – doch bisher weiß noch keiner, wie das funktionieren soll.
VON NORA LYSK
HANNOVER. Der Countdown läuft. Nur noch drei Jahre, dann werden die jetzigen Siebtklässler in die Oberstufe wechseln und bereits zwei Jahre später ihr Abitur in der Tasche haben – nach nur zwölf Jahren Schulzeit.
Nur: Ein Konzept zur Umsetzung der bereits 2003 beschlossenen Reform fehle bislang, klagen Lehrer und Eltern. „Die Lehrpläne müssten bald umgestellt werden, aber wir warten noch auf die neuen curricularen Vorgaben“, sagt Brigitte Schneider-Pachaly, Leiterin der Wilhelm-Raabe-Schule. Einzige Information, die die Schulen bisher erhalten haben: Die Wochenstundenzahl wird ab der zehnten Klasse auf 34 erhöht. Doch auch die Lehrbücher müssten erneuert werden. „Wir können doch nicht so tun, als ob das eine Jahr, das den Kindern weggenommen wird, so problemlos wäre“, kritisiert Schneider-Pachaly. Der Stadtelternratsvorsitzende Richard Lochte gibt der Schulleiterin Recht: „Es gibt eine Menge ungelöster Probleme im Hinblick auf das Abi nach zwölf Jahren.“ Viktor Reuter, Schulleiter der Richarda-Huch-Schule, sieht noch ganz andere Probleme: „Die Frage ist doch, wie wir mit den Sitzenbleibern umgehen sollen“, sagt er. Hintergrund: Schüler, die derzeit in der achten Klasse sind und im elften Jahrgang eine Ehrenrunde drehen, müssten dann eigentlich auch nach zwölf Jahren ihr Abitur machen. „Doch das Problem wird sein, dass diese Schüler ein Jahr im Stoff hinterherhinken“, erklärt Reuter. Die einzige Lösung könnte sein, dass die Sitzenbleiber nach dem alten System unterrichtet würden. Mit weniger Wochenstunden und mit der Abiturprüfung nach 13 Jahren. „Derzeit werden Schüler, die die elfte Klasse wiederholen mussten, auch nicht im Zentralabitur geprüft, sondern nach dem alten System“, erklärt der Schulleiter. Doch eine Extra-Jahrgangsstufe für drei bis vier Sitzenbleiber einzurichten, das kann sich auch Reuter nicht vorstellen.
Im Ministerium heißt es, nach und nach würden Kernkompetenzen für das Abitur erarbeitet. „Das Problem mit den Sitzenbleibern werden wir so lösen, dass es keinem Schüler zum Nachteil wird“, versichert Ministeriumssprecher Georg Weßling.
 

