SCHULE UND WIRTSCHAFT - Dokumentation des Stadtelternrates Hannover
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04.04.2001 Hannover-Messe: Technik, die verbindet     Premiere zur Hannover-Messe: Im Deutschen Pavillon gibt es die Schüler-Schau "Technik verbindet" - 4000 Schüler machen mit. Die NP stellt Beispiele aus der Region vor. (NP) 
12.04.2001 Handwerks-Lehrlinge verzweifelt gesucht  (HAZ)
10.04.2001 Auslandspraktika erweisen sich als Flop   (HAZ)
21.07.2001 Was Lehrlinge können müssen   (HAZ)
26.04.2001 Das heimliche Schulgeld   (FR)
23.11.2000 Lehrer gehen bei Managern in die Schule   (FR)
02.10.2000 "Schule geht in die Wirtschaft - Lehrer schaffen im Kuhstall und am Schraubstock. Spicken in Sachen Qualitätsmanagement" (Goslarsche Zeitung)
27.09.2000 "Nicht jeder Sponsor ist willkommen"" (HAZ)

 
Zehn Euro - damit Schülerideen weiterleben
Ein Gymnasium auf Wirtschaftskurs: Celler Jungunternehmer sammeln Kapital für ihre Produkte 

Von Saskia Döhner

Hannover/Celle. Zehn Euro - das ist nicht viel für die Verwirklichung eines Schülertraums, findet Stephanie Ebel (18) vom Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium in Celle. „So viel kosten gerade einmal zwei Paar Flip-Flops.“ Und zehn Euro sind schnell verdient. „Einmal Oma besuchen, ein Einser auf dem Zeugnis, anderthalb Stunden Babysitten“, sagt die junge Frau, die in diesem Sommer Abitur gemacht hat. 

Wenn jeder der rund 700 Schüler des Celler Gymnasiums zehn Euro gäbe, hätten die Jungunternehmer, die jetzt in Hannover einen so genannten Konsortialverein gegründet haben, bald genug Kapital für ihren Traum zusammen. Mindestens 5000 Euro brauchen sie, um als Gesellschafter in eine gemeinnützige GmbH einzusteigen, deren Ziel die langfristige Vermarktung der Schülerideen ist. Als weitere Gesellschafter sollen unter anderem die Eltern und die Stadt Celle die Schul-GmbH mit finanzieren.

Die Schüler-Unternehmer sprühen nur so vor Kreativität. Leena Wolthusen (18) hat ein Erfrischungsventilator entwickelt, und Friedrich Niemetschek hat einen „Wasserwecker“ erfunden, der klingelt, bevor die Badewanne überläuft. Der selbst gebastelte Prototyp erinnert an eine Tupperschüssel mit Batterie. Aber sobald 1000 Bestellungen vorliegen, hat die Technische Universität Braunschweig zugesichert, bei der industriellen Fertigung zu helfen. Der 17-jährige Erfinder ist zuversichtlich, dass sich so viele Interessenten finden werden: „Das Produkt überzeugt, wir müssen nur noch ordentlich Werbung machen.“ 

Die Jury des Schülerwettbewerbs Junior, den das Deutsche Institut für Wirtschaft mit Sitz in Köln ausrichtet, war von dem „Wasserwecker“ jedenfalls so angetan, dass die Schüler aus Celle sich damit gegen 29 Konkurrenten durchsetzen konnten und niedersächsischer Landessieger wurden. Schülerfirmen, die bei Wettbewerben wie Junior mitmachen, leben nur ein Jahr, danach müssen sie aufgelöst werden. Die Organisatoren wollen so möglichst vielen Schülern einen spielerischen Einstieg in die Selbstständigkeit ermöglichen. Um die tatsächliche Umsetzung der Geschäftsideen und das Überleben am Markt geht es dabei nicht. Aber gerade das wollen die Schüler am Kaiserin-Auguste-Viktoria Gymnasium. Schule als Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnstreben. „Warum sollen wir mit dem Geld aus den Schülerfirmen nicht unsere Orgel in der Aula restaurieren?“ fragt Lehrer Rolf Schmalhorst. „Es ist doch schön, wenn die Schule, anstatt immer beim Staat um Geld zu betteln, selbst etwas in die Hand nimmt.“

Eigeninitiative steckt auch hinter der Geschäftsidee von Benedikt Kolle. Ein Schülerausweis aus Papier sei heute nicht mehr zeigemäß, sagt der 19-Jährige. Stolz präsentiert er einen Plastikausweis im Scheckkartenformat, der zugleich Geldkarte ist. Jetzt soll der neue Schülerausweis am Celler Gymnasium eingeführt werden. Auch andere Schulen haben bereits ihr Interesse daran bekundet.
HAZ 02.09.2003

ANNOVER - NACHRICHTEN
   Schüler lernen von Schülern
 

         Die Kooperation mit Berufsbildender Schule soll Lust auf
         technische Berufe machen.
 

