| ABITUR IN 12 JAHREN - Doku des Stadtelternrates Hannover |
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| Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag Antrag zur Schulzeitverkürzung"Durchlässigkeit erhalten und ausbauen - individuelle Schulzeitverkürzung erleichtern" Die erste Beratung dieses Antrages wird am 14. Mai 2003 stattfinden. |
| HAZ, 13.01.2007 | Hobbys helfen bis zum Abitur |
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Gymnasien erkennen auch AGs zur Erfüllung der vorgeschriebenen Stunden bis zur Reifeprüfung an |
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Von Bärbel Hilbig |
| Lehrer Harald Liese mit Schülern der Chor AG der Goetheschule. Steiner >> 12 Jahre Abi >>Abitur >> Arbeitsgemeinschaften |
| NP, 20.05.2006 | Schnell-Abi: Kein Konzept für Sitzenbleiber |
| 2011 beginnt Prüfung nach zwölf Jahren doch was machen Wiederholer aus Klasse 13? |
| 2011 werden in Niedersachsen die ersten Schüler Abi nach nur zwölf Schuljahren machen doch bisher weiß noch keiner, wie das funktionieren soll. |
| VON NORA LYSK |
HANNOVER.
Der Countdown läuft. Nur noch drei Jahre, dann werden die jetzigen
Siebtklässler in die Oberstufe wechseln und bereits zwei Jahre später
ihr Abitur in der Tasche haben nach nur zwölf Jahren Schulzeit.Nur: Ein Konzept zur Umsetzung der bereits 2003 beschlossenen Reform fehle bislang, klagen Lehrer und Eltern. Die Lehrpläne müssten bald umgestellt werden, aber wir warten noch auf die neuen curricularen Vorgaben, sagt Brigitte Schneider-Pachaly, Leiterin der Wilhelm-Raabe-Schule. Einzige Information, die die Schulen bisher erhalten haben: Die Wochenstundenzahl wird ab der zehnten Klasse auf 34 erhöht. Doch auch die Lehrbücher müssten erneuert werden. Wir können doch nicht so tun, als ob das eine Jahr, das den Kindern weggenommen wird, so problemlos wäre, kritisiert Schneider-Pachaly. Der Stadtelternratsvorsitzende Richard Lochte gibt der Schulleiterin Recht: Es gibt eine Menge ungelöster Probleme im Hinblick auf das Abi nach zwölf Jahren. Viktor Reuter, Schulleiter der Richarda-Huch-Schule, sieht noch ganz andere Probleme: Die Frage ist doch, wie wir mit den Sitzenbleibern umgehen sollen, sagt er. Hintergrund: Schüler, die derzeit in der achten Klasse sind und im elften Jahrgang eine Ehrenrunde drehen, müssten dann eigentlich auch nach zwölf Jahren ihr Abitur machen. Doch das Problem wird sein, dass diese Schüler ein Jahr im Stoff hinterherhinken, erklärt Reuter. Die einzige Lösung könnte sein, dass die Sitzenbleiber nach dem alten System unterrichtet würden. Mit weniger Wochenstunden und mit der Abiturprüfung nach 13 Jahren. Derzeit werden Schüler, die die elfte Klasse wiederholen mussten, auch nicht im Zentralabitur geprüft, sondern nach dem alten System, erklärt der Schulleiter. Doch eine Extra-Jahrgangsstufe für drei bis vier Sitzenbleiber einzurichten, das kann sich auch Reuter nicht vorstellen. Im Ministerium heißt es, nach und nach würden Kernkompetenzen für das Abitur erarbeitet. Das Problem mit den Sitzenbleibern werden wir so lösen, dass es keinem Schüler zum Nachteil wird, versichert Ministeriumssprecher Georg Weßling. |
| Grüne imLandtag, PM 86, 30.04.2003 Abi nach 12 Jahren an Gesamtschulen ist "schlitzohriges Minister-Angebot" Die Landtagsgrünen sehen in Kultusminister Busemanns Angebot, auch an Gesamtschulen das Abitur nach 12 Jahren einzuführen, eine "schlitzohrige Offerte". "Der Minister macht den IGSen ein Angebot, dass sie nur realisieren können, wenn sie ihre eigenen Bildungsgrundsätze aufgeben", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Mittwoch (heute) in Hannover. Das Abi nach 12 sei nur möglich, wenn für den gymnasialen Bildungsgang die Wochenstundentafel in der Sekundarstufe I deutlich erhöht werde. Auch die zweite Fremdsprache würde im gymnasialen Bildungsgang künftig früher beginnen müssen. Der für die Integrierten Gesamtschulen wesentliche schulformübergreifende Unterricht sei dann wegen der sehr unterschiedlichen Stundentafeln nicht mehr möglich. |
| NP, 04.04.2003
Schulstrukturreform / Abitur
nach 12 Jahren: Turbo-Abitur komt doch schon schneller HANNOVER. Schüler,
die im August in die fünfte Klasse der Orientierungsstufe (OS) kommen,
sollen nun doch später in Klasse zwölf Abitur machen dürfen.