Grüne imLandtag, PM 86, 30.04.2003  Abi nach 12 Jahren an Gesamtschulen ist "schlitzohriges Minister-Angebot" Die Landtagsgrünen sehen in Kultusminister Busemanns Angebot, auch an Gesamtschulen das Abitur nach 12 Jahren einzuführen, eine "schlitzohrige  Offerte". "Der Minister macht den IGSen ein Angebot, dass sie nur  realisieren können, wenn sie ihre eigenen Bildungsgrundsätze aufgeben",  sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Mittwoch (heute) in  Hannover. Das Abi nach 12 sei nur möglich, wenn für den gymnasialen Bildungsgang die Wochenstundentafel in der Sekundarstufe I deutlich erhöht  werde. Auch die zweite Fremdsprache würde im gymnasialen Bildungsgang künftig früher beginnen müssen. Der für die Integrierten Gesamtschulen wesentliche schulformübergreifende Unterricht sei dann wegen der sehr unterschiedlichen Stundentafeln nicht mehr möglich. 
NP, 04.04.2003  Schulstrukturreform / Abitur nach 12 Jahren:  Turbo-Abitur komt doch schon schneller   HANNOVER. Schüler, die im August in die fünfte Klasse der Orientierungsstufe (OS) kommen, sollen nun doch später in Klasse zwölf Abitur machen dürfen.        Man werde entweder Profilklassen für gute Schüler einrichten oder mehr Unterrichtsstunden an der OS erteilen, erklärte gestern Karl-Heinz Klare, Fraktionsvize und schulpolitischer Sprecher der CDU. Das neue Schulgesetz von Union und FDP, das im Juni den Landtag passieren soll, schafft die OS ab und verpflichtet Schüler nach der vierten Klasse zu Haupt-, Reralschule oder Gymnasium zu wechseln.          Weil die Schulen aber nicht so schnell aufs neue System umschalten können, soll die Dreigliedrigkeit erst 2004 eingeführt werden. Kinder, die 2003 noch zur O-Stufe kommen, müssten deshalb 13 Jahre bis zum Abi büffeln.          In mehreren Punkten wird der Entwurf derzeit noch verändert. Den Kooperativen Gesamtschulen (KGS) soll nun doch generell erlaubt werden, in Klasse zwölf das Abitur zu vergeben. Bisher war nur eine Kann-Bestimmung vorgesehen. Auch den Integrierten Gesamtschulen (IGS) soll jetzt das frühe Abitur genehmigt werden - aber nur, wenn im Unterricht nach Haupt- und Realschülern sowie Gymnasiasten getrennt wird. Laut Klare haben viele IGS-Leiter dies gefordert, da sie fürchten, mit einem Abitur nach Klasse 13 im Wettbewerb der Schulen nicht bestehen zu können.     Änderungen gibt es auch bei "Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen": Schulverweise oder der Ausschluss vom Unterricht als Sanktion gegen gewalttätige Schüler sollen künftig leichter verhängt werden können.    dl
Kommentar:   Schulgesetz eine Baustelle    von Dirk Racke       Es war überhastet. Um ihre Schulreform vor dem Sommer verabschieden zu können, haben CDU und FDP ihren Entwurf direkt nach der Wahl in den Landtag eingebracht. Ergebnis: Noch immer ist das Gesetz eine Baustelle. Doch die geplanten Änderungen sind richtig.  Die Benachteiligung der letzten OS-Schüler wird gemildert, die Diskriminierung der von der Koalition ungeliebten Gesamtschulen zumindest beim Abitur aufgehoben. Andere Fragen sind noch offen: Wie wird Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen organisiert ? Wo bleibt der Elternwille, wenn nach der 5. Klasse Lehrer entscheiden, wo Kinder weiterlernen ? 
NP, 03.04.2003  Schulstrukturreform / Abitur nach 12 Jahren: Abitur nach 13 Jahren noch bis 2012   HANNOVER. Abitur nach zwölf Jahren - so sieht es das neue Schulgesetz von CDU und FDP vor. Doch das Abi in Klasse 13 bleibt bis mindestens 2012.     Denn das Turbo-Abi gilt nur für Kinder, die nächstes Jahr in die fünfte Klasse wechseln - wie Annalena, die Tochter des Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU). Die 87 300 Viertklässler dieses Jahres müssen als Letzte noch zwei Jahre Orientierungsstufe durchlaufen. Erfahrungsgemäß wählen 32 Prozent später den Gymnasialzweig. Als Spätstarter machen sie erst in der 13. Klasse Abi.      Nur die besten dieser 30 000 Schüler könnten es schneller schaffen: Im Kultusminister wird geprüft, ob sie die elfte Klasse überspringen können.      Helga Akkermann, die Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, hält Gymnasien mit zwei Geschwindigkeiten sogar auf Dauer für notwendig: " Wir dürfen nicht nur die leistungsstärksten Schüler sehen." Sie fordert massive Fördermaßnahmen und Aufstiegschancen für Realschüler. "Wenn sie keine zweite Fremdsprache gewählt haben, müssen sie nachlernen. Da brauchen sie Zeit bis zur 13." dir 