   Was machen Haupt- und Realschüler an einer Berufsschule? Für Florian Adler
   aus der Klasse 9c der Emil-Berliner-Realschule in Stöcken ist das ganz klar: „In
   den Werkstätten hier haben wir viel mehr Möglichkeiten.“ Mit einem Mitschüler
   bastelt Florian an einer Warnblinkanlage, für die er zuvor einen Stromlaufplan
   gezeichnet hat. Die Berufsbildende Schule 6 hat mit der Emil-Berliner-Schule,
   der Anne-Frank-Schule, der Heinrich-Heine-Schule und der Kooperativen
   Gesamtschule Ronnenberg eine Zusammenarbeit vereinbart. Einen Teil ihres
   Technikunterrichts erhalten die Schüler der siebten bis zehnten Klasse von
   Berufsschullehrern in den Werkstätten der BBS 6.

   Bereits seit vier Jahren arbeiten die vier beteiligten Schulen in einem
   Modellprojekt mit VW Coaching Hannover zusammen – mit dem Ziel, den
   Schülern die praktische Arbeit an der Werkbank nahezubringen. Neu ist die
   Einbindung einer Berufsschule. Eine solche Kooperation sei besonders
   vorteilhaft, sagt August Knolle von VW Coaching. „Die Schüler sehen, dass sie
   an einer Berufsschule alles, was sie lernen, gleich in der Praxis anwenden
   können.“ Wichtig sei zudem, dass sie mit den Berufsschülern in Kontakt
   kommen. „Wenn ein fast Gleichaltriger Schülern etwas sagt, glauben sie das
   eher, als wenn ein Lehrer eine Folie auflegt.“

   Das Projekt solle die Quote von Ausbildungsabbrechern senken und zugleich für
   technische Berufe werben, erläutert Peter Haase, Leiter von VW Coaching
   Wolfsburg. Denn viele Schulabgänger suchten Lehrstellen im kaufmännischen
   Bereich: „Der Trend geht stark zu Kragenberufen.“ Ein Ausbildungsverbund in
   Sachsen etwa habe kürzlich von 300 Lehrstellen in Metall- und Elektroberufen
   auf Anhieb nur zehn Prozent besetzen können.
 

   bil

   Veröffentlicht 11.08.2002 20:42 UHR
   Zuletzt aktualisiert 11.08.2002 20:44 UHR  HAZ
NP, 12.04.2002
Handwerks-Lehrlinge verzweifelt gesucht
Viele Hundert Lehrstellen  konnten die Betriebe der Handwerks- und Industrie und  Handelskammer Hannover nicht besetzen – es gab keine geeigneten Bewerber.
    4179 Azubi-Verträge schlossen die Betriebe der Handwerkskammer zum 1. August 2001 – 1,2 Prozent weniger als im Jahr 2000. „Die Bewerberzahl ist seit zwei Jahren rückläufig, wir fürchten, dass der Trend sich verstärken wird“, so
 Sprecherin Sabine Wilp.
    Unter den Betrieben, die suchen, sind nicht nur solche, die wegen anstrengender körperlicher oder schmutziger Arbeit im Ansehen gesunken sind, sondern auch eigentlich gefragte Berufe wie Zahntechniker oder Optiker.
    Sogar für Automechaniker fehlt der Nachwuchs. Wilp: „Das ist kein Job für Schrauber mehr, sondern hat zu 95 Prozent mit Elektronik zu tun. Viele Bewerber sind nicht genügend qualifiziert.“
    Um die Lehrlings-Lücken zu schließen, wirbt die Handwerkskammer mit der Aktion „Karriere mit Lehre“ um Abiturienten. Zurzeit haben nur 5,5 Prozent der jungen Azubis die Hochschulreife.
    Wilp: „Für Abiturienten lassen sich teilweise Ausbildungszeiten verkürzen. Mit Zusatz-Kursen kommen sie schneller zur Meisterprüfung. Das öffnet die Möglichkeit, sich früh selbstständig zu machen.“
   Auf „mehrere Hundert“ schätzt die Industrie- und Handelskammer die offenen Stellen. Das Spektrum reicht von Pharmazeuten bis Galvaniseuren. „Da gibts für Azubis sogar eine Übernahmegarantie“, so Gert Spevacek von der IHK.