Man werde entweder Profilklassen für gute Schüler einrichten oder
mehr Unterrichtsstunden an der OS erteilen, erklärte gestern Karl-Heinz
Klare, Fraktionsvize und schulpolitischer Sprecher der CDU. Das neue Schulgesetz
von Union und FDP, das im Juni den Landtag passieren soll, schafft die OS
ab und verpflichtet Schüler nach der vierten Klasse zu Haupt-, Reralschule
oder Gymnasium zu wechseln.
Weil die Schulen aber nicht so schnell aufs neue System umschalten können,
soll die Dreigliedrigkeit erst 2004 eingeführt werden. Kinder,
die 2003 noch zur O-Stufe kommen, müssten deshalb 13 Jahre bis zum
Abi büffeln.
In mehreren Punkten wird der Entwurf derzeit noch verändert. Den
Kooperativen Gesamtschulen (KGS) soll nun doch generell erlaubt werden,
in Klasse zwölf das Abitur zu vergeben. Bisher war nur eine Kann-Bestimmung
vorgesehen. Auch den Integrierten Gesamtschulen (IGS) soll jetzt das
frühe Abitur genehmigt werden - aber nur, wenn im Unterricht nach Haupt-
und Realschülern sowie Gymnasiasten getrennt wird. Laut Klare haben
viele IGS-Leiter dies gefordert, da sie fürchten, mit einem Abitur
nach Klasse 13 im Wettbewerb der Schulen nicht bestehen zu können.
Änderungen gibt es auch bei "Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen":
Schulverweise oder der Ausschluss vom Unterricht als Sanktion gegen gewalttätige
Schüler sollen künftig leichter verhängt werden können.
dl Kommentar: Schulgesetz eine Baustelle von Dirk Racke Es war überhastet. Um ihre Schulreform vor dem Sommer verabschieden zu können, haben CDU und FDP ihren Entwurf direkt nach der Wahl in den Landtag eingebracht. Ergebnis: Noch immer ist das Gesetz eine Baustelle. Doch die geplanten Änderungen sind richtig. Die Benachteiligung der letzten OS-Schüler wird gemildert, die Diskriminierung der von der Koalition ungeliebten Gesamtschulen zumindest beim Abitur aufgehoben. Andere Fragen sind noch offen: Wie wird Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen organisiert ? Wo bleibt der Elternwille, wenn nach der 5. Klasse Lehrer entscheiden, wo Kinder weiterlernen ? |
| NP, 03.04.2003 Schulstrukturreform / Abitur nach 12 Jahren: Abitur nach 13 Jahren noch bis 2012 HANNOVER. Abitur nach zwölf Jahren - so sieht es das neue Schulgesetz von CDU und FDP vor. Doch das Abi in Klasse 13 bleibt bis mindestens 2012. Denn das Turbo-Abi gilt nur für Kinder, die nächstes Jahr in die fünfte Klasse wechseln - wie Annalena, die Tochter des Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU). Die 87 300 Viertklässler dieses Jahres müssen als Letzte noch zwei Jahre Orientierungsstufe durchlaufen. Erfahrungsgemäß wählen 32 Prozent später den Gymnasialzweig. Als Spätstarter machen sie erst in der 13. Klasse Abi. Nur die besten dieser 30 000 Schüler könnten es schneller schaffen: Im Kultusminister wird geprüft, ob sie die elfte Klasse überspringen können. Helga Akkermann, die Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, hält Gymnasien mit zwei Geschwindigkeiten sogar auf Dauer für notwendig: " Wir dürfen nicht nur die leistungsstärksten Schüler sehen." Sie fordert massive Fördermaßnahmen und Aufstiegschancen für Realschüler. "Wenn sie keine zweite Fremdsprache gewählt haben, müssen sie nachlernen. Da brauchen sie Zeit bis zur 13." dir |