NP, 02.04.2003  SchulstrukturreformO-Stufe für Viertklässler      Kinder, die im August in die fünfte Klasse wechseln, müssen noch zwei Jahre in die Orientierungsstufe (OS).   Ohne diese Übergangsphase gehe es nicht, stellte jetzt Kultusminister Bernd Busemann (CDU) klar. Nach bisherigem Stand werden diese Kinder auch erst nach 13 Jahren Abi machen können. Erst die Viertklässler 2004 werden direkt an die weiterführenden Schulen wechseln und können nach zwölf Jahren ein Abi ablegen.      Die OS wird jedoch geändert: Ab dem zweiten Halbjahr der Klasse fünf werden Deutsch, Mathe und Englisch in drei Leistungsstufen (A-, B-, C-Kurse) angeboten.  Weitere Entscheidungen:  Die 200 voll betreuten Halbtags-Grundschulen bleiben. Für die Rückumwandlung der schlechter ausgestatteten verlässlichen Grundschulen fehlt jedoch das Geld. Kooperative Gesamtschulen (KGS), die wie Sehnde und Wennigsen getrennt nach Schulzweigen unterrichten, dürfen ein Abi nach der Zwölf anbieten.  Busemann schließt das auch für die IGS nicht mehr aus.  mehr ...
Abitur nach 12 Jahren: Nicht für IGS-Schüler
NP, 14.03.2003  Schulstrukturreform / Abitur nach 12 Jahren:   Nicht für IGS-Schüler   Es ist der Paragraf 5a des neuen Schulgesetzes, der für Ärger sorgt. Darin ist geregelt, dass Gesamtschüler das Abitur nicht wie künftig an Gymnasien vorgesehen nach Klasse 12 ablegen dürfen. Schüler von IGS und KGS sollen weiter 13 Jahre zur Schule gehen.  Die Gesamtschulleiter sind empört. Sie wittern eine Kampagne, denn Gesamtschulen sollen nach dem Willen der neuen Landesregierung nur noch Bestandsschutz haben.  „Das ist Diskriminierung. Es kommt der Ideologie der CDU sehr gelegen“, sagt Georg Willmer von der IGS Mühlenberg. Er fordert eine flexible Abizeit. „Zwölf Jahre für die Stärkeren, 13 für die anderen.“   Die Pädagogen fürchten um den Ruf ihrer Schulen. Vorurteile, an Gesamtschulen bräuchten die Schüler länger, würden geschürt. „Das ist von den Gesetzgebern mit Sicherheit gewollt“, empört sich Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch.       Auch Kollege Christoph Walther von der IGS Linden ist sauer: „Ob Verfahren oder Qualitätsstandard – die Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen ist exakt gleich. Das ist Diffamierung.“   Warum die Gesamtschulzeit weiter 13 Jahre dauern soll, weiß auch Georg Weßling, Sprecher des neuen Kultusministeriums, nicht so genau. An den Gesamtschulen würde nicht zielgerichtet gearbeitet, deshalb bräuchten die Schüler dort wohl mehr Zeit, argumentierte er etwas vage.        Die Zukunft der Gesamtschulen sehen deren Leiter optimistisch. „Die Leute laufen uns die Türen ein. Wir haben mehr Anmeldungen als Plätze. Steinkamp: Wir bieten denen, die glauben, dass das neue System ihren Kindern nicht gut tut, Zuflucht.“       Positive Resonanz auf das Abitur nach zwölf Jahren kommt von den Gymnasien. Uwe Rademacher vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium begrüßt wie fast alle seiner  Kollegen, dass die Schüler früher in den Beruf starten. „Das ist ein Jahr Lebenszeit“, sagt auch Brigitte Netzel von der Elsa-Brändström-Schule.     Sorgen macht den Direktoren nur das Auslandsjahr, das viele Elftklässler in die USA oder Australien führt. „Bisher haben die Schüler fließend in Klasse 12 weiter gemacht. Künftig werden die meisten wohl wiederholen müssen“, sagt Martin Kronenberg von der Käthe-Kollwitz-Schule   HANNOVER, VON JULIA PENNIGSDORF
12.06.2002 Goslarsche Zeitung, 12. 06.2002 
Ratsgymnasium will Abi in Klasse 12  ... Das RG-Modell sieht vor, alle Schüler nach Klasse 12 zum Abitur zu bringen. Das eingesparte Jahr soll nicht in der Oberstufe, den Klassen 11 bis 13 (Sekundarstufe II) wegfallen, sondern nach einer Grundsteinlegung in der Förderstufe (2. Fremdsprache ab Klasse 6) in den Schuljahren 7 bis 10 (Sekundarstufe I) „reingearbeitet“ werden. Die vier Jahre werden auf drei verkürzt. Wichtig dabei: eine enge Kooperation zwischen Grundschule und der in diesem Fall an das RG angebundenen Förderstufe. mehr ...
14.11.2001 Orientierungstufe hat ausgedient, Eltern entscheiden nach 4 und 6  Fördern soll sich wieder lohnen: Land will neue Schulstruktur (GZ)
14.11.2001 Aus für Orientierungsstufe -  Land setzt auf Förderklassen und Turbo-Abitur nach zwölf Jahren (NP) 
14.11.2001 Gabriel: Orientierungsstufe wird abgeschafft - Niedersachsen steht vor großer Schulreform, Abitur nach zwölf Jahren, neue Gymnasien auf dem Land  (HAZ) ->Schulstrukturreform  ->Abitur nach 12 Jahren
14.11.2001 Gabriel: "Wir müssen alle Bildungsreserven ausschöpfen - Gespräch des Ministerpräsidenten mit Jörg Kallmeyer 
0.03.2001 In D-Zug-Klassen schneller zum Abi  (HAZ)
02/2001 NRW gibt grünes Licht für "Begabten-Abitur nach zwölf Jahren