Jobangebote der Handwerks- und Industrie- und Handelskammer im Internet. 
www.hwk.hannover.de www.hannover.ihk.de        HANNOVER, VON DIRK ALTWIG

NP, 10.04.2002
Auslandspraktika: Programm erweist sich als Flop
  „Wir haben mehr als 100 Unternehmen angeschrieben”, berichtete Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper am Montagabend in Hannover. Doch die Bitte, sich an dem bundesweit einmaligen „Mobilitätsfonds – Ausbildung in Europa” zu beteiligen, stieß auf wenig Resonanz. So bot die Lufthansa vergünstigte Flüge für die Praktikanten an.
 Aber Spenden für den Fonds, an dem sich das Land mit jährlich 15.000 Euro beteiligt, seien „nur in sehr geringem Maße” eingegangen.
     Die Ministerin: „Wir haben jetzt das Geld zusammen, um 24 Schüler loszuschicken.” Das sind gerade einmal acht Prozent der angestrebten Stipendienzahl. „Wir hatten uns mehr vorgestellt”, so Jürgens-Pieper.
    Doch sie will „nicht gleich aufgeben”. Die von der Carl-Duisberg-Gesellschaft in Hannover betreuten Praktika bei europäischen Firmen seien für die Schüler wichtig, um Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen, andere Kulturen kennenzulernen und so auch Ausländerfeindlichkeit abzubauen. Die 24 Plätze für die erste Praktikantengruppe sollen nun landesweit ausgeschrieben werden. Jürgens-Pieper: „Ich bin gespannt, welches Interesse bei den Schülern da ist.”   Vielleicht, so ihre Hoffnung, „bekommt man auch die eine oder andere Stiftung dazu, sich an dem Fonds zu beteiligen”.
 HANNOVER, VON DIRK RACKE
HAZ, 21.07.2001
Was Lehrlinge können müssen
Personalverantwortliche erwarten von ihren Azubis:
Kaufmännische Berufe Industriell-technische Berufe
1. Grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift 1. Lern- und Leistungsbereitschaft
2. Grundlegende Beherrschung einfacher Rechentechniken 2. Grundlegende Beherrschung einfacher Rechentechniken
3. Lern- und Leistungsbereitschaft 3. Grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift
4. Zuverlässigkeit, Qualitätsbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft 4. Zuverlässigkeit, Qualitätsbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft
5. Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit 5. Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit
6. Selbständigkeit, Initiative und Kreativität 6. Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit
7. Kunden- und Serviceorientierung 7. Selbständigkeit, Initiative und Kreativität
8. Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit 8. Konflikt-, Kritikfähigkeit und Selbstbewußtsein
Frankfurter Rundschau vom 23.11.2000
Lehrer gehen bei Managern in die Schule
"ZuWAS": Pädagogen fit machen für Wirtschaftsthemen
Von Jörg Feuck
Die Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft in Hessen möchte mit einem in Bayern bereits erprobten Fortbildungsprojekt Manager ermuntern, regelmäßig Lehrer aller Fächer in die neuesten ökonomischen Trends einzuweihen.
FRANKFURT A. M. Mehr als ein Dutzend Führungskräfte aus hessischen Firmen, darunter eine Managerin von Heraeus von der gleichnamigen Hanauer Unternehmens-Holding sowie Ausbildungsleiter von Braun bis Mannesmann, werden am 28. November im Frankfurter Haus der Unternehmerverbände erörtern, inwieweit für sie ein neues Produkt namens "ZuWAS" taugt und ob sie die schillernden Inhalte der Ware der Kundschaft von Pädagogen nahe bringen wollen. Der eigentümliche Name steht für "Zukunft bestehen, Wirtschaft, Arbeitswelt, Schule".
Das Projekt wird vom Verband hessischer Unternehmer und der LAG Schule-Wirtschaft angeschoben. Es soll engagierte Manager animieren, drei- bis viermal pro Jahr in Seminaren Lehrkräfte aller Schularten und Fächer über betriebswirtschaftliche und technische Grundlagen und Trends zu informieren. Dazu gehören etwa Themen wie Shareholder value oder Rationalisierung. Die Pädagogen sollen auf diese Weise in die Lage gesetzt werden, den bohrenden Fragen der Schülerinnen und Schüler standhalten zu können und mehr Ökonomie-Stoff in den Unterricht einfließen zu lassen. Im Fortbildungsprogramm, das die Lehrkräfte in Wirtschaft sattelfester machen soll, stehen etwa die Entwicklungsschübe durch Multimedia und Mikroelektronik, Änderungen in der Arbeitswelt, Standortdiskussion, Globalisierung, Wettbewerb, Marketing-Strategien, Firmenorganisation und Personalführung.

Das neue Programm, das aus Bossen Mentoren machen soll, ist auch als eine kleine Reaktion auf Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) zu verstehen, die das Fach Arbeitslehre zurückgeschraubt hat und gegen die Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs Ökonomie ist. "ZuWAS" ergänzt zudem das Repertoire der 42 kommunalen Arbeitsgemeinschaften Schule-Wirtschaft im Land, die sich um den Brückenschlag zwischen Firmenalltag und Klassenraum bemühen - durch Betriebserkundungen, Vorträge, Praktika und die Auslobung von Innovationspreisen. Das Seminarprogramm ist in Bayern etabliert, wo sich die Konzerne Siemens und BMW engagieren und Referenten abstellen. Die ZuWAS-Aktion wird vom bayerischen Kultusministerium und dem Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft unterstützt.

In Hessen haben Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Dieter Weidemann, an die Unternehmer appelliert, bei der Initiative "ZuWAS" mit zu tun.
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