| NP, 02.04.2003 SchulstrukturreformO-Stufe für Viertklässler Kinder, die im August in die fünfte Klasse wechseln, müssen noch zwei Jahre in die Orientierungsstufe (OS). Ohne diese Übergangsphase gehe es nicht, stellte jetzt Kultusminister Bernd Busemann (CDU) klar. Nach bisherigem Stand werden diese Kinder auch erst nach 13 Jahren Abi machen können. Erst die Viertklässler 2004 werden direkt an die weiterführenden Schulen wechseln und können nach zwölf Jahren ein Abi ablegen. Die OS wird jedoch geändert: Ab dem zweiten Halbjahr der Klasse fünf werden Deutsch, Mathe und Englisch in drei Leistungsstufen (A-, B-, C-Kurse) angeboten. Weitere Entscheidungen: Die 200 voll betreuten Halbtags-Grundschulen bleiben. Für die Rückumwandlung der schlechter ausgestatteten verlässlichen Grundschulen fehlt jedoch das Geld. Kooperative Gesamtschulen (KGS), die wie Sehnde und Wennigsen getrennt nach Schulzweigen unterrichten, dürfen ein Abi nach der Zwölf anbieten. Busemann schließt das auch für die IGS nicht mehr aus. mehr ... |
| NP, 14.03.2003 Schulstrukturreform / Abitur nach 12 Jahren: Nicht für IGS-Schüler Es ist der Paragraf 5a des neuen Schulgesetzes, der für Ärger sorgt. Darin ist geregelt, dass Gesamtschüler das Abitur nicht wie künftig an Gymnasien vorgesehen nach Klasse 12 ablegen dürfen. Schüler von IGS und KGS sollen weiter 13 Jahre zur Schule gehen. Die Gesamtschulleiter sind empört. Sie wittern eine Kampagne, denn Gesamtschulen sollen nach dem Willen der neuen Landesregierung nur noch Bestandsschutz haben. „Das ist Diskriminierung. Es kommt der Ideologie der CDU sehr gelegen“, sagt Georg Willmer von der IGS Mühlenberg. Er fordert eine flexible Abizeit. „Zwölf Jahre für die Stärkeren, 13 für die anderen.“ Die Pädagogen fürchten um den Ruf ihrer Schulen. Vorurteile, an Gesamtschulen bräuchten die Schüler länger, würden geschürt. „Das ist von den Gesetzgebern mit Sicherheit gewollt“, empört sich Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch. Auch Kollege Christoph Walther von der IGS Linden ist sauer: „Ob Verfahren oder Qualitätsstandard – die Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen ist exakt gleich. Das ist Diffamierung.“ Warum die Gesamtschulzeit weiter 13 Jahre dauern soll, weiß auch Georg Weßling, Sprecher des neuen Kultusministeriums, nicht so genau. An den Gesamtschulen würde nicht zielgerichtet gearbeitet, deshalb bräuchten die Schüler dort wohl mehr Zeit, argumentierte er etwas vage. Die Zukunft der Gesamtschulen sehen deren Leiter optimistisch. „Die Leute laufen uns die Türen ein. Wir haben mehr Anmeldungen als Plätze. Steinkamp: Wir bieten denen, die glauben, dass das neue System ihren Kindern nicht gut tut, Zuflucht.“ Positive Resonanz auf das Abitur nach zwölf Jahren kommt von den Gymnasien. Uwe Rademacher vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium begrüßt wie fast alle seiner Kollegen, dass die Schüler früher in den Beruf starten. „Das ist ein Jahr Lebenszeit“, sagt auch Brigitte Netzel von der Elsa-Brändström-Schule. Sorgen macht den Direktoren nur das Auslandsjahr, das viele Elftklässler in die USA oder Australien führt. „Bisher haben die Schüler fließend in Klasse 12 weiter gemacht. Künftig werden die meisten wohl wiederholen müssen“, sagt Martin Kronenberg von der Käthe-Kollwitz-Schule. HANNOVER, VON JULIA PENNIGSDORF |
| 12.06.2002 | Goslarsche
Zeitung, 12. 06.2002 Ratsgymnasium will Abi in Klasse 12 ... Das RG-Modell sieht vor, alle Schüler nach Klasse 12 zum Abitur zu bringen. Das eingesparte Jahr soll nicht in der Oberstufe, den Klassen 11 bis 13 (Sekundarstufe II) wegfallen, sondern nach einer Grundsteinlegung in der Förderstufe (2. Fremdsprache ab Klasse 6) in den Schuljahren 7 bis 10 (Sekundarstufe I) „reingearbeitet“ werden. Die vier Jahre werden auf drei verkürzt. Wichtig dabei: eine enge Kooperation zwischen Grundschule und der in diesem Fall an das RG angebundenen Förderstufe. mehr ... |