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Ratsgymnasium will Abi in Klasse 12
Goslarsche Zeitung, 12. 06.03.2001  Ratsgymnasium will Abi in Klasse 12
GOSLAR. Wie kann, wie sollte Schule nach der Schulstrukturreform in Niedersachsen ganz konkret in Goslar aussehen? Mit dieser zentralen Frage befassten sich auf Einladung des Elternrates und der Schülervertreter des Ratsgymnasiums (RG) am Montag Ratsvertreter, die Schulleitung des RG und rund 50 Zuhörer in der Aula.
In der Diskussion wurde deutlich, dassgroße Unklarheiten darüber bestehen, wie nach Abschaffung der Orientierungsstufe die neue „Förderstufe“ aussehen soll und wie groß der Spielraum für die einzelnen Schulen sein wird, das neue Schulgesetz, das am Freitag zur Abstimmung im Landtag vorliegt, an eigene Vorstellungen anzupassen. In dieser Situation prescht das Ratsgymnasium (RG) mit einer eigenen Idee nach vorn. Hartmut Humm, stellvertretender Schulleiter, erläuterte den „Schulversuch“: „Wir wollen einen etwas mutigeren Reformweg gehen.“ Das RG-Modell sieht vor, alle Schüler nach Klasse 12 zum Abitur zu bringen. Das eingesparte Jahr soll nicht in der Oberstufe, den Klassen 11 bis 13 (Sekundarstufe II) wegfallen, sondern nach einer Grundsteinlegung in der Förderstufe (2. Fremdsprache ab Klasse 6) in den Schuljahren 7 bis 10 (Sekundarstufe I) „reingearbeitet“ werden. Die vier Jahre werden auf drei verkürzt. Wichtig dabei: eine enge Kooperation zwischen Grundschule und der in diesem Fall an das RG angebundenen Förderstufe. 
Kontrovers diskutiert wurde der RG-Ansatz, ausschließlich ein „Turbo-Abi“/„D-Zug-Zweig“ oder „Expressabitur“ anzubieten. Nach Auskunft des Kultusministeriums besteht keine Chance auf Genehmigung des RG-Schulversuchs. Pressesprecherin Sonja Markgraf sagte am Dienstag auf Anfrage der GZ: „Es gilt der Grundsatz, dass alle Schulen künftig das Abitur in zwei Geschwindigkeiten anbieten müssen.“ kem    Goslarsche Zeitung, 12.06.2202
In D-Zug-Klassen schneller zum Abi
HAZ, 10.03.2001 SCHULEN  In D-Zug-Klassen schneller zum Erfolg. Die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt und die Humboldtschule in Linden richten zum kommenden Schuljahr jeweils eine der so genannten D-Zug-Klassen ein. An beiden Gymnasien können Schüler dann in zwölf statt in dreizehn Jahren zum Abi gelangen, indem sie im Klassenverband einen Jahrgang überspringen. Das Schulamt hat dem Vorhaben jetzt zugestimmt. Bereits vorher hatte sich das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium als erste staatliche Schule in Hannover für eine D-Zug-Klasse zum kommenden Schuljahr entschieden. Die private katholische St.-Ursula-Schule bietet den schnelleren, lernintensiveren Weg zum Abitur bereits seit zwei Jahren an.       bil

