| Verlässliche Grundschule |
| 19.06.2009 | Schulelternrat der VGS Eltze: Neufassung Klassenbildungserlass |
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Sehr geehrte Frau Heister-Neumann, am 16.06.2009 wurden wir Eltern von der Leiterin der Verlässlichen Grundschule (VGS) Eltze, Frau Lubitz, davon unterrichtet, dass der Erlass Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemeinbildenden Schulen vom 09.02.2004 geändert worden ist. Der neue Erlass, der noch zur Anhörung vorliegt, soll sofort greifen. Die Auswirkungen dieses Erlasses für unsere Grundschule sind verheerend! Momentan bestehen an unserer Schule noch 7 Klassen mit halbwegs moderater Schülerzahl. Die derzeitigen Klassen 1, 3 und 4 fahren zweizügig. Der neue Erlass wird für die jetzigen Klassen 1 und 3 im kommenden Schuljahr weitreichende Konsequenzen haben, da nun eine Zusammenlegung von Klassen mit geringer Schülerzahl in Klassen mit großer Schülerzahl erfolgen soll. Bislang konnten sich unsere Kinder nach erfolgter Aufteilung eines Klassenverbandes darauf verlassen, die restlichen Schuljahre in den Vorzug einer sodann beständigen Gruppenstruktur zu bleiben. Auch die zuletzt betroffenen Klassen haben sich gerade in der neuen Konstellation zusammengefunden. Die zukünftige vierte Klasse wurde erst letztes Jahr geteilt. Für diese Schüler gab es vor genau einem Jahr eine ähnlich große psychische Belastung, denn erst kurz vor den Sommerferien fiel die Entscheidung zur Teilung. Die Zeit bis dahin war für alle, d.h. Schüler, Eltern und Lehrer sehr anstrengend und insbesondere für die kleinen Kinder eine enorme Belastung. Kinder brauchen frühzeitig einen klaren Weg aufgezeigt, um den schulischen Anforderungen, denen sie in stetig zunehmendem Maße ausgesetzt sind, gerecht werden zu können! Die o.g. Belastungen sollen sich jetzt, ein Jahr später, erneut
wiederholen, und auch noch kurz vor bzw. innerhalb der Ferien, womit eine
erhebliche Planungsunsicherheit verbunden ist. Kinder, Eltern und auch
Lehrer werden damit unwissend gelassen, was z. B. die Klassenleitung angeht.
Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie so viele Lehrkräfte wie noch nie haben und damit die Qualität des Unterrichts in allen Schulen deutlich verbessert wurde. Davon würden die Kinder profitieren. Unsere Kinder sind nur sehr kurz in diesen Genuss gekommen! Sie geben auf Ihrer Internetseite an, dass Sie in den nächsten Jahren vor neuen Herausforderungen stehen. Uns geht es genauso! Sie schreiben, dass Sie neue Lehrer, Referendare etc. einstellen wollen. Das finden wir gut. Neueinstellungen bewirken die Möglichkeit, die Schulkinder in kleineren Klassen umso intensiver und effektiver unterrichtet und auf die auf sie zukommenden Herausforderungen der heutigen Zeit vorbereitet werden zu können ganz abgesehen von der erheblichen Bedeutung der vierten Klasse mit ihrer Weichenstellung für das schulische Fortkommen der Kinder! Klassen ohne hinreichendes Augenmaß zu vergrößern, um Lehrerkapazitäten freizusetzen, ist damit nicht in Einklang zu bringen! Sie zeigen auf Ihrer Internetseite die Möglichkeit auf, dass die Schulen die Klassen jährlich neu bilden können. In diesem Erlass ist von können nicht mehr die Rede; aus der Möglichkeit ist eine Sollvorschrift geworden. Die neu gebildeten Klassen bestehen dann 2 Schuljahre. Wir bitten Sie
herzlich, die Klassen 1 und 3 dieses Jahr bestehen zu lassen! Nach den Angaben auf Ihrer Internetseite wollen Sie zugesagte Reformmaßnahmen
in den nächsten Jahren umsetzen. Dazu gehört auch die Verkleinerung
von Klassen. Der neue Erlass bewirkt das Gegenteil! Die Schüleranzahl
in den Grundschulen wird sich aufgrund der Geburtenrate in den nächsten
Jahren von allein verkleinern. Das ist dann keine Reform! Von dieser Entwicklung
profitiert jedoch in keinster Weise der jetzige 3. Jahrgang. Eine sinnvolle
Reform wäre schlicht dadurch zu erreichen, dass zwei kleine Klassen
wenigstens noch das letzte Grundschuljahr bestehen bleiben können.
In der vierten Klasse wird wie bereits oben aufgezeigt - die Schullaufbahnempfehlung
ausgesprochen. Dies allein ist für die Kinder eine psychische Belastung.
Sie schreiben auch, dass eine gute Bildung für jeden Einzelnen die Grundlage bildet. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft. Bildung hat, wie Sie veröffentlichen, Vorfahrt in Niedersachsen und zwar von Anfang an. Wir stimmen dem zu. Wie soll es funktionieren, wenn Kinder, Eltern und Lehrer ständig damit rechnen müssen, dass jährliche Änderungen stattfinden können? Grundschulkinder sind darauf angewiesen, dass eine Gleichmäßigkeit und Konstanz vorhanden ist. Kinder leiden, wenn sie nicht wissen, wo der Bildungsweg lang geht. In Ihrem Erlass formulieren Sie, dass in der Regel gebildete Klassen nach jedem neuen Schuljahr verändert werden sollen. Wir bitten Sie eindringlich und verzweifelt, hier die Möglichkeiten einer Ausnahmeregelung zuzulassen. Nachdem die Schule vor einem Jahr bei der Schulinspektion sehr gut abgeschnitten hatte, sind wir entsetzt, dass die Grundlagen der Arbeit nun zerstört werden sollen. Wir können derzeit auf keinen Lehrer verzichten und bitten Sie, um Prüfung und Zustimmung einer Ausnahmeregelung für den Erhalt der Zweizügigkeit der derzeitigen ersten und dritten Klasse. Bitte antworten Sie uns möglichst rasch!!! Die Sommerferien, die am 25.06.2009 anfangen, können bei solch einer Belastung für Kinder, Eltern und Lehrer kaum zur Erholung führen.
Mit freundlichen Grüßen |
| 19.06.2009 | Schulelternrat der VGS Eltze: Schreiben an Frau E.Heister-Neumann |
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Der Schulelternrat der VGS Eltze Eltze, den 19.06.2009
30159 Hannover Neufassung Klassenbildungserlass
Diesem Schreiben liegen 2 Anlagen bei. Wir bitten Sie, unser Anliegen zügig zu beantworten. Ferner wird dieses Schreiben mit Anlagen an folgende Politiker und an
die Schulleiterin der VGS Eltze nachrichtlich gehen: Mit freundlichen Grüßen |