| 14.11.2001 | Orientierungstufe hat ausgedient, Eltern entscheiden nach 4 und 6 Fördern soll sich wieder lohnen: Land will neue Schulstruktur (GZ) |
| 14.11.2001 | Aus für Orientierungsstufe - Land setzt auf Förderklassen und Turbo-Abitur nach zwölf Jahren (NP) |
| 14.11.2001 | Gabriel: Orientierungsstufe wird abgeschafft - Niedersachsen steht vor großer Schulreform, Abitur nach zwölf Jahren, neue Gymnasien auf dem Land (HAZ) ->Schulstrukturreform ->Abitur nach 12 Jahren |
| 14.11.2001 | Gabriel: "Wir müssen alle Bildungsreserven ausschöpfen - Gespräch des Ministerpräsidenten mit Jörg Kallmeyer |
| 0.03.2001 | In D-Zug-Klassen schneller zum Abi (HAZ) |
| 02/2001 | NRW gibt grünes Licht für "Begabten-Abitur nach zwölf Jahren |
| siehe weitere Artikelübersicht weiter unten |
| Goslarsche
Zeitung, 12. 06.03.2001 Ratsgymnasium will
Abi in Klasse 12 GOSLAR. Wie kann, wie sollte Schule nach der Schulstrukturreform in Niedersachsen ganz konkret in Goslar aussehen? Mit dieser zentralen Frage befassten sich auf Einladung des Elternrates und der Schülervertreter des Ratsgymnasiums (RG) am Montag Ratsvertreter, die Schulleitung des RG und rund 50 Zuhörer in der Aula. In der Diskussion wurde deutlich, dassgroße Unklarheiten darüber bestehen, wie nach Abschaffung der Orientierungsstufe die neue „Förderstufe“ aussehen soll und wie groß der Spielraum für die einzelnen Schulen sein wird, das neue Schulgesetz, das am Freitag zur Abstimmung im Landtag vorliegt, an eigene Vorstellungen anzupassen. In dieser Situation prescht das Ratsgymnasium (RG) mit einer eigenen Idee nach vorn. Hartmut Humm, stellvertretender Schulleiter, erläuterte den „Schulversuch“: „Wir wollen einen etwas mutigeren Reformweg gehen.“ Das RG-Modell sieht vor, alle Schüler nach Klasse 12 zum Abitur zu bringen. Das eingesparte Jahr soll nicht in der Oberstufe, den Klassen 11 bis 13 (Sekundarstufe II) wegfallen, sondern nach einer Grundsteinlegung in der Förderstufe (2. Fremdsprache ab Klasse 6) in den Schuljahren 7 bis 10 (Sekundarstufe I) „reingearbeitet“ werden. Die vier Jahre werden auf drei verkürzt. Wichtig dabei: eine enge Kooperation zwischen Grundschule und der in diesem Fall an das RG angebundenen Förderstufe. Kontrovers diskutiert wurde der RG-Ansatz, ausschließlich ein „Turbo-Abi“/„D-Zug-Zweig“ oder „Expressabitur“ anzubieten. Nach Auskunft des Kultusministeriums besteht keine Chance auf Genehmigung des RG-Schulversuchs. Pressesprecherin Sonja Markgraf sagte am Dienstag auf Anfrage der GZ: „Es gilt der Grundsatz, dass alle Schulen künftig das Abitur in zwei Geschwindigkeiten anbieten müssen.“ kem Goslarsche Zeitung, 12.06.2202 |
| HAZ, 10.03.2001 SCHULEN In D-Zug-Klassen schneller zum Erfolg. Die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt und die Humboldtschule in Linden richten zum kommenden Schuljahr jeweils eine der so genannten D-Zug-Klassen ein. An beiden Gymnasien können Schüler dann in zwölf statt in dreizehn Jahren zum Abi gelangen, indem sie im Klassenverband einen Jahrgang überspringen. Das Schulamt hat dem Vorhaben jetzt zugestimmt. Bereits vorher hatte sich das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium als erste staatliche Schule in Hannover für eine D-Zug-Klasse zum kommenden Schuljahr entschieden. Die private katholische St.-Ursula-Schule bietet den schnelleren, lernintensiveren Weg zum Abitur bereits seit zwei Jahren an. bil |
NP, 09.03.2001
Schulreform
nun doch schon 2002
Hannover. Wann kommt die Schulreform
in Niedersachsen ? Wenn es nach Ministerpräsident Sigmar Gabriel
(SPD) geht, ist bereits vor der Landtagswahl im Frühjahr 2003
alles klar.
Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper
(SPD) sieht das laut Gabriel genauso - aber erst seit gestern. Noch
Anfang der Woche hatte sie festgestellt: Wegen der komplizierten Beratungen
könne das Verfahren bis zur Wahl nicht abgeschlossen werden und müsse
anschließend neu beginnen mehr ....
Hannoversches
Wochenblatt,20.12.2000
Für Hochbegabte gibt's das Abitur künftig
nach zwölf Jahren
MITTELFELD. Niedersachsens Kultusministerin
Renate Jürgens-Pieper hat sich an die Spitze der Hochbegabtenförderung
gesetzt. Als Alternative zum regulären neunjährigen Gymnasium wird
ab dem nächsten Jahr für Hochbegabte erstmals eine Klasse eingerichtet,
deren Schülerinnen und Schüler dort lediglich acht Schuljahre durchlaufen
werden. mehr
...
Bildungspolitik/SPD/Schulzeit
dpa-Dienst für Kulturpolitik 49/2000 04.12.2000
SPD: Für
gute Schüler Abitur künftig nach zwölf Jahren
Potsdam (dpa) – Die SPD-geführten
Bundesländer wollen begabten Schülern künftig bundesweit das
Abitur bereits nach zwölf Schuljahren ermöglichen. Eine generelle
Verkürzung der Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre für alle Schüler
lehnen sie jedoch wegen des individuell unterschiedlichen Lerntempos ab.
Darauf verständigten sich die SPD-Schulminister und die bildungspolitischen
Sprecher der SPD-Landtagsfraktionen am 24./25. November bei einem Treffen
in Potsdam.
Durch die Verkürzung um ein Jahr
dürfe auf keinen Fall die Qualität des Abiturs gesenkt werden, sagte
der SPD-Bildungssprecher, der rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen
Zöllner. Auch dürfe die Zahl der Abiturienten nicht vermindert
werden, weil durch das schnellere Lerntempo nicht alle folgen könnten.
Die Bundesrepublik brauche angesichts des Fachkräftemangels und des
Trends auf dem Arbeitsmarkt zu immer höherer Qualifikation nicht weniger
sondern „deutlich mehr Abiturienten“ ... mehr
HAZ, Donnerstag, 23.11.2000
"Deutschland
braucht mehr Gymnasiasten"
HANNOVER.(jö) Die internationale
Schul-Vergleichsstudie TIMMS sorgt wieder für Aufsehen: In ihrem Schlussbericht
werben die Experten des Berliner Max-Planck-Instituts fü Bildungsforschung
dafür, mehr Schülern den Zugang zum Gymnasium zu ermöglichen.
Die Öffnung der Gymnasien in den vergangenen Jahrzehnten habe keineswegs
zu einer Abwertung des Abiturs geführt. Es gebe keine Leistungsnivellierung.
Je mehr Schüler eines Jahrgangs die gymnasiale Oberstufe erreichen, heißt
es im gestern vorgelegten TIMMS-Bericht, desto mehr Spitzenleistungen seien
zu erwarten.
Bei dem internationalen Schulvergleich
sind die Mathematik- und Physikleistungen in den neunten und elften Klassen
untersucht worden - mit zum Teil nur mäßigen Ergebnissen für
die deutschen Schüler. Mit Altersgenossen in Asien konnten sie zum Beispiel
nicht mithalten.
Dem deutschen Abitur stellen die Bildungsforscher
nun grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Es sei auch keineswegs problematisch,
dass inzwischen gut 27 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs in Deutschland
das Gymnasium besuchen. Im Gegenteil: Länder mit noch höheren Abiturientenzahlen
wie Schweden ode Norwegen schnitten beim TIMMS-Leistungsvergleich in Mathematik
und Physik sogar deutlich besser ab als Deutschland. In Schweden besuchen
70,6 Prozent der Schüler die gymnasiale Oberstufe, in Norwegen sind
es sogar mehr als 80 Prozent. Die Gymnasiasten beider Länder belegten
im Vergleich Spitzenplätze und ließen die deutschen Schüler
deutlich hinter sich.
Kritik üben die Bildungsforscher
an der Gestaltung des Unterrichts in Deutschland. Die Mathematikstunden in
der gymnasialen Oberstufe seien "bemerkenswert variationsarm". Das "Vormachen,
Nachmachen und Einüben" erreiche viele Schüler nicht. Je anspruchsvoller
eine Aufgabe sei, umso weiter fielen die deutschen Abiturienten hinter Schüler
anderer europäischer Länder zurück. Oft würden die Schüler
mit zu viel Wissen vollgestopft, ohne die praktische Bedeutung zu verstehen.