NP, 09.03.2001
Schulreform nun doch schon 2002
Hannover. Wann kommt die Schulreform in Niedersachsen ? Wenn es nach Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) geht, ist bereits vor der Landtagswahl im Frühjahr 2003 alles klar.
Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper (SPD) sieht das laut Gabriel genauso - aber erst seit gestern. Noch Anfang der Woche hatte sie festgestellt: Wegen der komplizierten Beratungen könne das Verfahren bis zur Wahl nicht abgeschlossen werden und müsse anschließend neu beginnen   mehr ....

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10.03.2001 In D-Zug-Klassen schneller zum Abi  (HAZ)
02/2001 NRW gibt grünes Licht für "Begabten-Abitur nach zwölf Jahren
02/2001 Hohlmeier: Achtjähriges Ganztagesgymnasium als Renner
02/2001 Kabinett in Potsdam billigt Schulgesetz-Novelle
02/2001 F.D.P. besteht auf Leistungsdifferenzierung in gymnasialer Oberstufe
13.01.2001 Bei Bildung liegt noch vieles im Argen (NP)
11.01.2001 Bayern: "Die Eltern wollen's nicht" (Der Neue Tag)
11.01.2001 Brandenburg: Noch keine Klarheit für schnelleres Abi (Lausitzer Rundschau)
20.12.2000 KWRG: Für Hochbegabte gibt's das Abitur künftig nach zwölf Jahren(Hannoversches Wochenblatt Süd)
04.12.2000 SPD: Für gute Schüler Abitur künftig nach zwölf Jahren(dpa-Dienst f. Kulturpolitik)
Nov. 2000 "Mit Turbo-Gymnasium zu mehr Abiturabschlüssen ?"   (E&W (GEW)) 
30.11.2000 TIMMS zur gymnasialen Oberstufe: "Vier Fächer für das Leben" (FR)
23.11.2000 "Schnell-Abi im Saarland" (HAZ)
23.11.2000 "Schulzeitverkürzung bis zum Abitur - Was können Gesamtschulen dazu beitragen" (GGG)
23.11.2000 Deutschland braucht mehr Gymnasiasten" (HAZ)
22.11.2000 Bayern setzt auf dem Weg zum Abitur künftig auf Doppellösung (dpa-Dienst f. Kulturpolitik)
22.11.2000 MARKUS-Studie: Leistung nicht von Klassengröße oder Schulform abhängig (dpa-Dienst f. Kulturpolitik)
18.10.2000 Schüler nehmen Abkürzung zum Abitur  (HAZ)
08.01.2000 Nordrhein-Westfalen: "Abiturnoten sind 'angemessen'"-NRW ließ 30 000 Klausuren nachkorrigieren" (FR 8.1.2000)
Der Neue Tag Vermischtes 11.01.2001 11:35
"Die Eltern wollen's nicht"
Achtklassiges Ganztagsgymnasium für Direktor Wolfgang Minssen nicht praktikabel
Tirschenreuth. (hd) Der Weg zum Abitur soll kürzer werden. Die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier setzt auf ein
Doppelmodell. Sowohl in acht als auch (wie bislang) in neun Jahren will man die Schüler hochschulreif machen. Auch in Tirschenreuth? "Nein", sagt Wolfgang Minssen, Leiter des Stiftland-Gymnasiums. Er hält die Hohlmeiersche Lösung
für nicht praktikabel.  mehr .... Vor allem für die vielen Fahrschüler ergäben sich sonst längere Arbeitstage als sie Berufstätige haben.
Schon zum Schuljahr 2002/2003 sollen die ersten zehn "G8-Gymnasien" erprobt werden, informierte kürzlich Monika Hohlmeier in einem Interview. Das Interesse sei riesig. Für den Landkreis Tirschenreuth trifft diese Aussage aber nicht zu. Wolfgang Minssen hat bei Schülern und  Eltern schon mal vorgefühlt. "In acht Jahren zum Abitur - das ist vielen Schülern zu stressig." Und auch zahlreiche Eltern haben abgewunken. Sie wollen die Freizeit ihrer Kinder nicht noch mehr beschneiden.
Wolfgang Minssen: "Die Eltern wollen's nicht." Also mache es keinen Sinn, ein achtstufiges Gymnasium gegen ihren Willen einzuführen." So habe auch am Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz das entsprechende Angebot mangels Interesse keinen Erfolg gehabt.
Direktor Wolfgang Minssen verweist im Gespräch mit unserer Zeitung zudem auf die zusätzliche zeitliche Belastung, die ein achtstufiges Gymnasium mit sich bringt. Eine erhöhte Stundenzahl führe verstärkt zu Nachmittagsunterrichten. "Da kann es in einer zehnten Klasse durchaus sein, dass in einer Woche zwei Schulaufgaben zu schreiben sind. Wann soll der Schüler da denn lernen?" Klar ist für Wolfgang Minssen, dass das "G8" einen erhöhten Auslesedruck mit sich bringt. Die Gefahr sei, einige Kinder könnten sich als "Schüler zweiter Klasse" fühlen. Freilich könnten von der Begabung her etwa 20 Prozent der Schüler in acht Jahren zur Hochschulreife gebracht werden.
Wer's packt, kann ein Jahr überspringen0
Noch eines ist dem Leiter des Stiftland-Gymnasiums in der Debatte um das "bayerische Doppelmodell" wichtig: "In acht Jahren zum Abitur ist eigentlich gar kein Thema. Das gibt's doch schon." Begabte können ein Jahr überspringen. Minssen weiß: "Es gibt viel mehr Schüler, die das könnten, aber es nicht tun." So manchen Schüler müsste man geradezu dazu drängen. "Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit ein Mädchen an der Schule, das hätte sich sogar zwei Jahre schenken können."
Minssen: Acht Jahre reichen
Ganz abgesehen davon glaubt Wolfgang Minssen, dass acht Jahre Gymnasium ausreichen. Seiner Ansicht nach läuft's "über kurz oder lang" auf ein achtstufiges Gymnasium hinaus - allerdings ohne große Stundenzahlerhöhung. "In fünf Jahren brauchen wir über dieses Thema sehr wahrscheinlich nicht mehr reden."
Andere Bundesländer sind Vorreiter, Bayern müsse wohl nachziehen. In den neuen Bundesländern nehme man überwiegend nach der zwölften Klasse - also nach acht Jahren Gymnasium - das Studium auf. Minssen: "Die scheitern nicht häufiger als andere Studenten."
Lausitzer Rundschau Lokales 11.1.2001 10:34
Noch keine Klarheit für schnelleres Abi
(dpa/mkr) . Brandenburgs große Koalition hat sich nach Angaben aus dem Bildungsministerium bisher noch nicht auf die künftige Zahl der so genannten Schnellläuferklassen an Gymnasien geeinigt. Die Entscheidung müsse jedoch spätestens bis Ende Januar fallen, da bereits im Februar die Anmeldung der Schüler beginne, sagte Ministeriumssprecher Thomas Hainz.
Die Schnellläuferklassen werden mit dem Anfang September beginnenden neuen Schuljahr eingerichtet. Damit wechseln besonders leistungsstarke Schüler bereits ab der fünften Klasse zum Gymnasium und können das Abitur schon nach zwölf anstatt der üblichen 13 Jahre ablegen. Die Rede war bisher von 46 derartigen Klassen.

Hannoversches Wochenblatt,20.12.2000
Für Hochbegabte gibt's das Abitur künftig nach zwölf Jahren
MITTELFELD.  Niedersachsens Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper  hat sich an die Spitze der Hochbegabtenförderung gesetzt. Als Alternative zum regulären neunjährigen Gymnasium wird ab dem nächsten Jahr für Hochbegabte erstmals eine Klasse eingerichtet, deren Schülerinnen und Schüler dort lediglich acht Schuljahre durchlaufen werden.    mehr ...

Bildungspolitik/SPD/Schulzeit     dpa-Dienst für Kulturpolitik  49/2000   04.12.2000
SPD: Für gute Schüler Abitur künftig nach zwölf Jahren
Potsdam (dpa) – Die SPD-geführten Bundesländer wollen begabten Schülern künftig bundesweit das Abitur bereits nach zwölf Schuljahren ermöglichen. Eine generelle Verkürzung der Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre für alle Schüler lehnen sie jedoch wegen des individuell unterschiedlichen Lerntempos ab. Darauf verständigten sich die SPD-Schulminister und die bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktionen am 24./25. November bei einem Treffen in Potsdam.
Durch die Verkürzung um ein Jahr dürfe auf keinen Fall die Qualität des Abiturs gesenkt werden, sagte der SPD-Bildungssprecher, der rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen Zöllner. Auch dürfe die Zahl der Abiturienten nicht vermindert werden, weil durch das schnellere Lerntempo nicht alle folgen könnten. Die Bundesrepublik brauche angesichts des Fachkräftemangels und des Trends auf dem Arbeitsmarkt zu immer höherer Qualifikation nicht weniger sondern „deutlich mehr Abiturienten“ ... mehr

HAZ, Donnerstag, 23.11.2000
"Deutschland braucht mehr Gymnasiasten"
HANNOVER.(jö)  Die internationale Schul-Vergleichsstudie TIMMS sorgt wieder für Aufsehen: In ihrem Schlussbericht werben die Experten des Berliner Max-Planck-Instituts fü Bildungsforschung dafür, mehr Schülern den Zugang zum Gymnasium zu ermöglichen. Die Öffnung der Gymnasien in den vergangenen Jahrzehnten habe keineswegs zu einer Abwertung des Abiturs geführt. Es gebe keine Leistungsnivellierung. Je mehr Schüler eines Jahrgangs die gymnasiale Oberstufe erreichen, heißt es im gestern vorgelegten TIMMS-Bericht, desto mehr Spitzenleistungen seien zu erwarten.
Bei dem internationalen Schulvergleich sind die Mathematik- und Physikleistungen in den neunten und elften Klassen untersucht worden - mit zum Teil nur mäßigen Ergebnissen für die deutschen Schüler. Mit Altersgenossen in Asien konnten sie zum Beispiel nicht mithalten.
Dem deutschen Abitur stellen die Bildungsforscher nun grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Es sei auch keineswegs problematisch, dass inzwischen gut 27 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs in Deutschland das Gymnasium besuchen. Im Gegenteil: Länder mit noch höheren Abiturientenzahlen wie Schweden ode Norwegen schnitten beim TIMMS-Leistungsvergleich in Mathematik und Physik sogar deutlich besser ab als Deutschland. In Schweden besuchen 70,6 Prozent der Schüler die gymnasiale Oberstufe, in Norwegen sind es sogar mehr als 80 Prozent. Die Gymnasiasten beider Länder belegten im Vergleich Spitzenplätze und ließen die deutschen Schüler deutlich hinter sich.
Kritik üben die Bildungsforscher an der Gestaltung des Unterrichts in Deutschland. Die Mathematikstunden in der gymnasialen Oberstufe seien "bemerkenswert variationsarm". Das "Vormachen, Nachmachen und Einüben" erreiche viele Schüler nicht. Je anspruchsvoller eine Aufgabe sei, umso weiter fielen die deutschen Abiturienten hinter Schüler anderer europäischer Länder zurück. Oft würden die Schüler mit zu viel Wissen vollgestopft, ohne die praktische Bedeutung zu verstehen.

HAZ, Donnerstag, 23.11.2000
Schnell-Abi im Saarland
Das Saarland führt als erstes westliches Bundesland flächendeckend das achtjährige Gymnasium ein. Damit können die Schüler schon nach zwölf statt bisher 13 Schuljahren ihr Abitur ablegen. Ein entsprechendes Gesetz ha der Saar-Landtag am Mittwoch mit der CDU-Stimmenmehrheit verabschiedet. Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) sagte, die kürzeste Schulzeit werde den Abiturienten bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bieten. dpa

dpa - Dienst für Kulturpolitik   47 / 2000          22.11.2000
Schulentwicklung/Bayern
Bayern setzt auf dem Weg zum Abitur künftig auf Doppellösung
Hof/Saale (dpa) – Im Länderstreit um einen kürzeren Weg zum Abitur setzt der Freistaat Bayern auf eine Doppellösung. Neben der bewährten neunjährigen Schulform soll künftig landesweit ein achtjähriges Ganztagsgymnasium angeboten werden. „Eltern und Schüler wählen den Schultyp, der ihren Interessen am besten dienen kann“, sagte Kulturministerin Monika Hohlmeier (CSU) am 16. November auf der Jahresversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in Hof/Saale. Verbandschef Rainer Rupp äußerte sich skeptisch, aber nicht ablehnend über das neue bayerische Doppelmodell. Wichtig sei, dass das Unterrichtsvolumen und die Qualität des Abiturs erhalten blieben.
Mit ihrem Doppelmodell zieht die Ministerin die Konsequenz aus dem laufenden Modellversuch „Achtjähriges Gymnasium in Bayern“. Dort hatten Hochbegabte die Möglichkeit, den Stoff der Klassen sechs bis elf in fünf statt in sechs Jahren zu bewältigen. Wegen der notwendigen Stoffverdichtung und der höheren Leistungsanforderungen sei dieser Modellversuch bei Eltern, Lehrern und Schülern jedoch nur auf geringe Akzeptanz gestoßen.
Das achtjährige Ganztagsgymnasium ist laut Hohlmeier ein Angebot an alle Schüler. Durch die Verteilung des Unterrichtsstoffs auf individuell zugeschnittene Lern- und Trainingseinheiten in der Zeit zwischen 8.00 und 17.00 Uhr soll ein zusätzlicher Leistungsdruck vermieden werden. „Ein achtjähriges Gymnasium darf keine Elite-Schule werden, sondern muss für alle Schüler eine sinnvolle Alternative sein“, betonte die Ministerin. „Die Verkürzung darf die Schulzeit nicht zu einer Leidenszeit für die Schüler machen, sondern muss neue Chancen eröffnen.“
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern werde es in Bayern keine „zeitgeistige Mogelpackung“ geben, meinte Hohlmeier. „Es gibt keine Verkürzung oder Verdichtung des Unterrichtsstoffs auf Kosten der Schüler und Lehrer.“ Das achtjährigen Ganztagsgymnasium soll spätestens vom Schuljahr 2002/2003 an an einigen Pilotschulen wählbar sein. Besonderes Gewicht legt die Ministerin auf einen kooperativ ausgerichteten Unterrichtsstil, der auf die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen abzielt. Um den durch die Umverteilung der Stunden notwendigen Mehrbedarf an Lehrern zu decken, müssten in der Anlaufphase zusätzliche Planstellen geschaffen werden. Mehrarbeit komme auf die Lehrer aber nicht zu. Die neunjährige Form des Gymnasiums bleibe flächendeckend erhalten und erhalte die gleiche Unterstützung wie bisher, sagte Hohlmeier.