HAZ,
Donnerstag, 23.11.2000
Schnell-Abi
im Saarland
Das Saarland führt als erstes westliches
Bundesland flächendeckend das achtjährige Gymnasium ein. Damit
können die Schüler schon nach zwölf statt bisher 13 Schuljahren
ihr Abitur ablegen. Ein entsprechendes Gesetz ha der Saar-Landtag am Mittwoch
mit der CDU-Stimmenmehrheit verabschiedet. Kultusminister Jürgen Schreier
(CDU) sagte, die kürzeste Schulzeit werde den Abiturienten bessere Perspektiven
auf dem Arbeitsmarkt bieten. dpa
dpa
- Dienst für Kulturpolitik 47 / 2000
22.11.2000
Schulentwicklung/Bayern
Bayern setzt
auf dem Weg zum Abitur künftig auf Doppellösung
Hof/Saale (dpa) – Im Länderstreit
um einen kürzeren Weg zum Abitur setzt der Freistaat Bayern auf eine
Doppellösung. Neben der bewährten neunjährigen Schulform soll
künftig landesweit ein achtjähriges Ganztagsgymnasium angeboten
werden. „Eltern und Schüler wählen den Schultyp, der ihren Interessen
am besten dienen kann“, sagte Kulturministerin Monika Hohlmeier (CSU) am 16.
November auf der Jahresversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in
Hof/Saale. Verbandschef Rainer Rupp äußerte sich skeptisch, aber
nicht ablehnend über das neue bayerische Doppelmodell. Wichtig sei,
dass das Unterrichtsvolumen und die Qualität des Abiturs erhalten blieben.
Mit ihrem Doppelmodell zieht die Ministerin
die Konsequenz aus dem laufenden Modellversuch „Achtjähriges Gymnasium
in Bayern“. Dort hatten Hochbegabte die Möglichkeit, den Stoff der Klassen
sechs bis elf in fünf statt in sechs Jahren zu bewältigen. Wegen
der notwendigen Stoffverdichtung und der höheren Leistungsanforderungen
sei dieser Modellversuch bei Eltern, Lehrern und Schülern jedoch nur
auf geringe Akzeptanz gestoßen.
Das achtjährige Ganztagsgymnasium
ist laut Hohlmeier ein Angebot an alle Schüler. Durch die Verteilung
des Unterrichtsstoffs auf individuell zugeschnittene Lern- und Trainingseinheiten
in der Zeit zwischen 8.00 und 17.00 Uhr soll ein zusätzlicher Leistungsdruck
vermieden werden. „Ein achtjähriges Gymnasium darf keine Elite-Schule
werden, sondern muss für alle Schüler eine sinnvolle Alternative
sein“, betonte die Ministerin. „Die Verkürzung darf die Schulzeit nicht
zu einer Leidenszeit für die Schüler machen, sondern muss neue
Chancen eröffnen.“
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern
werde es in Bayern keine „zeitgeistige Mogelpackung“ geben, meinte Hohlmeier.
„Es gibt keine Verkürzung oder Verdichtung des Unterrichtsstoffs auf
Kosten der Schüler und Lehrer.“ Das achtjährigen Ganztagsgymnasium
soll spätestens vom Schuljahr 2002/2003 an an einigen Pilotschulen wählbar
sein. Besonderes Gewicht legt die Ministerin auf einen kooperativ ausgerichteten
Unterrichtsstil, der auf die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen abzielt.
Um den durch die Umverteilung der Stunden notwendigen Mehrbedarf an Lehrern
zu decken, müssten in der Anlaufphase zusätzliche Planstellen geschaffen
werden. Mehrarbeit komme auf die Lehrer aber nicht zu. Die neunjährige
Form des Gymnasiums bleibe flächendeckend erhalten und erhalte die gleiche
Unterstützung wie bisher, sagte Hohlmeier.