Rupp: Junger Mensch muss ausbüxen dürfen
Der Philologenverband sprach angesichts weiter steigender Schülerzahlen und des zu erwartenden Lehrermangels von einem schwierigen Akt. „Mir gefällt an dem Doppelmodell die Ehrlichkeit, dass man nicht einfach ein Neuntel des Unterrichtsstoffs wegstreicht“, sagte Rupp. Aus der Sicht der Gymnasiallehrer sei aber das neunjährige Gymnasium grundsätzlich der bessere Weg. Insbesondere im Alter zwischen 17 und 19 Jahren erlebten Jugendliche den stärksten Reifungsprozess. Die Schule dürfe sich nicht nur von kurzsichtigen Verwertungszwängen leiten lassen. Die Schüler bräuchten auch die notwendige Zeit für eine umfassende Bildungsarbeit. Rupp betonte: „Ein junger Mensch muss auch einmal ausbüxen dürfen.“
Schulentwicklung/Rheinland-Pfalz

(HAZ, Mi, 18.10.2000)
Schüler nehmen Abkürzung zum Abitur
Eine um ein Jahr verringerte Schulzeit will das Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasium demnächst anbieten. Drei weitere Schulen diskutieren noch.
Das Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasium (KWRG) bietet im nächsten Schuljahr als erste öffentliche Schule Hannovers die Möglichkeit, das Abitur in zwölf Jahren zu schaffen. Die Genehmigung dafür hat das Gymnasium im Hindenburg-Viertel bereits aus dem Kultusministerium bekommen. Über eine verkürzte Schulzeit für Begabte diskutieren auch die Humboldtschule in Linden, die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt sowie die Goetheschule in der Nordstadt. In der privaten St.-Ursula-Schule ist es bereits so weit.
"Die Entscheidung, ein Jahr früher zum Abitur zu kommen, wird jeweils am Ende der neunten Klasse fallen", sagt Uwe Rademacher, Direktor des KWRG. Wenn unter den rund 450 Jungen und Mädchen seines Gymnasiums genügend leistungsstarke Schüler interessiert seien, werde er im Sommer 2001 eine zusätzliche zehnte Klasse einrichten. Die kann laut Erlass gebildet werden, wenn dafür die Hälfte eine durchschnittlich großen Klasse zusammenkommt, was im KWRG 13 bis 14 Schülern entspricht. Diese müssen im Zeugnis mindestens einen Notendurchscnitt von "Zwei" haben und bereit sein, zu den üblichen 30 Wochenstunden Unterricht drei bis vier Stunden mehr zu büffeln. Lohn für den Einsatz: die Mädchen und Jungen können nach dem ersten Halbjahr der zehnten Klasse gleich in das zweite Halbjahr der elften Klasse überwechseln. Rademacher ist überzeugt, das im KWRG die für diese Klasse besonders leistungsstarken Schüler mühelos zusammenkommen - sogar mehr als benötigt. "Wir haben tüchtige junge Damen und Herren dabei", lobt er. Auch Eltern hätten sich schon nach den Möglichkeiten in der so genannten D-Zug-Klasse für ihren Nachwuchs erkundigt. Die wird übrigens nur genehmigt, wenn das Gymnasium übe eine solide Lehrerversorgung verfügt, um den zusätzlichen "Förder-" Unterricht auch erteilen zu können, der Defizite in Fremdsprachen oder in Naturwissenschaften ausgleichen soll.
Andere Gymnasien wie beispielsweise die Herschelschule haben sich von dem Vorhaben, D-Zug-Klassen einzurichten, wieder verabschiedet. Die geplante Schulreform des Ministerpräsidenten sehe ja sowieso den Erwerb der Hochschulreife innerhalb von zwölf Jahren vor, da seien D-Zug-Klassen bald überholt.
he
 