Rupp: Junger Mensch muss
ausbüxen dürfen
Der Philologenverband sprach angesichts
weiter steigender Schülerzahlen und des zu erwartenden Lehrermangels
von einem schwierigen Akt. „Mir gefällt an dem Doppelmodell die Ehrlichkeit,
dass man nicht einfach ein Neuntel des Unterrichtsstoffs wegstreicht“, sagte
Rupp. Aus der Sicht der Gymnasiallehrer sei aber das neunjährige Gymnasium
grundsätzlich der bessere Weg. Insbesondere im Alter zwischen 17 und
19 Jahren erlebten Jugendliche den stärksten Reifungsprozess. Die Schule
dürfe sich nicht nur von kurzsichtigen Verwertungszwängen leiten
lassen. Die Schüler bräuchten auch die notwendige Zeit für
eine umfassende Bildungsarbeit. Rupp betonte: „Ein junger Mensch muss auch
einmal ausbüxen dürfen.“
Schulentwicklung/Rheinland-Pfalz
(HAZ, Mi,
18.10.2000)
Schüler
nehmen Abkürzung zum Abitur
Eine um ein Jahr verringerte Schulzeit
will das Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasium
demnächst anbieten. Drei weitere Schulen diskutieren noch.
Das Kaiser-Wilhelm-und
Ratsgymnasium (KWRG) bietet im nächsten Schuljahr als erste öffentliche
Schule Hannovers die Möglichkeit, das Abitur in zwölf Jahren zu
schaffen. Die Genehmigung dafür hat das Gymnasium im Hindenburg-Viertel
bereits aus dem Kultusministerium bekommen. Über eine verkürzte
Schulzeit für Begabte diskutieren auch die Humboldtschule in Linden, die Elsa-Brändström-Schule in der Südstadt
sowie die Goetheschule in der Nordstadt.
In der privaten St.-Ursula-Schule ist es bereits so weit.
"Die Entscheidung, ein Jahr früher
zum Abitur zu kommen, wird jeweils am Ende der neunten Klasse fallen", sagt
Uwe Rademacher, Direktor des KWRG. Wenn unter den rund 450
Jungen und Mädchen seines Gymnasiums genügend leistungsstarke Schüler
interessiert seien, werde er im Sommer 2001 eine zusätzliche zehnte
Klasse einrichten. Die kann laut Erlass gebildet werden, wenn dafür die
Hälfte eine durchschnittlich großen Klasse zusammenkommt, was
im KWRG 13 bis 14 Schülern entspricht. Diese müssen im Zeugnis mindestens
einen Notendurchscnitt von "Zwei" haben und bereit sein, zu den üblichen
30 Wochenstunden Unterricht drei bis vier Stunden mehr zu büffeln. Lohn
für den Einsatz: die Mädchen und Jungen können nach dem ersten
Halbjahr der zehnten Klasse gleich in das zweite Halbjahr der elften Klasse
überwechseln. Rademacher ist überzeugt, das im KWRG die für
diese Klasse besonders leistungsstarken Schüler mühelos zusammenkommen
- sogar mehr als benötigt. "Wir haben tüchtige junge Damen und
Herren dabei", lobt er. Auch Eltern hätten sich schon nach den Möglichkeiten
in der so genannten D-Zug-Klasse für ihren Nachwuchs erkundigt. Die
wird übrigens nur genehmigt, wenn das Gymnasium übe eine solide
Lehrerversorgung verfügt, um den zusätzlichen "Förder-" Unterricht
auch erteilen zu können, der Defizite in Fremdsprachen oder in Naturwissenschaften
ausgleichen soll.
Andere Gymnasien wie beispielsweise die
Herschelschule haben sich von dem Vorhaben, D-Zug-Klassen einzurichten, wieder
verabschiedet. Die geplante Schulreform des Ministerpräsidenten sehe
ja sowieso den Erwerb der Hochschulreife innerhalb von zwölf Jahren
vor, da seien D-Zug-Klassen bald überholt.
he
dpa
- Dienst für Kulturpolitik 47 / 2000 /22.11.2000
MARKUS-Studie:
Leistung nicht von Klassengröße abhängig
Mainz (dpa) – Leistungen von Schülern
hängen weniger von Klassengröße oder Unterrichtsausfall ab
als häufig angenommen. Vielmehr sind das Lernklima in der Klasse und
das familiäre Umfeld entscheidend für den Erfolg in der Schule.
Das geht aus der ersten Auswertung der großen rheinland-pfälzischen
Bildungsstudie MARKUS hervor, die Bildungsminister Jürgen Zöllner
(SPD) am 13. November in Mainz vorstellte. „Ich habe wertvolle Hinweise für
die Weiterentwicklung des Schulwesens bekommen“, sagte der Minister.
An der „Mathematik-Gesamterhebung Rheinland-Pfalz:
Kompetenzen, Unterrichtsmerkmale, Schulkontext“, der bundesweit größten
Studie dieser Art, hatten etwa 38 000 Achtklässler, 1 500 Lehrer und
500 Schulleiter teilgenommen. Die Studie wurde von den Professoren Reinhold
Jäger und Andreas Helmke von der Universität Koblenz-Landau im
Auftrag des Bildungsministeriums entwickelt und ausgewertet. Ein Mathematik-Test
wurde mit Fragebögen zu Lernbedingungen und zum Schulumfeld ergänzt.
Der Abschlussbericht soll Mitte 2001 vorliegen.
Für Minister Zöllner ist MARKUS
wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements, „um den einzelnen Schulen
Hilfestellung für ihre Arbeit vor Ort“ zu geben. Als besonders bemerkenswert
hob er die festgestellten Überschneidungen bei Spitzenleistungen zwischen
den verschiedenen Bildungsgängen hervor. In den A-Kursen der Hauptschulen
gebe es viele leistungsfähige Schüler, die die mittlere Reife erwerben
könnten. Ebenso würden Schüler in den Regionalen Schulen und
Integrierten Gesamtschulen vergleichbare Leistungen wie die gleicher Jahrgänge
des gegliederten Schulsystem erreichen.
„Das ist eine Bestätigung für
das dreigliedrige Schulsystem und seine Ergänzung durch integrative Schulformen“,
betonte Zöllner. Die Studie beende damit „den alten Streit um die angeblich
bessere Schulart“. In Zukunft müsse es darum gehen, die Durchlässigkeit
des Schulsystems zu erhalten und weiter auszubauen. Zudem müsse nach
den Befunden der Studie die Förderung von Schülern aus einem schwierigen
sozialen Umfeld und mit einer fremden Muttersprache verstärkt werden.
Nach Angaben von Helmke zeichnen sich
besonders leistungsfähige Klassen durch einen hohen Anteil von Schülern
mit deutscher Muttersprache und einer geringen Sprachenvielfalt aus. „Nicht
der Ausländeranteil ist entscheidend, sondern wie vertraut die Schüler
mit der deutschen Sprache sind“, erklärte der Psychologe. Zudem sei
die Bildungsnähe der Eltern von großer Bedeutung. In der Schule
seien eine effiziente Klassenführung, eine gute Arbeitsatmosphäre
und die Motivation der Schüler für einen erfolgreichen Unterricht
entscheidend. Dagegen spiele die Größe der Klasse und der Unterrichtsausfall
kaum eine Rolle.
CDU: Ergebnisse lächerlich
Die CDU-Opposition bezeichnete die ersten
Schlüsse aus der MARKUS-Studie als lächerlich. „Dass erfolgreicher
Unterricht davon abhängt, dass Schüler gefordert werden und klare
Regeln vorhanden sein müssen, ist sicher nur für Herrn Zöllner
eine neue Erkenntnis“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion,
Erhard Lelle. Die ersten Ergebnisse seien „eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen“.
Die 800 000 Mark für den Test seien „zum Fenster herausgeworfen“ worden.
Für die Grünen im Landtag belegt der Zwischenbericht die Notwendigkeit,
das Angebot an integrierten Schulformen auszuweiten. „Wenn in einem Hauptschul-Grundkurs
noch Schüler unterrichtet werden, die Mathe-Spitzenleistungen auf Gymnasial-Niveau
erbringen, müssen durchlässige, integrierte Schulformen flächendeckend
ausgebaut werden“, forderte die Fraktionsvorsitzende, Ise Thomas.
Gymnasium ist am beliebtesten
Das Gymnasium ist nach wie vor die beliebteste
Schulform in Hannover. Das geht aus einer Statistik des Schulamtes hervor.
Im vergangenen Schuljahr meldeten 45,9 Prozent der Eltern von Kindern, die
die Orientierungsstufe (OS) absolviert hatten, ihren Nachwuchs im Gymnasium
an. Das ist die stärkste Nachfrage seit 20 Jahren. Eine Empfehlung für
diese Schulform von der jeweiligen OS hatten jedoch nur 34,8 Prozent der
Kinder bekomen.
Wenig gefragt waren die Hauptschulen.
Während 30 Prozent der OS-Schüler dieser Schultyp empfohlen wurde,
wechselten nur 18.2 Prozent in eine Hauptschule über. Lediglich im Realschulbereich
wichen Empfehlung und tatsächliches Verhalten nur gering voneinander
ab. Einem Drittel ihrer Schüler und Schülerinnen trauten die Kollegien
die weitere Laufbahn in einer Realschule zu, de facto wurden 32,4 Prozent
dort angemeldet, von ihnen hatte ein Drittel aber nur eine Hauptschulempfehlung.
(HAZ, 29.1.2000)
he
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