dpa - Dienst für Kulturpolitik   47 / 2000 /22.11.2000
MARKUS-Studie: Leistung nicht von Klassengröße abhängig
Mainz (dpa) – Leistungen von Schülern hängen weniger von Klassengröße oder Unterrichtsausfall ab als häufig angenommen. Vielmehr sind das Lernklima in der Klasse und das familiäre Umfeld entscheidend für den Erfolg in der Schule. Das geht aus der ersten Auswertung der großen rheinland-pfälzischen Bildungsstudie MARKUS hervor, die Bildungsminister Jürgen Zöllner (SPD) am 13. November in Mainz vorstellte. „Ich habe wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung des Schulwesens bekommen“, sagte der Minister.
An der „Mathematik-Gesamterhebung Rheinland-Pfalz: Kompetenzen, Unterrichtsmerkmale, Schulkontext“, der bundesweit größten Studie dieser Art, hatten etwa 38 000 Achtklässler, 1 500 Lehrer und 500 Schulleiter teilgenommen. Die Studie wurde von den Professoren Reinhold Jäger und Andreas Helmke von der Universität Koblenz-Landau im Auftrag des Bildungsministeriums entwickelt und ausgewertet. Ein Mathematik-Test wurde mit Fragebögen zu Lernbedingungen und zum Schulumfeld ergänzt. Der Abschlussbericht soll Mitte 2001 vorliegen.
Für Minister Zöllner ist MARKUS wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements, „um den einzelnen Schulen Hilfestellung für ihre Arbeit vor Ort“ zu geben. Als besonders bemerkenswert hob er die festgestellten Überschneidungen bei Spitzenleistungen zwischen den verschiedenen Bildungsgängen hervor. In den A-Kursen der Hauptschulen gebe es viele leistungsfähige Schüler, die die mittlere Reife erwerben könnten. Ebenso würden Schüler in den Regionalen Schulen und Integrierten Gesamtschulen vergleichbare Leistungen wie die gleicher Jahrgänge des gegliederten Schulsystem erreichen.
„Das ist eine Bestätigung für das dreigliedrige Schulsystem und seine Ergänzung durch integrative Schulformen“, betonte Zöllner. Die Studie beende damit „den alten Streit um die angeblich bessere Schulart“. In Zukunft müsse es darum gehen, die Durchlässigkeit des Schulsystems zu erhalten und weiter auszubauen. Zudem müsse nach den Befunden der Studie die Förderung von Schülern aus einem schwierigen sozialen Umfeld und mit einer fremden Muttersprache verstärkt werden.
Nach Angaben von Helmke zeichnen sich besonders leistungsfähige Klassen durch einen hohen Anteil von Schülern mit deutscher Muttersprache und einer geringen Sprachenvielfalt aus. „Nicht der Ausländeranteil ist entscheidend, sondern wie vertraut die Schüler mit der deutschen Sprache sind“, erklärte der Psychologe. Zudem sei die Bildungsnähe der Eltern von großer Bedeutung. In der Schule seien eine effiziente Klassenführung, eine gute Arbeitsatmosphäre und die Motivation der Schüler für einen erfolgreichen Unterricht entscheidend. Dagegen spiele die Größe der Klasse und der Unterrichtsausfall kaum eine Rolle.

CDU: Ergebnisse lächerlich
Die CDU-Opposition bezeichnete die ersten Schlüsse aus der MARKUS-Studie als lächerlich. „Dass erfolgreicher Unterricht davon abhängt, dass Schüler gefordert werden und klare Regeln vorhanden sein müssen, ist sicher nur für Herrn Zöllner eine neue Erkenntnis“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Erhard Lelle. Die ersten Ergebnisse seien „eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen“. Die 800 000 Mark für den Test seien „zum Fenster herausgeworfen“ worden. Für die Grünen im Landtag belegt der Zwischenbericht die Notwendigkeit, das Angebot an integrierten Schulformen auszuweiten. „Wenn in einem Hauptschul-Grundkurs noch Schüler unterrichtet werden, die Mathe-Spitzenleistungen auf Gymnasial-Niveau erbringen, müssen durchlässige, integrierte Schulformen flächendeckend ausgebaut werden“, forderte die Fraktionsvorsitzende, Ise Thomas.

Gymnasium ist am beliebtesten
Das Gymnasium ist nach wie vor die beliebteste Schulform in Hannover. Das geht aus einer Statistik des Schulamtes hervor. Im vergangenen Schuljahr meldeten 45,9 Prozent der Eltern von Kindern, die die Orientierungsstufe (OS) absolviert hatten, ihren Nachwuchs im Gymnasium an. Das ist die stärkste Nachfrage seit 20 Jahren. Eine Empfehlung für diese Schulform von der jeweiligen OS hatten jedoch nur 34,8 Prozent der Kinder bekomen.
Wenig gefragt waren die Hauptschulen. Während 30 Prozent der OS-Schüler dieser Schultyp empfohlen wurde, wechselten nur 18.2 Prozent in eine Hauptschule über. Lediglich im Realschulbereich wichen Empfehlung und tatsächliches Verhalten nur gering voneinander ab. Einem Drittel ihrer Schüler und Schülerinnen trauten die Kollegien die weitere Laufbahn in einer Realschule zu, de facto wurden 32,4 Prozent dort angemeldet, von ihnen hatte ein Drittel aber nur eine Hauptschulempfehlung.  (HAZ, 29.1.2000)                          he

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